Geldverdienen-Blogs-Werbeformen
Früher oder später stellt sich wohl jeder Blogger die Frage: Wie kann ich mit meinem Blog Geld verdienen? Vor allem, wer viel Zeit, Leidenschaft und Mühe in seine Website investiert, möchte das irgendwann in der einen oder anderen Form honoriert wissen. Nicht wenige träumen dabei auch von einem sogenannten passiven Einkommen. Denn auch wenn es für das eigene gut geführte Blog hoffentlich Anerkennung, Feedback und Schulterklopfen gibt: Davon allein lässt sich nicht leben. Server müssen gemietet, Blogs immer wieder überarbeitet und aktualisiert, Fotos gekauft, Software gewartet, Autoren eventuell bezahlt und Freizeit geopfert werden... Wie also lässt sich so ein Blog vermarkten? Die kurze Antwort: Es geht durchaus, mit Bloggen lässt sich Geld verdienen. Nur leider nicht mit jedem Blog...

Passives Einkommen: Geld verdienen mit Blogs?

Geld mit Blogs zu verdienen, ist weder eine Schande, noch eine Raketenwissenschaft. In den USA gibt es längst eine Reihe von Bloggern, die von ihren Blogs leben können. Teils sogar mehr als gut.

Wer sich als Blogger ab und an mit ihnen unterhält, wird feststellen, dass diese Profi-Blogger sehr bald zurückfragen: How much money do you make with your blog? Geld verdienen mit dem Blog - das ist dort etwas völlig Normales und Selbstverständliches.

Mehr noch: Keiner zweifelt die Unabhängigkeit oder Integrität eines Bloggers an, nur weil auf seiner Seite Werbung geschaltet wird. Warum auch? Etablierte Online-Magazine und Verlage machen das auch - und können trotzdem unabhängig bleiben. Manch ein US-Blogger bittet seine Leser gar, ab und an doch mal auf die Werbebanner zu klicken - als Dankeschön und indirekte Bezahlung. Das ist - zumindest bei Google - aber illegal. Auf derlei Aufrufe sollten Sie daher verzichten.

Auch deutsche Blogs verdienen Geld

Längst gibt es auch hierzulande Blogger und Webseitenbetreiber, die davon leben und ihre Redaktionen bezahlen können. Die Karrrierebibel zählt dazu.

Die meisten sagen es nur nicht gerne, weil das hierzulande immer gleich so einen Hautgout bekommt. Und natürlich auch, weil viele dann nur noch das erwirtschaftete Geld sehen - nicht aber die viele Arbeit und die Kosten, die dahinter stecken.

Schade. Denn gäbe es mehr Menschen, die davon leben können, gäbe es auch mehr gute Blogs. Die Aussicht, mit seinen Analysen, Kommentaren und Geschichten seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, ist doch ein guter Anreiz. Nur müsste die Mehrheit eben auch gönnen können.

Das ist vielleicht eine der größten Hürden hierzulande: Deutschland besitzt eine erstaunlich missgünstige (Netz-)Kultur. Wie oft haben wir schon erlebt: Wenn sich einer über den 10.000sten Twitter-Follower, seine vielen Blogleser und vielleicht auch ersten Einnahmen freut, wird er von manchen prompt entfolgt oder dafür als Yuppie beschimpft. Was die Leser vorher als nützlich, hilfreich, und gut empfanden, ist mit einem einzigen selbstreferenziellen Yeah-Tweet oder Post plötzlich unnütz, verdorben und doof...

Das ist nichts anderes als pure Missgunst. Leider typisch deutsch - und eben oft auch ein Handicap, mit dem sich die Blogosphäre und Leserschaft selbst blockiert - am besten noch mit Adblockern. Schlimm! Weil es jenen den Hahn zudreht, die sich damit eine Existenz aufbauen und anderen Nutzen stiften. Denn nur wer gelesen wird, kann ja auch mit Blog-Werbung Geld verdienen!

