Bewerbung-Referenzliste-Tipps
So mancher Kandidat fügt seiner Bewerbung heute ein Referenzschreiben bei, um dem potenziellen Arbeitgeber ein besseres Bild von seinen Leistungen und von der Persönlichkeit zu vermitteln. Keine schlechte Idee. Es gibt aber auch Personaler, die derlei Referenzen lieber selber und telefonisch einholen. Das gilt vor allem bei Positionen im gehobenen Management. Meist erfahren die Kandidaten davon nichts, weil die Entscheider diskret ihre persönlichen Netzwerke nutzen. Es kann jedoch vorkommen, dass Sie als Bewerber gebeten werden, Referenzgeber zu benennen. Um für diesen Fall gewappnet zu sein, sollten Sie eine Referenzliste in petto haben. Wie Sie eine solche Liste vorbereiten, wessen Namen darauf stehen und wie sie aussehen sollte, erfahren Sie hier...

Wann brauchen Sie eine Referenzliste?

Referenzliste schreibenFalsche Personalentscheidungen kommen ein Unternehmen teuer zu stehen und können den Verantwortlichen im schlimmsten Fall den Job kosten. Deshalb gehen Einsteller gern auf Nummer Sicher und lassen beim kleinsten Zweifel lieber die Finger von einem Bewerber.

Gerade dann kann eine gut vorbereitete Referenzliste Ihnen als Bewerber helfen, Vertrauen in Ihre Fähigkeiten und in Ihre Leistungsbereitschaft aufzubauen. Mit Ihrer Referenzliste beseitigen Sie womöglich das letzte Quäntchen Zweifel, das Ihrer Einstellung noch im Wege stand.

Das heißt: Je höher Ihr Gehalt und je teurer demzufolge die Kosten einer Fehlentscheidung, desto wichtiger ist die Referenzliste für Sie.

Es gibt allerdings noch weitere Fälle, in denen eine Referenzliste über das Bewerberschicksal entscheiden kann, zum Beispiel dann:

  • Sie waren zuletzt für ein Zeitarbeitsunternehmen tätig. Dann wird Ihr Vorgesetzter in diesem Unternehmen nur wenig über Ihre Aufgaben und Ihre Leistungen wissen. Eine Referenzliste mit den Namen der Chefs, für die Sie bei den Kunden der Zeitarbeitsfirma gearbeitet haben, wird aber weiterhelfen.
  • Das gleiche gilt, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber zu einem anderen Unternehmen entsendet oder abgeordnet waren.
  • Als Mitarbeiter einer Werbe-/PR-Agentur oder einer IT-Beratung arbeiten Sie häufig enger mit den Kunden zusammen als mit Chef und Kollegen. Auch hier empfiehlt sich eine Referenzliste mit den Namen der Personen in den Kundenunternehmen, denen Sie direkt zugearbeitet haben.
  • Sie hatten bisher erst einen einzigen Arbeitgeber und haben von diesem noch kein Arbeitszeugnis erhalten. In diesem Fall ist die Referenzliste ein Muss.
  • Sie bewerben sich aus der Selbstständigkeit heraus. Dann sollten Sie Auftraggeber benennen, die Auskunft über Ihre Leistungen geben können.

Achtung: Referenzen sind kein Ersatz!

Extra-Tipp-IconReferenzen dienen - zumindest in Deutschland - nur als Ergänzung, keinesfalls als Ersatz für Arbeitszeugnisse. Letztere sollten lückenlos vorhanden sein und gehören zu einer vollständigen Bewerbungsmappe:

Vollständige-Bewerbungsmappe-Bewerbungsunterlagen-Muster

Referenzliste: Wen Sie als Referenzgeber wählen sollten

Am besten eignen sich Personen mit hohem Status und Ansehen, deren hierarchische Position eine oder zwei Stufen über Ihrer liegt. Selbstverständlich sollte Ihr Referenzgeber Sie gut kennen und Ihre Leistungen fundiert einschätzen können.

Idealerweise hat Ihr Fürsprecher eng mit Ihnen zusammengearbeitet, war mehrere Jahre Ihr Vorgesetzter oder hat Sie ausgebildet. Personen aus Ihrem privaten Umfeld, Familienangehörige und Freunde sind hingegen tabu. Ihnen traut man keine objektive Stellungnahme zu.

