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"The war oft talent is over. Talent won." - Diese Aussage - sie hat in Recruiting Kreisen fast schon Kultstatus erreicht - ist eines der besten Argumente für aktives Employer Branding. Unternehmen, die hoch qualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen wollen, müssen sich klar positionieren und ihre Stärken deutlich machen. Klingt logisch, ist inzwischen weitgehend anerkannt - und stellt Unternehmen in der Praxis dennoch vor Herausforderungen. Denn Employer Branding braucht Strategie, Konzept und Engagement, um erfolgreich zu sein...

Employer Branding: Definition und Bedeutung

Doch was ist Employer Branding eigentlich? Viele sprechen darüber, doch der Begriff wird nicht immer passend verwendet. Die grundlegende Definition ist vergleichsweise einfach:

Employer Branding bedeute wörtlich übersetzt Arbeitgebermarkenbildung. Es geht darum, eine Arbeitgebermarke und ein Profil für ein Unternehmen aufzubauen, das für Fachkräfte attraktiv ist und die Stärken und Besonderheiten des Unternehmens verdeutlicht.

Der letzte Teil dieser Definition ist wichtig, denn es geht ausdrücklich nicht darum, Luftschlösser und schöne Fassaden aufzubauen. Employer Branding bedeutet nicht, Bewerber und Fachkräfte zu täuschen.

Es geht jedoch darum, die attraktiven Seiten des Unternehmens zu kommunizieren und zu zeigen, was das Unternehmen ausmacht und (potenzielle) Mitarbeiter über einen Job im Unternehmen nachdenken sollten. Die folgenden sieben Thesen veranschaulichen, was gutes Employer Branding ausmacht.

  1. Gute Arbeitgeber können nicht alles... ... und geben das auch gar nicht erst vor. Viele zu viele Unternehmen präsentieren sich in den sozialen Netzwerken fast schon als Paradies - und ich überspitze nur wenig - in dem Mitarbeiter perfekte Arbeitsbedingungen vorfinden. Dass das Unfug ist, ist jedem potenziellen Bewerber klar. Eine solche Positionierung hat daher nur einen Effekt: Sie schmälert die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Enorm.
  2. Gute Arbeitgeber sprechen über ihre Stärken... ... und stehen zu ihren Schwächen. Wer versucht, Schwächen zu kaschieren und zu vertuschen verkauft seine potenziellen Mitarbeiter damit für dumm - und diese merken das. Natürlich werden die Schwächen in der Regel nicht im Mittelpunkt der Kommunikation stehen, doch sie sollten auch nicht tot geschwiegen oder krampfhaft vermieden werden. Ein klares Profil lebt auch von Ecken und Kanten.
  3. Gute Arbeitgeber sprechen nicht die Masse an... ... sondern ihre Wunschmitarbeiter. Eine klare Ausrichtung der Kommunikation und gute Kenntnisse über die Zielgruppe ist für Unternehmen auch beim Employer Branding entscheidend - und hilft unnötige Arbeit zu vermeiden. Wollen Sie lieber 300 Bewerbungen, von denen vielleicht ein Prozent zu Ihren Anforderungen passt, oder 30 Bewerbungen, die für eine Stelle tatsächlich infrage kommen? Die Antwort dürfte klar sein.
  4. Gute Arbeitgeber fragen ihre Mitarbeiter... ... nach Verbesserungspotenzial. Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen diesen einfachen Schritt vergessen oder ignorieren und die Expertise ihrer Mitarbeiter brach liegen lassen. Ein gutes Employer Image hat sein Wurzeln in zufriedenen Mitarbeitern, die freiwillig und ohne zusätzliche Anreiz als Unternehmensbotschafter auftreten und on- wie offline für das Unternehmen werben. Wer nicht mit seinen bestehenden Mitarbeitern spricht, darf nicht erwarten, für neue Bewerber attraktiv zu wirken.
  5. Gute Arbeitgeber nutzen nicht alle Netzwerke... ... sie konzentrieren sich auf die, die sie auch gut betreuen können. Youtube bietet beispielsweise enormes Potenzial - und entsprechende Risiken. Videos können eine tolle Idee und ein hervorragendes Medium fürs Employer Branding sein - wenn Unternehmen die dafür nötige Kompetenz einkaufen oder aufbauen. Doch ist diese nicht vorhanden, sollten Sie sich auf andere Medien und Kanäle konzentrieren, diese ausbauen und sich erst danach dem Thema Video zuwenden.
  6. Gute Arbeitgeber loben die Leistung ihrer Mitarbeiter öffentlich... ... nachdem sie diese gefragt haben, ob diese damit einverstanden sind. Immer wieder erlebe ich, dass besondere Leistungen von Mitarbeitern in Unternehmens-Blogs oder den sozialen Netzwerken hervorgehoben werden und die vorgestellten Mitarbeiter davon gar nichts wissen. Solche ad hoc Aktionen sind nicht nur unnötig, sind untergraben auch die Akzeptanz der Unternehmenskommunikation im Unternehmen selbst und schwächen die Employer Branding Bemühungen oft spürbar.
  7. Gute Arbeitgeber integrieren Employer Branding... ... in ihre Kommunikation und sehen es nicht als ein Inselprojekt an. Gut gemachtes Employer Branding fügt sich nahtlos in die bestehende Unternehmenskommunikation ein und bringt diese idealerweise sogar weiter. Daher ist es entscheidend, dass bei Konzept und Umsetzung Recruiter, Personaler und Kommunikatoren zusammenarbeiten und das Employer Image gemeinsam formen und aufbauen. Employer Branding ist eine multiprofessionelle Teamaufgabe, die keine Abteilung allein stemmt.

