Warum fragen Personaler nach Stärken und Schwächen?
„Was sind Ihre größten Stärken und Schwächen?“ – Solche Fragen kommen in nahezu jedem Vorstellungsgespräch. Viele Bewerber halten sie für nicht mehr zeitgemäß, doch das ist falsch. Tatsächlich geht es dabei nur vordergründig um Talente oder Defizite. Viel wichtiger sind Personalern die Subbotschaften, die in den Antworten stecken:
- Wie ehrlich ist Ihre Selbstreflexion?
- Wie realistisch Ihre Selbsteinschätzung?
- Wie reagieren Sie in stressigen Situationen?
- Wie souverän bleiben Sie, wenn es unangenehm wird?
- Wie gut haben Sie sich auf das Gespräch und den Arbeitgeber vorbereitet?
Mit der Frage nach den Stärken und Schwächen wollen Personalverantwortliche einen Blick hinter die Fassade werfen und einen möglichst ungeschminkten Einblick in Ihre Persönlichkeit gewinnen. Das ist legitim und immer zeitgemäß. Wollen Sie überzeugen, müssen Sie bei den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch deshalb stets ehrlich, authentisch und konstruktiv antworten. Und das lässt sich wunderbar vorbereiten…
Wie fragen Personaler noch nach Stärken und Schwächen?
Weil die Frage nach den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch ebenso bekannt wie unbeliebt ist, verstecken Personaler die Frage heute häufiger und tarnen sie hinter modernen Formulierungen. Hellhörig sollten Sie werden, wenn Stärken und Schwächen indirekt abgefragt werden – zum Beispiel so:
- Was würde Ihr ehemaliger Chef Positives über Sie erzählen?
- Welche Eigenschaften schätzen Ihre Freunde an Ihnen besonders?
- Auf einer Skala von 1-10: Wie zielstrebig sind Sie?
- Was machen Sie besser als andere Bewerber?
- In welchen Situationen fühlen Sie sich unwohl?
- Was könnten Kollegen Negatives über Sie sagen?
- Welche Eigenschaft an sich würden Sie gerne ändern?
- Mit welchen Aufgaben haben Sie die größten Probleme?
Alternative Fragen nach Stärken
Alternative Fragen nach Schwächen
Wie kann ich mich auf die Frage nach den Stärken und Schwächen vorbereiten?
Eine gründliche Vorstellungsgespräch Vorbereitung macht bereits 60 Prozent des Erfolgs aus. Damit Sie bei den typischen Fragen zu den eigenen Fähigkeiten oder Schwachstellen nicht ins Stocken geraten, sollten Sie diese stets in fünf Schritten vorbereiten:
Schritt 1: Selbstreflexion praktizieren
Der erste und wichtigste Schritt ist ehrliche Selbstreflexion: Nehmen Sie sich Zeit und fragen Sie sich: Was kann ich wirklich gut? Was fällt mir immer leichter als anderen? Und: Was liegt mir so gar nicht? Wobei habe ich immer wieder Probleme? Dabei ist es wichtig, dass Sie zu Ihren Schwächen stehen und Ihre Stärken nicht beschönigen. Nur wenn Sie bei beiden Punkten ehrlich und authentisch bleiben, können Sie Personalverantwortliche später im Jobinterview überzeugen.
Schritt 2: Auswahl treffen
Stellen Personaler die Fragen nach den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch, wollen sie keine Liste hören, sondern eine gezielte Auswahl von maximal zwei Schwächen und drei Stärken. Mehr Beispiele verwässern nur deren Aussagekraft oder wirken sogar negativ. Während die Schwächen auf keinen Fall jobkritisch sein dürfen (z.B. mangelhafte Rechtschreibung als Pressesprecher), müssen die Stärken unbedingt hohe Relevanz für die angestrebte Stelle und einen Bezug zu den Aufgaben haben.
Schritt 3: Beispiele finden
Listen Sie Ihre Stärken und Schwächen nicht einfach auf. Behaupten lässt sich Vieles. Wirklich glaubwürdig, überzeugend und nachvollziehbar werden Ihre Stärken erst, wenn Sie diese mit konkreten Beispielen aus der Praxis belegen. Beschreiben Sie unbedingt, wie Sie diese Eigenschaften bereits in früheren Jobs, Hobbys oder Ehrenämtern erfolgreich eingesetzt haben. Umgekehrt sollten die Schwächen-Beispiele stets selbstbewusst, konstruktiv und nie nach einer Rechtfertigung klingen.
