Vorstellungsgespräch beenden-Bewerber
Das wäre geschafft: Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen, auf typische Fragen fielen einem perfekte Antworten ein, der Dialog sprühte vor Engagement und Motivation, und es gelang subtil herauszustreichen, warum das zugleich auch eine einmalige Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung für die offene Position einzustellen... Doch dann kommt der Schluss - und damit die Chance für einen folgenreichen Patzer...

Tipps, wie Sie das Vorstellungsgespräch beenden

Vorstellungsgespräch beenden: Abschied und HandschlagDas Beste kommt zum Schluss - oder auch nicht. Nicht wenige Bewerber reden sich am Ende des Jobinterviews um Kopf und Karriere. Oft sind das überschüssige Adrenalin und die Nervosität schuld, dass man mehr ausplaudert, als einem lieb ist. Klassische Fauxpas' sind:

Da bin ich aber froh, dass wenigstens Sie mich eingeladen haben...
(Ups, Resterampe!)

Wie stehen meine Chancen denn jetzt so?
(Ach, doch ein Bittsteller statt Must-Have?)

Richtig gemein fand ich ja die Frage zu ... Ein Glück habe ich mich darauf mit dem Buch XY gut vorbereitet!
(Ja, so unauthentisch klang das auch!)

Auch wenn das Herz noch immer bis zum Hals pocht und Sie am liebsten ins Plaudern kommen wollen: Tun Sie es nicht! Bleiben Sie bis zur letzten Minute Profi.

Bekräftigen Sie lieber noch einmal Ihren Wunsch für das Unternehmen zu arbeiten. Oder bedanken Sie sich für das gute Gespräch und die angenehme Atmosphäre.

Verabschiedung: Themen die am Ende noch angesprochen werden sollten

Falls es im Vorstellungsgespräch bisher nicht zur Sprache kam, sollten Sie jetzt eher klären, wie es weitergeht, wie lange der Auswahlprozess dauert und wann mit einer Antwort zu rechnen ist.

Fragen, die Sie am Ende des Vorstellungsgesprächs stellen können und sollten, sind dagegen:

Was wären die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess?

Wann kann ich denn frühestens mit einer Antwort von Ihnen rechnen?

Mit wem von Ihnen kann ich in Kontakt bleiben oder bei eventuellen Rückfragen auf Sie zukommen?

Setzen Sie Ihren Gesprächspartner aber bitte nie unter Druck. Als Faustregel gilt:

Frühestens zwei Wochen nach dem Jobinterview dürfen Sie sich gerne wieder telefonisch erkundigen, ob es schon eine Entscheidung gibt. Mancher Ausleseprozess dauert allerdings etwas länger.

Das kann an der internen Bürokratie liegen oder daran, dass ein Entscheidungsträger krank ist. In diesem Fall: Bitte nicht allzu forsch auftreten oder gar nerven. Mit Verständnis und Freundlichkeit kommt man hier meist schneller zum Ziel.

Keine-Antwort-nach-Bewerbung-Gruende-Grafik

Sind die Fragen zum weiteren Procedere geklärt, sollten Sie sich unbedingt noch einmal offiziell verabschieden - mit Augenkontakt, festem (!) Händedruck und einem Dank.

Es ist auch nicht übertrieben, wenn Sie sich auf dem Weg nach draußen ebenfalls noch von Assistenten, Empfangskräften oder dem Pförtner höflich verabschieden. Die freuen sich auch darüber und finden vielleicht später entsprechend freundliche Worte für den ausnehmend sympathischen Bewerber mit Kinderstube...

Was Sie in der Zwischenzeit auch tun können:

DankeSchicken Sie ein Dankschreiben In Deutschland ist das zwar noch die Ausnahme, umso mehr hebt Sie ein solcher Brief oder auch eine E-Mail aber von der Masse ab und bietet die Chance, Schiefgelaufenes gerade zu rücken:

  • Betonen Sie darin, dass Sie das Gespräch positiv fanden und es Ihren Wunsch verstärkt hat, für dieses Unternehmen zu arbeiten.
  • Wiederholen Sie maximal zwei Erkenntnisse des Jobinterviews und beantworten Sie offen gebliebene Fragen.
  • Danken Sie für die Zeit und Aufmerksamkeit (falls Sie gemeinsam Essen waren auch dafür), und freuen Sie sich auf eine baldige Antwort. Das alles sollte nicht länger als eine halbe Seite sein.

PS: Hören Sie nicht auf, nach einem Job zu suchen

Selbst wenn das Bewerbungsgespräch bei Ihrem absoluten Wunscharbeitgeber stattfand: Hören Sie sich weiter um! Alles auf eine Karte zu setzen, wäre töricht. Auch nach einem (aus Ihrer Sicht) erfolgreichen Vorstellungsgespräch, sollten Sie weiterhin Einladungen zu Jobinterviews wahrnehmen und sich weiter bewerben.

  • Erstens, weil Sie so die Initiative behalten.
  • Zweitens, weil Sie Ihre Chancen auf einen Job erhöhen.

Manchmal schicken Unternehmen nicht einmal eine Absage. In diesem Fall sollten Sie nachhaken, Motto:

Ich bin noch immer an der Position interessiert, wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen? Ich spreche allerdings auch mit anderen interessierten Unternehmen und muss mich hier ebenfalls bald entscheiden.

All das verbessert Ihre Marktposition zusätzlich - vorausgesetzt, Sie bleiben dabei respektvoll, professionell und authentisch.

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