Boom-Branchen: Die 7 besten Jobs für 2016
Neues Jahr, neues Glück: Das gilt auch für Arbeitssuchende oder Wechselwillige, die sich von 2016 eine attraktive neue Stelle versprechen. In manchen Branchen stehen die Ampeln zwar auf Rot, in anderen dagegen auf Hellgrün. Karrierebibel sagt Ihnen, welche Berufe derzeit von der Konjunktur profitieren und in welchen Sie - ob Akademiker oder Nicht-Akademiker - gute Chancen auf Ihren Traumjob 2016 haben.

2016: Boom- oder Flop-Branche?

Der deutsche Arbeitsmarkt steht im internationalen Vergleich gut da. Auch für 2016 prophezeien die Experten die Schaffung viele neuer Stellen - aber nicht in allen Branchen gleichermaßen.

So erwarten laut Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln 29 von 46 befragten Wirtschaftsverbänden, dass sie in diese Jahr mehr produzieren werden als im alten. Nur sieben glauben an einen Produktionsrückgang. Zwölf Verbände rechnen mit mehr Beschäftigten im neuen Jahr, zwölf aber auch mit weniger, die anderen gehen von gleichbleibenden Zahlen aus.

Nicht so gute Aussichten gibt es zum Beispiel in der Energiewirtschaft, in der Druckindustrie, bei Banken und Versicherungen. Neue Jobs sollen dagegen in der Bauindustrie, im Einzelhandel, der Ernährungsindustrie und der Messewirtschaft entstehen. Aber nicht nur dort. Wir zeigen Ihnen sieben Jobs für Akademiker und Nicht-Akademiker, die für 2016 gute Perspektiven versprechen ...

7 Jobs mit guten Aussichten für 2016

  1. Kaufleute im Gesundheitswesen

    Laut Bundesagentur für Arbeit gab es im Dezember 2015 bundesweit 31,39 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, 713.000 mehr als im Vorjahr. Die stärkste Wachstumsbranche in diesem Zeitraum: Pflege und Soziales. 93.000 Arbeitsplätze wurden hier neu geschaffen, so viele wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich. Und die Entwicklung hält an. Immer mehr Ältere, immer mehr Hochbetagte, immer mehr Pflegefälle - Altenpfleger ist daher ein Job, der so schnell nicht aus der Mode kommt. Andere Pflege-Berufe bieten ebenfalls gute Perspektiven, darunter auch klassische Bürojobs wie Kaufleute im Gesundheitswesen oder Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte.

  2. Entwickler in der Automobilbranche

    Ein wenig überdeckt der VW-Skandal, wie gut es den deutschen Autoherstellern weiterhin geht. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland so viele Fahrzeuge verkauft wie seit 2009 nicht mehr: 3,2 Millionen und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Auftragsbücher sind voll, laut IW-Direktor Michael Hüther hat die deutsche Automobilbranche sogar das erste Mal seit zehn Jahren wieder einen höheren Zuwachs in der Produktion im Inland als an den Auslandsstandorten. Neue Betätigungsfelder schafft vor allem die Digitalisierung. Nicht nur Ingenieure haben daher gute Perspektiven auf einen Auto-Job 2016, sondern auch IT-Fachkräfte wie Entwickler.

  3. Supply Chain Manager

    Auch im Bereich Verkehr und Logistik wurden im abgelaufenen Jahr laut Arbeitsagentur viele neue Stellen geschaffen. Jetzt hat der Bund neue Investitionen in die Infrastruktur angekündigt. 13 Millionen Euro bedeuten Rekord, allein 7,4 Millionen Euro sollen in den Bau, Erhalt und Betrieb der Bundesfernstraßen fließen. Deutschland bleibt die logistische Drehscheibe Europas — mit weiterhin guten Aussichten auf Jobs in Verkehr und Logistik. Das gilt sowohl für Akademiker, die zum Beispiel als Supply Chain Manager Warenströme koordinieren, als auch für Nicht-Akademiker. Der Kaufmann für Logistik und Speditionsdienstleistungen etwa zählt zu den Ausbildungsberufen mit der größen Mannstärke - jedes Jahr beginnen rund 14.000 Azubis ihre Ausbildung.

  4. Mediziner

    Für Ärzte- und Pflegepersonal war 2015 ein Jahr der Möglichkeiten. Im Fachkräfteindex von Stepstone belegte man Platz eins, in keinem anderem Bereich war die Nachfrage nach Personal größer. Der Bedarf an medizinischen Dienstleistungen dürfte weiter steigen, alleine schon durch die enorme Zahl an Flüchtlingen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet für 2016 mit 80.000 neuen Jobs im Gesundheits- und Sozialwesen. Problematischer als die Jobsuche ist speziell für (angehende) Mediziner ohnehin wohl eher der hohe Numerus clausus.

  5. Fachkräfte für Gastronomie

    Wer sich in der Gastronomie wohl fühlt, hat im Prinzip die freie Wahl: Koch, Hotelfachfrau, Systemgastronom oder Restaurantfachmann. Das Geschäft brummt, 70.000 Stellen werden 2016 in der Gastronomie neu geschaffen, glaubt das IAB. Das Problem ist nur: Noch will niemand diese Jobs haben. Die Gastronomie habe von allen Branchen die größten Schwierigkeiten, Nachwuchs zu ködern, sagte Ulrike Friedrich von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) jüngst in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Und dass 60 Prozent der Betriebe im letzten Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten. Ein Gastronom habe die Ausbildungsvergütung daraufhin verdoppelt. Bewerber in der Gastronomie können daher vermehrt mit Benefits rechnen. Außerdem trägt der Mindestlohn dazu bei, die oft vorherrschenden Hungerlöhne anzuheben.

  6. SEO-Spezialisten

    Die Nachfrage nach Personal wird in der Werbewirtschaft 2016 anziehen, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Mediengestalter, Social-Media-Manager oder SEO-Spezialisten können sich daher auf ein steigendes Job-Angebot einstellen. Andererseits gibt es in diesem Bereich auch eine Vielzahl an Bewerbern. Positiv: Die deutsche Wirtschaft steht (offensichtlich) nicht vor einem baldigen Einbruch, denn gerade die Werbebranche ist extrem konjunkturanfällig. Auch das IAB schätzt, dass neue Jobs in diesem Jahr vor allem in Beratungsberufen und bei Firmendienstleistern entstehen. Dazu zählen neben Werbefachleuten auch Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Marktforscher. Bei diesen so genannten qualifizierten Unternehmensdienstleistern sollen 110.000 neue Stellen entstehen.

  7. Polizisten

    Zunehmende Terrorgefahr, Sex-Mobs und Massenschlägereien mit Eisenstangen, dazu steigende Einbruch-Zahlen - die Politik ist längst alarmiert und wird bestrebt sein, die Lage nicht noch weiter aus dem Ruder laufen zu lassen. In diesem Jahr stehen fünf Landtagswahlen an, nächstes Jahr die Bundestagswahl. Schon im Dezember haben etwa Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern neues Polizei-Personal versprochen. Das dürfte nur der Anfang sein. Nach den Ereignissen in Köln kommen aus allen Richtungen Forderungen nach mehr Polizeipräsenz, mehr Personal, mehr Mitteln. Prognose: Wer eine Laufbahn als Polizist anstrebt, hat derzeit nicht die schlechtesten Karten. Das Gleiche gilt für andere Stellen im Staatsdienst, für Lehrer zum Beispiel - und vielleicht auch für Soldaten.

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