Sport und Erfolg: Wie beides zusammenhängt

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Das dürfen Sie ganz wörtlich verstehen. Junge Menschen, die Sport treiben, haben deutlich bessere Chancen auf einen geschmeidigen Berufseinstieg. Sie verdienen mehr, haben bessere Jobs, sind erfolgreicher. Sport und Erfolg hängen zusammen – hier sind die Beweise…

Sport und Erfolg: Wie beides zusammenhängt

Sport und Erfolg: Höher, schneller, weiter

Erfolg hängt von der Bildung ab. Von der Schule, der Uni, den Eltern. Vom Studienfach und von den Noten. Von der Weiterbildung, Kursen, Zertifikaten. Ein kleines Puzzleteil scheinen wir aber bislang übersehen zu haben. Wie erfolgreich jemand ist, welchen Karriereweg er geht, hängt maßgeblich von seiner körperlichen Aktivität in jungen Jahren ab.

Einfacher gesagt: Wer früh viel Sport treibt, ist erfolgreicher.

Diese Erkenntnis hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in einer Studie herausgearbeitet. Sie zeigt, dass körperliche Aktivität nicht erst in höherem Alter Früchte trägt, wenn die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Nein, schon Schüler und Studenten profitieren, wenn sie die Laufschuhe schnüren oder sich baggernd und pritschend durch den Sand werfen.

Das IW griff dabei auf Daten des Sozioökonomischen Panels zurück und verglich den beruflichen Status von Menschen, die 2015 zwischen 27 und 31 Jahre alt waren, mit ihrem Verhalten im Jahre 2010 bzw. 2011. Wie gesund hatten sie zuvor gegessen, wie oft Sport getrieben? Die Ergebnisse sind durchaus beachtlich…

Sport und Erfolg: Höheres Einkommen

Sportlicher Typ, sportliches Einkommen – diese Gleichung gibt es in der Tat. Laut IW erzielten Personen zwischen 27 und 31 Jahren im Jahr 2015 unter sonst gleichen Bedingungen um 2,92 Euro Bruttostundenlöhne, wenn sie 2011 mindestens einmal wöchentlich sportlich aktiv gewesen waren.

Auch zwischen gesunder Ernährung und Einkommen besteht demnach ein Zusammenhang. Dieser ist aber längst nicht so stark wie der zwischen Sport und Gehalt. So lagen die Bruttostundenlöhne bei den Menschen, die sich gesund ernährt haten, um 2,18 Euro höher.

Bei den hochqualifizierten Sportlern und Nicht-Sportlern ergeben sich Unterschiede in Höhe von rund zwei Euro. Das entspricht immerhin zwischen einem Neuntel und einem Zehntel der Lohnhöhe. Noch gravierender fallen die Ergebnisse für Personen ohne Berufsabschluss aus.

Für die Forscher steht fest, „dass eine vormalige sportliche Aktivität für die Lohnhöhe in dieser frühen Karrierephase auch quantitativ sehr bedeutend ist.“

Sport und Erfolg: Bessere Jobs

Nicht nur die Frage nach dem Gehalt ist relevant, auch die nach der Qualität. So kommen sportlich aktive Menschen häufiger in Jobs unter, die ihrer Ausbildung angemessen sind. Der Fachterminus dafür lautet Ausbildungsadäquanz. Damit verbunden sind freilich wiederum bessere Karriereperspektiven und höhere Löhne.

„Die Wahrscheinlichkeit, nach Selbsteinschätzung qualifikationsadäquat beschäftigt zu sein, liegt bei erwerbstätigen Personen, die 2011 mindestens einmal wöchentlich Sport gemacht haben, unter sonst gleichen Bedingungen um 10,6 Prozentpunkte höher als bei Personen, auf die das nicht zutrifft“, schreibt das IW. Haben junge Menschen auf eine gesunde Ernährung geachtet, wirkt sich mit das einem Plus von 11,8 Prozent sogar noch stärker aus. Keine statistischen Auffälligkeiten gibt es bei regelmäßigem Alkoholkonsum und Rauchen.

Akademiker profitieren in diesem Fall stärker als Menschen ohne Berufsbildung. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass den 27- bis 31-Jährigen, die in der Vergangenheit gesundheitsbewusst gelebt haben und insbesondere sportlich aktiv waren, im Schnitt ein deutlich besserer Karriereeinstieg gelungen ist“, so die Wissenschaftler.

Sportlicher werden: 5 Tipps

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Sport und Erfolg: 3 Gründe, warum beides zusammenhängt

  1. Physis und Psychologie

    Sport wirkt sich positiv auf die körperliche Gesundheit aus, setzt auch Glückhormone frei. Diesen Zusammenhang kennt vermutlich jeder. Und wer gesund ist, fällt seltener aus, hat mehr Antrieb und Dynamik, ist leistungsfähiger, seltener depressiv. Die Liste an Vorteilen ließe sich beliebig fortsetzen.

