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"Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen, wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen." - Das Zitat des US-amerikanischen Philosophen Henry David Thoreau bringt die Bedeutung von Träumen auf den Punkt. Sie können beflügeln, motivieren, inspirieren... und werden viel zu schnell aufgegeben. Die Ursachen dafür sind vielfältig, doch sieben weit verbreitete Gründe fürs Aufgeben sind wirklich schlecht und sollten Sie nicht dazu bewegen, von Ihren Träumen und Zielen abzulassen...

Aufgeben ist nicht scheitern

Ein geflügelter Spruch sagt: „Wer es versucht, kann verlieren. Wer aufgibt, hat schon verloren.“ Was einleuchtend klingt ist in deutschen Unternehmen gar nicht so einfach umsetzbar. Scheitern wird hierzulande noch oft als Versagen gewertet und als Makel angesehen.

Diese Haltung führt dazu, dass viele Menschen - sowohl beruflich als auch privat - Fehler möglichst vermeiden. Die Konsequenz: Neue Wege werden nicht ausprobiert, scheinbar unerreichbare Ziele und Träume nicht konsequent verfolgt.

Zu viele Menschen geben ihre Träume auf, weil sie Angst vor dem Scheitern, genauer gesagt vor der Wahrnehmung des Scheiterns, haben. Die Angst vor einem möglichen Reputationsschaden wirkt als Bremse, die Entwicklung verhindert und Träume sterben lässt.

Ein Patentrezept gegen diese Angst gibt es nicht, doch folgende Fragen können zur Reflexion anregen und dabei helfen, die möglichen Konsequenzen realistisch einzuschätzen:

  • Wie sieht der Worst Case aus, was kann Ihnen schlimmstenfalls passieren?
  • Wie groß ist das Risiko des Scheiterns, ganz nüchtern betrachtet?
  • An welchen Zeichen könnten Sie ein mögliches Scheitern ablesen?
  • Wie würden die Ihnen wichtigen Menschen auf ein Scheitern reagieren?
  • Haben Sie ein mögliches Scheitern mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin besprochen?

Gehen Sie diese Fragen durch, können ein mögliches Scheitern und dessen Konsequenzen in einem neuen Licht erscheinen. Oft sind die zu erwartenden Konsequenzen nicht annähernd so problematisch, wie sie im Vorfeld aussehen.

7 schlechte Gründe fürs Aufgeben

Neben der Angst vor einem möglichen Fehlschlag gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die Menschen zum Aufgeben bewegen können. Viele davon hängen mit den Erwartungen anderer Menschen, gesellschaftlichen Maßstäben und Normen zusammen.

Im Folgenden haben wir sieben wirklich schlechte Gründe fürs Aufgeben zusammengestellt. Diese Gründe sind zwar weit verbreitet, entbehren bei genauer Betrachtung jedoch jeglicher Grundlage und sollten keinesfalls dazu führen, dass Sie Ihre Träume aufgeben.

  1. Ihre Ziele entsprechen nicht der Norm

    Ziele sind völlig individuell und können daher durchaus von akzeptierten Normen abweichen. Da sich solche Ziele oft nur durch Handlungen erreichen lassen, die ebenfalls von Normen abweichen, kann es im Umfeld zu Irritationen und Unverständnis kommen. Diese Reaktionen können entmutigen und Zweifel am selbst gesetzten Ziel aufkommen lassen. Das ist verständlich, jedoch unnötig. Ihre Ziele sind in erster Linie für Sie selbst relevant. Andere Menschen müssen sie nicht zwingend verstehen oder gar unterstützen.

  2. Sie lassen sich durch Angriffe entmutigen

    Ihre Ziele und Träume können jedoch nicht nur zu Irritation, sondern sogar zu ganz konkreten Angriffen und zu schmerzhafter Kritik führen. Manche Menschen attackieren alles, was sie nicht verstehen. Andere würden Ihnen den Erfolg möglicherweise nicht gönnen und wollen daher sicherstellen, dass Sie Ihr Ziel nie erreichen. Angenehm ist das zwar nicht, doch es sollte Sie auch nicht von Ihrem Ziel abbringen. Die hier relevante Frage lautet: Ist Ihnen Ihr Traum langfristig wichtiger als die Meinung Ihrer Angreifer?

