E-Mail-Bewerbung: 10 Tipps, wie Sie diese schreiben

Mehr als jede zweite offene Stelle wird heute via Internet besetzt. Unternehmen wie Audi, Bayer, Commerzbank oder Daimler akzeptieren nur noch Online-Bewerbungen und keine Bewerbung auf Papier mehr. Zu der digitalen Bewerbung gehört auch die E-Mail-Bewerbung. Diese professionell und überzeugend zu formulieren, ist allerdings eine kleine Kunst. Deshalb haben wir die besten Tipps dafür zusammengestellt: Wie Bewerber eine E-Mail-Bewerbung verfassen und auf welche Stolpersteine Sie achten müssen…

E-Mail-Bewerbung: 10 Tipps, wie Sie diese schreiben

Anzeige

E-Mail-Bewerbung oder Online-Bewerbung?

Tatsächlich werden beide Begriffe häufig synonym verwendet, meinen aber zwei unterschiedliche Varianten der digitalen Bewerbung:

Die Online-Bewerbung

…bezeichnet eine Form, bei der in der Regel eine Bewerbung über ein Online-Formular auf der Website des Unternehmens eingereicht werden muss. Die Bewerber müssen bei der Online-Bewerbung meist einzelne Formularfelder der Reihe nach ausfüllen und teils zusätzlich PDF-Dokumente hochladen.

Die E-Mail-Bewerbung

…ist der klassischen Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen wesentlich ähnlicher – mit dem Unterschied, dass die Dokumente per Mail und mit nur einem PDF-Anhang auf elektronischem Weg versendet werden.

Beide Varianten haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile, verlangen dem Bewerber aber auch eine unterschiedliche Vorbereitung ab. Für beide Bewerbungsformen geben wir Ihnen auf Karrierebibel.de detaillierte Tipps und Empfehlungen. In diesem Artikel geht es ausschließlich um die E-Mail-Bewerbung.

Anzeige

Die Tücken der E-Mail-Bewerbung

Zunächst bietet die E-Mail-Bewerbung zahlreiche Vorteile:

  • Bewerber können mit relativ wenig Aufwand viele Bewerbungen erstellen und verschicken.
  • Die E-Mail-Bewerbung ist schneller und günstiger (kein Porto) als jeder Versand per Post.
  • Zudem müssen Bewerber hierfür keine teuren Mappen kaufen und Papier ausdrucken (umweltfreundlich!).
  • E-Mail-Bewerbungen können im Unternehmen schnell und unkompliziert per Mail an zuständige Personaler oder Abteilungsleiter weitergeleitet werden.

Die E-Mail-Bewerbung, so praktisch sie auch ist, hat aber auch ein paar Tücken.

Der Gesamteindruck muss stimmen

Blindgänger sind zum Beispiel alle Bewerbungsschreiben, die an anonyme Postfächer vom Typ „info@firma.de“ verschickt werden. Die erreichen oft die falschen Personaler oder mutieren zu Irrläufern. Profis recherchieren deshalb vorher die Mail-Adresse des verantwortlichen Ansprechpartners in der Personalabteilung (zur Not per Telefon) und mailen diesen direkt an.

Ansonsten gilt für die E-Mail-Bewerbung dasselbe wie für jeden klassischen Brief: Formulieren Sie stets sorgfältig, ohne Tippfehler, und achten Sie auf einen guten Erst- beziehungsweise Gesamteindruck.

Hintergründe recherchieren

Bevor Sie mit der E-Mail-Bewerbung loslegen, sollten Sie ebenfalls alle relevanten Informationen über das Zielunternehmen und den anvisierten Job recherchieren, zum Beispiel auf der Firmenhomepage, auf dem Karriere-Blog des Arbeitgebers (falls es das gibt) oder auf der Karriereseite auf Facebook.

Sollten dabei wichtige Fragen entstehen oder offen bleiben, dürfen Sie ruhig in der Personalabteilung anrufen und nachfragen. Allerdings bitte nur gezielt, knapp und konkret. Das zeichnet Sie als zielstrebig aus. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich nach dem richtigen Ansprechpartner und dessen E-Mail-Adresse fragen…

Online Bewerbungs-Editor: Bewerbung im Browser erstellen

Ein professioneller Lebenslauf, den Sie auch im Internet nutzen, ist heute für viele Bewerber selbstverständlich. Er ist das Kernstück der sogenannten passiven Jobsuche – einer modernen Bewerbungsstrategie, die sich den steigenden Fachkräftemängel zunutze macht (siehe: Active Sourcing). Einen solchen Lebenslauf können Bewerber auf ihrer Bewerbungshomepage ebenso nutzen wie in sogenannten Bewerberdatenbanken.

