Jeder Arbeitnehmer wünscht sich ein gutes Betriebsklima, mit Kollegen, die immer freundlich, nett und hilfsbereit sind. Doch leider sind es in der Realität oft genau diese freundlichen und hilfsbereiten Kollegen, die ausgenutzt und herumgeschubst werden. Schnell wird dann aus Freundlichkeit nur noch der Wunsch, es allen anderen recht machen zu wollen. Es heißt aber nicht umsonst: Wer es allen recht macht, vergisst dabei am Ende immer sich selbst. Darum sollten Sie sich im Job definitiv nicht alles gefallen lassen, sondern sich ruhig trauen, Gegenwehr zu leisten, wenn andere Kollegen versuchen, Sie in der Hackordnung weiter nach unten zu drücken. 4 Tipps, damit Sie sich im Job nicht mehr alles gefallen lassen...

Gegenwehr Mitarbeiter nichts gefallen lassen sich wehren

Wer sich besonders häufig herumschubsen lässt

Wie Sie am Arbeitsplatz von Ihren Kollegen behandelt werden, hängt zu einem großen Teil davon ab, wie Sie sich im Job verhalten und vor allem, ob Sie es mit sich machen lassen. Doch gibt es einige Gruppen, die besonders häufig im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, wenn es darum geht, herumgeschubst zu werden.

  • Junge Kollegen. Frisch von der Universität oder der erste Job kurz nach der Ausbildung? Dann ist nicht nur die Unsicherheit besonders groß, sondern es kommt auch immer wieder der Gedanke, dass man sich erst beweisen müsse. So sind es oft die jungen Kollegen ohne Berufserfahrung, die der Meinung sind, Sie müssten sich von den erfahrenen Mitarbeitern alles gefallen lassen - auch wenn das bedeutet, sich selbst immer wieder zurückzunehmen.
  • Neue Kollegen. Ähnlich sieht es bei Kollegen aus, die erst kurz in einem Unternehmen sind und neu zu einem bestehenden Team dazu stoßen. Verständlicherweise möchte man sich schnell ins Team einfügen und so ist man anfangs besonders zuvorkommend und übernimmt gerne auch zusätzliche Aufgaben. Doch daraus wird schnell pure Ausnutzung und ständiges Herumschubsen, da die dienstälteren Kollegen meinen, mit dem Neuen könnte man es sich ja erlauben.
  • Schüchterne Kollegen. Wenn das Selbstbewusstsein fehlt, ist es gleich doppelt so schwer, den Kollegen zu widersprechen und sich nicht alles gefallen zu lassen. Leider nutzen einige diesen Vorteil aus und suchen sich immer wieder die schüchternen Kollegen als Opfer ihrer Attacken.

Wer sich nicht wehrt, wird ausgenutzt

Wer sich nicht wehrt, wird ausgenutztEs ist die traurige Wahrheit: In jeder Branche und in nahezu jedem Unternehmen findet sich jemand, der die Schwäche eines Kollegen erkennt und nicht zögert, diese auch zum eigenen Vorteil auszunutzen. Sei es, um sich selbst in einem besseren Licht zu präsentieren und vielleicht bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen bevorzugt behandelt zu werden, um eine unliebsame oder sehr arbeitsintensive Aufgabe weiterzureichen oder um ständig irgendeinen Gefallen einzufordern, der einem selbst das Leben ein Stück erleichtert.

Ein großes Problem: Viele erkennen anfangs gar nicht, dass Sie ausgenutzt werden. Man möchte einfach freundlich sein, für ein gutes Betriebsklima sorgen und sich mit möglichst jedem Kollegen gut verstehen. Da zeigt man natürlich Verständnis, wenn dieser dringend die Schichten tauschen muss, man einige Aufgaben übernehmen soll oder man kurzfristig als Vertretung für einen Termin einspringen soll. Man denkt sich erst einmal nichts dabei - bis es in den meisten Fällen bereits zu spät ist und man schon tief in der Klemme steckt.

Denn: So schön es auch scheinen mag, dass Sie sich einen Ruf als hilfsbereiter und verständnisvoller Kollege, als Samariter des Büros erarbeitet haben - so etwas spricht sich eben auch herum. Schnell weiß jeder, dass man einfach nur zu Ihnen kommen muss, wenn man gerade einen Gefallen braucht. Und aus anfänglich noch unschuldiger Hilfsbereitschaft wird schnell das große Ausnutzen, wenn Sie plötzlich als Sammelbecken für jede Anfrage und jeden Gefallen der gesamten Belegschaft gelten.

Hören Sie auf, sich alles gefallen zu lassen!

