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Praktikum: Tipps zu Bewerbung und Praktika

Praktikantenführer-Praktika-Tipps
Das Praktikum. Für viele Studenten und Absolventen ist es heute der Einstieg in den Job. Für andere aber auch der Job selbst – nur schlechter bezahlt und ohne Rechte. Überhaupt die Bezahlung! Nach Angaben des Hochschul-Informations-System (HIS) erhält lediglich jeder dritte Praktikant so etwas wie ein Honorar. Und das liegt im Durchschnitt bei mageren 350 Euro pro Monat. Der Rest arbeitet für Ruhm und Ehre. Immerhin können sich manche damit trösten, dass tatsächlich ehemalige Praktikanten, bessere Chancen haben, zu einem Vorstellungsgespräch oder Assessment Center eingeladen zu werden, als jene, die das Unternehmen noch gar nicht kennt. Vorausgesetzt natürlich, das Praktikum verlief gut und wurde nicht zu einem Desaster…

Wie Sie möglichst viel aus Ihrem Praktikum herausholen, zeigt Ihnen der folgende Praktikumführer.


Definition: Was ist ein Praktikum

Praktika sind vor allem dazu gedacht, in der Schulzeit, während des Studiums oder kurz vor dem Berufseinstieg für eine begrenzte Zeit in Berufe oder Branchen hinein zu schnuppern sowie in den Betrieben erste Berufserfahrungen zu sammeln. Unterschieden wird dabei zwischen einem…

  • Schulpraktikum Diese Praktika finden währen der Schulzeit – zwischen der 8. und 11. Klasse – statt, sind in der Regel im Lehrplan festgeschrieben und dauern oft nicht länger als ein bis zwei Wochen. Ziel ist, den Schülern ein Gefühl für die Arbeitswelt zu vermitteln und eine erste Berufsorientierung zu geben.
  • Pflichtpraktikum Sie finden im Rahmen des Studiums statt. Manche dieser Praktika dienen sogar der Zulassungsvoraussetzung, wie etwa das Vorpraktikum im Maschinenbau. Ablauf und Dauer dieser Pflichtpraktika sind in der Regel durch die Studienordnung vorgegeben. Meist sind es zwei Pflichtpraktika bis zum Master-Abschluss. Für die Praktikanten besteht jedoch kein Urlaubsanspruch, die Vergütung (siehe unten) ist sozialversicherungsfrei und wird auf das BAföG angerechnet. Die Praktika dienen sowohl dem Erwerb erster berufsrelevanter Erfahrungen aber auch der Orientierung bei der späteren Berufswahl.
  • Freiwilliges Prakitkum Darüber hinaus kann sich jeder auch freiwillig für ein Praktikum bewerben und so neben Berufserfahrungen auch Kontakte in ein Unternehmen oder eine Branche gewinnen. Oft werden Praktika auch dazu genutzt, sogenannte Soft Skills zu trainieren beziehungsweise im Lebenslauf nachzuweisen. Also beispielsweise das Arbeiten in Projekten und Teams.

Praktikum Bewerbung: Wie bewerbe ich mich dafür?

Ob Sie eine Festanstellung oder einen Praktikumsplatz suchen – der Ablauf der Suche, Recherche und Bewerbung ist letztlich gleich.

Für die Recherche nach vakanten Praktikumsplätzen können Sie die klassischen Jobbörsen von Arbeitsagentur bis Karrieresprung.de nutzen. Darüber hinaus gibt es spezielle Praktikumsbörsen. Hier eine kleine Auswahl (die Reihenfolge stellt übrigens keine Wertung dar):

Die Unterschiede bei der Bewerbung für ein Praktikum liegen eher im Detail der Ansprache des Arbeitgebers und werden vor allem beim Formulieren des Anschreibens deutlich: Wer sich für ein Praktikum bewirbt, besitzt in der Regel keinerlei einschlägige Berufserfahrungen. Folglich können Bewerber hierbei nicht über bisherige Erfolge, Kompetenzen oder Erfahrungen argumentieren. Was bleibt, ist allein die Motivation.

Im Anschreiben für ein Praktikum MUSS also deutlich werden, warum Sie sich (ausgerechnet) für diese Stelle bewerben, was Sie sich davon erhoffen und warum Sie an diesem Unternehmen so besonders interessiert sind. Ein Musteranschreiben könnte beispielsweise so formuliert sein:

Bewerbung für ein Praktikum: Musterbeispiel

Sehr geehrte Frau ______________,

seit ich privat mit dem Bloggen begonnen habe und dabei auch schon einige Erfolge erzielen konnte, fasziniert mich der Beruf des Mediengestalters immer mehr. Ich habe auf Ihrer Website gesehen, dass genau in diesem Bereich einen Praktikanten ab dem ______________ suchen. Genau dafür möchte ich mich hiermit bewerben.