Employer Branding bedeutet daher auch, die eigenen Grenzen zu kennen und diese nicht zu verstecken. Unrealistische Versprechungen führen zur Enttäuschung, jedoch nicht zu neuen Mitarbeitern.

Wenn das alles für Unternehmen nach Aufwand klingt, liegen diese damit richtig. Employer Branding ist Arbeit. Doch diese Arbeit zahlt sich aus, da Unternehmen mit einem klaren Profi auf sich aufmerksam machen und sich von der Masse der Arbeitgeber abheben können.

Employer Branding mit Xing

Xing-ProfilIst von Employer Branding die Rede, konzentrieren sich viele Unternehmen primär auf Facebook, Twitter, Youtube und andere soziale Netzwerke. Doch die im Grunde optimal geeigneten Businessnetzwerke Xing und LinkedIn werden dabei gerne übersehen. Mit den richtigen Strategien bieten sie Unternehmen jedoch enorme Chancen.

Da alle folgenden Strategien und Ansätze mit personellem, zeitlichem, finanziellem und konzeptionellem Aufwand verbunden sind, stellen wir zunächst die Chancen dar, die Xing Ihrem Unternehmen fürs Employer Branding bietet. Auf Xing können Sie…

  • … Fachkräfte und Arbeitnehmer erreichen, die sich gezielt im deutschsprachigen Markt nach neuen Stellen umsehen.
  • … Mitarbeiter mit hoher Affinität zu kleinen und mittelständischen Unternehmen ansprechen.
  • Freelancer erreichen, die Sie auf Projektbasis unterstützen.
  • … Ihre Reputation im Netzwerk deutschsprachiger KMUs und Unternehmen ausbauen.
  • … sich von anderen Unternehmen durch qualitativ gutes Employer Branding deutlich leichter abheben, als das in anderen Netzwerken möglich ist.

Die Vorteile haben Sie überzeugt? Dann geht es weiter. Der erste Schritt zum Employer Branding via Xing klingt fast schon banal: Als Unternehmen sollten Sie auf ein Employer Branding Profil - das ehemalige Xing Plus Profil - setzen. Dieses Profil kostet zwar Geld - die Beträge sind überschaubar - bietet Unternehmen jedoch deutlich mehr Gestaltungs-, Werbe- und Auswertungsmöglichkeiten als das kostenlose Basisprofil. Verfügen Sie über ein Employer Branding Profil, sollten Sie die Gestaltungsmöglichkeiten dann natürlich auch optimal nutzen. Dazu gehören…

  • … die Platzierung eines ansprechenden Firmenlogos.
  • … das vollständige Ausfüllen des Profils.
  • … die Optimierung des Beschreibungstextes - sowohl im Blick auf Lesbarkeit als auch im Blick auf die Verwendung der passenden Schlagworte für die Suchmaschinenoptimierung.
  • … die ansprechende Gestaltung des Profils, auch mit Bildern und Videos.
  • … die aktive Nutzung der Kununu Arbeitgeberbewertungen.