Unser Tipp: Sehen Sie das positiv, solche Follower oder Leser zu verlieren. Mit Menschen, die zwar gerne gratis Ihre Arbeit konsumieren, Ihnen aber den Erfolg nicht gönnen oder immer nur nörgeln, obwohl sie selbst jeden Tag davon profitieren, können Sie nicht wachsen. Die Community Ihrer wahren Fans übrigens auch nicht.

Aus unseren Statistiken können wir belegen: Menschen, die Sie zwar lesen, sich aber zugleich über zu viel Werbung oder über Ihre Erfolgsfreude beschweren, sind nie die wirklich treuen Leser. Es sind auch nicht jene, die regelmäßig konstruktiv mitdiskutieren, auch mal loben oder die Community unterstützen. Es sind immer die anderen, die Nassauer, die, die auf eine Party mit Freibier gehen und sich anschließend über die Reklame auf den Gläsern beschweren. Es lohnt nicht, denen Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, schenken Sie die lieber den wahren Fans und loyalen Lesern.

Geld verdienen mit Blogs: Ohne diese 3 Zutaten geht es nicht

Bevor es allerdings um das Geldverdienen oder ein passives Einkommen geht, müssen sich Blogger klarmachen: Nicht jedes Thema, nicht jede Nische und nicht jedes Blog eignet sich dazu. Es sind vor allem drei Zutaten und Voraussetzungen, die ein Blog kommerziell interessant machen:

  1. Ein klares Thema, eine lukrative Zielgruppe.

    Alle Blogs, die kommerziell erfolgreich sind, agieren in einer thematischen Nische. Die ist mal größer, mal kleiner. Aber sie haben ein klar abgegrenztes Themengebiet. So wie die Karrierebibel. Nur dadurch haben die Blogger auch eine klar definierbare Zielgruppe und Leserschaft. Und nur diese lässt sich über Werbung vermarkten. Gerade sogenannte Affiliates, also provisionsbasierte Anzeigen, funktionieren nur, wenn sie zum Umfeld passen. Kein Mensch würde auf der Karrierebibel ein Affiliate-Banner für Dessous anklicken und darüber seine Unterwäsche bestellen. Warum auch? Es wäre deplatziert. Hinzu kommt: Nicht für alle Themen findet sich ein lukrativer Werbemarkt. Politische Blogs etwa haben es - im Gegensatz zu Fashion- oder Technik-Blogs - schwer. Wer also wirklich sein Blog vermarkten und damit Geld verdienen will, sollte sich nüchtern fragen: Welche Branche hat überhaupt ein Interesse daran, meine Lesergruppe zu erreichen? Gibt es diese nicht, ist alle Mühe letztlich vergebens. Bloggende Coaches und Berater werden wohl kaum andere Coaches und Berater finden, die auf ihrer Seite Werbung schalten wollen. Interessant werden die allenfalls erst durch die schiere Masse ihrer Leserschaft. Was uns zum zweiten Punkt bringt...

  2. Mindestens 1000 Leser am Tag.

    Die meisten Blogs finanzieren sich über Werbung: Bannerwerbung, Affiliates, zum Teil auch Gastartikel. All das funktioniert aber erst ab einer bestimmten Lesergröße. Unter 1000 Lesern am Tag ist ein Blog jedoch finanziell uninteressant. Mehr als 100 Euro im Monat kommen dabei selten zusammen. Und selbst davon wird keiner leben können. Das gelingt wiederum erst ab 10.000 oder 20.000 Lesern am Tag. Und die muss man sich mit viel Leidenschaft, Engagement und Durchhaltevermögen erarbeiten. Es hat knapp vier Jahre gedauert, bis die Karrierebibel 10.000 tägliche Leser erreichte, heute sind es rund 80.000 am Tag und 6 Millionen Page Impressions im Monat. Inzwischen schreiben auch einige bezahlte Autoren an der Karrierebibel mit, teils festangestellt. Dorthin zu kommen, ist kein Spaziergang. Jeder sieht zwar das Ergebnis - kaum einer aber den Weg. Wir veröffentlichen heute am Tag bis zu fünf Artikel. Das ist harte Arbeit. Deshalb muss sich jeder, der mit seinem Blog Geld verdienen will, fragen: Wie viel kann ich überhaupt schaffen, und ist es nur ein Hobby oder soll es ein Job werden? Wohlgemerkt: Es gibt viele exzellente Blogs, die wir enorm schätzen - eben weil die Autoren allein ihrer Leidenschaft folgen. Viele sind gut beraten, es dabei zu belassen. Sonst schwindet mit der Kommerzialisierung womöglich der Spaß und damit die Qualität. Geld mit dem Blog zu verdienen, bedeutet schließlich auch, es zu professionalisieren. Das ist dann kein Hobby mehr, sondern mindestens ein Nebenjob: Die Werbekunden erheben Reichweiten-Ansprüche, die Leser wollen täglich frischen Content. Dem muss man sich stellen können und wollen.

