Sergey Nivens/shutterstock.comEin eigenes Blog kann die Basis für eine hervorragende Online Reputation sein, die individuelle Sichtbarkeit deutlich erhöhen, neue Kontakte ermöglichen und potenzielle Arbeitgeber anziehen. Bloggen bietet Bewerbern, Fach- und Führungskräften enorme Chancen und lohnt sich definitiv. Wer das Potenzial allerdings ausschöpfen will, braucht einen langen Atem. Denn zu Beginn lassen die Leser bei neuen Blogs meist auf sich warten. Dennoch sollten Sie weiterschreiben und kontinuierlich bloggen - auch ohne Leser. Wir zeigen, warum es sich lohnt.

Reputation durchs Bloggen: Nicht nur Google liebt Blogs

SEO Basics für Blogger

Auch wenn Sie zuerst für Menschen und erst danach für Google schreiben, sollten Sie bei Ihren Artikeln und Ihrem Blog auf einige SEO Basics achten. Dazu gehören:

  • Überschriften, in denen das relevante Schlagwort enthalten ist und die Lust auf den Artikel machen.
  • Relevante Schlagworte, die mehrfach im Artikel vorkommen sollten.
  • Ein vollständig ausgefülltes Autorenprofil.
  • Ein ansprechendes Layout mit Aufzählungen und Absätzen. Bitte keine Textwüsten.
  • Der gezielte Einsatz von Videos, Infografiken und passenden Bildern.

Google liebt Webseiten mit frischem und kontinuierlich aktualisiertem Content. Blogs sind aus einer SEO-Perspektive daher ideale Plattformen, um in der Google-Suche weit vorne zu landen und sichtbar zu werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn tatsächlich regelmäßig neuer - und qualitativ guter Content - im Blog publiziert wird. Und es dauert eine Weile, bis Google die Qualität einer Seite einschätzen kann und die Arbeit honoriert. Schon hier ist Ausdauer vonnöten.

Doch auch abseits der rein technischen Aspekte sollten sich Bewerber, Fach- und Führungskräfte nicht durch zunächst schwache Besucherzahlen entmutigen lassen. Dabei hilft vor allem die richtige Herangehensweise und Einstellung. Sehen Sie Ihr Blog nicht als ein kurzfristiges Engagement, das Sie schnell bekannt machen wird. Das funktioniert ohnehin nicht.

Gehen Sie es stattdessen als langfristigen Kommunikations- und Reputationskanal an, mit dem Sie Ihr Profil nachhaltig und selbstbestimmt aufbauen und fein justieren können. Diese Haltung hat zur Folge, dass Sie ein einmal gestartetes Bewerbungsblog nicht aufgeben sollten, nach dem Sie einen Job gefunden haben. Als Bewerbungsblog hat es seinen Zweck dann zwar erfüllt, doch Sie sollten dann weitermache, denn...

  • ... nur durch konsequentes Bloggen können Sie Ihre Reputation und Ihr Profil weiterhin selbst gestalten.
  • ... der nächste Jobwechsel kommt bestimmt und es wäre töricht, die bereits geschaffene Grundlage aufzugeben.
  • ... es kommt bei Ihren Lesern und Netzwerkpartnern gar nicht gut an, wenn Sie die aufgebaute Community völlig vernachlässigen und dadurch zeigen, dass Ihr Blog - und Ihre Leser - nur Mittel zum Zweck war.
  • ... Sie könnten durchaus wichtige Kontakte verlieren und verprellen, wenn Sie das Blog brachliegen lassen.
  • ... ein neuer Anlauf - beispielsweise vor Ihrem nächsten Jobwechsel - wird schwer.

Zwar können Sie Ihr Blog - nachdem Sie einen neuen Job gefunden haben - nicht mehr als Bewerbungsblog weiterführen. Doch dann ist es an der Zeit, sich im Blog stärker auf Ihre Fachthemen zu konzentrieren und hier auch Ihre Erfahrungen aus dem neuen Arbeitsalltag einfließen zu lassen.

Eigenes Blog: Präsentation Ihrer Kompetenz

lassedesignen/shutterstock.com"Wie soll ich meine Kompetenz und meine Fähigkeiten präsentieren, wenn niemand mein Blog liest?" - Diese Frage könnte sich die eine oder andere Fach- und Führungskraft - berechtigterweise - stellen. Die Antwort löst vielleicht nicht unbedingt Begeisterung aus, beruht jedoch auf Erfahrung: Ausdauer, Geduld und Fleiß zahlen sich aus. Es kann durchaus sein, dass Blog in den ersten zwölf Monaten nur eine Handvoll Menschen den Weg auf Ihr Blog finden und Sie kaum Kommentare erhalten. Doch wenn Sie dran bleiben und Ihr Blog auch in den sozialen Netzwerken teilen und bewerben, werden sich die Leserzahlen früher oder später erhöhen.