Natürlich können Kununu Bewertungen nicht von Unternehmen selbst vorgenommen werden. Hier kommt daher der zweite - noch wichtigere - Schritt zur Geltung: Aktivieren Sie Ihre Mitarbeiter!

Employer Branding durch aktive Mitarbeiter

wellphoto/ShutterstockAuch ein optimal gestaltetes Employer Branding Profil wird Ihr Unternehmen nicht weiterbringen, wenn Ihre Mitarbeiter nicht damit interagieren und sich nicht innerhalb des Xing Netzwerks engagieren. Aktive - und vom Unternehmen überzeugte - Mitarbeiter sind daher der Schlüssel zu einer starken Arbeitgebermarke.

Begehen Sie jedoch auf keinen Fall den Fehler, die entsprechende Aktivität per Dienstanweisung verordnen zu wollen! Solche Ansätze gehen fast immer schief und führen - wenn überhaupt - zu lustlosem und wenig überzeugendem Engagement, dass eine negative Außenwirkung nach sich zieht. Gehen Sie stattdessen den mühsamen, auf Dauer jedoch deutlich effektiveren, Weg und binden Sie Ihre Mitarbeiter aktiv in die Kommunikation ein.

Stellen Sie sicher, dass die Mitarbeiter von professionellen Kommunikatoren begleitet und angeleitet werden, um die Qualität der Kommunikation zu gewährleisten. In Xing sollten Sie darauf achten, dass alle aktiven Mitarbeiter über Premium Profile verfügen und die Möglichkeiten und Potenziale wirklich nutzen können. Auch hier sind spezielle Schulungen - bitte auf Firmenkosten - angebracht. Als Leitfaden für Ihre Mitarbeiter können dabei die folgenden Punkte dienen:

  • Sprechen Sie offen und ehrlich über das Unternehmen und stellen Sie authentisch dar, warum Sie gerne hier arbeiten.
  • Empfehlen Sie das Unternehmen weiter - wenn es angebracht ist.
  • Vermeiden Sie offensive Werbung, bringen Sie das Unternehmen nicht um jeden Preis und in jedem Kontext zur Sprache.
  • Pflegen Sie Ihr Profil und füllen Sie es vollständig aus.
  • Interagieren Sie regelmäßig mit dem Unternehmensprofil.
  • Teilen Sie gerne auch Inhalte des Unternehmensblogs oder Berichte über das Unternehmen mit Ihrem Netzwerk.
  • Bringen Sie das Unternehmen auch in Gruppen nur dann zur Sprache, wenn es sich im jeweiligen Kontext anbietet.
  • Potentielle Mitarbeiter können Sie gerne auf das Xing Unternehmensprofil verweisen.

Das Engagement Ihrer Mitarbeiter sollten Sie dann natürlich um eigenes Engagement erweitern. Auch als Unternehmen sollten Sie - und speziell ausgewählte und geschulte Unternehmensbotschafter - in Gruppen aktiv werden. Legen Sie bei Ihren Beiträgen - sowohl in Gruppen als auch auf Ihrem Profil - zusätzlich den Schwerpunkt auf den Mehrwert für Kunden und Kontaktpartner und gehen Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Netzwerkpartner ein, können Sie eine hervorragende Reputation aufbauen.

Best Practice Beispiele für Employer Branding

Die schönste Theorie ist jedoch nutzlos, so lange sie reine Theorie bleibt. Daher haben wir einige Best Practice Beispiele für gelungenes Employer Branding zusammengestellt. Eins wird Ihnen dabei auffallen: Die dargestellten Beispiele unterscheiden sich nicht nur im Aufbau sondern auch in der Strategie deutlich. Teilweise widersprechen sich die verschiedenen Ansätze sogar. Diese Diversität verdeutlicht ein Grundprinzip, das im Employer Branding ebenso gültig ist wie in der gesamten Unternehmenskommunikation: Lösungen und Strategien müssen völlig individuell und auf das Unternehmen abgestimmt sein, um eine sinnvolle Wirkung zu erzielen.

Die Patentlösung für alle gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Strategien müssen nicht nur an die Voraussetzungen eines Unternehmens angepasst werden, sie müssen auch...