Um Ihnen das Erstellen der Bewerbungsunterlagen zu erleichtern, finden Sie bei uns zahlreiche kostenlose Bewerbungsmuster sowie online einen Lebenslauf-Editor oder Generator für das Anschreiben in der Bewerbung. Beide sind 100 Prozent kostenlos. Probieren Sie es aus!


Anzeige

Tipps für die E-Mail-Bewerbung

Tatsächlich zählt die E-Mail-Bewerbung aktuell zu einer der beliebtesten. Laut einer Umfrage unter rund 1100 Fach- und Führungskräften mit Personalverantwortung geben ihr 58,9 Prozent der Befragten den Vorzug. Die klassische Bewerbungsmappe landete mit 21,2 Prozent aber immer noch auf dem zweiten Platz.

Gleichzeitig bietet Ihnen die E-Mail-Bewerbung zwei Bewerbungswege:

  1. Bewerbung auf Stellenanzeige
    Sie reagieren damit auf eine Stellenanzeige in einer Online-Jobbörse, in der Sie aufgefordert werden, Ihre Bewerbung per E-Mail einzureichen. Also der klassische Weg.
  2. Initiativbewerbung
    Sie verschicken eine Initiativbewerbung – nur eben per E-Mail. In dem Fall sollten Sie erst recht die Mail-Adresse des relevanten Personalers oder Abteilungsleiters recherchieren (per Telefon oder Karriereseite). Initiativ-Mails an irgendwen im Unternehmen landen zu 99 Prozent im elektronischen Mülleimer.

Egal, welche Variante Sie wählen: In beiden Fällen der E-Mail-Bewerbung sollten Sie folgende Tipps & Tricks anwenden.

E-Mail-Bewerbung Checkliste Aufbau Muster

Betreff

Insbesondere bei der E-Mail-Bewerbungen kommt der Betreffzeile besondere Bedeutung zu. Sie ist das Entree zur Ihrer Bewerbung und vermittelt gleich einen ersten (und wichtigen) Eindruck beim Arbeitgeber, bevor der die E-Mail überhaupt geöffnet hat.

Falls Sie sich auf eine konkrete Stellenanzeige bewerben, sollte der Betreff das Wort „Bewerbung“; den Job, auf den Sie sich bewerben sowie (falls vorhanden) die Kennziffer der Stellenanzeige enthalten. Das erleichtert der Personalabteilung, Ihre Bewerbung zuzuordnen. Bei sogenannten Blindbewerbungen sollte ebenfalls der Begriff „Bewerbung“ fallen, gefolgt von einer persönlichen Anrede und einem Slogan.

Keywords

Reizwörter erhöhen die Chance, Interesse zu wecken und gelesen zu werden. Also nicht „Bewerbung für einen Job“ – das wäre zu beliebig, sondern konkret: „Meine Bewerbung als Vertriebsleiter / Ihre Anzeige“.

Sprache

Auch wenn es sich um eine E-Mail handelt – ein lockerer Jargon ist generell tabu. Halten Sie alle nötigen Formalismen ein: Anrede, Grußformel, Name, Signatur, … Achten Sie überdies auf Sonderzeichen (€ statt Euro oder % statt Prozent) und Umlaute. Je nach Empfangssoftware werden diese nicht richtig angezeigt, was zu Verwirrungen führen kann. Daher Sonderzeichen besser ausschreiben.

Anschreiben

Auch hierbei gibt es zwei Varianten: Sie kopieren Sie das Anschreiben direkt in die E-Mail, das bedeutet einen Klick weniger für den Personaler. Oder sie packen das Anschreiben zum PDF mit Lebenslauf und Zeugnissen. Dann müssten Sie aber noch zusätzlich ein kurzes Begleitschreiben mit einem Begleitsatz in der E-Mail-Bewerbung formulieren. Zum Beispiel so:

Sehr geehrte(r) Frau/Herr ______,

anbei erhalten Sie meine Bewerbung für Ihre ausgeschriebene Stelle als Key Account Manager. Warum ich die Stelle optimal ausfüllen kann und Ihrem Unternehmen durch meine Erfahrung im Vertrieb und der Kundenbetreuung zahlreiche Vorteile biete, entnehmen Sie bitte meinen ausführlichen und angehängten Bewerbungsunterlagen.

