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Unicorn-Startups: Das lernen Sie von milliardenschweren Gründern

Wir alle kennen die Erfolgsgeschichten der Raketen-Start-ups, die unseren Alltag bestimmen und binnen weniger Jahre ein enormes Wachstum hingelegt haben. Und viele von uns fragen sich: Wie haben die das nur gemacht? Was ist ihr Geheimnis? Und: Kann ich das auch? Zugegeben, das gelingsichere Erfolgsrezept für Start-ups wurde bis heute nicht gefunden. Ein gewisses Maß an Glück und Zufall sind immer mit von der Partie. Aber das bedeutet nicht, dass Sie von den Champions der Gründerszene nichts lernen könnten. Wenn Sie davor stehen, ein Start-up zu gründen, lohnt es sich, ihre Geschäftsmodelle und Strategien näher zu betrachten…

Unicorn-Startups: Das lernen Sie von milliardenschweren Gründern

Das sagt die Wissenschaft

Vor ein paar Tagen habe ich mit Alexander Nicolai, Professor für Entrepreneurship an der Universität Oldenburg, über dieses Thema gesprochen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Regina Wallner hat er die 50 teuersten Unicorn-Start-ups der Welt untersucht, um herauszufinden, was ihre Geschäftsideen von denen anderer Gründungen unterscheidet.

Herausgekommen ist, dass die Mehrheit dieser sogenannten Unicorns mit ihrem Angebot auf eine konkrete Nachfrage beziehungsweise einen Bedarf reagierten. Ihre Gründer sind in ihrem Alltag über ein nicht oder schlecht gelöstes Problem gestolpert, haben eine Lösung erdacht und daraus die Geschäftsidee für ihr Unternehmen abgeleitet.

„Sie haben sich also weder mit Trendforschung befasst, noch irgendwelche Kreativitätstechniken angewandt“, bringt Alexander Nicolai das zentrale Ergebnis der Untersuchung auf den Punkt, „sondern sind einfach mit offenen Augen durch die Welt gegangen.“

Man nehme: Eine große Portion Kunden-Insights

Diese Erkenntnis deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen aus über 20 Jahren Gründungsberatung. Immer wieder beobachte ich, dass Gründer und Gründerinnen, die ihrer Zielgruppe wirklich zuhören und tief in deren Lebenswelt eintauchen, sich nicht nur schneller am Markt positionieren, sondern sich dort auch langfristig behaupten können.

Ich frage mich überdies oft, warum mir so viele „Wiederholungstäter“ begegnen, also Gründer, die nicht nur eine geniale Idee umsetzen, sondern gleich mehrere nacheinander. Meine These ist: Diese Menschen sammeln so viel Wissen über die Bedürfnisse ihrer Kunden, dass sie fast von selbst auf neue Produkte kommen.

So wie die Online Marketing Rockstars – OMR. Deren Gründer hatten bereits zwei erfolgreiche Unternehmen aus der Taufe gehoben, dabei viel über Online Marketing gelernt, und diese dann verkauft, als sie 2011 erstmals das OMR-Festival veranstalteten. Dank ihrem Vorwissen zum Thema und einer permanenten Rückkopplung mit ihrer Zielgruppe haben sie ihr Start-up innerhalb von wenigen Jahren zu einem Medien- und Marketingkonzern mit 90 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 10 Millionen pro Jahr gemacht.

Kernprodukt ist nach wie vor das jährlich stattfindende OMR-Festival, das eigentlich eine Messe ist, aber nicht so heißt, sich nicht so anfühlt und wohl auch deshalb alle Besucherrekorde bricht.

Ergänzend kommen nicht minder erfolgreiche Produkte wie ein wöchentlicher Podcast, Seminare, E-Learning-Kurse und eine Jobbörse hinzu. Das Geheimnis des OMR-Teams liegt darin, dass es ganz genau beobachtet und testet, welche Themen bei den Leuten ankommen. Es greift Trends nicht nur auf, sondern gestaltet sie mit und probiert aus, was funktioniert.

Dieses tiefe Verständnis für die Situation der Kunden ist meines Erachtens die wichtigste Ressource von erfolgreichen Entrepreneuren – noch vor ihrem betriebswirtschaftlichen Wissen und ihrem Startkapital.

Behalten Sie das im Gedächtnis, wenn Sie sich daran machen, ein milliardenschweres Start-up auf die Beine zu stellen, und setzen Sie alles daran, Ihre Kunden besser zu verstehen, als die Konkurrenz.