Ich verfolge Ihr Online-Aktivitäten ebenfalls schon seit einiger Zeit und bin begeistert davon, was Sie bereits alles realisiert haben – auf Twitter, Facebook – oder eben auf Ihrer Karriereseite. Nur allzu gerne würde ich meine bisherigen Erfahrungen bei Ihnen einbringen. Mehr aber noch erhoffe ich mir, Einblicke in das Jobprofil und den Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen zu gewinnen und vielleicht auch gleich im Anschluss eine passende Ausbildung für mich zu finden. Neben dem hervorragenden Ruf Ihres Unternehmens sprechen mich vor allem die zahlreichen Arbeitsbereiche und die verschiedenen Aufgaben an. Sie sind da wirklich einzigartig, finde ich!

Was ich mitbringe? Eine schnelle Auffassungsgabe, Zuverlässigkeit, hohe Sorgfalt und viel Kreativität. Ich bin bestimmt nicht der Praktikant, der nur dasitzt und auf Impuse wartet. Von mir dürfen Sie genug Elan und Verve erwarten, um auch Ihnen einen Mehrwert zu bieten. Das habe ich schon in verschiedenen Praktika während meiner Schulzeit unter Beweis gestellt. Sie dürfen da gerne nachfragen…

Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, freue ich mich, alle noch offenen Fragen zu beantworten – am liebsten natürlich in einem persönlichen Gespräch. Auf die Einladung freue ich mich – ganz frech – schon jetzt und verbleibe bis dahin…

Mit freundlichen Grüßen,

XXXXXXXXX

Gibt es eine konkrete Ausschreibung für das Praktikum, sollten Sie genau darauf eingehen und Schlüsselbegriffe exakt wiedergeben. Fachleute unterscheiden hier zwischen sogenannten…

  • Muss-Anforderungen und
  • Kann-Anforderungen.

Wird in der Stellenanzeige beispielsweise ausdrücklich erwähnt, dass der Praktikant einen Führerschein besitzen oder fließend Englisch können muss, brauchen Sie sich gar nicht erst ohne zu bewerben. Finden sich dagegen in der Offerte weiche Formulierungen, wie „wünschenswert wäre“ oder „idealerweise bringen Sie auch … mit“, dann sind das Kann-Anforderungen, die Ihre Chancen verbessern, je mehr Sie davon bieten. Ihr Fehlen ist aber kein K.O.-Kriterium.

Ebenso ist es klug, sich in die Lage des Personalers zu versetzen: Die meisten Unternehmen schreiben nicht ein Praktikum, sondern mehrere aus. Bewerben Sie sich daher nie für „ein Praktikum“, sondern ganz konkret für eines der ausgeschriebenen oder beschreiben Sie zumindest die Stelle genau, sonst weiß der Personaler gar nicht, wohin er Sie sortieren soll.

Was bei Bewerbern ebenfalls immer Pluspunkte bringt, sind außeruniversitäre oder ehrenamtliche Erfahrungen oder weitere Praktika. Also unbedingt erwähnen, falls Sie…

  • … schon andere, ähnliche Praktika absolviert haben.
  • … sich in einer Studenteninitiative engagieren.
  • … an Fachveranstaltungen teilnehmen oder diese gar mitorganisieren.
  • … im Verein besondere und passende Fähigkeiten erwerben konnten.
  • … über zusätzlich oder gar außergewöhnliche Spachkenntnisse verfügen.

Zählen Sie solche Erfahrungen und Fertigkeiten aber bitte nicht einfach nur listenhaft auf, sondern wählen Sie diese gezielt aus: In die Bewerbung kommt nur, was für die Praktikantenstelle relevant ist.

Bewerbungsmuster und Beispiel für ein Praktikum

PDF-DokumentZur Orientierung und Anregung – bitte nicht zum wörtlichen Abschreiben – haben wir für Sie zwei Mustervorlagen für das Bewerbungsanschreiben für ein Praktikumplatz erstellt. Diese sind ganz bewusst neutral gehalten – die persönliche Note sollte später von Ihnen kommen:

Praktikum-Aufgaben: Wie kann ich mich als Praktikant einbringen?

