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Entrepreneurship studieren: Kann man Unternehmergeist lernen?

Sind Sie ein Unternehmertyp, quasi der geborene Unternehmer? Oder doch eher für das Angestelltendasein geschaffen? Wir meinen: Fragen wie diese führen in die falsche Richtung. Unternehmergeist ist nicht vom Typ abhängig, sondern erlernbar. Und inzwischen kann man Entrepreneurship in Deutschland sogar an mehreren Hochschulen studieren. Hier erklären wir, warum Ihre Persönlichkeit trotzdem nicht egal ist, wenn Sie ein Unternehmen gründen, welche Entrepreneurship-Studiengänge es gibt und für wen sie geeignet sind…

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Entrepreneurship studieren: Kann man Unternehmergeist lernen?

Welcher Unternehmertyp sind Sie?

Wir sind überzeugt, dass Sie sich nicht fragen sollten, ob Sie ein Unternehmertyp sind, sondern welcher. Unternehmer sind so unterschiedlich, wie die Unternehmen, die sie gründen und führen.

Mit der Gründerplattform verfolgen wir das Ziel, Menschen zum Gründen zu ermutigen. Um zu zeigen, wie bunt Unternehmertum abseits der Klischees ist, haben wir ganz viele Videos mit Gründerinnen und Gründern aller Altersklassen und aus ganz unterschiedlichen Bereichen gedreht.

Wenn Sie die Gründerplattform besuchen, können Sie sich dort anhand von wenigen Merkmalen genau die Vorbilder anzeigen lassen, die Ihnen am ehesten entsprechen, und sich von diesen Beispielen inspirieren lassen.

Denn wir lernen nun mal am meisten von Menschen, die so ähnlich ticken, wie wir selbst. Dabei gehen wir davon aus, dass es – stark vereinfacht – drei Unternehmertypen gibt:

  • Der Visionär sprüht vor Ideen und hat ein gutes Näschen für Trends. Er erkennt überall neue Chancen und zögert nicht, sie zu ergreifen, verliert darüber aber bisweilen die wirtschaftliche und technische Machbarkeit seiner Ideen aus dem Blick.
  • Der Manager kann gut organisieren und planen. Er liebt es, Dinge zum Laufen zu bringen. Zahlen und Kontrolle sind seine Steckenpferde – dafür fehlt es ihm manchmal an Innovationsgeist und Fachwissen.
  • Dem Fachmann wiederum macht auf seinem Gebiet niemand etwas vor. Er nutzt seine Fähigkeiten, um stets die beste aller Lösung zu finden. Ob diese rentabel oder überhaupt noch angesagt ist, ist ihm nicht so wichtig – Hauptsache, sie ist perfekt.

Bei einem idealen Gründer wären alle drei Typen gleich stark ausgeprägt und würden gemeinsam an einem Strang ziehen.

Das kommt in der Realität aber nur selten vor. Bei den meisten von uns überwiegt eine der drei Seiten. Ganz gleich, welche das bei Ihnen ist: Was zählt ist, dass Sie erstens ein Unternehmen gründen, bei dem Sie Ihre Stärken optimal einbringen können, und dass Sie zweitens Ihre Schwächen erkennen, um diese auszugleichen.

Da der Weg in die Selbstständigkeit ein Weg ins Ungewisse ist, ist er immer mit einem Lernprozess verbunden.

Sie werden auf diesem Weg Fehler machen, Ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und neue Seiten an sich entdecken:

  • Wenn Sie ein schüchterner Mensch sind, werden Sie Ihre Komfortzone verlassen müssen und sich daran gewöhnen, Ihre Interessen zu vertreten.
  • Wenn Sie zum Chaos neigen, werden Sie notgedrungen anfangen, sich besser zu organisieren.
  • Und wenn Sie zu den Kontrollfreaks gehören, werden Sie die Erfahrung machen, wie viel Spaß es macht, Dinge einfach mal auszuprobieren.

Auch wenn Sie sich für Zahlen wenig begeistern können, werden Sie sich fortan mit Ihren Umsätzen und den wichtigsten Kostentreibern Ihres Unternehmens auseinandersetzen. Und Sie werden viel über Ihre Zielgruppen erfahren und lernen, wie Sie diese am besten erreichen.

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Entrepreneurship studieren

Dieser Lernprozess ist nahezu unausweichlich. Sie können ihn aber beschleunigen und intensivieren, indem Sie Entrepreneurship an einer Hochschule studieren.