  3. Sie halten sich selbst für zu schlecht

    Diese Haltung zeigt sich oft in Sätzen wie „Das kann ich eigentlich gar nicht“ oder „Dafür bin ich nicht gut genug“. Sicher gibt es Ziele und Träume, die Ihre Fähigkeiten übersteigen. Doch vielleicht unterschätzen Sie auch Ihr Potenzial. In vielen Fällen wäre die passende Formulierung: „Dafür bin ich noch nicht gut genug.“ Sie macht deutlich, dass Sie etwas an der Situation ändern und die Lücken füllen können. Statt sich von fehlenden Fähigkeiten entmutigen zu lassen, können Sie ebenso gut aktiv werden.

  4. Sie warten auf den perfekten Zeitpunkt

    Sie kennen sicher den Satz: „Wenn XY soweit ist, kann ich anfangen.“ Manchmal ist eine solche Aussage berechtigt. Für manche Ziele müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein. Doch oft handelt es sich schlicht um Ausreden, die über eine einfache Tatsache hinwegtäuschen sollen: Es fehlt der Mut, um den entscheidenden Schritt zu tun. Der perfekte Moment wird nie kommen und bei vielen Themen spielt es keine Rolle, ob Sie heute oder in drei Monaten beginnen. Die drei Monate werden jedoch vergehen. Es liegt an Ihnen, ob Sie die Zeit nutzen oder einfach verstreichen lassen.

  5. Andere sind bereits daran gescheitert

    Wenn Sie auf Ihr Ziel hinarbeiten, werden Sie früher oder später auf Menschen treffen, die ähnliche Ziele verfolgt haben und daran gescheitert sind. Naturgemäß können solche Fehlschläge abschreckend wirken. Nach der ersten Irritation haben Sie jedoch zwei Möglichkeiten. Sie können sich davon erstens entmutigen lassen und davon ausgehen, dass Sie es auch nicht schaffen werden. Sie können allerdings zweitens aus den Fehlern anderer lernen und diese auf Ihrem Weg vermeiden. Fehlschläge anderer sind in der Regel kein Grund, Ihr Ziel aufzugeben. Sie können Ihnen jedoch dabei helfen, Ihren Weg zu optimieren.

  6. Sie verfolgen den Traum anderer

    Manche Menschen jagen jahrelang einem Traum nach und kommen ihm einfach nicht näher. Egal was sie tun, nichts scheint zu funktionieren. Früher oder später geben diese Menschen frustriert auf. Oft liegt das Problem nicht in fehlendem Engagement, sondern im Ziel. Denn was als eigenes Ziel wahrgenommen wird, passt gar nicht zur Lebensplanung und entspringt eigentlich den Erwartungen anderer. In einem solchen Fall sollten Sie nicht aufgeben, sondern sich ein neues und eigenes Ziel suchen. Statt Frustration aufzubauen können Sie Ihr Engagement dann einem Ziel widmen, das wirklich zu Ihnen passt.

  7. Sie sind sich selbst gegenüber nicht ehrlich

    Wenn Sie sich ambitionierte Ziele stecken oder großen Träumen nachjagen, kann der Weg lang sein. Der eine oder andere will das nicht wahrhaben und malt sich die Situation schöner und positiver aus, als sie realistisch betrachtet ist. Wer sich jedoch auf diese Art und Weise selbst belügt, wird früher oder später realisieren, das die Lage nicht so rosig aussieht - und dann frustriert aufgeben. Das Gegenmittel: Gehen Sie von Anfang an ehrlich und nüchtern an Ihre Ziele heran und lassen Sie sich im Zweifel lieber etwas mehr Zeit. So können Sie konsequent auf Ihr Ziel hinarbeiten und es perspektivisch auch erreichen.

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