Praktikantin-Praktika-Tipps-RatgeberZu Beginn des Praktikums steht ganz oft nur bedingt fest, was man zu tun hat. Die Beschreibung in der Stellenanzeige spiegelt nicht zwingend das tatsächliche Spektrum oder die Realität wider. Auch das obligatorische Kaffee kochen und Kopieren gehen gehören mitunter zu den Tätigkeiten, die man Ihnen auferlegt. Seien Sie dann zuvorkommend und nutzen Sie die Chance, derlei vage Arbeitsinhalte zu präzisieren:

  1. Zeigen Sie Eigeninitiative.

    Gehen Sie produktiv mit Leerlaufzeiten um. Manche davon sind arbeitsbedingt nicht zu vermeiden. Außerdem haben die Kollegen natürlich auch nicht immer die Zeit, Sie beschäftigt zu halten. Wer also gerade einen Leerlauf hat, sollte sich selbstständig überlegen, an welcher Stelle gerade jemand gebraucht wird. Halten Sie die Augen offen, wo Sie eine echte Arbeitserleichterung sein können. Ansonsten: Fragen Sie einfach, wer Hilfe braucht und bieten Sie sich von sich aus an. Den Kollegen und Ihrem Chef wird es positiv auffallen, dass Sie selbst solche Vorschläge machen. Wer dagegen faul rumsitzt und abwartet bis die Arbeit zu ihm kommt, wirkt wenig motiviert und hinterlässt einen schlechten Eindruck. Und wenn partout nichts zu tun ist, fragen Sie wenigstens, ob Sie in der Zeit Ihren Praktikumsbericht vorbereiten oder Fachzeitschriften lesen dürfen.

  2. Gestalten Sie Ihr Praktikum mit.

    Warten Sie nicht darauf, dass einer der Kollegen Sie an die Hand nimmt und in sein Projekt einbezieht. Interessieren Sie sich besonders für einen bestimmten Bereich oder ein Projekt, dann sprechen Sie den entsprechenden Kollegen an und bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an. Auch auf diese Weise können Sie mitbestimmen, wie Ihr Praktikum verläuft.

  3. Fragen Sie bei Unklarheiten nach.

    Es gibt kaum dumme Fragen, aber zu späte. Gerade am Anfang Ihres Praktikums gesteht man Ihnen Rückfragen eher zu, als wenn Sie schon einige Erfahrungen gemacht haben – und dann immer noch nach Basics fragen. Das wirft dann ein schlechtes Licht auf die bisherige Arbeit.

  4. Seien Sie sich für nichts zu schade.

    Erledigen Sie auch die offensichtlichen Sisyphus-Arbeiten oder einfachste Tätigkeiten wie die Spülmaschine auszuleeren mit Interesse und Engagement. Das betont Ihren Teamgeist und statusfreies Denken. Diven dagegen kann keiner leiden. Und je mehr Sie sich aktiv einbringen, desto weniger wird man Sie hierfür nutzen.

Arbeitsrecht: Welche Rechte haben Praktikanten?

Die meisten Praktikanten trauen sich nicht, sich beispielsweise über anspruchslose Aufgaben oder schlechte Bezahlung zu beschweren. Zum Teil auch, weil sie nicht wissen, was ihnen zusteht. Hier ein kleiner Überblick aus dem Arbeitsrecht:

  • Bezahlung.

    Ein Anspruch auf eine angemessene Bezahlung besteht vor allem dann, wenn es weniger um die Vermittlung neuer Kenntnisse geht, sondern die Arbeitsleistung im Vordergrund steht. Dies ist bei Praktika nach Abschluss des Studiums der Fall. Inzwischen gilt ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde, der auch für die meisten Praktikanten gilt. Lediglich Pflichtpraktika und freiwillige Praktika unter sechs Wochen sind davon ausgenommen. Mehr dazu siehe HIER.

  • Arbeitszeit.

    In der Regel entsprechen die Arbeitszeiten denen der angestellten Arbeitnehmer. Wie lange ein Praktikant arbeitet, wird in der Regel im Einzelnen schriftlich festgehalten.

  • Urlaub.

    Auch beim Urlaubsanspruch gelten unterschiedliche Regelungen. Bei Pflichtpraktika unterliegen Studenten keinem arbeitsrechtlichen Schutz und haben auch keinen Anspruch auf Urlaub. Bei einem freiwilligen Praktikum gelten allerdings die gleichen Rechte wie bei Angestellten auch. Das bedeutet, dass Sie Anspruch auf mindestens 24 Tage im Jahr, also 2 Tage pro Monat, haben.

