Arbeitgebersuche: Passt das Unternehmen zu mir?

Wer sich auf Arbeitgebersuche begibt, fokussiert in der Regel auf den perfekten Job: Aufgaben, Sinnhaftigkeit, Gehalt. Sicher, das sind wichtige Kriterien bei der Jobsuche und Bewerbung. Doch sollten Bewerber den Arbeitgeber genauso unter die Lupe nehmen beziehungsweise das Arbeitsumfeld und die Unternehmenskultur. Denn die schönste Stellenbeschreibung und der beste Job der Welt bringen nichts, wenn das Unternehmen nicht zu Ihnen passt…

Arbeitgebersuche: Passt das Unternehmen zu mir?

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Arbeitgebersuche: Worauf kommt es an?

Zugegeben: Die Ansprüche bei der Arbeitgebersuche sind höchst individuell und von Bewerber zu Bewerber verschieden. Worauf Sie bei der Arbeitgeberwahl achten und wobei Sie Schwerpunkte setzen oder keine Kompromisse eingehen – das entscheidet jeder Bewerber, jede Bewerberin für sich selbst. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie keine Checkliste oder keinen Kriterienkatalog benötigen, im Gegenteil: Formulieren und definieren Sie für sich schon im Vorfeld zur Bewerbung, welche Ansprüche Sie an den zukünftigen Arbeitsplatz, Arbeitgeber und dessen Firmenkultur haben.

Anschließend sollten Sie Ihre persönliche Liste priorisieren. Heißt: Bringen Sie die Auswahlkriterien in eine absteigende Reihenfolge – mit jenen Punkten am Schluss, bei denen Sie am ehesten Abstriche machen können. Den perfekten Arbeitgeber gibt nicht. Den perfekten Job auch nicht. Daher werden Sie immer einzelne Punkte gegeneinander abwägen müssen. Nur bitte nie bei den Punkten ganz oben. Das wäre Verrat an den eigenen Werten und führt immer zu Frust im Job.

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Arbeitgebersuche und Unternehmensprofil

Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, welche Punkte Sie bei der Arbeitgebersuche und Entscheidung berücksichtigen können, haben wir eine erste Liste mit möglichen Fragen zusammengestellt, um herauszufinden, ob Arbeitgeber, Stellen- und Unternehmensprofil zu Ihren Vorstellungen passen. Die Checkliste können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen:

Download: Arbeitgeber Checkliste

Hier noch ein paar Gedanken zu einzelnen Auswahlkriterien:

Wie sind die Arbeitszeiten geregelt?

Handelt es sich um einen klassischen Job von 9 bis 17 Uhr oder gibt es besondere Arbeitszeitmodelle? Gibt es vielleicht eine echte Vertrauensarbeitszeit oder eine Gleitzeitregelung? Wie lange ist die wöchentliche Arbeitszeit? Gerade für berufstätige Eltern können diese Angaben den Unterschied zwischen einem geeigneten oder ungeeigneten Arbeitgeber ausmachen.

Wie ist der Umgang innerhalb des Unternehmens?

Ein entscheidender Punkt für die spätere Zufriedenheit mit der Arbeitsstelle ist das Betriebsklima: Herrscht dort ein rauer Ton oder ist die Arbeitsatmosphäre zwischen den Mitarbeitern gut? Bedenken Sie, dass Sie im besten Fall einige Jahre in dem Unternehmen verbringen wollen. Wenn sich die Chance bietet, bereits vorher zu erfahren, ob das Betriebsklima Ihren Vorstellungen entspricht, sollten Sie diese nutzen. Das kann Ihnen viel Stress ersparen.

Welche Aufstiegschancen gibt es?

Stillstand ist einer der größten Karrierekiller. Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, um seine Ziele zu erreichen, sollte wissen, ob er oder sie diese Möglichkeit beim künftigen Arbeitgeber erhält. Gibt es Angebote zur Weiterbildung? Wie groß sind die Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens? Wenn Sie sich verbessern und entwickeln wollen, sollte der Arbeitgeber die Optionen dazu bieten.

An welchen Standorten arbeitet das Unternehmen?

Sie wissen natürlich, an welche Adresse Sie Ihre Bewerbungsunterlagen schicken. Aber ist das auch der Ort, an dem Ihr späterer Arbeitsplatz liegt? Oder besteht die Möglichkeit, dass Sie an einem anderen Standort eingesetzt beziehungsweise versetzt werden? Oder könnten Sie – wenn Sie wollen – auch mal im Ausland arbeiten? Ein nicht zu unterschätzender Faktor für Ihre Karriereplanung!