  • ... zu Firmenphilosophie und den Werten des Unternehmens passen.
  • ... den Kommunikationsstil des Unternehmens fortführen.
  • ... zur Zielgruppe des Unternehmens passen.
  • ... die Mitarbeiter des Unternehmens einbinden.

Daher können und müssen Employer Branding Strategien immer angepasst und modifiziert werden, um für ein konkretes Unternehmen zu funktionieren. Die folgenden Best Practice Beispiele stellen eine Auswahl von Unternehmen verschiedener Branchen dar. Einige sind bekannt, andere eher weniger. Entscheidend sind für uns die zugrundeliegenden Strategien und die sich daraus ableitbaren Learnings.

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Immobilien-Scout
Zugegeben, Immobilien-Scout 24 gehört nicht unbedingt zu den Unternehmen, die beim Thema Employer Branding sofort in den Sinn kommen. Zu Unrecht, wie der oben eingebettete Screenshot zeigt. Das Unternehmen stellt in seinem Corporate Blog immer wieder Mitarbeiter vor und porträtiert sie in ihrer Privatwohnung. Damit schafft Immobilien-Scout 24 gleich zwei Dinge auf einmal:

  1. Das Unternehmen wirkt persönlicher und wird durch die Vorstellung der Mitarbeiter sympathischer.
  2. Das Employer Branding wird mit dem Kern des Unternehmens - Immobilien - verknüpft und es wird deutlich, welche Bedeutung die Wohnumgebung für Menschen hat.

Ein wirklich gelungenes Beispiele für gutes Employer Branding. In eine ähnliche Richtung geht die Strategie der Fracht- und Laderaumbörse TimoCom, auf die wir bei den Kollegen von Wollmilchsau gestoßen sind. Stellvertretend für den insgesamt gut gemachten Unternehmensauftritt steht das folgende Recruiting-Weihnachts-Video aus dem Jahr 2013.

Statt Fremdschämen - was leider bei Recuritingvideos leider häufig vorkommt - gibt es hier ein Video, in dem Mitarbeiter gut in Szene gesetzt werden, in dem sich das Unternehmen nicht zu ernst und das einen positiven Gesamteindruck vom Unternehmen vermittelt. Auch die Webseite und andere Online Präsenzen des Unternehmens folgen dieser Maxime. So entsteht das Bild eines attraktiven Arbeitgebers, der für Fachkräfte der Branche interessant ist.

RobinsonJobs
Die Robinson Clubs verfolgen - nicht nur auf Facebook - eine andere Strategie. Sie laden potenzielle Mitarbeiter explizit zum Dialog ein, beantworten Fragen zeitnah, bieten tief gehende Einblicke ins Unternehmen und bemühen sich darum, als Ansprechpartner für Bewerber zur Verfügung zu stehen.

Ein solcher Ansatz ist natürlich mit viel Arbeit, Zeitaufwand und Ressourceneinsatz verbunden, zahlt sich jedoch aus, da Bewerber so ein umfassendes Bild vom Unternehmen erhalten und spüren, dass sie wertgeschätzt werden. Wer es sich von Personal- und Ressourcenseite her leisten kann, fährt mit einem so offenen und kommunikativen Konzept im Employer Branding durchaus gut.

Medtorinc
Eine ähnliche Strategie verfolgt der Medizintechnikhersteller Medtronic. Das Unternehmen nutzt - als einziges im Feld - jedoch ganz bewusst und aktiv die Arbeitgeberbewertungsplattform kununu um sich zu präsentieren. Der Auftritt dort ist nicht nur gut gestaltet, er bietet auch Raum für kritische Bewertungen und Kommentare. Das macht das Unternehmen und sein Auftreten glaubwürdig und für Bewerber der Branche attraktiv.

Zwar beinhaltet eine solche Strategie auch Risiken - auch Kritik muss eingegangen werden und sie wird nicht immer angenehm sein - doch der Nutzen überwiegt diese, bei guter und kontinuierliche Moderation, deutlich.

Employer Branding Videos: Beispiele und Tipps


Videos können im Employer Branding eine wichtige Rolle spielen - wenn sie gut gemacht sind und sich vom Einheitsbrei der Recruitingvideos abheben. Das oben eingebettete Video tut das vor allem durch einen Aspekt: Den Mut, neue Ansätze auszuprobieren. Jörg Buckmann, seines Zeichens HR-Manager bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) setzt im Employer Branding auf Frechmut, eine Mischung aus Frechheit und Mut. Das Video ist ein Ergebnis dieser Strategie.