Ich freue mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch.

Mit besten Grüßen

Noch mehr Tipps für diese Variante finden Sie HIER. Die weiteren Unterlagen (Lebenslauf, Dritte Seite, Zeugnisse, …) fassen Sie in einem PDF zusammen und hängen dieses der Mail an.

Achtung: Die E-Mail (inklusive Anhang) sollte später den Gesamtumfang von 5 MB nicht überschreiten. Ist die Mail zu groß, scheitert sie womöglich an der Firewall des Arbeitgebers oder landet im SPAM-Ordner. Bitte auch keine ZIP-Dateien versenden – die kann nicht jeder Personaler entpacken.

PDF zusammenfügen: Dokumente in einer Datei speichern

Da Sie der E-Mail-Bewerbung Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen in EINEM PDF-Dokument anfügen, müssen Sie diese in der Regel zuvor in einer Sammeldatei als PDF zusammenfassen. Im Internet gibt es dafür heute einige kostenlose Online-Tools, wie zum Beispiel SmallPDF oder PDFJoin. Wer einen Apple-Rechner besitzt kann das bereits mit Bordmitteln und einem simplen Trick. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie HIER.

Wichtig ist, dass Sie die PDF-Datei anschließend eindeutig benennen, damit sie eindeutig zugeordnet werden kann, wenn der Personaler diese herunterlädt. Bewährt haben sich Dateinamen nach dem Muster: „Bewerbung-Stelle-Max-Mustermann.pdf“.

Obacht: In jedem PDF stecken sogenannte Metadaten! Diese können Informationen enthalten, die den Bewerber diskreditieren. Etwa, dass Erstell-Datum des PDFs, das verrät: „Diese Bewerbung ist schon älter und sehr wahrscheinlich nicht (nur) für dieses Unternehmen erstellt worden.“ Peinlich. Auch wer das PDF erzeugt hat und mit welchem Programm, wird hier oft offenbart. Um den professionellen Eindruck zu behalten, empfehlen wir, die Metadaten vorab zu editieren – zum Beispiel mit dem Gratis-Tool BeCyPDFMetaEdit.

Anlagen

Reihenfolge-Unterlagen-Email-Bewerbung

Wenn Sie angefügte Unterlagen ankündigen, vergewissern Sie sich unbedingt vor dem Abschicken der eMail, dass diese auch wirklich vom E-Mail-Programm hochgeladen wurden. Leider kommt es immer wieder vor, dass der Anhang vergessen wird. Ein vergessener Anhang wirkt wie eine erste Schlampigkeit und wirft kein gutes Licht auf die Qualität Ihrer Arbeit.

Anschreiben und Lebenslauf unterschreiben?

Auch bei der E-Mail-Bewerbung gilt: Der (im PDF eingescannte) Lebenslauf muss unterschrieben werden. Das Anschreiben – wenn sie es dem PDF hinzufügen – sollte ebenfalls eine Unterschrift enthalten. Das wirkt authentischer und aufrichtiger: Sie bestätigen damit die Wahrhaftigkeit der gemachten Angaben mit Ihrem Namen.

Gestaltung

Halten Sie sich mit Formatierungs-Brimborium zurück. Ständig wechselnde Schriftarten (Fonts, fett, kursiv) oder Hintergründe sehen nicht interessant, sondern kitschig, verspielt und unseriös aus. Schlichte Eleganz kommt besser an. Weniger ist hier mehr.

Signatur

Die E-Mail sollte mit einer Signatur enden, die Ihren vollständigen Namen, Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer und vielleicht auch einen Link zu Ihrer Homepage, Ihrem Blog oder zu einem Online-Profil enthält. Und bitte verschicken Sie jede E-Mail-Bewerbung einzeln und individuell. Serienmails sind ein absolutes No-Go.

Auf Einheitlichkeit achten

Achten Sie bitte darauf, in allen PDF-Dokumenten und Ihrer Signatur stets dieselben Adressen und Kontaktdaten zu verwenden. Nicht nur, weil das professioneller und wie aus einem Guss aussieht, sondern weil hier Unterschiede den Verdacht schüren, die einzelnen Bestandteile könnten aus unterschiedlichen Bewerbungsphasen zusammengepuzzelt sein. Sprich: Es handelt sich um eine Massenmail, nichts Individuelles. Und der Eindruck führt schnell ins Aus.


