Disziplin lernen
Talent, Intelligenz, Bildung, Herkunft - keine Frage, all diese Faktoren nehmen Einfluss auf die berufliche Laufbahn und den Erfolg. Glaubt man der aktuellen Forschung sind sie aber weit weniger relevant als eine Tugend, die leider schrecklich altmodisch klingt: Disziplin. Oder gleich noch individueller: Selbstdisziplin. Sie ist vielleicht die preussischste aller Tugenden. Entsprechend angejahrt ist ihr Image: steif, altbacken, ungefähr so heiter Marschmusik. Sicher nicht ganz unschuldig daran ist der Wortstamm: Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Lateinischen und steht für Unterweisung, Zucht und Ordnung. Nicht wirklich motivierend. Doch auch wenn es unbequem klingt: Nicht positives Denken oder allein den Leidenschaften zu folgen, ist der Schlüssel zum Erfolg - sondern eben diese Disziplin...

Ohne Disziplin keinen Erfolg

Selbstdisziplin lernenZugegeben, schon das Wort klingt unsympathisch scharf. Es zischt so zackig. Und es klingt nach...

  • Drill
  • Kadavergehorsam
  • Befehlskette
  • Regulierungswut
  • Anhaltender Anstrengung

Weil das keiner mag, stolpert man in Büchern dafür umso regelmäßiger über Ratschläge vom Typ:

Mache, was Du liebst – und Geld und Erfolg werden dir folgen.

Das klingt doch schon viel besser. Leider ist das aber nur die Readers-Digest-Version einer klassischen Erfolgsweisheit. Ein Exzerpt. Die vollständige Fassung lautet in etwa so:

Mache, was Du liebst, arbeite hart, sehr hart, sei leidenschaftlich, sei zielstrebig, sei offen für Neues, engagiere Dich, mehr als verlangt, sei diszipliniert, hartnäckig, halte durch und arbeite wirklich hart, sogar noch ein wenig härter – und dann, eines Tages, werden Geld und Erfolg dir folgen.

Die Botschaft ist nicht sonderlich populär, aber deswegen nicht weniger wahr: Niemand vollbringt Großartiges ohne harte Arbeit. Kein Mensch ist das Opfer von auf natürliche Weise ungleich verteilten Talenten, aus denen nur wenige etwas machen können, während der Rest dabei neidisch zuschauen muss.

Die Mär vom leichten, schnellen Weg vom Tellerwäscher zum Millionär ist eben meist nur das: eine Mär. Ein Traum, der gerne anhand von Menschen illustriert wird, die schon Millionär sind. Was dabei jedoch ausgeblendet wird, sind die vielen harten Jahre des Mutes, der Entbehrung, der Niederlagen, des anhaltenden Engagements und Durchhaltens davor. Talente sind oft gar nicht so ungleich verteilt - im Fleiß und Durchhaltevermögen liegen die Unterschiede.

Und gemeint ist hierbei vor allem die Selbstdisziplin. Also keine Fremdbestimmung, sondern vielmehr eine Form der bewussten Selbstregulierung und Selbstkontrolle.

Man könnte auch sagen: Alle Klischees über Disziplin und harte Arbeit sind wahr:

Die Gefahren der Selbstdisziplin

Disziplin zu halten, gut zu sein in seinem Job - das birgt auch eine Gefahr, die kaum einer auf dem Radar hat. So konnten Wissenschaftler um Christy Koval von der Duke's Fuqua School of Business nachweisen: Selbstdisziplin hat - zweifellos - viele Vorteile, die Betroffenen leiden aber auch erheblich unter ihrer eigenen Kompetenz. Denn an solche Menschen werden (von anderen) instinktiv höhere Ansprüche gestellt. Und nicht zuletzt stellen Selbstdisziplinierte und -reflektierte auch enorme Anforderungen an sich selbst. Eben weil sie so diszipliniert seien, arbeiteten sie mehr und härter als andere und beuten sich dabei oft gerne selber aus - bis hin zum Burnout.

Disziplin ist für den Erfolg wichtiger als Intelligenz

Dass Disziplin für den Erfolg oft wichtiger ist, als der Intelligenzquotient - zu dem Ergebnis kamen schon Angela Duckworth und Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania.