Geeignete Referenzgeber sind:

  • Derzeitige und frühere Chefs sowie deren Chefs
  • Führungskräfte in Kundenunternehmen, mit denen Sie eng zusammengearbeitet haben
  • Auftraggeber bei selbstständiger Tätigkeit
  • Professoren und Mentoren
  • Höherrangige Funktionäre aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Es versteht sich wohl von selbst, dass die Kontaktperson im Vorfeld ihr Einverständnis geben muss, dass Sie diese als Referenz nennen.

Da die Referenz etwas Persönliches und - anders als das Arbeitszeugnis - nicht an eine bestimmte Firma gebunden ist, kann der Referenzgeber zwischenzeitlich auch das Unternehmen gewechselt haben. Wichtig ist dann lediglich, dass Sie seinen Namen sowie seine derzeitige Position angeben und erwähnen, aus welchem Unternehmen Sie ihn kennen und in welcher Beziehung er seinerzeit zu Ihnen stand.

Referenzliste: Sicherstellen, dass die Referenz positiv ausfällt

Ein gutes Briefing Ihrer Referenzgeber ist das A und O für den Erfolg Ihrer Referenzliste. Keinesfalls reicht es aus, wenn der Betreffende Ihnen vor Zeiten einmal gesagt hat, Sie könnten ihn als Referenz angeben. Sprechen Sie sich sorgfältig mit Ihren Referenzgebern ab, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. Und das auch möglichst zeitnah zur Bewerbung - schließlich sollte der- oder diejenige bei einem etwaigen Anruf nicht ins Stottern geraten.

  • Ihr Referenzgeber sollte Ihre derzeitige Situation kennen und wissen, für welche Aufgaben und bei welcher Art von Unternehmen Sie sich bewerben. Nur dann ist er auf mögliche Fragen desjenigen, der bei ihm die Auskunft einholt, gut vorbereitet.
  • Informieren Sie Ihren Referenzgeber auch darüber, welchen Grund für die Trennung von seinem Unternehmen Sie in Bewerbungsgesprächen angeben. Fragen Sie, ob er bereit ist, die gleiche Fassung wie Sie zu verwenden, so dass für Spekulationen kein Raum bleibt.
  • Versorgen Sie Ihren Fürsprecher am besten zusätzlich mit Ihren aktuellen Bewerbungsunterlagen, insbesondere mit Ihrer Beschreibung der Tätigkeit unter ihm als Chef. Nicht dass ihm bei Einholung der Referenz sonst unabsichtlich der überraschte Ausruf entfährt: "Das hat der bei uns doch gar nicht gemacht."

Referenzliste: So viele Referenzgeber sollten Sie nennen

Extra-Tipp-IconZwei bis maximal vier Personen, die die oben genannten Kriterien erfüllen, reichen normalerweise aus. Der Einsteller sollte zwar einerseits eine Auswahl haben. Andererseits können zu viele Namen leicht den Eindruck erwecken, als hätten Sie den Beistand so vieler Referenzgeber nötig und wären allein nicht imstande, Ihre Qualifikationen und Erfahrungen überzeugend darzustellen.

Bei Selbstständigen, die keine Arbeitszeugnisse vorzuweisen haben, darf die Referenzliste hingegen ruhig etwas länger ausfallen.

Referenzliste: Tipps für Gestaltung und Aufbau

Erstellen Sie die Liste auf einem gesonderten Blatt und führen Sie Ihre Referenzgeber stichpunktartig auf.

Wenn die Referenzen Ihren beruflichen Stationen entsprechen, geben Sie als erstes den Namen des Unternehmens an. In anderen Fällen können Sie auch mit den Namen der Referenzpersonen beginnen.

Folgende Angaben helfen dem Adressaten am meisten:

  • Unternehmen
  • Name des Referenzgebers
  • Position (bei zwischenzeitlicher Beförderung und/oder Firmenwechsel die seinerzeitige und die heutige Position)
  • Beziehung zu Ihnen
  • Telefonnummer (direkte Durchwahl) und am besten auch zusätzlich Mobilfunknummer

PDF-DokumentWie immer können Sie sich hier auch gleich eine kostenlose Mustervorlage als PDF und WORD-Datei herunterladen. Die sollte aber bitte nur als Anregung dienen. Schreiben Sie diese nicht 1 zu 1 ab, sondern wählen Sie Ihre eigene Form, die zu Ihnen und zu Ihren anderen Bewerbungsunterlagen passt.

In Ihrer Bewerbungsmappe findet die Referenzliste ihren Platz zwischen dem Lebenslauf und den Zeugnissen.

[Bildnachweis: Karramba Production, Gonzalo Aragon by Shutterstock.com]

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