Facebook-Gedächtnis-Smartphone-MannZunehmend mehr Unternehmen suchen die Nachwuchskräfte nicht mehr nur über Jobbörsen im Internet, sondern auf eigenen, sogenannten Karriereseiten, auf denen sie über vakante Stellen informieren und gleich daneben den Online-Bewerbungsprozess starten. Die Kandidaten und Bewerber auf der anderen Seite haben dieses Angebot bislang vor allem auf stationären Rechnern genutzt. Doch das ändert sich, längst vollzieht dich der nächste Evolutionsschritt: das sogenannte Mobile Recruiting. Oder vereinfacht ausgedrückt: die Jobsuche per Smartphone oder Tablet-PC. Doch wie jetzt eine aktuelle Studie enthüllt: Kaum ein Unternehmen ist dafür schon bereit…

Obwohl 2012 in Deutschland rund 25 Millionen Smartphones verkauft wurden und 14 Prozent der mobilen (Google-)Nutzer nach Stellenangeboten suchen, sind rund 7 Prozent der untersuchten Karriere-Webseiten mobil praktisch nicht erreichbar und 93 Prozent der erreichbaren Karriereseiten nicht mobil-optimiert, sprich: mit dem Smartphone nicht (vernünftig) nutzbar.

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Auch bieten nur 4 Prozent der Unternehmen Karriere-App als Alternative an. Und unter diesen Apps ist das Apple-Betriebssystem iOS mit 70 Prozent Anteil dominierend, obwohl Android-Smartphones auf der Nutzerseite marktführend sind. Das sind – grob zusammengefasst – die wichtigsten Erkenntnisse der “Mobile Recruiting Studie 2013“, für die Kollegen von Atenta die Karriereseiten von 160 börsennotierten deutschen Unternehmen aus DAX, TecDax, M-Dax und S-Dax untersucht wurden.

Zurzeit sind wir mobil nicht erreichbar…

Das Ergebnis wirft durchaus Fragen auf: Was nützen Budgets für das Online-Personalmarketing und zum Aufbau der Arbeitgebermarken, wenn verfügbare Stellenangebote und wichtige Informationen dazu, den Nutzer auf seinem zunehmend bevorzugten Kanal gar nicht erreichen?

Zum Schmunzeln ist zum Beispiel diese Meldung von der Stellenbörse der Beiersdorf AG, die erscheint, wenn jemand mit dem aktuellsten Chrome-Browser oder einem mobilen Browser die Stellenangebote aufrufen möchte:

Beiersdorf-Mobile-Recruiting-Studie-2013

Besonders erschreckend: Von den 30 TecDAX-Unternehmen geht kein einziges auf die Bedürfnisse mobiler Nutzer ein. Die Karrierewebseiten sind durchweg nicht mobil-optimiert und schlecht nutzbar. Gerade bei den Unternehmen aus dem Technologie-Bereich hätte man anderes erwartet – insbesondere bei Unternehmen wie der United Internet AG, der Software AG oder Xing.

Bewerber suchen verstärkt mobil nach Stellen

Schon Anfang des Jahres kam eine vergleichbare Studie von Potentialpark, für die mehr als 25.000 Jobsuchende befragt wurden, zu dem Ergebnis: Schon heute suchen rund 26 Prozent der Bewerber mobil nach Stellen und 59 Prozent denken ernsthaft darüber nach. 56 Prozent der Befragten nutzen Applikationen für ihre Jobsuche, im Jahr zuvor waren es nur 47 Prozent. Die Motivation dazu:

  • 69 Prozent suchen primär nach offenen Stellen.
  • 62 Prozent wollen den aktuellen Stand ihrer Bewerbung abrufen können.
  • 47 Prozent suchen nach Informationen über potenzielle Arbeitgeber.

Für die Unternehmen ergeben sich aus den Ergebnissen einige Handlungsempfehlungen:

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Karriere-Seite auch für mobile Endgeräte optimiert ist.
  • Bieten Sie entweder Karriere-Apps für möglichst alle großen mobilen Plattformen – iOS, Android, Windows Phone – an.
  • Kommunizieren Sie die Einführung der mobilen Webseite aktiv.
  • Bieten Sie Bewerbern die Möglichkeit, ihre Bewerbung mobil, beispielsweise via LinkedIn, einzureichen.

Unternehmen sollten sich schon heute auf die mobile Jobsuche einstellen. Bewerber nutzen diesen Weg schon heute – ein Trend, der sich in den kommenden Monaten sicher verstärken wird. Doch ohne entsprechende Angebote werden viele Unternehmen den Kampf um die begehrten Talente womöglich zugunsten mobilerer Konkurrenten verlieren.