Die US-Psychologen untersuchten 2005 eine Gruppe von 300 Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren. Bei einem ersten Test prüften sie, wie gut die Schüler in der Lage waren, Regeln zu befolgen, ihr Verhalten anzupassen und impulsive Reaktionen zu unterdrücken.

Ergebnis: Wer das konnte, erreichte ein halbes Jahr später deutlich bessere Noten, fehlte seltener und steigerte seine Leistungen stärker als die Mitschüler.

Bei einem zweiten Test verglichen die Forscher diese Erkenntnis, indem sie die Schüler zusätzlich verschiedene Intelligenztests absolvieren ließen.

Ergebnis: keines. Der IQ hatte auf das Abschneiden der Kinder allenfalls halb so großen Einfluss wie die Disziplin.

Mehr noch: Bei Tests mit Studenten zeigte sich: Wer bereit war, auf kurzfristige Freuden (Partys, Chillen, etc.) zu verzichten, um sich stattdessen für das langfristige Ziel des Studienerfolgs zu quälen, erreichte seine akademischen Ziele binnen jedes Semesters.

Nicht so die intelligenteren, aber weniger disziplinierten Kommilitonen: Sie fielen häufiger durch.

Ein hoher IQ sagt also überhaupt nichts darüber aus, ob jemand einen guten Uni-Abschluss schafft. Entscheidender sind Willensstärke und Durchhaltevermögen – oder kurz: Disziplin.

Erfolgsfaktor Volition

Haben Sie Lust auf einen kleinen Selbsttest? Dann finden Sie heraus: Wie viel Biss haben Sie?

Der Marshmallow Test: Nur Geduld!

Marshmallow-Test-Effekt-ChallengeDas Ganze erinnert nicht zufällig an den sogenannten Marshmallow-Test, der inzwischen zu den Klassikern in der Sozialpsychologie zählt.

Dessen Ergebnis ist - kurz gesagt -, dass die Fähigkeit zur Selbstbeherrschung, zum sogenannten Gratifikationsverzicht, ein wesentliches Erfolgskriterium ist und sich dies schon in Kinderjahren offenbart.

Damals, 1968, stellten Wissenschaftler um den Psychologen Walter Mischel eine Gruppe von Vorschülern vor eine Tüte Marshmallows (daher der Name) und die Wahl: Entweder ihr esst die Süßigkeit sofort – oder ihr wartet, bis der Versuchsleiter zurückkommt und bekommt dann eine zweite Nascherei.

Hier das nachgestellte Video zum Marshmallow-Test

Wie im obigen Video griffen einige Kinder sofort zu, die Mehrheit aber wartete ab - mit erstaunlichen Folgen: Denn damit war das Experiment (PDF) lange nicht vorbei: Rund 14 Jahre später wurden dieselben Schüler erneut unter die Lupe genommen (PDF):

  • Die Geduldigen waren zu selbstbewussten, sozial kompetenten Persönlichkeiten gereift, konnten mit Rückschlägen umgehen und waren in der Lage, eine Belohnung aufzuschieben, wenn es ihren Zielen diente.
  • Die ungeduldigen Sofortesser dagegen waren unsicherer, unentschlossener, neidischer, und schnitten auch – unabhängig von ihrer Intelligenz – in der Schule schlechter ab.

Kurzum: Die Fähigkeit zum Gratifikationsverzicht oder besser gesagt Belohnungsaufschub und zur Geduld war und ist ein Kennzeichen starker Charaktere.

Der ehemalige Harvard-Professor Daniel Goleman, der Mitte der Neunzigerjahre einen Bestseller über emotionale Intelligenz schrieb, schlägt in dieselbe Kerbe, seine These: Zum Erfolg gehört mehr als ein hoher Intelligenzquotient. Der sei allenfalls zu 20 Prozent für Erfolg und Lebensglück verantwortlich. Wer dagegen klug mit seinen Gefühlen und Begierden umgeht, sich in Geduld üben kann, bringt es im Leben weiter als der brillanteste Bauchmensch.