Hier kommt ein großer Vorteil von Blogs zur Geltung: Im Gegensatz zu sozialen Netzwerken, in denen einzelne Beiträge nur eine kurze Halbwertszeit haben, können Blogartikel auch Monate nach ihrer Veröffentlichung gefunden und geteilt werden. Es kann beispielsweise sein, dass einer Ihrer Artikel erst ein halbes Jahr nach Veröffentlichung von einem Influencer mit großer Reichweite gelesen und geteilt und Ihr Blog dadurch bekannt wird.

Der Faktor Glück spielt hier zwar eine Rolle, doch der bekannte Spruch von Louis Pasteur: "Der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist" kommt hier voll zur Geltung. Als Blogger können Sie einiges tun, um dem Glück Tür und Tor zu öffnen:

  • Achten Sie von Anfang an - auch wenn Sie nur wenige Leser haben - auf hohe Qualität. Sie wissen nicht, wie viele Menschen den Artikel schlussendlich lesen werden.
  • Konzentrieren Sie sich klar und konsequent auf Ihre Kernthemen.
  • Beziehen Sie Stellung und vertreten Sie Ihre Meinung, begründen Sie diese jedoch immer fundiert und nachvollziehbar.
  • Teilen Sie Ihre Artikel in den sozialen Netzwerken.
  • Füllen Sie die dafür genutzten Profile vollständig aus und interagieren Sie auch in den Netzwerken.
  • Bringen Sie sich in fachliche Diskussionen mit guten Beiträgen - nicht Link-Spam (!) - ein.
  • Kommentieren Sie bei fachlich passenden Blogs. Achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare immer etwas zum Thema beitragen.

Ernsthaftes Bloggen besteht nicht nur aus dem Schreiben und Veröffentlichen von Artikeln, Sie sollten diese auch verteilen und sich aktiv in die Community der Blogger einbringen. Wer sich isoliert, andere Blogger als Konkurrenten sieht und nicht auf sie verlinkt, muss sich über ausbleibende Leser nicht wundern.

Bloggen: Lern- und Arbeitsfeld in einem

Neben diesen eher nach außen gerichteten Vorteilen bietet Bloggen jedoch auch Ihnen als Blogger ganz konkrete Vorteile. Diese kommen in der am Ende des Artikels eingebetteten Infografik von Businessgrow - die auch Inspiration für diesen Artikel ist - klar zur Geltung.

Wenn Sie Themen in Ihrem Blog diskutieren, darstellen und erklären, lernen Sie dabei selbst am meisten. Hier gilt der bekannte Spruch: "Nur wer etwas verstanden hat, kann es auch erklären." Um Ihre Artikel fundiert, nachvollziehbar und verständlich verfassen zu können, müssen Sie die Themen zuerst selbst verstanden und durchdrungen haben.

So wird Ihr Blog zum Lernfeld und liefert Ihnen den manchmal nötigen Anstoß und Grund, um sich mit Themen und Probleme tief gehend und umfassend zu befassen. Doch nicht nur das, durchs Bloggen gewinnen Sie auch Klarheit über Ihre Standpunkte und können diese überzeugender vertreten. Da Sie Ihr Meinung in Blogartikeln mit Argumenten unterlegen müssen, werden Ihre argumentativen Fähigkeiten ganz automatisch geschult.

Selbst damit erschöpfen sich die Vorteile des Bloggens jedoch noch nicht, denn durchs Bloggen...

  • ... können Sie sich auch selbst weiterentwickeln und neue Themen erschließen.
  • ... erhalten Sie - oft in Form von Kommentaren - neue Inspiration und Impulse.
  • ... stärken und trainieren Sie Ihre Kreativität.
  • ... schulen und entwicklen Sie - im Umgang mit anderen Bloggern und Kommentatoren - Ihre kommunikativen Fähigkeiten.
  • ... legen Sie die Grundlage für Vorträge und Präsentationen, da Sie viele Themen und Argumentationen schon verbloggt haben und nur noch in Slides übertragen müssen.
  • ... haben Sie eine Plattform, auf der Sie sich mit Themen befassen können, die in Ihrer Arbeit zu kurz kommen.

Bloggen lohnt sich für Bewerber, Fach- und Führungskräfte. Auch dann, wenn Ihr Blog zu Beginn nur von wenigen Menschen gelesen wird. Denn Sie profitieren als Blogger selbst von zahlreichen Vorteilen und Wirkungen.

10-reasons-to-blog-even-if-no-one-reads-it-infographic

[Bildnachweis: Sergey Nivens, lassedesignen by Shutterstock.com]