Gegenwehr Angestellte Selbstachtung wehren standpunktSollten Sie immer wieder bemerken, dass Ihre Kollegen Sie herumschubsen, Sie übergehen oder Sie einfach nicht vollkommen ernst nehmen, ist es dringend Zeit, etwas an dieser Situation zu ändern. Auf kurz oder lang werden Sie nicht nur stetig unglücklicher mit Ihrer Arbeit, Sie verlieren auch immer mehr an Selbstwertgefühl. Auch sollten Sie nicht dem Irrglauben erliegen, dass sich solche Probleme von allein lösen. Es ist in diesem Fall eher das komplette Gegenteil. Je länger Sie sich das Verhalten von Ihren Kollegen bieten lassen und im Job einfach alles hinnehmen, desto wahrscheinlicher werden diese Sie immer wieder als Ziel auswählen, da keine Gegenwehr zu erwarten ist. Diese vier Tipps können Ihnen helfen, sich im Job mehr Ansehen zu verschaffen und sich nicht mehr alles gefallen zu lassen.

  1. Lernen Sie deutlich Nein zu sagen

    Kannst du diese Aufgabe für mich übernehmen? Hast du vielleicht noch ein bisschen Zeit, um länger zu bleiben? Kümmerst du dich bitte um die Anfrage? Wer immer nur Ja und Amen sagt, wird schnell für alles mögliche eingespannt. Darum ist es im Job eine unglaublich wichtige Fähigkeit, Nein sagen zu können. Natürlich spricht nichts dagegen, mal einem Kollegen zu helfen. Aber nur, wenn dies mit Ihren eigenen Aufgaben überhaupt vereinbar ist. Auch Ihr Tag hat nur 24 Stunden. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, zu allem Ja zu sagen, sondern setzen Sie wichtige Grenzen.

    Weitere Tipps dazu finden Sie hier:

  2. Fordern Sie Respekt ein

    Ebenso wie Sie Ihre Kollegen und Vorgesetzte mit Respekt behandeln, haben auch Sie es verdient, dass man sich Ihnen gegenüber anständig und respektvoll verhält. Nimmt ein Kollege Sie nicht ernst oder macht immer wieder Witze auf Ihre Kosten? Dann sprechen Sie dies am besten direkt an und machen deutlich, dass Sie einen solchen Umgangston nicht gutheißen. Diese direkte Art fällt vielen nicht leicht, doch zeigt es in der Regel schnell Wirkung und Ihre Kollegen werden einsehen, dass Sie sich eben nicht alles gefallen lassen.

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  3. Gehen Sie Risiken ein

    Sie müssen sich nicht aus Angst vor den Reaktionen Ihrer Kollegen vor jedem Risiko verstecken. Zeigen Sie stattdessen, dass Sie sich selbst etwas zutrauen. Nur wenn Sie nach außen zeigen, dass Sie sich und Ihre eigene Arbeit wertschätzen, werden auch die Büronachbarn dies tun. Gehen Sie daher ruhig ein Risiko ein und sollte tatsächlich etwas schief gehen, können Sie daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Nicht nur Ihre Kollegen werden Sie in einem neuen Licht sehen, Sie werden sich auch selbst besser fühlen.

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  4. Vertreten Sie Ihre ehrliche Meinung

    Es ist nicht Ihre Aufgabe, in Diskussionen immer nur den Meinungen von anderen zuzustimmen. Sie haben im Job immer das Recht, Ihre eigene Meinung zu äußern und durch gute Argumente zu vertreten. Ihrem Chef wird diese Initiative sicherlich positiv auffallen und beim nächsten Mal werden es sich die Kollegen lieber ein zweites Mal überlegen, ob Sie sich mit Ihnen anlegen wollen.

    Weitere Tipps dazu finden Sie hier:

  5. Sprechen Sie den Chef auf die Situation an

    Sollte das Problem weiterhin bestehen und Sie haben das Gefühl, die Kollegen würden weiterhin versuchen, Sie auszunutzen, kann das offene Gespräch mit dem Chef helfen. Denken Sie daran: Das hat nichts mit petzen zu tun und Sie sind auch nicht mehr in der Schule, wo Sie dem Lehrer sagen, dass ein Mitschüler gespickt hat. Hier geht es um die Verhältnisse an Ihrem Arbeitsplatz und Sie haben das gute Recht, sich dafür einzusetzen und vom Chef zu verlangen, dass er für entsprechende Bedingungen sorgt.

    Weitere Tipps dazu finden Sie hier:

[Bildnachweis: BortN66 by Shutterstock.com]

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