  3. Ein großes, starkes Netzwerk.

    Der dritte Punkt ist vielleicht der, der in Deutschland das größte Hindernis darstellt. Schon vor einiger Zeit konnte man es in den Deutschen Blogcharts beobachten: Die Blogger verlinken sich immer seltener untereinander. In den USA ist es eher umgekehrt. Früher wiesen A-Blogs hierzulande 2000 oder mehr Backlinks aus, heute reichen schon 271 Backlinks für ein Alpha-Blog. Wir vermuten dahinter einen falschen Wettbewerbsgedanken: Blogs, die in derselben Themennische agieren, verlinken sich nicht mehr, schließlich will man seine Leser nicht auch noch auf die Konkurrenz hinweisen. Fehler! Erstens: Wenn das Blog wirklich cooler, besser, populärer ist, finden es die Leser es sowieso irgendwann. Zweitens: Wer mit Links geizt, wird selber seltener verlinkt und bleibt klein. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Artikel, die man für lesenswert hält, können und sollten gelikt und geteilt, verlinkt und zitiert werden (Zitieren - nicht 1:1 kopieren und klauen!). Das bringt nicht nur Aufmerksamkeit und neue Freunde: Die Leser finden diesen Service ebenfalls interessant. Statt selbst mühsam durch das Web zu surfen, um nach den Filetstücken zu suchen, finden sie diese dann bei Ihnen. Klasse! Auch Google schätzt diese Dienstleistung längst und belohnt solche Blogs mit einem schnell steigenden Pagerank. Das ist der wahre Netzwerkgedanke, davon lebt das Internet - und Ihr Erfolg auch.

Wer diese Kriterien erfüllt, für den ist auch der Rest nicht mehr schwer und mit dem Blog Geld zu verdienen eine logische Folge: Bewerben Sie sich dafür zum Beispiel bei Google-Adsense oder einem anderen Blogvermarkter, wie Adtiger, Netzathleten, Vibrant, Populis, Plista, ... Integrieren Sie ein paar Werbeflächen in Ihr Blog - und hören Sie nicht auf diejenigen, die das ganz schrecklich kommerziell finden (siehe oben).

Das Internet lebt von den Machern und deren Mäzenen, die oft in Form von Werbetreibenden auftreten. Ebenso von engagierten und unterstützenden Lesern - nicht von moralinsauren Missgönnern. Deshalb schadet es auch nicht, wenn einige mit ihren Blogs Geld verdienen. Teils sind ja selbst die Verbraucherinformationen ein nützlicher Content. Man muss eben gönnen können...

Wie man ein Blog monetarisiert: Sascha Pallenberg

Passend dazu noch ein Interview, das wir vor ein paar Jahren auf der re:publica mit Sascha Pallenberg von Mobile Geeks geführt haben. Auch der lebt seit einigen Jahren sehr gut vom Bloggen, beschäftigt Autoren in den USA, Deutschland und Taiwan, und sieht das ganz entspannt:

Nachtrag: Werbung, Paid Content und Affiliate

Auf Lousypennies ist ebenfalls ein Artikel zu dem Thema erschienen. Hier werden noch weitere Einnahmequellen genannt, wie zum Beispiel:

  • Inhalte direkt verkaufen - etwa via Paywall und Tinypass
  • Flattr - also Leserspenden
  • eBooks und PDFs als Download im Shop
  • Werbebanner und Affiliate-Programme
  • Oder Sponsoren-Modelle