Schritt 4: Floskeln vermeiden
Vermeiden Sie unbedingt Worthülsen und Standardantworten vom Typ: „Meine größte Schwäche ist Schokolade.“ Ebenso tabu sind Antworten, bei denen Sie eine Schwäche als Stärke umformulieren. Die Masche zieht bei Personalern schon lange nicht mehr. Ebenso wenig sollten Sie bei den Stärken zu kräftig auf den Putz hauen. Das wirkt schnell überheblich oder unglaubwürdig. Fokussieren Sie sich allein auf jene Talente, die Sie wirklich besitzen und die für die Stelle relevant sind.
Schritt 5: Fokussiert bleiben
Ihre Stärken und Schwächen müssen stets auf den Job fokussiert bleiben. Wenn Sie sich z.B. auf einen Bürojob bewerben, ist es irrelevant, dass Sie handwerklich ungeschickt sind. Das mag eine Schwäche sein, hat im Gespräch aber keine Bedeutung. Gleichzeitig sollten Sie mit Ihren Antworten Ihre Ernsthaftigkeit betonen. Humor ist zwar erlaubt – bei diesen Fragen aber eher kontraproduktiv.
Generell gehören die Fragen zu den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch zu den sogenannten Stressfragen. Sie punkten also schon dadurch, dass Sie ruhig bleiben und weiterhin selbstsicher auftreten. Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern oder zum Plaudern verführen. Bleiben Sie immer sachlich, konzentriert, klar und präzise bei Ihren Antworten.
Beispiele: Was sind überzeugende Stärken?
- „Ich bin hochmotiviert und arbeite selbstständig.“
- „Ich übernehme gerne mehr Verantwortung.“
- „Ich bin sehr strukturiert und selbstorganisiert.“
- „Ich arbeite stets gewissenhaft und zuverlässig.“
- „Ich bin belastbar und leiste unter Stress gute Arbeit.“
- „Ich liebe Herausforderungen und bin offen für Neues.“
- „Ich bin grundsätzlich flexibel – auch bei den Arbeitszeiten.“
- „Ich arbeite gerne im Team und kann mich gut anpassen.“
- „Ich besitze eine schnelle Auffassungsgabe und lerne gerne dazu.“
- „Ich bin leider kein Morgenmensch.“
- „Bisweilen bin ich zu detailverliebt.“
- „Ich möchte es oft allen recht machen.“
- „Manchmal reagiere ich zu zurückhaltend.“
- „Es fällt mir teilweise schwer, spontan zu sein.“
- „Ich habe so viele Ideen, dass ich teils den roten Faden verliere.“
- „Wenn ich vor vielen Menschen reden muss, fühle ich mich unsicher.“
- „Ich bin nicht immer so kreativ, wie ich gerne wäre.“
- „Es kommt vor, dass ich zu viel rede.“
Beispiele: Was sind gute und sympathische Schwächen?
Stärken und Schwächen: Liste mit Beispielen
Bei der Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen fällt Ihnen nichts ein? In unserer Liste finden Sie als Anregungen mehrere Beispiele für sympathische Stärken und Schwächen – in alphabetischer Reihenfolge:
- analytisch, ausdauernd
- beharrlich, belastbar
- charmant, couragiert
- dankbar, diszipliniert
- effizient, engagiert
- fokussiert, flexibel
- genau, gewissenhaft
- hilfsbereit, humorvoll
- innovativ, integer
- kooperativ, kreativ
- lernbereit, loyal
- methodisch, motiviert
- neugierig, niveauvoll
- objektiv, organisiert
- präzise, proaktiv
- reflektiert, resilient
- sorgfältig, strukturiert
- teamfähig, tatkräftig
- umsichtig, unkompliziert
Stärken
- albern
- bedächtig
- chaotisch
- dickköpfig
- eitel
- frustriert
- hektisch
- impulsiv
- kontrollierend
- launisch
- naiv
- oberflächlich
- perfektionistisch
- rechthaberisch
- sprunghaft
- trotzig
- unentschlossen
- vergesslich
- zögerlich
Schächen
Eine weitere Liste mit Stärken und Schwächen finden Sie zum Beispiel in diesem kostenlosen PDF.
Was ist die beste Methode, um meine Stärken zu nennen?