Natürlich treffen solche Videos nicht den Geschmack aller Bewerber oder jedes potentiellen Mitarbeiters. Daher verfolgen die VBZ auch andere Ansätze. Im folgenden Video bewirbt sich beispielsweise der Chef bei künftigen Busfahrern.

Wer mit den beiden Videos nicht viel anfangen kann, fühlt sich vielleicht vom folgenden Video angesprochen. Es ist bereits etwas älter und stammt aus dem Hause Skoda.

Alle drei Videos senden ganz unterschiedliche Botschaften aus und werden von den Unternehmen mit entsprechender Kommunikation auf anderen Kanälen begleitet. Alle drei haben jedoch eines gemeinsam: Sie heben sich vom durchschnittlichen Recruiting Video ab. Das Skoda-Video mag dabei wenig frech wirken, doch bei der Erstveröffentlichung war das Unternehmen eines der ersten, das sich an einen solchen - heute häufiger anzutreffenden - Stil heranwagte. Intel geht da noch einen Schritt weiter - und präsentiert seine Mitarbeiter als Rockstars.

Mut muss im Employer Branding nicht bedeuten, provokative oder potentiell streitbare Videos der Inhalte zu veröffentlichen. Doch es bedeutet, neue Wege zu gehen und sich auch unkonventionellen Formaten und Ideen zu öffnen. Solche Wege sind natürlich immer mit Risiken verbunden doch die Vorteile überwiegen. Mutiges Employer Branding kann…

  • … Ihrem Unternehmen zu einem viralen Hit verhelfen.
  • … die Sichtbarkeit Ihres Unternehmens enorm erhöhen.
  • … dabei helfen, Ihr Unternehmen deutlich von der Konkurrenz abzusetzen.
  • … ganz neue Mitarbeitergruppen und Fachkräfte ansprechen.
  • … die Reputation Ihres Unternehmens nachhaltig und positiv beeinflussen.

Employer Branding mit Instagram

Neirfy / Shutterstock.comBilder und Videos kommen in der Kommunikation gut an - und können auch das Employer Branding beflügeln. Wollen sich Unternehmen auf diese visuelle Kommunikation einlassen, führt an Instagram kein Weg vorbei. Das Netzwerk lässt sich auch für das Employer Branding nutzen - wenn es strategisch eingebunden wird.

Zunächst einmal sollten Sie Instagram mit Ihren schon vorhandenen Netzwerken - wie Facebook, Twitter oder Tumblr - verknüpfen, um die Bilder auch dort zu teilen. Auch lassen sich Instagram-Bilder längst über sogenannte Widgets in Blogs und Websites einbinden. Exemplarisch seien hier drei dieser Gratis-Tools genannt:

Gehen Sie davon aus, dass die nachwachsende Generation an Fachkräften und Talenten immer besser über ihre Wunscharbeitgeber informiert ist. Arbeitgeberbewertungsportale, (Facebook-)Karriereseiten und Blogs bieten dafür reichlich Recherche-Optionen. Umso größer ist aber der Hunger nach authentischen Einblicken - oft sogar durch die Belegschaft selbst. Und genau an der Stelle spielen Social Media ihre Vorzüge aus: Wer hier echte Geschichten erzählt, kann sich als Arbeitgeber im Kampf um gute Bewerber zahlreiche Vorteile verschaffen.

Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Denken Sie zum Beispiel an folgende Themen:

