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Die Empfehlung klingt wie ein Rat aus Omas Zeiten: Zeigen Sie mehr Dankbarkeit! Und doch ist es das wonach wir uns selbst oft sehnen: Anerkennung und Wertschätzung für Geleistetes, ein simples Danke für eine gute, großherzige Tat. Doch geht es dabei nicht nur um tugendhafte Reziprozität wie es Wissenschaftler nennen würden - Dankbarkeit ist der beste und zugleich edelste Weg zu mehr Glück und Zufriedenheit. Ja sogar ein Schlüssel zum Erfolg. Das belegen gleich mehrere Studien...

Dankbarkeit macht glücklich und gesund

Es war ein simples Experiment, das Robert Emmons und Michael McCullough 2003 entwarfen: Sie teilten ihre Probanden in zwei Gruppen...

  • Die einen ließen sie ein paar Minuten darüber nachsinnen, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind.
  • Die anderen sollten einfach an irgendetwas denken.

Diese kurzen Reflexionsübungen wiederholten die Forscher jede Woche, ganze zehn Wochen lang. Doch das Ergebnis des Versuchs überraschte selbst die Wissenschaftler: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die Dankbaren über den gesamten Zeitraum des Experiments

  • mehr Motivation,
  • mehr Optimismus,
  • selbst ihre Gesundheitswerte und die Immunabwehr verbesserten sich.

Kurz: Die regelmäßigen, dankbaren Gedanken machten die Probanden glücklicher und gesünder.

Definition: Was ist Dankbarkeit?

Extra-Tipp-IconLaut Wikipedia ist Dankbarkeit ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird.

Historisch ist die Pflege der Dankbarkeit meist eng mit der Religion verbunden. Intensiv diskutiert wurde sie später von zahlreichen Moralphilosophen, unter anderem Adam Smith und seiner Theorie der ethischen Gefühle von 1759. Das systematische Studium der Dankbarkeit innerhalb der Psychologie begann erstaunlicherweise erst um das Jahr 2000.

Siehe hierzu auch:

  • PDF: Dankbarkeit als Lebenshaltung

Bestätigt wird dies auch durch Untersuchungen eines Psychologenteams um Willibald Ruch von der Universität Zürich. Das Forscherteam teilte dazu 178 Erwachsene nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen ein: Während die eine Gruppe über einen Zeitraum von zehn Wochen die Stärken Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus trainierte, konzentrierte sich die andere Gruppe auf Eigenschaften wie Sinn für das Schöne, Kreativität, Freundlichkeit, Liebe zum Lernen und Weitsicht. Die dritte Gruppe fungierte als Kontrollgruppe und hatte keinerlei Übungen zu absolvieren.

Auch hier zeigte sich: Wer Dankbarkeit trainiert hatte, zeichnet sich durch einen bedeutsamen Anstieg der Lebenszufriedenheit im Vergleich zur Kontrollgruppe aus. Dankbarkeit übten die Probanden beispielsweise, indem sie ein Dankesschreiben an eine Person verfassten, die im eigenen Leben eine wichtige Rolle gespielt hat.

Die Psychologie-Professorin Sara Algoe von der Universität von North Carolina in Chapel Hill wiederum beobachtete frisch verliebte Paare zwei Wochen lang. Genauer gesagt lies sie die Paare in diesen zwei Wochen ein Tagebuch schreiben, in dem diese abends festhalten sollten, ob sie

  • ihrem Partner an dem Tag etwas Gutes getan hatten und wie sie sich dabei gefühlt hatten,
  • ihr Partner ihnen selbst etwas Gutes getan hatte und wie sie sich dabei gefühlt hatten,
  • wie sie sich mit ihrem Partner an dem Tag verbunden fühlten und über die Partnerschaft dachten.

Resultat: Die Paare notierten, dass sie ihrem Partner zu 35 Prozent des Tages einen Gefallen taten oder zuvorkommend waren. Umgekehrt hatten sie zu 40 Prozent des Tages das Gefühl, ihr Liebster oder ihre Liebste würde mit ihnen genauso verfahren. Und beide berichteten dabei jedes Mal über starke Gefühle der Dankbarkeit und dass sie sich mit ihrem Partner besonders verbunden fühlten.

Die Männer – nebenbei bemerkt – sogar minimal mehr als die Frauen.

Danke sagen leicht gemacht

Extra-Tipp-IconDankbarkeit, insbesondere in schriftlicher Form, verkommt in der rauen Realität des Geschäftslebens zur Ausnahme. Dankschreiben, besonders in Briefform, wirken auf manche wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Leider! Denn gut gemachte Dankschreiben können Sympathien wecken, Beziehungen stärken und nicht zuletzt den Ausschlag geben, ob einer den Auftrag oder Job bekommt oder nicht.

Haben Sie jemals ein Dankschreiben wutschnaubend zerrissen und den Verfasser als heuchlerischen Zeitdieb beschimpft? Eben. Deshalb finden Sie hier neben den drei Grundregeln für das Formulieren von Dankschreiben...