Zum Ausprobieren lieber kleine Brötchen backen

Konkret bedeutet das, dass Sie schon früh in den Austausch mit Ihrer Zielgruppe treten sollten, um herauszufinden, was diese Leute wirklich wollen.

Am besten eignet sich dafür das, was von Fachleuten als Minimum Viable Product (MVP) bezeichnet wird. Gemeint ist so etwas wie die kleinstmögliche Version Ihres Produkts. Ein MVP kann zum Beispiel eine Rohversion einer Software sein, die nur die Kernfunktion enthält, oder eine Landingpage, auf der ein neues Produkt präsentiert wird, das bisher nur auf dem Papier existiert.

Gerne erzähle ich in diesem Zusammenhang die Geschichte von Zappos-Gründer Nick Swinmurn, der Ende der Neunzigerjahre Jahre den ersten Onlineshop für Schuhe eröffnet hat. Er soll damals für seine Website die Schuhgeschäfte der Nachbarschaft abgeklappert und deren Auslagen fotografiert haben.

Die Bilder hat er hochgeladen und sobald ein Kunde auf „Bestellen“ geklickt hatte, kaufte er die Schuhe dort, wo er sie fotografiert hatte, und brachte sie zur Post. Für dieses einfache MVP brauchte Swinmurn nur eine Kamera und eine Website. Als er damit anfing, seinen Onlineshop aufzuziehen, wusste er bereits, dass seine Idee funktionieren würde. Einige Jahre später verkaufte er Zappos und wurde ein reicher Mann.

Ganz gleich, welchen Weg Sie wählen, um Ihre Geschäftsidee am Markt zu testen, warten Sie nicht zu lange damit. Gerade in Branchen, die sich schnell ändern, kommt es darauf an, den richtigen Zeitpunkt für den Markteintritt nicht zu verpassen. Zudem bewahren Sie sich mit einem MVP davor, Ihr Geld in ein Produkt zu investieren, das am Ende kein Mensch kaufen will.

Digitalisierung nach Geschmack

Auch wenn wir Insights und Kunden-Feedback als zentrale Faktoren für den Erfolg Ihres Start-ups identifiziert haben, gibt es natürlich noch weitere. Einer davon ist die Digitalisierung.

Ob Airbnb, Uber oder Paypal – ihre Erfolgsgeschichten wären ohne die Verbreitung des Internets nicht denkbar gewesen. Aber welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Gründung eines erfolgreichen Start-ups genau?

Wie die Untersuchung der Universität Oldenburg zeigt, setzt zwar die Mehrheit der Unicorn-Start-ups auf digitale Geschäftsmodelle. Aber dies trifft auch auf die Vergleichsgruppe der gescheiterten Start-up-Gründungen zu. Digitalisierung ist folglich keine unverzichtbare Grundzutat für unser Erfolgsrezept.

Vielmehr kommt es darauf an, sie so einzusetzen, dass die Probleme der Zielgruppe dadurch besser gelöst werden, als dies bislang der Fall war.

Was ich besonders interessant finde: Alexander und seine Kollegin haben herausgefunden, dass es nicht darauf ankommt, eine besonders abgefahrene Technologie einzusetzen. Vielmehr hätten drei Viertel der Top-Start-ups auf Digitaltechnik von der Stange zurückgegriffen. Nur ein verschwindend kleiner Teil von ihnen sei der High-Tech-Avantgarde zuzurechnen.

Für Sie bedeutet das: Sie müssen kein ausgewiesener IT-Nerd sein, um sich mit ihrem Start-up an die Spitze zu setzen. Aber Sie sollten gute Ideen haben, wie Sie die vorhandene Technik im Sinne Ihrer Kunden optimal einsetzen können.

Eine Prise Innovation

Wenn also nicht die allerneueste und ausgefeilteste Technik kampfentscheidend ist, wie steht es dann insgesamt mit der Bedeutung von Innovationen für den Erfolg junger Unternehmen?

Auch darauf weiß die Wissenschaft eine Antwort: Nach Alexander Nicolai gibt es durchaus erfolgreiche Start-ups, die ihr Geschäftsmodell schlicht abgekupfert oder von einer Branche auf eine andere Übertragen hätten. „Aber ihr Aufstieg erweist sich häufig als kurzlebig, da die Verfolger ihnen dicht auf den Fersen sind.“ Der Entrepreneurship-Experte ist daher überzeugt, dass Innovation für den langfristigen Erfolg eines Start-ups heute wichtiger sei, denn je.