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Arbeitgeber suchen: Hier finden Sie Informationen

Bevor wir eine Anschaffung machen, werden heute zahlreiche Informationen eingeholt: Wir lesen Bewertungen und Testberichte oder studieren Erfahrungsberichte. Ausgerechnet bei ihrem künftigen Arbeitgebern machen das viele aber nur oberflächlich. Der Aufwand, den die meisten Bewerber hierfür betreiben, liegt deutlich niedriger als bei der Auswahl des neusten Smartphones. Eigentlich Wahnsinn! Dabei gibt es eine Reihe nützlicher Quellen, um an Informationen über potenzielle Arbeitgeber zu gelangen. Eine Auswahl:

  • Google

    Der Schritt bei der Arbeitgebersuche ist Google. Die Suchergebnisse mögen nicht alle relevant sein, doch werden Sie bestimmt auf Seiten stoßen, die Ihnen bei der Entscheidung helfen. Weiterer Vorteil: Sie können dabei Informationen über Personen einholen, mit denen Sie während der Bewerbung in Kontakt kommen. Das kann beispielsweise der Personaler sein oder der Abteilungsleiter für den Sie später arbeiten. Diese Form des Stalking ist erlaubt!

  • Unternehmenswebsite

    Die meisten Arbeitgeber haben verstanden, dass sie transparenter werden müssen, wenn Sie Talente anlocken wollen. Sie betreiben Employer Branding auf der eigenen Firmenseite im Internet und beschreiben dort oft Firmenkultur oder Aufstiegschancen. Sicher: Eine gewisse Vorsicht ist geboten. Natürlich präsentieren sich Arbeitgeber hier nur von ihrer Schokoladenseite. Die Haken und Ösen suchen Sie besser woanders. Aber spannend kann ja auch sein, was dort im Gegensatz zu anderen Unternehmen NICHT steht!

  • Social Media

    Ebenso sind viele Arbeitgeber auf Linkedin, Xing, Facebook oder Instagram aktiv. Die dort veröffentlichten Inhalte bieten ebenfalls gute Einblicke in das Unternehmen und dessen Kultur. Insbesondere wenn Sie zwischen den Zeilen lesen und auf die Antworten auf Fragen achten. Überdies können Sie hier – ohne formale Hürden – Mitarbeiter ansprechen und gezielt nach Informationen fragen. Mitarbeiter sind immer noch eine der besten Quellen, um einen tatsächlichen Einblick in die Arbeitsabläufe eines Unternehmens zu bekommen.

  • Bewertungsplattformen

    Und schließlich können Sie recherchieren, was Mitarbeiter und ehemaligen Arbeitnehmer auf Bewertungsplattformen wie Kununu oder Glasdoor schreiben. Auch hier gilt: Genau lesen! Viele frustrierte Ex-Mitarbeiter lassen hier gerne Dampf ab oder wollen sich rächen. Wer zufrieden war, schreibt seltener. Deshalb sollten Sie darauf achten, welche Punkte wie kritisiert werden und wie wichtig Ihnen diese sind.

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Arbeitgebersuche: Offline

Nicht nur im Internet haben Sie die Chance, wichtige Informationen für die Arbeitgebersuche zu finden. Auch offline bieten sich Ihnen zahlreiche Optionen zur Recherche:

  • Karrieremessen

    Viele Unternehmen stellen sich und ihre Stellenangebote auf Karrieremessen vor. Hier können Sie Ihre Fragen direkt an einen Mitarbeiter oder Personaler adressieren oder sich gleich bewerben. Bei uns finden Sie übrigens noch einen ausführlichen Artikel mit den besten Tipps für eine Jobmesse.

  • Tag der offenen Tür

    Alternativ dazu können Sie sogenannte „Tage der offenen Tür“ nutzen. Hier stellen sich die Arbeitgeber direkt vor Ort vor und erlauben Rundgänge durch das Firmengelände. Oft sind auch Mitarbeiter anwesend, die man ansprechen kann. Vielleicht können Sie sogar Ihre Bewerbungschancen erhöhen, indem Sie Antworten aus erster Hand zum Bewerbungsprozess erhalten.

  • Pressemitteilungen

    Der Tipp ist ungewöhnliche, ja. Der Adressat von Pressemitteilungen sind schließlich Journalisten und keine Bewerber. Der Trick hierbei ist aber, um die Ecke zu denken: Tatsächlich erfahren Sie in Pressemitteilungen viel über die aktuelle Entwicklungen im Unternehmen, erfahren Namen von wichtigen Entscheidern, die Sie anschließend googeln können. Lesen Sie ebenfalls die anschließenden Presseberichte dazu: Wie reagieren die Medien auf das Unternehmen? Bemängeln Journalisten Missstände? Wird gar von Stellenabbau geschrieben? Alles sehr aufschlussreich!

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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