Ausbildung-Studium-Gehalt
Ausbildung oder Studium - es gibt viele Wege in einen Beruf zu finden. Vor Jahren war der Klassiker dazu die betriebliche Ausbildung. Inzwischen ist es eher das Studium. Immer mehr Schüler machen das Abitur (Frauen vor allem) und die meisten davon beginnen anschließend ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule. Aber lohnt sich das auch finanziell? Schließlich erhalten Azubis vom ersten Tag ihrer Ausbildung an ein (wenn auch kleines) Gehalt, Studenten dagegen müssen erst einmal in ihre Ausbildung investieren und haben eventuell nach dem Abschluss noch ein sattes (Bafög-)Schuldenpaket, das sie abzahlen müssen. Und tatsächlich, zwar stimmt die Formel: Wer studiert, verdient später mehr. In manchen Fächern ist man aber mit einer Ausbildung besser dran...

Wer studiert, verdient in der Regel mehr

Studium-oder-Ausbildung-FrageWer studiert, hat höhere Einkommensaussichten - das ist zumindest das Ergebnis einer DIW Studie (PDF). Damals analysierten die Forscher die Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2008, insbesondere auf Personen im Erwerbsalter zwischen 21 und 65 Jahren. Also insgesamt rund 190.133 Erwerbstätige mit unterschiedlicher Ausbildung.

Ergebnis:

  • Wenig überraschend: Die höchsten Stundenlöhne erzielten - Frauen wie Männer - in den Studienfächern Zahnmedizin und Medizin.
  • Lukrativ für Männer ist aber auch, BWL und Jura zu studieren. Oder (im Anschluss noch) ein internationales Management-Studium zu absolvieren (wie es zum Beispiel die EBC Hochschule anbietet).
  • Am wenigsten finanziell lohne sich laut Studie für Männer der Abschluss eines Studiums in den Fachrichtungen Sozialarbeit, Geschichte, Regionalwissenschaften oder Architektur.
  • Für Frauen wiederum ist BWL nicht die beste Wahl. Überraschenderweise erzielen Absolventinnen eines Lehramtsstudiums statistisch und langfristig ein höheres Gehalt als Absolventinnen eines BWL-Studiengangs.
  • Noch weniger lukrativ ist es für Frauen technische und naturwissenschaftliche Fächer zu studieren. Im Maschinenbau, in der Mathematik und im Bauingenieurwesen verdienen sie eher unterdurchschnittlich. Die aktuell starke Nachfrage nach Absolventinnen erhöht zwar die Jobchancen, langfristig sei der hier zu erwartende Lohn aber nicht so hoch.
  • Spannend an der Studie ist aber auch, dass insbesondere Männer mit einer kaufmännischen Ausbildung, speziell als Versicherungskaufmann oder in der Buchhaltung, relativ hohe Stundenlöhne erzielen können. Zumindest übersteigen die Einkommensaussichten hierbei jene von Lehramtsabsolventen, studierten Geisteswissenschaftlern oder auch einigen Ingenieuren und Naturwissenschaftern.
  • Azubis in technischen Fächern wie Feinmechanik, Maschinenbau, Hoch- und Tiefbau wiederum sind zwar heute gesucht. Die Studie zeigt aber auch: Wer eine vergleichbare akademische Qualifizierung absolviert, steht hinterher finanziell meist besser da.
  • Bei den Frauen bringt eine Ausbildung in den Bereichen Marketing, Medien und Werbung, Informatik, Medizinische Dienste, Versicherung und Finanzen, Fremdsprachen und Transporttechnik anschließend vergleichsweise höhere Gehälter.
  • Wenn auch immer noch recht beliebt: Eher unterdurchschnittlich verdienen Frauen mit dem Klassiker - der Ausbildung im Einzelhandel.

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Ausbildung oder Studium: Was jeweils für die Berufswege spricht

Argumente für ein Studium

Daumenhoch_tFür den Abschluss eines Studiums spricht zudem:

  • Arbeitslosenstatistik.

    Hochschulabsolventen sind seltener arbeitslos als geringer Qualifizierte.

  • Karriereaussichten.

    Für gehobene (und besser bezahlte) Positionen wird in den meisten Unternehmen heute ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt.

  • Berufswahl.

    Manche Berufe lassen sich nur mit einem absolvierten Studium wählen: Arzt, Anwalt, Lehrer.

  • Orientierung.

    Das langfristige Berufsziel kann auch noch während des Studiums definiert und damit eine Spezialisierung anvisiert werden.

  • Nachteil:

    Lange Vorfinanzierung und später Start ins Berufsleben. Viel Selbstdisziplin und -Organisation erforderlich.

Argumente für eine Ausbildung

Daumenhoch_tFür den Abschluss einer Ausbildung wiederum spricht:

  • Praxis.

    Wer weniger theoretisch, sondern praktisch arbeiten möchte, findet hier mehr Angebote. Berufserfahrung wird am ersten Tag der Ausbildung gesammelt.

  • Selbstständigkeit.

    Zahlreiche Ausbildungsberufe ermöglichen den Aufstieg als Führungskraft im Handwerk oder gar in die Selbstständigkeit (Meister).

  • Übergang.

    Der Abschluss einer Ausbildung muss nicht das Ende sein, vielen dient er auch als Zwischenschritt zum Studium, mit dem Vorteil, in den Semesterferien statt mit Hiwi-Jobs in seinem gelernten Beruf das Studienbudget aufzubessern.

  • Jobaussichten.

    Zahlreiche Azubis werden hinterher von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Das ist zwar keine Garantie, bei gutem Abschluss entfällt aber die Jobsuche und die erste Gehaltserhöhung folgt damit spätestens nach drei Jahren.