Anzeige

Checkliste E-Mail-Bewerbung: Vor dem Abschicken darauf achten

Wie gewohnt können Sie die folgende Checkliste auch gratis herunterladen – als kostenlose PDF-Checkliste. Hier finden Sie die wichtigsten Punkte:

  • Nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse die aus Ihrem Namen und – wenn nötig – einem Zusatz besteht.
  • Ermitteln Sie den direkten Ansprechpartner für Ihre E-Mail-Bewerbung – per Stellenanzeige, Telefon oder auf der Karriereseite des Unternehmens.
  • Formulieren Sie Ihren Betreff klar und präzise. Wenn Sie ihn offensiv und selbstbewusst formulieren, muss sich dieser Stil durch die gesamte Bewerbung ziehen – und zu Ihnen passen.
  • Verzichten Sie auf komplizierte HTML-Formatierungen. Diese können zwar optisch ansprechend sein, werden jedoch nicht in allen Unternehmen zugelassen und können – je nach E-Mail-Client – zu Darstellungsproblemen führen.
  • Verwenden Sie in der E-Mail idealerweise die gleiche Schriftart wie in Ihrer Bewerbung. Mancher Personaler achtet auch auf solche Kleinigkeiten. Da sich die Type in Mails allerdings weniger beeinflussen lässt, sollte die der PDF-Dokumente angepasst werden.
  • Stellen Sie sicher, dass die Stellenbeschreibung im Betreff der E-Mail und im angehängten Anschreiben auf jeden Fall identisch sind. Abweichungen wirken schlampig.
  • Da manche Unternehmen E-Mail-Bewerbungen automatisch vorsortieren sollten Sie sicherstellen, dass Sie in der Mail und im Betreff alle wichtigsten Schlagworte verwendet wurden.
  • Sollte vom Unternehmen nichts anderes gewünscht werden, sollten alle Bewerbungsunterlagen in einer einzigen PDF-Datei kombiniert werden.
  • Das Bewerbungsfoto befindet sich bei der E-Mail-Bewerbung im Lebenslauf. Ein Deckblatt ist – im PDF-Anhang – zwar möglich, jedoch nicht nötig.
  • Die mitgeschickten Zeugnisse und Nachweise sollten mit Bedacht und passend zur Stelle ausgewählt werden. Zu viele Dokumente erschweren Personalern die Arbeit und reduzieren Ihre Bewerbungschancen.
  • Wenn Sie ein eigenes Blog betreiben, sollten die Formulierungen und der Stil Ihrer Bewerbung zu Ihrem Online-Auftritt passen. Das ist zwar nicht spezifisch für die E-Mail-Bewerbung, es gilt aber einen möglichst stimmigen Gesamteindruck zu erzeugen.
  • Für die Bewerbung relevante Online-Auftritte und -Profile können und sollten Sie in Ihrer E-Mail-Signatur verlinken. Beschränken Sie sich dabei aber auf jene Profile, die Sie aktuell für Jobsuche und Personal Branding nutzen und aktualisieren Sie diese alle noch vor dem Mail-Versand.
  • Eine Lese- und Empfangsbestätigung gibt Ihnen zwar Sicherheit und ein erstes Feedback, kann den Empfänger aber auch nerven. Überlegen Sie sich daher bitte, ob Sie auf diese nicht verzichten. Lieber eine Woche später telefonisch nachfragen, ob die Mail angekommen ist.

E-Mail-Bewerbung ausdrucken und mitnehmen

Auch bei der E-Mail-Bewerbung ist es klug, sich alle abgeschickten Unterlagen noch einmal gesondert auszudrucken und in eine Mappe für das Vorstellungsgespräch zu packen.

Da Sie Ihr Anschreiben jedes Mal individuell formulieren (sollten), können Sie sich vielleicht später nicht mehr an alle Details für dieses oder jenes Unternehmen erinnern. Die Ausdrucke dienen Ihnen also als Gedächtnisstütze. Wäre blöd und peinlich, wenn Sie am Ende Formulierungen durcheinander bringen, weil Sie sich parallel auf mehrere Stellen beworben haben.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Bewertung: 4,99/5 - 8655 Bewertungen.

Aktuelle Videos

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite