Destruktives Denken: Reden Sie sich das bloß nicht ein!
Wie reagieren Sie, wenn Sie in den Nachrichten von erfolgreichen Unternehmern hören oder in einem unserer Artikel Tipps für mehr Motivation und Produktivität lesen? Nehmen Sie die Anreize und versuchen selbst, besser zu werden oder lassen Sie sich durch destruktives Denken zurückhalten? Die anderen sind besser und ich kann so etwas ohnehin nie erreichen - erkennen Sie sich in diesen Gedanken wieder? Dann ist es an der Zeit, etwas am negativen Gedankengut zu ändern. Sich etwas einzureden, hat noch nie ein Problem gelöst. Deshalb sollten Sie unbedingt auf diese destruktiven Gedanken verzichten...

Destruktives Denken: Diese Arten gibt es

Niemand kann sich vollkommen vom destruktiven Denken freisprechen. Wir alle waren schon einmal in einer Situation, in der wir entweder nicht an uns selbst geglaubt haben oder aus anderen Gründen von negativen Gedanken kontrolliert wurden. Plötzlich fehlte das Selbstbewusstsein und alles schien nur noch schlimmer zu werden. Solange es sich dabei um die Ausnahme oder Einzelfälle handelt, ist es auch nicht weiter schlimm. Niemand kann immer selbstsicher sein.

Werden destruktive Gedanken aber zum Standard und überschatten alles andere, müssen Sie etwas unternehmen. Ansonsten sorgen Ihre Gedanken nicht nur für negative Emotionen, sondern können als selbsterfüllende Prophezeiung auch Wirklichkeit und somit zu ernsthaften Problemen werden.

Um etwas dagegen zu tun, müssen Sie die falschen Gedanken zunächst einmal erkennen. So kommen destruktive Gedanken in verschiedenen Formen:

  • Verallgemeinern. Aus einmaligen Situationen oder Verhaltensweisen wird bei destruktiven Gedanken oft eine Regel abgeleitet, die gar nicht existiert. Fragt der Chef Sie beispielsweise, ob Sie eine Schicht übernehmen können, bedeutet es noch lange nicht, dass es immer Sie sind, der die Überstunden aufgebrummt bekommt.
  • Persönlich nehmen. Zwei Kollegen unterhalten sich auf dem Büroflur? Da kann es keine andere Erklärung geben: Die beiden lästern ganz eindeutig hinter Ihrem Rücken über Sie und versuchen Ihren Ruf zu schädigen. Erinnern Sie sich daran, dass es nicht immer nur um so geht und die Kollegen vielleicht einfach die gemeinsame Kaffeepause planen.
  • Übertreiben. Wie heißt es so schön: Aus einer Mücke einen Elefanten machen. Genau das ist der Kern vieler destruktiver Gedanken. Aus einem kleinen Problem wird im Kopf schnell eine ausgewachsene Katastrophe, die es erfordert, dass alles vollkommen hinterfragt wird.

Destruktives Denken: Verabschieden Sie sich von diesen Gedanken

Antonio Guillem/shutterstock.comDestruktives Denken ist eine schlechte Angewohnheit, die sich leider genauso wie andere Angewohnheiten auch nur schwer ablegen lässt. Oftmals verbirgt sich dahinter ein Schutzmechanismus. Indem wir uns immer das Schlimmste einreden, gibt es keine bösen Überraschungen mehr. Leider schaffen die negativen Gedanken deutlich mehr Probleme, als sie tatsächlich lösen können. Um das eigene Denken in eine andere Richtung zu lenken, braucht es Geduld und Durchhaltevermögen. Es gilt destruktive Gedanken zu erkennen und bewusst zu hinterfragen. Damit Ihnen das gelingt, haben wir einige Beispiel gesammelt, die wohl jedem schon einmal durch den Kopf gegangen sind.

  1. Ich werde niemals einen Job finden...

    Die Bewerbungsphase kann sehr frustrierend sein, gerade wenn anfangs mehrere Absage oder gar keine Antworten kommen. Daraus lässt sich jedoch nicht schließen, dass es niemals klappen wird. Bewerbungen brauchen Zeit und Sie sind weder der Erste, noch der Letzte, dem diese Zeit viel Geduld abverlangt. Nun den Kopf in den Sand zu stecken und aufzugeben ist also die schlechteste Alternative.

  2. Jetzt ist der ganze Tag ruiniert...

    Sie haben verschlafen, den Bus verpasst oder stehen im Staud. Das nervt und natürlich würde man den Tag gerne anders angehen. Aber hat das wirklich Auswirkungen auf den restlichen Tag? Es liegt weiterhin an Ihnen, ob Sie die anderen Stunden des Tages nutzen oder sich von einem kleinen Problem so aus der Bahn werfen lassen, dass Sie am ende tatsächlich mit schlechter Laune und genervtem Blick durch den Tag gehen.

  3. Er macht das nur um mich zu ärgern...

    Ein typisches Beispiel für destruktive Gedanken, bei denen Sie alles persönlich nehmen. Ihr Chef bittet Sie, eine wichtige Aufgabe zu übernehmen oder der Büronachbar fragt, ob Sie ihm bei einem Projekt unter die Arme greifen können. Sie könnten Sie geehrt fühlen, dass Ihnen so viel Vertrauen entgegen gebracht wird, stattdessen dreht Ihr Gehirn die Situationen ins Negative und macht Sie zum Opfer. Hören Sie auf zu denken, dass alle Ihnen immer nur schaden wollen!

  4. Das macht er jedes Mal...

    In mindestens 75 Prozent der Fälle ist dieser Gedanke schlichtweg falsch oder maßlos übertrieben. Wenn wir uns über etwas ärgern oder aufregen, gehen wir schnell noch einen Schritt weiter und unterstellen unserem Gegenüber, dass er sich bei jeder Gelegenheit so verhält. Bevor Sie in die Falle dieses destruktiven Gedankens tappen, gewinnen Sie Abstand aus der Situation und fragen Sie sich selbst, ob ein solches Verhalten wirklich öfter vorkam.

  5. Ich kann das einfach nicht...

    Niemand ist perfekt und natürlich gibt es Dinge, die einem Kollegen leichter fallen. Aber ist das ein Grund aufzugeben? Gehen Sie das Problem lieber positiv an. Anstatt sich einzureden, dass Sie etwas nicht können oder Ihre Leistungen zu schlecht sind, fragen Sie sich, was Sie tun können, um es zu lernen. So umgehen Sie nicht nur die negativen Gedanken, sondern erweitern gleichzeitig noch Ihre Fähigkeiten.

  6. Niemand erkennt meine Leistungen an...

    Zugegeben nicht jeder Chef ist gut darin, seinen Mitarbeitern zu sagen, dass sie einen guten Job gemacht haben. Doch es wird sich nichts daran ändern, wenn Sie sich nur hinter Ihren destruktiven Gedanken verstecken. Gehen Sie den Schritt in die Offensive und ändern Sie etwas an der Situation. Bitten Sie Ihren Vorgesetzten regelmäßig um Feedback oder fragen Sie auch bei Kunden nach, ob diese mit Ihren Leistungen zufrieden waren.

[Bildnachweis: YanLev, Antonio Guillem by Shutterstock.com]