  • Nachteil:

    Langfristig bleiben die Gehaltsaussichten relativ niedrig, der spätere Wechsel in andere Berufe ist ohne Umschulungen zudem nur schwer möglich.

Ausbildung oder Studium? 44 Fragen als Entscheidungshilfe

Setzen Sie sich bei der Entscheidung zwischen Ausbildung oder Studium bitte nicht unter Druck und lassen Sie sich diesen auch nicht von anderen machen. Die Zeiten sind vorbei, in der Ihre Ausbildung oder das Studium den weiteren Berufsweg final und endgültig prägen. Heute stehen Ihnen zahlreiche Karriereoptionen offen, von denen sich viele erst während Ihres Berufslebens auftun werden. Auch über Fortbildungen lassen sich später noch neue Berufsfelder erschließen und sogar die Branche wechseln.

Damit Sie aber heute schon eine bessere Wahl treffen, hier ein paar Orientierungsfragen:

  • Habe ich bereits eine grobe Vorstellung von meinem künftigen Berufswunsch?
  • Sind meine Berufsvorstellungen mit einer Ausbildung oder einem Studium besser erreichbar?
  • Sind meine Noten gut genug für potenziell interessante Studiengänge und Ausbildungen?
  • Welche Fächer und Themen haben mich bereits in der Schule interessiert?
  • Welche - nicht unbedingt fachspezifischen - Stärken habe ich an mir entdeckt?
  • Welche Stärken und Fähigkeiten sehen Lehrer, Freunde und Familie in mir?
  • Welchen Leidenschaften und Interessen möchte ich folgen?
  • Welche Studiengänge und Ausbildungen fühlen sich für mich falsch oder unpassend an?
  • Sehne ich mich nach praktischer Arbeit oder reizt mich der tiefere theoretische Einstieg in bestimmte Themen und Bereiche?
  • Welcher Bildungsweg bietet mir bessere Möglichkeiten, um meinen Interessen zu folgen?
  • Brauche ich eher klare Strukturen oder will ich viel selbst gestalten können?
  • Will ich den Sinn und die praktische Anwendung des erlernten Wissens sehen oder reicht es mir, ihn theoretisch und intellektuell zu erfassen?
  • Wie wichtig ist mir die Dauer meines Bildungsweges?
  • Sind beide Bildungswege für mich finanzierbar?
  • Habe ich die Unterstützung meiner Eltern und Freunde für Ausbildung und Studium oder stehe ich bei einem der beiden Wege allein da?
  • Welche Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in meiner Umgebung?
  • Kann und will ich für Studium oder Ausbildung umziehen?
  • Habe ich - oder jemand in meiner Familie - bereits gute Kontakte zu Unternehmen, die mich als Azubi nehmen würden?
  • Verfüge ich über Vorkenntnisse und Erfahrungen, die für Studium oder Ausbildung angerechnet werden und die Bildungszeit verkürzen könnten?
  • Auf welchen Bildungsweg - Studium oder Ausbildung - kann ich mich besser vorbereiten?
  • Welche Entscheidung treffen meine Freunde und/oder welche Gründe sind für sie wichtig?
  • Kann ich die Anmeldefristen für Studium und Ausbildung noch schaffen?
  • Erfülle ich alle Anforderungen und Voraussetzungen für meine favorisierten Studien- oder Ausbildungsgänge?
  • Kenne ich bereits Studenten oder Azubis in für mich interessanten Ausbildungs- und Studiengängen?
  • Welche Förderungsmöglichkeiten kann ich fürs Studium oder für die Ausbildung in Anspruch nehmen?
  • Habe ich an möglichen Hochschulen oder Berufsschulen Freunde und bekannte, die mich unterstützen könnten?
  • Liegen infrage kommende Hochschulen oder Ausbildungsbetriebe in Städten, die mich interessieren?
  • Habe ich in möglichen Ausbildungs- oder Studienorten bereits Bekannte oder Freunde?
  • Finde ich auf Vorlesungs- oder Stundenplänen Fächer und Themen, die mich ansprechen und begeistern?
  • Welchen Eindruck machen Ausbildungsbetriebe und Hochschulen bei vor Ort-Termine auf mich?
  • Bieten Unternehmen und Hochschulen Tage der offenen Tür oder Ausbildungs-/Studientage an?
  • Kann ich mir Studium oder Ausbildung plastisch vorstellen und fühlt sich diese Vorstellung gut an?
  • Lerne ich am besten mit Vorgaben oder selbstständig?
  • Lese ich gerne und viel und kann/will ich mich selbständig in Fachbücher einarbeiten?
  • Brauche ich den Kontakt zu Kollegen mit praktischer Erfahrung oder reicht mir der Umgang mit Kommilitonen und Dozenten?
  • Welcher Bildungsweg bietet mir - aus heutiger Sicht - die besseren Berufsaussichten?
  • Welcher Bildungsweg passt am besten zu meinen Wünschen und Träumen?
  • Wie viel Wissen muss ich mir fürs Studium oder für die Ausbildung vor dem Start aneignen?
  • Welche Probleme kann ich bereits bei welchem Bildungsweg ausmachen?
  • Wie viele Ausbildungsbetriebe oder Hochschulen stehen mir zur Wahl?
  • Wie viel Aufwand muss ich in die jeweiligen Bewerbungen investieren?
  • Welche Vorteile verspreche ich mir von Studium oder Ausbildung gegenüber dem anderen Ausbildungsweg?
  • Überwiegen bei einem der beiden Wege die Nachteile?
  • Was empfehlen mir die aus meiner Sicht guten Lehrer?

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