Kritik am Marshmallow-Test

Marshmallow-Test-GratifikationsverzichtCeleste Kidd von der Universität von Rochester fiel vor einigen Jahren in einem Heim für obdachlose Familien im kalifornischen Santa Ana allerdings auf, dass die Kinder dort wohl alle Marshmallows sofort verschlingen würden - aus purer Not. Wenn (junge) Menschen etwa das Gefühl haben, immer zu kurz zu kommen oder ihnen würde womöglich etwas weggenommen, dann treffen sie mit der vermeintlichen Ungeduld ebenfalls eine rationale Entscheidung.

In ihrer anschließenden Studie (PDF) kommt sie denn auch zum Ergebnis, dass die Fähigkeit zum Gratifikationsaufschub auch stark von der Umwelt beeinflusst wird und wie verlässlich die Umgebung ist.

Selbstdisziplin lernen: So geht das!

BusDie gute Nachricht: Disziplin ist nichts, was einem angeboren ist oder nicht - sie beruht allein auf Willenskraft. Und die lässt sich trainieren.

Davor steht allerdings eine wichtige (Selbst-)Erkenntnis: Wir haben die Macht über uns und darüber, Dinge zu ändern. Im Angelsächsischen gibt es dazu ein schönes Bonmot oder besser gesagt eine Frage:

Who is driving the bus?

Zu deutsch: Wer ist der Busfahrer in Ihrem Leben - Sie selbst oder sitzt ein anderer am Steuer?

Nicht wenige überlassen wir es anderen - und sei es nur dem sprichwörtlichen inneren Schweinehund - Ziele zu verfolgen. Nur eben nicht die eigenen. Wer etwas wirklich (selber) will, findet Wege; wer etwas nicht will, findet Gründe. Und macht Platz auf seinem Fahrersitz für Chauffeure, Ausreden, Umstände...

Zum Beispiel Gwyneth Paltrow. Sie ist für viele ein Paradebeispiel für Selbstdisziplin: Jeden Morgen treibt sie Sport und gibt Tipps, wie man sogar im Hotel ohne Sportgeräte Gymnastikübungen machen kann. Als Normalo fragt man sich: Wie macht sie das bloß? Wie motivieren sich Menschen wie Gwyneth Paltrow?

Schuldbewusst denkt man dann an all die Male, in denen man sich noch einmal im Bett umgedreht hat, statt die Laufschuhe anzuziehen und bereits vor der Arbeit joggen zu gehen. Auf das schlechte Gewissen folgen die Ausreden: schlechtes Wetter, keine Zeit, zu viel zu tun...

In der Wissenschaft ist dieses Verhalten auch als Prokrastination bekannt und wird seit Mitte der Achtziger Jahre intensiv erforscht.

Der US-Psychologe Joe Ferrari von der DePaul University in Chicago ist einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet und unterscheidet hierbei vor allem zwei Typen:

  • Den Erregungsaufschieber. Er reagiert erst auf den letzten Drücker und genießt den Kick, den der Hochdruck zum Schluss erzeugt. Meist behauptet er, erst dadurch kreativ zu werden.
  • Den Vermeidungsaufschieber. Er leidet unter der Angst zu versagen. Deshalb meidet er den Leistungsdruck, den die Aufgabe erzeugt. Dafür ist er ein Meister der Ausreden.

Einige versuchen sich auch einzureden, Selbstdisziplin sei langweilig und verderbe einem den Spaß. Doch wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass das Aufschieben und Vermeiden von Aufgaben auch nicht glücklicher macht. Schon gar nicht auf lange Sicht. Denn die Aufgaben erledigen sich auch weiterhin nicht von alleine. Und sie geistern dann auch noch irgendwo im Hinterkopf herum und verleihen der aktuellen Beschäftigung einen faden Beigeschmack.

Scheitern natürlich auch. Weshalb wieder andere den permanenten Herausforderungen, die eben ihre Disziplin verlangen, aus dem Weg gehen.

Dabei ist Versagen nur allzu menschlich. Shit happens. Was die Erfolgreichen vom Rest jedoch unterscheidet: Sie machen trotzdem weiter.