In den letzten Jahren ist das Angebot an speziellen Studiengängen, die auf die Gründung eines Unternehmens vorbereiten, rasant gewachsen. Gab es vor 20 Jahren in ganz Deutschland gerade mal eine Professur für Entrepreneurship, gibt es heute schon über 140.

Anders als klassische Studiengänge in BWL oder Management setzen Entrepreneurship-Studiengänge nicht nur auf die Führung eines vorhandenen Unternehmens, sondern auf Innovation und Ideenentwicklung. Prototypen bauen, Marktpotenziale testen, Businesspläne schreiben – Aufgaben wie diese rücken bei ihnen in den Vordergrund.

Was für Arten von Entrepreneurship-Studiengängen gibt es?

Das Angebot von Entrepreneurship Education in Deutschland wächst und wächst, und so können Sie heute aus zig Entrepreneurship-Studiengängen wählen, die sich in ihren Schwerpunkten und in ihrem Aufbau unterscheiden:

  • Entrepreneurship-Studiengänge in Vollzeit

    Diese Studiengänge orientieren sich häufig an den klassischen betriebswirtschaftlichen Ausbildungsinhalten, ergänzen diese aber um gründungsspezifische Themen.

    Einer der Pioniere auf dem Gebiet der Entrepreneurship Education ist Günter Faltin, der an der FU Berlin für den Bereich Entrepreneurship verantwortlich ist. Um zu wissen, wovon er in seinen Vorlesungen spricht, hat sich der Ökonomie-Professor schon 1985 aufgemacht, ein eigenes Unternehmen zu gründen und die erfolgreiche Tee-Kampagne ins Leben gerufen.

    Sein theoretisches Wissen, ergänzt um diese praktische Erfahrung, hat ihm geholfen, wirkungsvolle Methoden zu beschreiben, mit denen sich innovative Geschäftsideen entwickeln und umsetzen lassen. Diese Methoden vermittelt er seinen Studierenden anhand von echten Beispielen und praktischen Übungen in seinem „Labor für Entrepreneurship“, aus dem schon eine ganze Reihe von aussichtsreichen Unternehmen hervorgegangen ist.

    Einen etwas anderen Weg geht man an der TU München. Sie hat im Gründungsradar 2018, der alle vier Jahre die Gründungskultur an deutschen Hochschulen vergleicht, den ersten Platz unter den großen Hochschulen gemacht. In München setzt man vor allem auf eine interdisziplinäre Ausbildung Studierender und Wissenschaftler aller Fachrichtungen. Die Lehrinhalte werden bedarfsbezogen vermittelt und orientieren sich an den einzelnen Phasen einer Gründung. Ziel ist es, alle an Entrepreneurship Interessierten dafür zu befähigen und zu begeistern, „unternehmerische Chancen zu erkennen, zu entwickeln und umzusetzen“.

    Bei den mittelgroßen Hochschulen landete die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg auf dem ersten Platz des Gründungsradars. Sie kann mit der deutschlandweit ersten Professur für Female Entrepreneurship aufwarten und bietet zudem mit dem Studiengang „Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit“ eine besondere Ausbildung für alle Gründungsinteressierten an, die sich für Klima- und Umweltschutz begeistern und mit ihren Geschäftsideen einen Betrag zu einer ökologischen Zukunft leisten wollen.

  • Teilzeit-Studiengänge

    Viele Hochschulen bieten nebenberufliche Entrepreneurship-Studiengänge an. Sie sind besonders interessant für Menschen, die mit der Selbstständigkeit liebäugeln, aber noch in ihrem festen Beruf arbeiten, lassen sich aber auch mit einer bereits begonnenen Existenzgründung kombinieren.

    Hier sei beispielhaft der Studiengang „Unternehmensgründung und -nachfolge“ der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin angeführt. Er richtet sich an Berufstätige, die ihre Zukunft in der Selbstständigkeit sehen – sei es mit einer eigenen Idee oder durch die Übernahme einer bestehenden Firma. Bestandteil ist unter anderem die Entwicklung eines Geschäftsmodells bzw. eines Übernahmefahrplans und die gezielte Vorbereitung auf die Existenzgründung.

  • Aufbau- und Masterstudiengänge

    Wer bereits seinen Bachelor gemacht hat, hat die Möglichkeit, einen Master für Innovationsmanagement und Entrepreneurship draufzusatteln, um sich auf seine Gründung vorzubereiten.