  • Kündigung.

    Wurde im Vorfeld keine Kündigungsfrist vereinbart, können Sie jederzeit gehen. Sollte das Praktikum ganz und gar nicht Ihren Vorstellungen entsprechen und Sie haben das Gefühl, nichts zu lernen, sollten Sie die Notbremse ziehen. Es ist auf keinen Fall in Ordnung, wenn Sie nur Kaffee kochen oder Kopierarbeiten verrichten.

Ausführliche Informationen zu Rechten und Pflichten finden Praktikanten in unserem Artikel zum Arbeitsrecht.

Praktikum-Gefahren: Wo lauern Stolpersteine?

Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Klar, als Praktikant stehen Sie zwar oft außerhalb der Hierarchie (im Gegensatz zu Auszubildenden), dennoch sollten Sie zunächst bescheiden auftreten und nicht eine Bugwelle erzeugen, als seien Sie der Christus der Branche. Mit ein wenig Empathie, Diplomatie und Fingerspitzengefühl lassen sich die meisten Klippen umschiffen.

Folgende Fettnäpfe sollten Sie daher überspringen:

  • Häufig zu spät kommen.

    Wiederholt zu spät zu kommen sowie ohne Absprache früher zu gehen, ist ein absolutes No-Go. Arztbesuche sollten Sie in den ersten Wochen ebenfalls vermeiden, ansonsten bitte rechtzeitig ankündigen und Bereitschaft signalisieren, den Termin zu tauschen. Termine wie Familiengeburtstage klären Sie bitte ebenfalls vorher ab.

  • Den Arbeitscomputer privat nutzen.

    Auch wenn man Ihnen einen Computer mit Internetzugang zuteilt – klären Sie unbedingt vorher, ob Sie damit auch mal privat surfen dürfen. Dass Sie keine schlüpfrigen Seiten besuchen, versteht sich von selbst. Aber seien Sie auch zurückhaltend mit Besuchen in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Und schon gar nicht sollten Sie dort öffentlich und negativ über Ihr Praktikum plaudern. Manche machen das leider…

    Praktikum-Tweet-negativ

  • Schlechte Manieren im Alltag zeigen.

    Wenn Sie sich einen Kaffee holen, fragen Sie doch einfach mal bei den Zimmerkollegen nach, ob diese auch einen möchten. Alles andere wäre stillos. Und trauen Sie sich ruhig die erste Runde zu spendieren – dann werden auch Sie eingeladen. Seien Sie auch sonst freundlich und zuvorkommend. Deswegen muss keiner devot werden. Aber gute Manieren sowie „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, haben noch nie geschadet.

  • Sich an Lästereien beteiligen.

    Halten Sie sich beim Flurfunk zurück und lassen Sie sich nicht zu Lästereien hinreißen. Beobachten und analysieren Sie lieber die Situation und Gruppierungen, bis Sie ungefähr nachvollziehen können, welche Lager es gibt und wer mit wem verbandelt ist. Was dagegen erlaubt ist: Nutzen Sie den Flurfunk und den alltäglichen Umgang der Kollegen miteinander, um sich ein Bild von dem Unternehmen zu machen. Und fragen Sie sich, ob Sie sich in dieser Atmosphäre langfristig wohlfühlen können.

  • Als Besserwisser auftreten.

    Sie stecken voller Motivation und in Ihrem Kopf schwirren etliche Ideen, was man im Unternehmen verbessern oder anders angehen könnte. Grundsätzlich gut. Aber Eigeninitiative und Ideen werden vor allem dann geschätzt, wenn Sie nicht besserwisserisch vorgetragen werden. Verpacken Sie Ihre Vorschläge daher besser in Fragen: „Und wie wäre es, wenn wir…?“ Pluspunkte sammelt, wer es schafft, den Kollegen dabei das Gefühl zu geben, sie seien selbst auf die Idee gekommen.

  • Nicht kritikfähig sein.

    Niemand ist perfekt. Praktikanten schon per Definition nicht – sie lernen ja noch. Deshalb ist Kritik an Ihrer Arbeit ganz normal. Bitte nehmen Sie die nie persönlich, auch wenn es sich so anfühlt. Das ist nur das Ego, was sich da beschwert… Ignorieren! Hören Sie sich den Tadel lieber gut an, bleiben Sie locker und danken Sie für das Feedback. Danach sollten Sie versuchen, die Kritik umzusetzen und es beim nächsten Mal besser zu machen. So wachsen Sie nicht nur selbst – Sie signalisieren auch Lernwille und -fähigkeit.