Beispiel Abraham Lincoln. Der ist nicht nur einer der meist verehrten Präsidenten der USA. Was weniger bekannt ist: Er startete als verkrachte Existenz...

  • Mit 22 im Geschäftsleben gescheitert.
  • Mit 23 bei der Wahl verloren.
  • Mit 24 im Geschäftsleben erneut gescheitert.
  • Mit 26 eigene Kinder überlebt.
  • Mit 27 einen Nervenzusammenbruch gehabt.
  • Mit 29 nicht gewählt als Speaker of the House.
  • Mit 31 nicht gewählt als Elector.
  • Mit 34 nicht gewählt als Kongressabgeordneter.
  • Mit 39 wieder nicht gewählt.
  • Mit 46 nicht gewählt als Senator.
  • Mit 47 nicht gewählt als Vizepräsident.
  • Mit 49 nicht in den Senat gewählt.

Erst mit 51 wurde Lincoln zum Präsidenten gewählt. Bis dahin aber überstand er allein diese zwölf Niederlagen. Die meisten Menschen in seiner Situation hätten ihre politische Karriere vermutlich eher begraben und wären von der öffentlichen Bühne verschwunden. Lincoln aber machte weiter.

Das ist es, was manche das Paradoxon der Prokrastination oder den Depletion-Effekt nennen:

Bei dem Versuch, es uns leichter zu machen und mögliches Scheitern zu verhindern, machen wir es uns tatsächlich oft schwerer. Wir sparen vielleicht jetzt etwas Energie, drücken uns vor Verantwortung – aber das hat Konsequenzen: Es zehrt trotzdem an unseren Ressourcen, weil wir hinterher umso härter nachholen müssen, was wir vorher aufgeschoben haben oder immer frustrierter werden, weil uns der Erfolg versagt bleibt.

Selbstbetrug statt Selbstdisziplin

Selbstdisziplin ist das Eine, Versuchungen das Andere: Ein wesentlicher Weg zu mehr Selbstkontrolle ist, Versuchungen strikt aus dem Weg zu gehen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Loran Nordgren von der Kellogg School of Management.

Die Ironie daran ist nur: Menschen, die glauben, über ein hohes Maß an Selbstkontrolle zu verfügen, setzen sich oft vermehrt Versuchungen aus - und erliegen diesen. Bei einem der zugrunde liegenden Experimente scheiterten angehende Ex-Raucher mit angeblich starker Selbstbeherrschung prompt an einem animierenden Film ("Coffee and Cigarettes") oder fingen bereits nach vier Monaten mit dem Rauchen wieder an.

Tipps, wie Sie Disziplin lernen und den inneren Schweinehund überlisten

Andresr/shutterstock.comParadox ist auch, dass viele Menschen, die man für selbstdiszipliniert hält, das von sich selbst gar nicht behaupten würden. Morgens aufstehen und als Erstes joggen zu gehen, ist für sie so selbstverständlich wie Zähneputzen. Der Weg dorthin, ist die eigentliche Herausforderungen - es ist die Kunst, den inneren Schweinehund abzurichten und ihn zu überlisten.

Wie das geht? Es sind die klassischen Schritte, wie auch andere Dinge geregelt kriegen:

  1. Handeln Sie aus eigenem Antrieb heraus.

    Treten Sie einen Schritt zurück und fragen Sie sich: Warum will ich das überhaupt? Kommt der Wunsch von Ihnen oder ist es ein gut gemeinter Rat von außen? Um dauerhaft dabei zu bleiben, müssen Sie einen Sinn dahinter erkennen. Es muss Ihr persönlicher Wunsch sein, alles andere funktioniert auf Dauer nicht.

  2. Setzen Sie Prioritäten.

    Entscheiden Sie, was wirklich wichtig und dringend ist und was noch Zeit hat oder delegiert werden kann. Die Eisenhower-Methode eignet sich dafür besonders gut. Aber auch die ABC-Technik.