Musterbriefe und Vorlagen für Dankschreiben aller Art

Erfolgsschlüssel Dankbarkeit - und Schutz vor teurer Ungeduld

Danke-NotizLieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach... Die meisten Menschen denken so und ziehen die sofortige Belohnung einer künftigen vor – selbst wenn diese größer ausfällt. Deshalb fällt uns zum Beispiel Sparen so schwer und Konsum so leicht. Und deshalb sind wir auch so leicht zu verführen – sei es mit riskanten Aktiengeschäften an der Börse, mit ungesundem Essen oder sexuell mit einer Affäre trotz intakter Beziehung.

Die Instant-Lust obsiegt über die vernünftige Vorausschau.

Wissenschaftler beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung – oder wie es im Fachjargon heißt: der Fähigkeit zum Gratifikationsverzicht. Sie gilt als starkes Indiz für langfristigen Erfolg.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Impfstoff gegen Versuchungen aller Art: Dankbarkeit.

Als der Psychologe David DeSteno von der Northeastern Universität mit seinen Kollegen von der Universität von Kalifornien in Riverside und der Harvard Kennedy School dazu Studien anstellte, fanden sie bald heraus: Die Dankbaren unter ihren Probanden bewiesen mehr Geduld und waren auch auf Instantbelohnungen zu verzichten, was ihnen - nebenbei bemerkt - deutlich höhere Gewinne bescherte.

Sagen wir es, wie es ist:

Dankbarkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg. Sie verbessert sowohl die Beziehungen zu anderen Menschen, wie auch unsere Einstellung und Motivation.

Mir fällt dazu die Geschichte von Rafael J. Hernandez ein:

Eines Tages verlor der seinen Job bei einer Agentur. Das allein wäre nicht erwähnenswert. Doch Hernandez entschied sich, über die Kündigung nicht narzistisch gekränkt zu sein, nein, er schrieb seinem Ex-Boss einen Brief – und zwar einen sehr netten.

Darin bedankte er sich für die Chance, für diese Agentur eine zeitlang arbeiten zu dürfen, für die gute Zeit und die vielen Dinge, die er dabei gelernt hatte.

Das Dankschreiben verfehlte seine Wirkung nicht: Über seine ehemaligen Kollegen hörte Hernandez, dass sich sein ehemaliger Chef über so viel menschliche Größe und das Lob sehr gefreut hätte. Deswegen bekam er den Job zwar nicht zurück, blieb aber in positiver Erinnerung.

Und tatsächlich: Jahre später – Hernandez arbeitete inzwischen für eine andere Agentur, verlor er wieder seinen Job. Diesmal aber meldete sich sofort sein Ex-Chef bei ihm. Sein Brief blieb ihm über all die Jahre im Gedächtnis, und nun wollte er ihm eine neue Stelle anbieten, sogar zu besseren Konditionen. Ein einfaches Dankeschön – mit großer Wirkung.

Mehr Dankbarkeit im Job

Was vielleicht selbstverständlich klingt, wird leider immer wieder dort vergessen, wo es am stärksten wirkt: im Büro. Dort, wo Aufträge und Anweisungen zum Alltag gehören, unterstreichen Bitte und Danke gegenseitigen Respekt.

Wer immer nur nimmt, ohne wenigstens ein Danke zurückzugeben, der manipuliert. Der wahre Profi hingegen schafft sogar, dass der Dank nicht nur wie eine hohle Phrase klingt.

Es gibt dazu ein altes Zitat, das ein wenig in Vergessenheit geraten ist, im Job aber genau deshalb große (positive) Überraschung und Wirkung entfaltet:

Wenn dir jemand ein Geschenk gibt – schicke ihm ein Dankeschön!
Wenn dir jemand einen Gefallen tut – schicke ihm ein Dankeschön!
Wenn dir jemand etwas Nettes sagt – schicke ihm ein Dankeschön!

Kleine Gesten ermuntern und ermutigen. Warum also nicht ab und an einem netten Menschen, einem Kollegen oder gar dem Chef ein kurzes Dankeschön per Mail oder Karte schicken? Oder morgens an den Schreibtisch kommen – und eine Tasse Kaffee mitbringen?

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Undank ist ein Karrierekiller

Umgekehrt gibt es Menschen, die stöhnen über zu viel Arbeit und zu wenig Gehalt. Und sehr oft behaupten sie, dass sie zufriedener wären, wenn sie mehr Geld hätten. Für sie ist das Gras nebenan immer grüner, der Himmel blauer und das Auto des Nachbarn sowieso viel schöner.

Derlei Undank ist gefährlich!

Schon Goethe betonte, er habe nie gesehen, "dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären". Und die Geschichte gibt ihm recht: Nicht diejenigen, die viel hatten, waren die Erfolgreichen, sondern die Dankbaren. Kein Mensch wird für künftige Erfolge dankbar sein, wenn er das nicht schon bei gegenwärtigen sein kann.

