TGA-Fachplaner: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Die Abkürzung TGA steht für technische Gebäudeausrüstung. Ein TGA-Fachplaner ist dafür zuständig, die technische Ausrüstung von Gebäuden zu planen und umzusetzen. Das ist eine sehr herausfordernde und komplexe Tätigkeit, bei der alle Bereiche aufeinander abgestimmt werden und reibungslos miteinander arbeiten müssen. Ob Heizungstechnik, Raumlufttechnik, Klimatechnik oder Sanitärtechnik: Sie alle müssen ineinandergreifen. Damit das gewährleistet ist, gibt es zahlreiche Vorschriften und Verordnungen, die der TGA-Fachplaner bei der Umsetzung beachten muss. Wie Sie TGA-Fachplaner werden können, welche Gehaltsaussichten und Karrierewege Sie erwarten und wie Sie eine passende Bewerbung verfassen, erfahren Sie hier.

TGA-Fachplaner: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man TGA-Fachplaner?

Die Begrifflichkeiten sind nicht immer ganz eindeutig – mal wird von Versorgungstechnik, dann von technischer Gebäudeausrüstung (TGA), dann wieder von Gebäudetechnik oder gebäudetechnischer Anlage (GTA) gesprochen. Auch die Begriffe technischer Ausbau und Haustechnik werden mitunter verwandt, wenngleich diese vor allem für den Bereich des Wohnungsbaus gelten, während die vorgenannten sich auf Immobilien jeglicher Art, also auch öffentliche Einrichtungen und Unternehmen beziehen. Um als TGA-Fachplaner arbeiten zu können, brauchen Sie bereits eine inhaltlich verwandte Ausbildung oder ein entsprechendes Studium, da es sich streng genommen um eine berufliche Weiterbildung handelt. Infrage kommen beispielsweise folgende Studiengänge:

➠ Versorgungstechnik
➠ Elektrotechnik
➠ Energietechnik
➠ Konstruktionstechnik
➠ Gebäudetechnik
➠ Maschinenbau
➠ Facility-Management (Technisches Gebäudemanagement)

Es handelt sich hierbei ursprünglich um Ingenieurstudiengänge. Im Rahmen der Hochschulreform und zur besseren Vergleichbarkeit mit ausländischen Abschlüssen wurde der akademische Grad „Diplom-Ingenieur“ durch den „Bachelor of Engineering“ beziehungsweise den „Master of Engineering“ ersetzt. Alternativ haben Sie eine der folgenden Ausbildungen abgeschlossen:

➠ Anlagenmechaniker SHK (Sanitär/Heizung/Klima)
➠ Mechatroniker für Kältetechnik
➠ Technischer Systemplaner
Industriekaufmann

Um dann TGA-Fachplaner werden zu können, brauchen Sie noch ein bis zwei Jahre Berufserfahrung und bilden sich anschließend bei der Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer weiter. Zugangsvoraussetzung dafür ist in der Regel der Meistertitel, beispielsweise als Elektrotechnikermeister (Schwerpunkt Energie- und Gebäudetechnik oder Schwerpunkt Systemelektronik) oder Informationstechnikermeister. Die Vollzeitweiterbildung dauert 12 Monate.

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Berufsbild: Was macht ein TGA-Fachplaner?

TGA-Fachplaner setzen Projekte der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) um. Dabei arbeiten sie Hand in Hand mit Architekten und verschiedenen Gewerken. Sie richten gebäudetechnische Anlagen bei Neubauten ein und stellen sicher, dass Menschen mit Licht, Strom und Luft versorgt sind und ihre Sicherheit gewährleistet ist. Der Einbau von Steuerungs- und Regelungseinrichtungen muss nicht nur organisiert, sondern die dazugehörigen Steuerprogramme entworfen werden. Als TGA-Fachplaner erstellen Sie die technischen Unterlagen dafür, also Verteilerpläne, Klemmpläne und Schaltschrankaufbaupläne. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen die Automatisierungstechnik, Elektroinstallationstechnik, Kommunikationstechnik und Sicherheitstechnik. Diese Bereiche müssen nicht nur neu eingerichtet, sondern bei bestehenden Gebäuden auch überwacht, gewartet und instand gesetzt werden. Dazu führen sie beispielsweise Untersuchungen durch, bei denen die Funktionalität und Leistungsfähigkeit der Anlagen überprüft und dokumentiert werden.

Was womöglich noch recht nebulös klingt, kann anhand von Beispielen demonstriert werden: Ein Flughafen, eine Schule oder ein Krankenhaus haben unterschiedliche Funktionen und Anforderungen an die Technik. Beispielsweise können bei Flughäfen und Krankenhäusern Menschenleben in Gefahr sein, wenn ein plötzlicher Stromausfall die Stromzufuhr unterbräche. Für solche Fälle gibt es zwar Notstrom-Aggregate, aber im Idealfall kommen die erst gar nicht zum Einsatz. Um Risiken zu minimieren, gibt es bestimmte Standards, die in Richtlinien wie DIN VDE, CEN/CENLEC, VDS oder ISO/IEC festgehalten sind und die der TGA-Fachplaner bei seinen Planungen beachten muss.