  3. Setzen Sie einen konkreten Zeitpunkt fest.

    Wenn Sie sich vornehmen irgendwann bis Ende des Jahres die Steuererklärung fertig zu machen, dann machen Sie es wahrscheinlich nie oder auf den letzten Drücker, wenn Sie keine andere Wahl mehr haben. Irgendwann verleitet zum Aufschieben. Es wird Ihnen deutlich leichter fallen sich an Ihren Vorsatz zu halten, wenn Sie einen konkreten Zeitpunkt festlegen.

  4. Zerlegen Sie große Aufgaben in kleine.

    Es ist wie mit dem physikalischen Gesetz der Trägheit: Ist ein schwerer Körper erst in Bewegung, wird es leichter ihn in Fahrt zu halten. "Auch die längste Reise beginnt mit einem einzelnen Schritt", lautet ein chinesisches Sprichwort. Also beginnen Sie mit kleinen Schritten.

  5. Setzen Sie sich realistische Ziele.

    Viele scheitern auch daran, dass sie sich von Anfang an ein Ziel stecken, dass sie unmöglich erreichen können. Merken sie dann, dass sie dieses Ziel nicht erreichen können, geben sie frustriert auf. Stecken Sie sich zu Beginn lieber kleine Ziele, wie beispielsweise jeden Tag zehn Minuten zu laufen. Dann stellt sich ein gutes Gefühl ein, wenn Sie diese Ziele erreicht haben.

  6. Finden Sie Ihren Rhythmus.

    Bei jedem Menschen gibt es innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie. Der Organismus, also Stoffwechsel, Organtätigkeit, Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Dabei unterscheiden sich vor allem die Frühaufsteher (auch Lerchen genannt. Sie stehen schon früh morgens auf und sind sofort topfit). Und die Langschläfer (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht. Ihre individuellen Leistungsphasen liegen stark zeitversetzt. Werden Sie in Ihrer persönlichen Leistungsphase aktiv.

  7. Visualisieren Sie Ihr Ziel.

    Motivation entsteht aus der Erwartung auf ein positives Gefühl, auf eine Belohnung. Halten Sie sich dieses klar vor Augen. Warum tun Sie das Ganze? Was gönnen Sie sich nach getaner Arbeit? Einigen Menschen reicht es aus sich das Ziel vorzustellen, andere brauchen ein Bild. Probieren Sie aus, was für Sie am besten funktioniert.

  8. Suchen Sie sich ein Vorbild.

    Allein der Gedanke, an eine Person, die selbstdiszipliniert ist, fördert die eigene Selbstdisziplin. Sozialpsychologin Michelle van Dellen von der Universität von Georgia und ihr Kollege Rick Hoyle von der Duke Universität haben das in einem Experiment demonstriert. Die Probanden sahen entweder eine Person, die zur Karotte oder zum Keks griff. Diejenigen, die Gemüseesser sahen, waren danach selbstdisziplinierter.

  9. Ignorieren Sie Zweifler.

    Sicher kennen Sie das: Man hat einem Freund oder Bekannten von seiner Idee erzählt und dieser reagierte mit Skepsis. Damit werden Selbstzweifel geschürt, die Ihre Motivation ins Wanken bringen. Ehe Sie sich versehen, ist ihr neues Vorhaben passé. Wappnen Sie sich dagegen und lassen Sie Nörgler einfach an sich abprallen.

  10. Belohnen Sie sich für Teilerfolge.

    Fehlen positive Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert. Loben und belohnen Sie sich also für Geschafftes. Denn auch das eint alle Erfolgreichen: Sie halten die Lücke zwischen Absicht und Ausführung so klein wie möglich - und damit den Spaßfaktor groß.

Und geben Sie nicht auf. Das ist zwar eine Binse, aber es führt auch keine Abkürzung dran vorbei. Wie sagte schon Friedrich Nietzsche: "Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel."

Extra-Tipp

Extra-Tipp-IconWas immer hilft (auch wenn es genauso altbacken daherkommt wie der Disziplin-Begriff), ist, sich seine Ziele gut sichtbar aufzuschreiben. Sichtbar heißt in dem Fall etwa, den Zettel an die Kühlschranktür zu kleben oder auf die Innentür der Toilette. Eben so, dass Sie immer wieder daran erinnert werden.

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