Die beste Methode, um Ihre Stärken im Vorstellungsgespräch zu erwähnen, ist die schon vielfach bewährte STAR-Methode. Sie hilft dabei, ihr Verhalten in bestimmten Situationen überzeugend zu begründen und zugleich klar strukturierte Antworten zu geben. Das Akronym „STAR“ setzt sich aus den vier Schritten dieser einfachen Methode zusammen:
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Situation (Situation)
Definition: Welche Situation haben Sie vorgefunden, die es zu meistern galt?
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Task (Aufgabe)
Analyse: Was war Ihre spezifische Aufgabe, Rolle oder Verantwortung dabei?
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Action (Handlung)
Beispiel: Was haben Sie unternommen, um das Problem, die Herausforderung zu lösen?
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Result (Ergebnis)
Bewertung: Welches Ergebnis haben Sie damit erzielt? Was haben Sie daraus gelernt?
Dabei geht es jedoch nie darum, die „einzig richtigen“ Antworten zu geben. Vielmehr kommt es darauf an, dass Ihre Antworten glaubwürdig und nachvollziehbar bleiben. Sie müssen nicht der beste, klügste und perfekteste Bewerber sein: Kandidaten punkten bei der Frage nach den Stärken vor allem durch passende Beispiele und einen erkennbaren Unternehmensbezug.
Was ist die beste Methode, um meine Schwächen zu nennen?
Lassen Sie sich von der Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch niemals einschüchtern! Mit der richtigen Strategie können Sie darauf nicht nur souverän antworten – Sie sammeln auch noch ein paar Extrapunkte. Wir empfehlen hierfür schon seit Jahren eine 3-teilige Antwort-Formel nach folgendem Muster „Schwäche – Aktion – Veränderung“:
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Situation schildern
Nennen Sie zuerst ehrlich und authentisch eine oder maximal zwei sympathische Schwächen, etwa: „Deshalb neige ich, mich vor größeren Gruppen oder in Meetings unsicher zu fühlen.“
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Gegenmaßnahme nennen
Anschließend erwähnen Sie sofort eine Aktion, mit der Sie bereits an dieser Schwäche arbeiten, zum Beispiel: „Um selbstsicherer zu werden, habe ich vor 3 Wochen einen Rednerkurs bei einem namhaften Coach belegt.“
-
Entwicklung zeigen
Im dritten Schritt sollten Sie eine erste positive Veränderung nennen, die die Schwäche zu einem Erfolg macht, etwa: „Das hat bereits dazu geführt, dass ich mich häufiger zu Wort melde.“
Wichtig ist, dass Sie auch hierbei keine Dinge erfinden, sondern ruhig 1-2 echte Schwächen ehrlich zugeben und zeigen, dass und wie Sie damit reflektiert und konstruktiv umgehen. Eine Liste mit besonders sympathischen Schwächen finden Sie in unserem Fachartikel dazu.
Perfekt aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten!
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Stärken und Schwächen Beispiele für Antworten
Wie Sie gute Antworten im Vorstellungsgespräch formulieren können, zeigen die folgenden Beispiele. Diese sollten Sie aber bitte immer nochmal individuell anpassen und nicht auswendig aufsagen:
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Belastbarkeit
„Ich kann besonders gut unter Zeitdruck und Stress arbeiten. Als zum Beispiel in einem vergangenen Projekt die Deadline kurz bevorstand, hat mich das eher noch zu besseren Leistungen und Überstunden angetrieben, damit das Ergebnis wirklich alle vom Hocker haut.“
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Kommunikation
„Zu meinen größten Stärken zähle ich mich Kommunikationstalent. Mein diesbezügliches Talent kam mir bereits im Vertrieb zugute: Durch Empathie und Überzeugungskraft habe ich so manchen Kunden zurückgewinnen können, der schon auf dem Sprung zur Konkurrenz war. Aus diesen Gesprächen habe ich wichtige Fragetechniken gelernt, die ich jetzt für Sie im Qualitätsmanagement einsetzen kann.“
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Durchhaltevermögen
„In einer kritischen Projektphase gebe ich so schnell nicht auf. Ich bin überzeugt, dass es für jedes Problem eine passende Lösung gibt. Ich suche solange danach, bis ich diese gefunden habe. So konnte ich bei zum Beispiel einem früheren Projekt den entscheidenden Fehler im Prozessablauf finden. Das verhinderte eine Fehlproduktion mit Kosten in sechsstelligen Bereich.“