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Gehalt: Was verdient ein TGA-Fachplaner?

Das Gehalt eines TGA-Fachplaner kann sich durchaus sehen lassen: Gehalt.de gibt das durchschnittliche Jahresbruttogehalt mit 53.749 Euro an. Einstiegsgehälter liegen etwa im Bereich von 44.100 bis 46.556 Euro im Jahr. Die Agentur für Arbeit nennt als Beispiel für eine Vergütung nach Tarifvertrag ein Monatsgehalt von 5.334 brutto, also 64.008 Euro Bruttojahresgehalt. Mit steigender Berufserfahrung sowie abhängig von Bundesland und Region sind auch über 70.000 Euro möglich.

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Karriere: Chancen und Aussichten als TGA-Fachplaner?

Zwingend erforderlich ist, dass ein TGA-Fachplaner sich auf dem Laufenden hält, da er beim Einbau neuer Anlagen immer nach neustem Stand verfahren muss. Er muss die ökologischen und ökonomischen Anforderungen beachten: Steigende Energiepreise einerseits und Umweltschutz andererseits erfordern eine entsprechende Berücksichtigung bei der Planung. Die Verwendung regenerativer Energien wird immer wichtiger. Und die Digitalisierung (Stichwort: Internet der Dinge, Smart Home, Smart Office) hält auch Einzug in diesem Bereich: Mit dem Smartphone 100 Kilometer entfernt die Heizung zuhause zu regulieren ist ebenso selbstverständlich wie zu jeder Gelegenheit heißes Wasser zu haben. Gefragt sind TGA-Fachplaner ohnehin, da sie die perfekte Kombination aus Theorie und Praxis sind. Typische Arbeitsorte beziehungsweise Arbeitgeber sind:

➠ Elektroinstallationsbetriebe
➠ Bauinstallationsbetriebe
➠ Unternehmen in der Energieversorgung
➠ Ingenieurbüros für technische Fachplanung
➠ Architekturbüros für Hochbau
➠ Ingenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung
➠ Unternehmen der Immobilien- und Gebäudewirtschaft

Als TGA-Fachplaner können Sie beispielsweise bei der Bauplanung als Bauleiter, als Teamleiter in der Unternehmensführung oder als Leiter des Kundendienstes arbeiten. Für die Tätigkeit als TGA-Fachplaner ist ein Studium nicht zwingend erforderlich. Allerdings kann es sinnvoll sein, wenn Sie mit einem Arbeitgeber liebäugeln, der Wert auf ein abgeschlossenes Studium legt. Auch eine Existenzgründung geht nach einem Studium möglicherweise leichter von der Hand, da dort betriebswirtschaftliche Inhalte stärker vermittelt werden. Beachten Sie für den TGA-Fachplaner auch unsere Stellenangebote auf unserer Schwesterseite Karrieresprung.de:

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Bewerbung als TGA-Fachplaner: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Wie eingangs erwähnt, ist für die Tätigkeit ein Studium nicht zwingend. Dann allerdings brauchen Sie wenigstens eine technische Ausbildung mit Meistertitel und anschließender Weiterbildung. Um Ihren zukünftigen Arbeitgeber zu überzeugen, sollten Sie neben den fachlichen Anforderungen die notwendigen Soft Skills mitbringen, die in fast jedem Beruf erforderlich sind, also Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, selbständiges und ergebnisorientiertes Arbeiten. Da Sie mit verschiedenen Gewerken zusammenarbeiten, brauchen Sie eine gewerksübergreifende Auffassungsgabe. Wichtig in diesem Zusammenhang auch Ihre Kommunikationsfähigkeit, um sich mit Architekten und Bauherren verständlich austauschen zu können. Greifen Sie in der Bewerbung ruhig typische Schlagwörter wie etwa gängige CAD-Software (beispielsweise AutoCAD, LiNear, Revit) auf. Und so können Sie beispielsweise formulieren:

Sie suchen einen analytischen TGA-Fachplaner? Durch meine umfassende Ausbildung bin ich mit den spezifischen Herausforderungen der unterschiedlichsten Gewerke konfrontiert worden, so dass ich gut mögliche Probleme im Vorfeld erkennen kann.

Oder:

Mir ist bewusst, dass die Tätigkeit als TGA-Fachplaner in hohem Maße kontinuierliche Weiterbildung bedeutet. So beherrsche ich neben der standardmäßig verwendeten AutoCAD auch noch die CAD-Softwareprogramme LiNear und Revit.

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22. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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