Mehr noch: Undank kann zum Karrierekiller mutieren. Damit ist nicht das fehlende "Dankeschön" gemeint, falls der Kollege einen Kaffee ausgibt oder die Tür aufhält.

Bei Undank geht es um mangelnde Erkenntlichkeit – und die wird unterschieden in zwei Arten:

  • fehlende Dankbarkeit für Unterstützung
  • Vergesslichkeit.

Der erste Punkt ist ein Klassiker:

Selbst Genies sind bisweilen auf die Hilfe anderer angewiesen. Sei es, dass diese sie mit nützlichen Informationen versorgen, sie rechtzeitig warnen oder aktiv protegieren. Je mehr Mentoren einer hat, desto besser. Ein funktionierendes Beziehungsnetz wirkt wie ein Karriereturbo.

Es wird aber auch leicht zum Killer, wenn man es sich mit seinen Kontakten verscherzt. Und das geht ganz leicht: Einfach den Erfolg ans eigene Revers heften und verschweigen, dass daran andere beteiligt waren...

Vergesslichkeit wiederum wiegt noch schwerer.

Kein Mensch erwartet eine sofortige Gegenleistung für einen Gefallen. Nur wer diese Schuld vergisst, der betreibt Selbstsabotage erster Güte. Undank ist kein Kavaliersdelikt, sondern der grobe Verstoß gegen ein ehernes Berufsgesetz: Eine Hand wäscht die andere.

Der Hand-Trick: Ein Dankeschön mit jedem Finger

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Schon die Freude über die kleinen Dinge des Lebens führt nachweislich zu mehr Glück. Wer eine dankbare Haltung in seinem Leben etabliert, der gibt sich zugleich Zeit zum Innehalten, zur geistigen Rast und Besinnung - und nicht zuletzt zur Wertschätzung dessen, was man alles Gutes hat.

Ohne diese Dankbarkeit entwickelt sich eine Mängelsicht: Das Leben - es besteht vor allem aus Lücken, Fehlendem, Leere. Wer sich und seine Umwelt nur noch so wahrnimmt, kann nur unzufrieden, neidisch und unglücklich werden.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich daran zu erinnern, wofür man dankbar sein könnte. Eine besonders schöne fand ich bei Elsbeth Martindale, die statt sich irgendwelche Knoten ins Taschentuch zu machen, einfach nur eine Hand braucht - und eine kleine Fingerübung.

So empfiehlt die Psychologin:

Wenn Sie mal wieder unzufrieden sind oder einen kleinen Motivationskick brauchen, dann zählen Sie einfach Ihre Finger durch und erinnern Sie sich dabei an schöne, befriedigende und ermutigende Dinge in Ihrem Leben...

  • Kleiner Finger Nennen Sie eine Sache, für die Sie in Ihrem Leben zutiefst dankbar sind.
  • Ringfinger Erinnern Sie sich an eine Zeit und einen Menschen, den Sie aus tiefsten Herzen lieben oder geliebt haben sowie andere Menschen für die Sie innige Gefühle haben.
  • Mittelfinger Nennen Sie eine Sache, die Sie für einen anderen Menschen getan haben und wofür Sie sich gut fühlen. Überlegen Sie sich, bei wem Sie das wiederholen können. Etwa heute.
  • Zeigefinger Zeigen Sie auf etwas Schönes in der Natur. Entdecken Sie etwas in Ihrem Umfeld, das Sie inspiriert und begeistert.
  • Daumen (hoch) Benennen Sie etwas, worauf Sie stolz sind. Machen Sie sich Ihr Stärken und Talente bewusst - und seien Sie stolz auf sich.

Die Handidee hat vor allem deshalb Charme, weil sie erstens eingängig ist und sich zweitens jederzeit wiederholen lässt. Und sie verfehlt nie ihre Wirkung.

Denn sie sorgt dafür, dass wir uns vergegenwärtigen, wie wichtig es ist etwas weiterzugeben und zu teilen. Wer stets den ganzen Kuchen für sich alleine haben will, bekommt davon nur Bauchschmerzen, lautet ein schönes Sprichwort. Die selbstlose Tat und ein Dankeschön dagegen zahlen sich viel mehr aus.

So reagieren Sie richtig auf ein Dankeschön

Dankeschön ReaktionUmgekehrt: Sollten Sie Dankbarkeit erfahren, gibt es natürlich auch noch ein paar Empfehlungen, wie man darauf höflich reagiert...

  • Annehmen.

    Wenn Ihnen jemand dankt, zieren Sie sich nicht – vorausgesetzt das Dankeschön war berechtigt. Nehmen Sie es an. Einfach so, ohne große Geste oder viele Worte.

  • Freuen.

    Zeigen Sie unbedingt, dass Sie sich über die nette Geste freuen. Schon aus Höflichkeit. Ein Lächeln genügt oft schon, oder auch ein "Gern geschehen".

  • Danken.

    Leider kommt Dankbarkeit selten vor. Ermutigen Sie deshalb jene, die es dennoch tun – und bedanken Sie sich für das Dankeschön. Ein herzliches "Danke" reicht völlig.

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