Der klassische Trainee-Dreikampf geht so: kaffeekochen, kopieren, kuschen. Naja, vielleicht nicht ganz. So ganz daran vorbei kommen Trainees zwar nicht, auch mal Handlangerarbeiten zu verrichten, aber der typische Edel-Start ins Berufsleben sieht doch meist anders aus. Dennoch: Wenn mal Leerlauf ist, sollten Trainees auch nicht unbedingt tatenlos rumstehen, sondern sich an ihren Chef oder Mentor wenden und sich aktiv einbringen. Dabei können Berufseinsteiger freilich auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen – dann, wenn sie sich zu viel vornehmen, nichts mehr geschafft kriegen und das, was sie schaffen, voller Fehler und Schlampigkeiten ist. Riesenfehler! Denn dann hat so ein Trainee gleich seinen Stempel weg…

Aller Anfang ist schwer. Und gerade von Trainees wird in der Regel mehr Engagement und Mehrwert erwartet als beispielsweise von Auszubildenden. Von Trainees erwartet man, dass sie sich in der Zeit für höhere Positionen empfehlen und aufgrund ihrer umfangreichen Einblicke ins Unternehmen später flexibler einsetzbar sind. Deshalb heißt es gerade am Anfang: genau hinsehen, zuhören, Fragen stellen, Prozesse und Abläufe beobachten, über Verbesserungen nachdenken – diese aber nur dosiert und peu-à-peu einstreuen. Denn das könnte als allzu forsch oder gar altklug ausgelegt werden.

Überhaupt lauern beim Berufsstart einige Fallstricke und Fettnäpfchen, derer sich jetzt die Autoren Stefan Rippler, Branko Woischwill und Lukas große Klönne in einem Buch angenommen haben, Titel: Trainee-Knigge – Ein Ratgeber für den erfolgreichen Karriere-Start.

Es beginnt mit einer generellen Übersicht zu klassischen Trainee-Programmen, Trainee-Checklisten, den Rahmenbedingungen und Vertragsfeinheiten. Anschließend beschreiben die Autoren, wie man eine Trainee-Stelle findet, sich bewirbt und schließlich das Assessment-Center übersteht. Danach folgt der kleine Trainee-Knigge für die ersten Tage…

Hallo, ich bin der Neue!

Klar, dass Sie sich am ersten Tag seriös kleiden, die Kollegen solange siezen, bis Ihnen das Du angeboten wird und jeden freundlich grüßen und sich erst einmal selbst vorstellen – idealerweise mit einem kleinen lustigen selbstironischen Intro, das man sich vorher ausgedacht hat. Humor kommt immer gut. Aber das sind Basics.

Umso interessanter ist der Tipp, in möglichst viele Meetings zu gehen. Das kann zwar dazu führen, dass man als Trainee auch gleich das Protokoll führen darf, sollte Sie aber nicht abhalten. Denn an kaum einem anderen Ort kann so schnell so viele Informationen über das Unternehmen, interne Strukturen und vielleicht auch die Abteilungsgräben kennenlernen, wie im Meeting. Nutzen Sie das also aus und bieten Sie sich an, wo es geht.

Ganz wichtig natürlich: Was im Meeting vertraulich besprochen wurde, bleibt vertraulich. Hüten Sie sich davor, Ihr Herrschaftswissen an geeigneter Stelle zu nutzen, um in der illustren Runde zu trumpfen oder Kollegen zu beeindrucken. Sie in solche Meetings mitzunehmen ist der Lackmustest Ihrer Vertrauenswürdigkeit. Und je vertrauenswürdiger Sie sind, desto mehr empfehlen Sie sich für höhere Positionen. Wer dagegen tratscht, muss mit negativen Konsequenzen rechnen – von Ermahnung bis Abmahnung.

Und dann noch das Thema Kritik: Gerade als Anfänger wird man nicht nur mit allerlei Ratschlägen geprügelt, sondern muss zuweilen auch viel Kritik einstecken. Hoffentlich konstruktive. Auch wenn einem dies manchmal ungerecht oder ungerechtfertigt vorkommt: Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen, aber insbesondere am Anfang empfiehlt sich, das Feedback nach außen ernst zu nehmen und zumindest zu signalisieren, dass Sie an sich und dem Problem arbeiten wollen. Ja, das ist teilweise Taktik, aber eine die sich langfristig auszahlt.

Kurzum: Wer sich für einen Einstieg als Trainee interessiert, findet hier einen ersten groben Überblick, alle wichtigen Standards. Wirkliche Inspiration oder originelle Insidertipps sucht der Leser indes vergebens.

Buch zu gewinnen

Unter allen Kommentatoren verlosen wir unser Rezensions-Expemplar. Alles, was Sie dazu tun müssen, ist hier einen Kommentar zu hinterlassen und erzählen, warum Sie sich für eine Trainee-Stelle interessieren. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 5. September 18 Uhr. Der Gewinner wird von uns per Mail benachritigt, es entstehen für Sie keinerlei Kosten.