  • Blick hinter die Kulissen: Der Klassiker für Bildergeschichten schlechthin. Zeigen Sie Impressionen von wichtigen Firmenevents (auch vorher und nachher), von Meetings, Jubilanten oder aus der Kaffeeküche. Das pralle Leben eben.
  • Bildertagebuch wechselnder Mitarbeiter: Warum nicht jede Woche einem anderen Kollegen das Smartphone in die Hand drücken, auf dem ein bestimmter Instagram-Account vorinstalliert ist und ihn in einer Art Fotoblog über seinen Alltag berichten lasssen? Das illustriert nicht nur besonders anschaulich und glaubwürdig ein Job- oder Praktikum-Profil, sondern auch die offene Firmenkultur.
  • Ablauf des Rekrutierungsprozesses: Begleiten Sie exemplarisch alle Stationen, die ein Bewerber bis zur Jobzusage durchlaufen wird. So können sich die Kandidaten bildhaft vorstellen, was und wer sie erwartet.
  • Video-Statements: Seit die Instagram-App auch bis zu 15 Sekunden lange Video-Clips aufnehmen kann, lassen sich darüber auch Kurzinterview-Serien mit Mitarbeitern hochladen - beispielsweise zur immer gleichen Frage: "Warum arbeitest du gerne für...?"
  • Szenen aus dem Alltag: Es muss ja im Büro nicht immer bierernst zugehen. In den meisten Unternehmen tut es das auch nicht - und das macht sie sehr sympathisch. Zeigen Sie also ruhig auch die kleinen witzigen Szenen: Kollegen, die morgens am Kaffeeautomaten anstehen, Großraumbüroschlachten mit Aktengummis, Call-a-Pizza am Schreibtisch, ...
  • Hobbies & Tiere: Lassen Sie es noch mehr menscheln, indem Sie Ihre Mitarbeiter bitten, ihre Hobbies in einem Foto darzustellen. Oder Sie zeigen in einer weiteren Serie, welche Haustiere die Kollegen haben. Nicht zufällig ist Katzencontent und Tierliebhaberei im Internet so populär.

Solche authentischen Einblicke in die Arbeitswelt und Fotoserien sollten allerdings nicht einfach nur stumm hochgeladen werden, sondern idealerweise stets mit kurzen Kommentaren und ein bis zwei #Hashtags versehen werden. So werden sie sichtbarer, und es erhöht nachweislich auch die Interaktion.

Durch das Erzählen von derlei (Bilder-)Geschichten, wird nicht nur Arbeitgebermarke emotional aufgeladen - es werden auch die Kultur, die Werte und mögliche Gemeinsamkeiten mit potenziellen Bewerbern sichtbar gemacht. Und das macht ein Unternehmen am Ende unverwechselbar - im positiven Sinne.

Tipps und Strategien und Checkliste

Melpomene/shutterstock.comAbschließend fassen wir die bisher genannten Strategien und Tipps in einer übersichtlichen Checkliste zusammen. Diese deckt sicherlich nicht alle Aspekte des Employer Brandings ab - das ist schlicht nicht möglich, da das Thema immer individuell betrachtet werden muss - umfasst jedoch dich wichtigsten Punkte.

Wenn Unternehmen sich die folgenden Tipps zu Herzen nehmen, in ihre Kommunikation einfließen lassen und als roten Faden des Employer Brandings nutzen, können Fachkräfte angezogen und gewonnen werden. Es ist jedoch klar, dass unternehmensinterne Probleme durch eine gute Kommunikation sichtbar werden können.

Konflikte und Missstände sollte daher gelöst werden, bevor die Kommunikation in den sozialen Netzwerken beginnt. Diese Voraussetzung ist für erfolgreiches Employer Branding essentiell.