Extra-Tipp: So knüpfen Sie wertvolle Kontakte

Extra-Tipp-IconDas Praktikum sollten Sie nicht nur dazu nutzen, Berufspraxis zu schnuppern und zu lernen. Sie können in dieser Zeit auch wertvolle Kontakte in das Unternehmen und die Branche knüpfen, die Sie vielleicht noch einmal brauchen: Vitamin B schadet schließlich nur dem, der es nicht hat.

So bauen Sie einen direkten Draht zu den Kollegen auf:

  • Suchen Sie das Gespräch mit Kollegen. Nehmen Sie jede Gelegenheit wahr, um sich mit Kollegen auszutauschen – aber nicht nur aus der eigenen Abteilung. Halten Sie beispielsweise in der Kaffeeküche kurz inne, um ein paar Worte zu wechseln oder gehen Sie mit anderen Mittag essen – auch mit den anderen Praktikanten. Betreiben Sie Smalltalk und suchen Sie nach Gemeinsamkeiten. Tauschen Sie überdies Tipps und Erfahrungen aus.
  • Vernetzen Sie sich. Haben Sie die Kollegen besser kennengelernt, fragen Sie nach, ob Sie sich auch auf Xing, Linkedin oder anderen sozialen Netzwerken vernetzen können. So bleiben Sie in Kontakt und können sich später auf diesen Moment beziehen.
  • Halten Sie im Anschluss Kontakt. Jedes Praktikum endet einmal. Lassen Sie die Kontakte danach aber nicht einschlafen. Melden Sie sich ab und an bei den ehemaligen Kollegen oder schicken Sie denen mal ein Update, wie Sie sich weiterentwickelt haben oder kommentieren Sie deren Inhalte auf Social Media Kanälen. Auf diese Weise bleiben Sie im Gedächtnis und halten sich die Option offen, irgendwann einmal um einen Gefallen zu bitten.

Vergütung: Was wird im Praktikum bezahlt?

Bei einem freiwilligen Praktikum ist die Vergütung seit der Einführung des Mindestlohns sogar vorgeschrieben. Schüler- und Pflichtpraktika müssen dagegen nicht bezahlt werden. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie dabei auch nicht völlig ausgebeutet werden oder zu hohe Mehrkosten (etwa durch Reise- oder Wohnungskosten) entstehen.

Laut einer DGB-Studie aus dem Jahr 2011 (noch ohne Mindestlohn) wird in den Branchen allerdings unterschiedlich gezahlt:

Praktika-Vergütung-DGB

Insbesondere für freiwillige Praktika besteht laut §26 des BBiG (Berufsbildungsgesetz) Anspruch auf eine Vergütung, allerdings unter Umständen auch Sozialversicherungspflicht:

  • Dauert das Praktikum weniger als drei Monate und erhält der Praktikant dafür monatlich weniger als 450 Euro, besteht keine Sozialversicherungspflicht.
  • Dauert das Praktikum aber länger als drei Monate, handelt es sich nicht mehr um eine um eine geringfügige Beschäftigung. In dem Fall muss der Arbeitgeber einen Beitrag zu Kranken- und Rentenversicherung zahlen. Dafür entfällt der Arbeitnehmeranteil. Einen BAföG-Anspruch haben diese Praktikanten allerdings nur bei Teilzeit-Praktika oder wenn das Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet.
  • Dauert das Praktikum länger als drei Monate und übersteigt das Praktikumsentgelt 450 Euro monatlich, besteht Sozialversicherungspflicht wie für einen Arbeitnehmer und der BAföG-Anspruch geht verloren. Immerhin besteht dafür ein anteiliger Urlaubsanspruch laut Bundesurlaubsgesetz von rund 2 Tagen pro Monat. Darüber hinaus fällt beim Überschreiten der Einkommensgrenze von monatlich 450 Euro im Monat die kostenlose Familienversicherung weg, sodass Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen.

Wer hat Anspruch auf Mindestlohn?

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Das kommt auch manchen Praktikanten zugute – allerdings nicht allen. Schüler und Pflichtpraktikanten sind davon ausgenommen, ebenso alle Praktika, die weniger als drei Monate dauern, weil hier sonst die Kosten und der Aufwand zur Einarbeitung des Praktikanten zu hoch wären.

Einen umfassenden Ratgeber zum Thema Praktikum und Mindestlohn finden Sie bei uns HIER.