    Laut IW-Studie ist die „Wahrscheinlichkeit, dass 27- bis 31-Jährige im Jahr 2015 gesund oder sehr gesund sind, unter sonst gleichen Bedingungen um 10,6 Prozentpunkte höher, wenn sie 2011 mindestens einmal wöchentlich Sport gemacht haben.“


  2. Wahrnehmung

    Sport beeinflusst die Selbst- wie die Fremdwahrnehmung – in der Regel zum Guten. Plausibel: Wer täglich im Schwimmbad seine Bahnen zieht, schlüpft schlanker und selbstsicherer in den Bikini. Wer regelmäßig im Fitnessstudio pumpt und Muskelmasse aufbaut, baut das Selbstbewusstsein gleich mit auf. Wer jede Woche 20 Kilometer joggt, vertraut eher auf die eigene Leistungsfähigkeit. Und so weiter.

    Und dass sportliche Betätigung das Selbstbewusstsein steigert, erkennen auch die Kollegen und Kunden, im Vorstellungsgespräch und bei der täglichen Arbeit. Sport transportiert Stärke, zeigt sich im äußeren Erscheinungsbild und Auftreten (siehe dazu auch Kasten unten).


  3. Networking

    Sportvereine und McFit-Mitgliedschaften haben einen Vorteil, der über die reine Leibesertüchtigung hinausgeht. Sie machen einen mit vielen neuen Gesichtern bekannt. Und ein großes Netzwerk ist, wie wir hinlänglich wissen, Gold wert.

    „Gesundheitsbewusstes Verhalten kann sich über seinen Effekt auf Auftreten und Fremdwahrnehmung darauf auswirken, wie Menschen ihren Bekannten- und Freundeskreis pflegen und erweitern“, schreiben die IW-Autoren. Damit ist gemeint: Wir schmücken uns lieber mit vitalen, sportlichen, attraktiven Freunden als mit dem Pummelchen von nebenan. Das klingt brutal und auch unfair, ist aber wohl die Wahrheit.

    Sportler knüpfen leichter Kontakte, gewinnen schneller neue Freunde. „Den Schätzergebnissen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, mehr als fünf Freunde zu haben, bei Personen, die im Jahr 2011 mindestens wöchentlich Sport gemacht haben, unter sonst gleichen Bedingungen um 10,5 Prozentpunkte höher„, so die Wirtschaftsforscher. Diesen Zusammenhang gebe es nicht für Menschen, die zwar auf gesunde Ernährung achten, aber keinen Sport treiben.


Sport und Erfolg: Leistungssportler verdienen mehr!

Sport und Erfolg: Leistungssportler verdienen mehr!Sport zahlt sich aus — auch für Leistungssportler. Nach einer Untersuchung des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie erzielen ehemalige Leistungssportler ein um durchschnittlich etwa 690 bis 780 Euro höheres monatliches Nettoeinkommen als vergleichbare Nichtleistungssportler. Speziell Teamsportler dürfen sich sogar über eine noch größere Entlohnung freuen. Ganz offensichtlich profitieren sie auch nach ihrem Karrierende von dem Attribut der Teamfähigkeit, das ihnen anhängt.

Männliche Sportler verdienen im Schnitt ca. 850 Euro mehr als männliche Nichtsportler. Bei den Frauen fällt dieser Unterschied etwas geringer aus. Statistisch auch interessant: Weibliche Spitzensportler verdienen nach der sportlichen Karriere ungefähr soviel wie männliche Nichtsportler.

Welche genaue Ursachen hinter dem Lohn-Plus für Sportler stecken, können die Wissenschaftler aus den Daten nicht herauslesen. Sie können, so wie wir, nur spekulieren: So könnten positive Charaktereigenschaften durch den Leistungssport verstärkt worden sein. Ehrgeiz, Disziplin, Durchhaltevermögen.

Genauso wichtig aber scheint das, was Biologen als Signaling bezeichnen. Alleine die Erwähnung sportlicher Glanzleistungen im Lebenslauf signalisiert Arbeitgebern, dass dieser Bewerber über Qualitäten wie Teamfähigkeit, Stressresistenz, Belastbarkeit und Willenskraft verfügen müsse. Dabei ist es letztlich unerheblich, ob er diese Qualitäten schon vor oder erst während der Karriere herausgebildet oder ob er sie in Wahrheit überhaupt nicht hat.

Denn es soll ja unter Leistungssportlern durchaus auch den einen oder anderen Egomanen und Abzocker geben…

[Bildnachweis: Francesco Faconti by Shutterstock.com ]
10. März 2018 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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