SonnenuntergangMal erhlich: Die aktuelle Wirtschaftslage ist nicht gerade so, dass man in den kommenden Monaten Großes erwartet. Eher eine Rezessioin, Jobabbau, miese Stimmung im Büro und den Kaffeeküchen. So mancher könnte da auf die Idee kommen, die Zeit einfach auszusetzen – eine Auszeit nehmen, überwintern, im Sabbatical.

Keine schlechte Idee. Das aus dem Englischen entliehene Wort stammt ursprünglich aus der Bibel und vom hebräischen Sabbat: „Im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten“, heißt es da. Gemeint ist eine Atempause für Äcker und Ackernde. Längst hat sie sich auch auf Unternehmen übertragen: Zahlreiche Firmen gestehen ihren Mitarbeitern bis zu fünf Jahre unbezahlten Urlaub zu ohne dass ihr Arbeitsplatz gestrichen wird, andere Mitarbeiter bekommen einen Monat Sonderurlaub, wieder andere können ihre Überstunden auf einem Arbeitszeitkonto ansparen und das Zeitsparschwein mit einem Mal schlachten. Für alle diese Sabbatical-Modelle gilt jedoch: Die Auszeit muss in den Lebenslauf passen.


Damit die berufliche Pause nicht zum Boomerang wird, erst recht in Krisenzeiten, sollten Sie sich vorher fragen, was Sie damit erreichen wollen: Sich regenerieren? Sich weiterbilden? Oder den Kontakt zur Familie temporär verstärken? Statistisch ist es so, dass sich die Mehrheit der Arbeitnehmer ein halbes bis ganzes Jahr Zeit nimmt – vor allem, um sich weiterzubilden. Das ist sicher gemogelt, weil der wahre Grund Überforderung/Umorientierung dem Image nicht guttut. Trotzdem ist die Masche richtig: Die Begründung sollte immer den Nutzen für das Unternehmen in den Vordergrund rücken. Wenn Sie also ausgrechnet jetzt abtauchen wollen, um die nächsten mageren Monate für sich zu nutzen, stellen Sie die Kostenersparnis für das Unternehmen in den Vordergrund und werben Sie zugleich mit Weiterbildung & co., so dass klar wird: Wenn Sie wiederkommen, kann Ihr Arbeitgeber noch mehr von Ihnen erwarten.

Das Nächste ist eine gute Planung: Geben Sie sich und Ihrem Arbeitgeber genug Zeit, sich auf die Auszeit vorzubereiten. Eine Vorwarnzeit von ein paar Monaten senkt das Risiko eines Konflikts deutlich. In der jetzigen Phase reichen vielleicht aber auch schon acht Wochen.

Klären Sie vorab auch die Modalitäten Ihrer Rückkehr und fixieren Sie diese im Arbeitsvertrag! Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Dabei sollte der Arbeitgeber versichern, dass Sie mit dem Wiedereinstieg auf die alte Position zurückkehren können. Wer kann, sollte sicherheitshalber eine Abfindungsvereinbarung treffen – für den Fall, dass man Ihnen eine schlechtere Stelle zuweist.

Wie Sie das Sabbatical finanzieren, hängt vom Unternehmen ab. Oft ist es besser, das Sabbatjahr durch Mehrarbeit auf einem Arbeitszeitkonto anzusparen oder für eine bestimmte Zeit auf Teile des Gehalts zu verzichten, damit das Beschäftigungsverhältnis sowie die Kranken- und Sozialversicherung während der Auszeit bestehen bleiben. Dafür fehlt aber jetzt kurzfristig die Zeit. Rechnen Sie dann aber unbedingt mit spitzem Bleistift, wie viel Geld Sie während der Zeit brauchen! Vergessen Sie dabei sporadische Reparaturen oder laufende Versicherungsverträge nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, erhöht den errechneten Bedarf um 20 Prozent. Die Pause soll ja auch Spaß machen!