Wichtig zu wissen ist: Innovation muss sich dabei keineswegs nur auf der Produktebene niederschlagen. Auch eine neuartige Vertriebsform oder eine vereinfachte Herstellung kann den Unterschied machen.

Erinnern wir uns an dieser Stelle noch einmal an die Geschichte von Zappos-Gründer Swinmurn: Er hat für sein Start-up keineswegs das Rad neu erfunden. An seinem Produkt (Schuhe) war nichts wirklich neu. Er hat aber gezeigt, was damals viele für unmöglich hielten und eine bahnbrechende Erkenntnis war: dass sich auch Schuhe über das Internet verkaufen lassen.

Leider tun sich viele Gründer schwer damit, aus ihrer Geschäftsidee ein innovatives Geschäftsmodell zu entwickeln. Sie konzentrieren sich zu stark auf ihr Produkt und legen sich zu früh auf eine bestimmte Lösung fest. Häufig liegt das auch daran, dass sie den Kopf voll mit Zahlen haben. Wer gleich anfängt, seine Überlegungen in Tabellen zu übertragen, kann verständlicherweise nicht mehr mit verschiedenen Varianten jonglieren.

Hier kann eine Business Model Canvas wahre Wunder wirken. Sie bildet das Geschäftsmodell Ihres zukünftigen Unternehmens übersichtlich ab. Alle Bausteine, vom Angebot über die Zielgruppe bis zum Team, stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Auf der Gründerplattform finden Sie ein interaktives Geschäftsmodell-Tool, mit dem Sie ganz einfach Ihre eigene Business Model Canvas ausfüllen können. Dafür brauchen Sie noch keine genauen Zahlen, grobe Stichworte genügen. So erkennen Sie leichter, wie Sie die einzelnen Bausteine Ihres Unternehmens optimal aufeinander abstimmen können. Unser Geschäftsmodell-Experte Patrick Stähler erklärt in verständlichen Videos, worum es geht, und die Geschäftsmodelle echter Gründer dienen als wertvolle Inspirationsquelle.

Besonders stolz bin ich auf unsere Geschäftsmodell-Bibliothek: Hier finden Sie unsere Analysen der Geschäftsmodelle ausgewählter Start-ups (die Online Marketing Rockstars sind übrigens ebenso darunter, wie N26 oder Deep L). Schauen Sie dort unbedingt vorbei und finden Sie heraus, was hinter dem Erfolg erfolgreicher Startups steckt.

In den Unicorn-Himmel aufsteigen

Auf Kreativität oder Technik kommt es gar nicht so sehr an, wenn Sie mit Ihrem Start-up rasant wachsen und in den Unicorn-Himmel aufsteigen wollen. Gelingt es Ihnen, mit Ihrem Angebot ein konkretes Problem aus der Welt schaffen zu, sind Sie schon auf einem sehr guten Weg.

Innovation ist wichtig, aber nicht gleichzusetzen mit High-Tech. Die einfachsten Lösungen sind oft die besten. Erneuerung kann auf allen Ebenen des Geschäftsmodells stattfinden. Mit dem Geschäftsmodell-Ansatz und einer Business Model Canvas fällt es Ihnen leichter, aus Ihrer Geschäftsidee ein innovatives Geschäftsmodell zu entwickeln.

Was dabei wirklich zählt, sind die Bedürfnisse Ihrer Kunden. Tauchen Sie so tief wie möglich in die Erfahrungswelten Ihrer Zielgruppe ein und nutzen Sie Ihre gesammelten Erkenntnisse für die Weiterentwicklung Ihres Angebots. So können Sie sich vor teuren Irrwegen schützen und legen eine solide Basis für Ihren Erfolg.


Über den Autor

Jan Evers hat sich mit Leib und Seele moderner Gründungsförderung verschrieben. Er ist Geschäftsführer des Startups BusinessPilot, das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und der KfW die Gründerplattform aufgesetzt hat, um Gründen in Deutschland einfacher und digitaler zu machen. Die Gründerplattform wird öffentlich gefördert und ist daher für alle kostenfrei.

[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]
3. Dezember 2019 Autor: Anzeige

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