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Organisationstalent
„Ich behalte gerne den Überblick und liebe es, mich selbst zu organisieren. Schon im Studium habe ich Lernpläne für mich und meine Kommilitonen erstellt. In umfangreichen Projekten organisiere ich heute die Kommunikation zwischen Kunden und allen Beteiligten und achte auf die nötige Planung aller Teilschritte. An meinem letzten großen Projekt waren 45 Mitarbeiter aus 5 Abteilungen beteiligt.“
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Direktheit
„Eine meiner Schwächen ist, dass ich manchmal zu direkt bin. Kollegen schätzen zwar meine Ehrlichkeit, mir fehlt es aber zuweilen noch an der richtigen, dosierten Diplomatie. Deshalb arbeite ich bewusst daran, meine Einschätzungen und Wortwahl sensibler zu formulieren, ohne an Klarheit zu verlieren.“
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Redeangst
„Vor größerem Publikum oder in Meetings zu sprechen, fällt mir nicht leicht. Präsentationen haben mich früher spürbar nervös gemacht. Deshalb habe ich begonnen, bewusst in kleineren Runden zu präsentieren und gezielt an meiner Redetechnik und Rhetorik zu arbeiten. Dadurch bin ich schon deutlich selbstsicherer geworden und merke, dass mir Auftritte zunehmend leichter fallen.“
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Detailverliebtheit
„Ich neige dazu, mich intensiv mit zu vielen Details zu beschäftigen. In einem Projekt hat das mal dazu geführt, dass ich den Terminplan aus dem Blick verloren habe. Seitdem arbeite ich mit klaren Meilensteinen, Listen und regelmäßigen Zwischenchecks, um den Überblick zu behalten. Das hat sich in den letzten Projekten sehr bewährt.“
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Englischkenntnisse
„Manchmal fehlen mir noch die englischen Fachvokabeln. Vor allem beim Business-Englisch habe ich noch ein paar Lücken. Damit meine Fremdsprachenkenntnisse jedoch besser werden, habe ich zusammen mit ein paar Freunden eine Gruppe gegründet, in der wir uns einmal pro Woche treffen, um nur Englisch zu sprechen und zu trainieren.“
Beispiele: Stärken im Vorstellungsgespräch formulieren
Beispiele: Schwächen im Vorstellungsgespräch formulieren
Liste: Gute Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch
Durch Ihre Vorbereitung haben Sie bereits ein gutes Bild von Ihren Stärken und Schwächen. Sollten Sie weiterhin unsicher sein, können Ihnen die folgenden Listen helfen, wichtige Stärken oder sympathische und gute Schwächen für das Bewerbungsgespräch zu identifizieren. Wählen Sie aber nicht bloß aus, was Ihnen gefällt. Sie müssen die Stärken und Schwächen wirklich besitzen und im Jobinterview als Ihre eigenen verkaufen können…
Übersicht geeigneter Stärken und Schwächen
- Teamfähigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Eigeninitiative
- Kreativität
- Zuverlässigkeit
- Ehrgeiz
- Belastbarkeit
- Organisationstalent
- Lernbereitschaft
- Neugier
- Kommunikationsfähigkeit
- Selbstdisziplin
- Durchhaltevermögen
- Überzeugungskraft
- Zielstrebigkeit
Stärken
- Wenig Berufserfahrung
- Nervosität vor Publikum
- Schlecht delegieren können
- Zu große Direktheit
- Ungern Telefonate führen
- Zu gutmütig sein
- Vergesslichkeit
- Schlechtes Namengedächtnis
- Sich zu viel auf einmal vornehmen
- Kein Orientierungssinn
- Unordentlich oder chaotisch sein
- Wenig Fremdsprachenkenntnisse
- Ausgeprägte Skepsis
- Gelegentliche Sturheit
- Nicht Nein sagen können
Schwächen
Welche Fehler muss ich bei den Stärken und Schwächen vermeiden?
Leider werden bei den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch immer wieder Fehler gemacht. Im schlimmsten Fall kosten diese den Job. Deshalb zeigen wir Ihnen noch häufige Fallstricke, die Sie unbedingt vermeiden sollten:
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Seelenstriptease
Reden Sie nicht zu ausführlich über Ihre Schwächen. Eine Schwäche zuzugeben, bedeutet nicht, dass Sie sich dabei gleich abwerten. Häufig ist es sinnvoll, dass Sie die genannten Schwächen zusätzlich durch einschränkende Adjektive relativieren, also z.B. ein „hin und wieder“, „gelegentlich“, „vereinzelt“, „stellenweise“ oder „manchmal“ voranstellen.
