Brian A Jackson/shutterstock.com
Wir tun gerne so, als würden wir alles wissen. Welcher Beruf zu uns passt, was wir mit unserem Leben anfangen wollen und wohin der Weg uns führen wird. Eine Illusion, die wir dadurch aufrecht erhalten, dass wir uns die wichtigen Fragen nicht einmal stellen. Eine Mentalität und Strategie des Selbstbetrugs, die viele Risiken birgt. Ehrlichkeit zu sich selbst wäre ein besserer - wenn auch manchmal unangenehmerer - Weg. Wir zeigen vier Karrierefragen, die sich jeder stellen muss...

Diese vier Karrierefragen muss sich jeder stellen

bahri altay/shutterstock.comFreunde und Familie sind oft gute Ratgeber, wenn es Schwierigkeiten gibt und man selbst nicht weiter weiß. Das gilt auch für Fragen bezüglich der Karriere, doch am Ende des Tages müssen Sie selbst wissen, was am besten für Sie ist. Das gelingt nur, indem Sie in sich gehen und sich einige Fragen stellen. Denken Sie aber bitte daran, dass es hier darum geht, ein ehrliches Selbstbild zu erhalten. Nehmen Sie sich deshalb die nötige Zeit, um sich mit den Fragen auseinanderzusetzen, sich ernsthafte Gedanken zu machen und eine aufrichtige Reaktion darauf zu finden.

  1. Was sind Ihre Fähigkeiten und Talente?

    Eine absolut essenzielle Frage, die bereits am Anfang jedes beruflichen Werdegangs beantwortet werden muss. Worin sind Sie gut? In welchem Bereich verbessern Sie sich schnell? Wenn Sie wissen, wo Ihre Stärken liegen, können Sie diese bei der Auswahl Ihres Berufes berücksichtigen und steigern damit nicht nur die Chancen auf beruflichen Erfolg.

    Gleichzeitig werden Sie glücklicher und zufriedener, da Sie sich in einem Job wiederfinden, der zu Ihrer Persönlichkeit passt, Ihnen neue Herausforderungen und die Möglichkeit zur Entwicklung gibt. Daher ist Ehrlichkeit in diesem Punkt besonders wichtig. Es bringt nichts, sich selbst zu belügen oder sich vorzumachen, man würde über diese oder jede Fähigkeit verfügen.

  2. Wie stellen Sie sich Ihren Beruf vor?

    Jeder Mensch hat seine individuelle Arbeitsweise. Die einen brauchen den ständigen Austausch im Team, um kreativ zu bleiben, andere ziehen sich vollkommen zurück und dürfen nicht gestört werden. Manche sind immer auf Achse, andere arbeiten gerne an einem zentralen Ort. Die einen draußen, die anderen drinnen...

    Wer bei der Berufswahl seine eigenen Arbeitsstil unbeachtet lässt, wird dies früher oder später bereuen. Anfangs mag man sich vielleicht mit der Situation arrangieren können - gerade wenn die Bezahlung stimmt - kommt dann aber noch Stress dazu, bricht das Kartenhaus schnell zusammen.

    Anstatt sich nur auf die Kernpunkte des Gehaltes und der Arbeitszeit zu konzentrieren, sollte der Fokus auch auf den damit verbundenen Arbeitsbedingungen liegen. Was bringt eine gute Bezahlung, wenn man jeden Tag unzufrieden zur Arbeit trottet?

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  3. Welchen Stellenwert hat die Arbeit in Ihrem Leben?

    Ja, wir alle müssen arbeiten, um Geld zu verdienen, Rechnungen zu bezahlen und uns die schönen Dinge leisten zu können, von denen wir lange geträumt haben. Doch manchmal hat Arbeit noch einen ganz anderen Stellenwert.

    Manch einer geht regelrecht in seiner Tätigkeit auf, findet darin sein persönliches Glück und möchte um nichts auf der Welt darauf verzichten. Auf der anderen Seite gibt es Familienmenschen, die sich lieber um Ihre Kinder kümmern und und die Arbeit nur als Mittel zum Zweck und großen Zeitverlust betrachten.

    Schon das Wissen, zu welcher Kategorie man selbst zählt, kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen, etwa wenn ein Familienmensch vor die Wahl gestellt wird, eine besser bezahlte Stelle anzunehmen, für die er jedoch die gesamte Woche unterwegs wäre und nur noch am Wochenende Zuhause sein könnte.

  4. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

    Auf kurz oder lang kommt niemand an dieser Karrierefrage vorbei, die bereits in Vorstellungsgesprächen häufig gestellt wird: Wo sehen Sie sich in fünf, zehn oder auch zwanzig Jahren? Was jetzt noch Zukunftsmusik zu sein scheint, hat ganz konkrete Auswirkungen in der Gegenwart.

    Wer nicht weiß, wohin er sich entwickeln möchte, läuft Gefahr, nur auf der Stelle zu treten und schnell überholt zu werden. Gerade in der schnelllebigen Zeit, in der wir uns befinden, ist es unerlässlich, auf Veränderungen eingestellt zu sein und zu wissen, was man in Zukunft erreichen möchte.

    Ein langfristiges Ziel macht dazu nicht nur glücklicher, weil man weiß, worauf man hinarbeitet, sondern gibt auch eine Richtung vor, die bei zukünftigen Entscheidungen ausschlaggebend sein kann. Auch die Motivation steigt, wenn man weiß, wofür man die Strapazen auf sich nimmt.

[Bildnachweis: Brian A Jackson, bahri altay by Shutterstock.com]