  1. Sehen Sie die Unternehmenskommunikation als grundlegenden Bestandteil des Employer Brandings und lassen Sie Personal- oder HR-Abteilung eng mit den Kommunikatoren zusammenarbeiten.
  2. Entwickeln Sie ein Konzept - unter Beteiligung von HR- und Kommunikationsteam - dass potentielle Kandidaten und Mitarbeiter auf deren bevorzugten Kommunikationskanälen erreicht und anspricht.
  3. Achten Sie darauf, dass auch Ihre bestehenden Mitarbeiter von neuen Maßnahmen und Regelungen profitieren.
  4. Fragen Sie das Feedback Ihrer Mitarbeiter gezielt ab, um Verbesserungspotenzial und Chancen für die Personalentwicklung zu erkennen.
  5. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit den Social Media. So stellen Sie sicher, dass sich Ihre Belegschaft in den sozialen Netzwerken bewegen und das Unternehmen überzeugend vertreten kann.
  6. Verfassen Sie Stellenanzeigen lesbar und möglichst detailliert, damit Bewerber wissen, worauf sie sich einlassen.
  7. Sprechen Sie in den verschiedenen Kanälen über die Erfolge und Arbeitsbedingungen Ihres Unternehmens.
  8. Besonders glaubwürdig und überzeugend sind Aussagen und Erfahrungsberichte Ihrer Mitarbeiter.
  9. Auch Corporate Blogs spielen beim Employer Branding eine wichtige Rolle. Hier geht es nicht nur um Artikel, die sich speziell an neue Mitarbeiter richten. Vor allem der Tonfall und die Qualität des gesamten Blogs - also aller Artikel - können potentielle Kandidaten anziehen oder abschrecken.
  10. Bei all den Möglichkeiten der Social Media sollten Unternehmen auch die traditionellen Medien nicht aus den Augen verlieren. Artikel und Anzeigen in Zeitungen und Magazinen können Bewerber ebenfalls erreichen und ansprechen.
  11. Von allen Möglichkeiten spielt der persönliche Kontakt oft die größte Rolle. Unternehmen sollten daher auf den relevanten Messen und Kongressen vertreten sein.
  12. Nicht ganz persönlich, jedoch deutlicher direkter als andere Kommunikationskanäle sind Google+-Hangouts. Nutzen Sie dieses Medium, um beispielsweise Fragerunden oder einen virtuellen Tag der offenen Tür zu veranstalten.
  13. Auch Fachforen, in denen sich viele Fachkräfte ihrer Branche engagieren, sollten zu Ihren Kommunikationskanälen zählen. Hier ist jedoch Engagement in Diskussionen, nicht platte Werbung, gefragt.
  14. Flexible Arbeitszeitmodelle sollten Sie auf jeden Fall in Ihrem Unternehmen einführen. Home Office Regelungen können jedoch ruhig an Bedingungen und Voraussetzungen gebunden sein.
  15. Auch Azubi Blogs oder Video-Serien von Mitarbeiter und Teams können sinnvolle Formate sein. Wichtig ist, dass diese authentisch rüberkommen und zur restlichen Unternehmenskommunikation passen.
  16. Bewerber können Ihnen ebenfalls wertvolles Feedback für das Employer Branding geben. Fragen Sie bei oder nach Bewerbungsgesprächen ab, wie Bewerber das Unternehmen gefunden und was sie besonders angesprochen hat.
  17. Diese Abfrage können Sie auch in Online-Bewerbungs-Systeme und ähnliche Mechanismen integrieren.
  18. Regelmäßige Tests können auch beim Employer Branding sinnvoll sein. Lassen Sie Ihre Kommunikation dafür von externen Prüfern unter die Lupe nehmen. Trennen Sie dabei die Rolle der Prüfer und eventuell notwendiger Berater strikt voneinander. Sonst besteht die Gefahr, dass Ihnen unnötige Leistungen verkauft werden und die Prüfung nicht objektiv ausfällt.
  19. Die Reaktionszeit auf Kommentare und Anfragen kann für manche Bewerber den ersten Eindruck entscheidend prägen. Idealerweise reagieren Sie daher innerhalb von 24 Stunden.
  20. Machen Sie in Ihren Stellenausschreibungen bitte deutlich, welche Erwartungen und Anforderungen zwingend und welche optional sind. So können Sie Bewerbungen unqualifizierter Kandidaten zumindest reduzieren.
  21. Meiden Sie in Ihrer Kommunikation Superlative. Wer sich selbst als „das beste Unternehmen“ bezeichnet, wirkt damit schnell arrogant und/oder unglaubwürdig.
  22. Nutzen Sie Firmenevents und andere Veranstaltungen, um daraus Content - Videos, Fotos, Texte, Podcasts - zu generieren und so Bewerbern verschiedene Facetten Ihres Unternehmens zu zeigen.
  23. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter, damit diese bei einem telefonischen Kontakt höflich und respektvoll die richtigen Fragen stellen und so unqualifizierte oder unpassende Bewerber im Vorfeld aussortieren können.
  24. Beziehen Sie in Ihrer Kommunikation klare Positionen und schärfen Sie Ihr Profil. Das wird Bewerber abschrecken, gleichzeitig jedoch auch geeignete Kandidaten anziehen.
  25. Geben Sie in den sozialen Netzwerken auch Bewerbern Tipps, die eindeutig nicht zu Ihrem Unternehmen passen. So festigen Sie Ihre gute Reputation und werden als Arbeitgeber weiterempfohlen.

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