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Humor
Personaler erwarten auf die Frage nach den Stärken und Schwächen eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten oder Mängeln. Verzichten Sie daher bei diesem Thema auf Humor im Vorstellungsgespräch. Pseudo-witzige Kommentare vom Typ: „Können Sie die Frage wiederholen? Meine größte Schwäche ist, ich höre nicht immer gut zu“ wirken unprofessionell. Wirklich punkten können Sie nur, wenn Sie Ihre Stärken und Schwächen seriös und reflektiert beschreiben.
-
Unglaubwürdigkeit
Sagen Sie bitte niemals, Sie hätten keine Schwächen oder: „Dazu fällt mir nichts ein.“ Das beweist nur mangelhafte Vorbereitung oder fehlende Selbstreflexion. Umgekehrt sollten Sie mit Ihren Stärken nicht übertreiben oder Sie sich über den Klee loben. Glaubwürdigkeit und Authentizität haben bei Ihren Antworten immer oberste Priorität!
Klare Stärken zu nennen und eigene Schwächen zuzugeben, beweist übrigens nicht nur, dass Sie ein reflektierter Mensch sind, der an sich arbeitet und deshalb großes Potenzial mitbringt. Gleichzeitig wirkt im Vorstellungsgespräch der psychologische Pratfall-Effekt: Kleine Macken und Makel machen Menschen sofort nahbarer und sympathischer als eine scheinbar fehlerfreie Fassade.
Laut einer Harvard-Studie geben nur 23 Prozent der Bewerber echte Schwächen zu. Gleichzeitig stellen 80 Prozent der Personaler bevorzugt ehrliche Kandidaten ein. Forscher des University College in London fanden wiederum heraus: Wer im Bewerbungsgespräch selbstkritisch bleibt, steigert die Jobchancen um das Fünffache. Nennen Sie also im Vorstellungsgespräch selbstbewusst und selbstreflektiert Ihre Stärken und Schwächen. Sie steigern damit nur Ihre Bewerbungschancen…
Wie Stärken und Schwächen in der Bewerbung richtig darstellen?
Ihre Schwächen sind in den Bewerbungsunterlagen grundsätzlich nie ein Thema. Wenn überhaupt werden diese erst im Vorstellungsgespräch angesprochen. Die schriftliche Bewerbung dient allein dazu, Ihre Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale zu betonen.
Anders sieht es bei den Stärken aus. Diese können Sie sowohl im Bewerbungsschreiben wie im Lebenslauf erwähnen und betonen, jedoch unterschiedlich und mit anderen Schwerpunkten.
Wie meine Stärken im Anschreiben darstellen?
Im Bewerbungsanschreiben werden vor allem wichtige Soft Skills erwähnt. Wählen Sie hierfür zunächst 1-2 Kernstärken aus, die zur ausgeschriebenen Position passen und hierfür relevant sind. Anschließend beschreiben Sie diese indirekt mithilfe von Beispielen und Erfahrungen, etwa: „Meine analytische Stärke konnte ich in meiner letzten Position einsetzen, indem ich die Prozessabläufe optimierte und die Durchlaufzeiten um 15 Prozent reduzierte.“
Wie meine Stärken im Lebenslauf darstellen?
Der tabellarische Lebenslauf ist wiederum der Ort für Ihre wichtigsten Hard Skills und Qualifikationen. In diesem Dokument haben Sie gleich mehrere Stellen, um besondere Stärken zu betonen: in einem aussagekräftigen Kurzprofil gleich zu Beginn des CV – oder als Stichpunkten unter den jeweiligen Abschnitten und Positionen im Werdegang. Um diese aussagekräftiger zu machen, sollten Sie allerdings stets Zahlen, Level oder Kenntnisniveaus dazu angeben. Beispiel: „Projektmanagement (7 Jahre, internationale Erfahrungen)“.
Entscheidend ist aber auch in der schriftlichen Bewerbung immer ein klarer Bezug zur ausgeschriebenen Position sowie der konkrete Nutzen für das Unternehmen. Personalverantwortliche suchen keine perfekten Bewerber – sondern passende!
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