    Das geht zum Beispiel an der Bergischen Universität Wuppertal. Hier werden die Studierenden etwas allgemeiner auf ihre Gründung vorbereitet, als bei Professor Faltin. Während bei Faltin vor allem die Arbeit an innovativen Konzepten im Vordergrund steht, geht es in Wuppertal eher darum, den Studierenden das Gründen und Führen eines Unternehmens durch die Vermittlung von Fachwissen zu erleichtern.

    Managementtheorien und Rechtsfragen stehen ebenso auf dem Lehrplan, wie die ökonomische Beurteilung von Geschäftsmodellen.

    Der Masterstudiengang in Wuppertal richtet sich an Studierende, die einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften in der Tasche haben. Andere Aufbaustudiengänge richten sich an Absolventen naturwissenschaftlicher oder technischer Studiengänge.

Für wen ist welches Studium geeignet?

Bei der Wahl des passenden Studiengangs kann Ihnen die eingangs skizzierte Klassifizierung der drei Unternehmertypen helfen:

  • Wenn Sie gerne organisieren, kein Problem mit Zahlen haben und sich insgesamt eher als Manager sehen, werden Sie vermutlich mit einem BWL-orientierten Entrepreneurship-Studium am glücklichsten. Der Vorteil ist, dass die Studienschwerpunkte Ihren Neigungen und Interessen entsprechen, Sie aber gleichzeitig an die Themen Innovation und Produktentwicklung herangeführt werden.
  • Ein Aufbaustudium eignet sich perfekt für Fachleute, die ihre Expertise durch Grundlagen der Unternehmenssteuerung und des Innovationsmanagements ergänzen möchten.
  • Und als Visionär werden Sie vor allem von praxisbezogenen Studiengängen wie dem von Professor Faltin profitieren, bei denen Sie Ihre Kreativität voll einbringen und gleichzeitig lernen können, dass es dabei auch auf die wirtschaftliche und praktische Machbarkeit ankommt.

Eine aktuelle Liste der Entrepreneurship-Professuren in Deutschland hat der Förderkreis Gründungsforschung e.V. zusammengestellt. Dort können Sie sich einen guten Überblick über das Angebot verschaffen und über die in der Liste enthaltenen Links nähere Informationen zu den einzelnen Hochschulen bekommen.

Muss es immer ein Studium sein?

Eine fundierte Entrepreneurship-Ausbildung an einer Hochschule kann gewiss nicht schaden, aber es gibt genügend Beispiele von erfolgreichen Gründern, die auch ohne Entrepreneurship-Diplom alles richtig gemacht haben.

Ob ein Studium das Richtige für Sie ist, hängt unter anderem von Ihrer Geschäftsidee, Ihren Zielen und von Ihrer Lebenssituation ab. Um ein Unternehmen zu gründen, brauchen Sie keinen akademischen Abschluss. Viel wichtiger sind eine gute Geschäftsidee und eine unternehmerische Vision, Leidenschaft, Geschick und Durchhaltevermögen – und eine solide Vorbereitung.

Wenn Sie noch ganz am Anfang Ihrer Karriere stehen und Sie fasziniert sind von dem Gedanken, Ihr eigenes Ding zu machen, kann sich ein Entrepreneurship-Studium trotzdem durchaus lohnen. Es ist gegenüber einem herkömmlichen BWL-Studium, bei dem Sie eher lernen, eine bestehende Organisation zu steuern, als eine neue zu schaffen, mit Sicherheit die bessere Wahl.

Auch wenn Sie eine sehr anspruchsvolle, hoch-innovative Gründungsidee verfolgen, wird ein Studium Ihnen helfen, sie zum Erfolg zu führen. Dann käme vermutlich ein nebenberufliches oder ein Aufbaustudium in Betracht.

Es gibt aber neben einem Studium viele weitere Möglichkeiten, sich auf die Selbstständigkeit vorzubereiten. Eine besonders bequeme und moderne ist die Gründerplattform. Sie führt Sie mit vielen Beispielen, digitalen Tools und Tipps (auch von dem bereits erwähnten Professor Faltin) durch alle Stufen Ihrer Gründung – von der ersten Inspiration bis zur Finanzierung.


Über den Autor

Jan Evers hat sich mit Leib und Seele moderner Gründungsförderung verschrieben. Er ist Geschäftsführer des Startups BusinessPilot, das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und der KfW die Gründerplattform aufgesetzt hat, um Gründen in Deutschland einfacher und digitaler zu machen. Die Gründerplattform wird öffentlich gefördert und ist daher für alle kostenfrei.

[Bildnachweis: LStockStudio by Shutterstock.com]
23. Dezember 2019 Autor: Anzeige

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