Berufseinstieg: Wie geht es nach dem Praktikum weiter?

Praktikumtipps-Berufseinstieg-RatgeberInsbesondere abschlussnahe Studenten können über ein Praktikum schnell den Berufseinstieg finden. Das setzt voraus, dass Sie während des Praktikums mit guter Leistung, Verlässlichkeit und Engagement geglänzt haben. Um Ihre Chancen zu maximieren, sollten Sie rechtzeitig aktiv werden und den Übergang vom Praktikum in einen möglichen Job vorbereiten. Die folgenden drei Schritte helfen Ihnen dabei.

  1. Bitten Sie um ein Abschlussgespräch.

    Vereinbaren Sie einen Termin gegen Ende des Praktikums, an dem Sie das Praktikum mit Ihren Vorgesetzten Revue passieren lassen und sich Feedback einholen. Ein solches Gespräch bietet Ihnen allerdings auch die Gelegenheit über eine weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Nutzen Sie das, und schämen Sie sich nicht, danach zu fragen.

  2. Erkundigen Sie sich nach einem Job.

    Vielleicht haben Sie Ihr Studium noch gar nicht abgeschlossen, sodass ein nahtloser Übergang in die Festanstellung unmöglich ist. Dann bleiben aber immer noch eine Werkstudententätigkeit oder ein Semesterferienjob. Beides hält den Kontakt aufrecht – und eingearbeitet sind Sie ja auch schon. Fragen Sie also ruhig nach, ob und wie viele Stunden Sie später pro Woche für das Unternehmen arbeiten könnten – und zu welchem Stundenlohn.

  3. Nutzen Sie den kleinen Dienstweg.

    Fall der Jobeinstieg aber bald ansteht, suchen Sie gezielt die Kollegen in der Personalabteilung auf und fragen Sie diese nach Vakanzen. Solange das Praktikum noch läuft, haben Sie hier gleich drei Vorteile: einen physischen Zugang zu den Personalern; kurze Wege – und Fürsprecher im Unternehmen, also den direkten Vorgesetzten und Kollegen. Eine Bewerbung über den „kleinen Dienstweg“ hat viel größere Aussichten als wenn Sie es später wieder als externer versuchen.

Praktikum Zeugnis: Worauf sollte ich achten?

Nach jedem Praktikum können und sollten Sie um ein Abschlusszeugnis bitten. Das brauchen Sie später für Ihre Bewerbungsunterlagen und um einen lückenlosen Lebenslauf zu dokumentieren. Fehlt das Zeugnis zu einer Station, machen Sie sich verdächtig, dort keinen guten Eindruck hinterlassen zu haben.

Beim Zeugnistext selbst sollten Sie auf die Sprache achten: Personaler verklausulieren nach wie vor ihre Zeugnisnoten. Wenn ein Mitarbeiter seine Aufgaben stets zur vollsten (1), stets zur vollen (2) oder stets zur Zufriedenheit (3) erledigte, ist das eine Sache. Schlimmer ist es, wenn im Zeugnis Selbstverständlichkeiten, wie Pünktlichkeit oder Vertrauenswürdigkeit übermässig betont werden. Damit soll auf andere Mängel hingewiesen werden, nach dem Motto: Mehr war eben nicht.

Beachten Sie überdies:

  • Das Zeugnis muss neben korrekten Personenangaben (Vorname, Name, Geburtsdatum), den genauen Tätigkeitszeitraum sowie die Art und Dauer aller vom Arbeitnehmer ausgeführten Tätigkeiten enthalten.
  • Ein „qualifiziertes“ Zeugnis enthält neben der der reinen Positions- und Aufgabenbeschreibung zudem eine Bewertung der Leistung und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers.
  • Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch darauf, ein individuelles Zeugnis zu erhalten. Wenn Sie Ihr Zeugnis selber schreiben sollen, ist das zwar ein Armutszeugnis für den Vorgesetzten, gibt Ihnen aber die Chance, das Beste daraus zu machen.
  • Unterschrieben werden muss das Zeugnis von Ihrem Personalverantwortlichen, in der Regel also von Ihrem direkten Vorgesetzten, es reicht aber auch ein Kollege aus der Personalabteilung.

    Aufbau-Arbeitszeugnis-Grafik

Auslandspraktikum: Wo finde ich passende Stellen

Mindestens ein Auslandspraktikum während des Studiums gehört heute in den meisten Branchen zum guten Ton. Die geeigneten Praktika-Plätze zu finden, ist gar nicht so schwer, wenn man weiß, wo man suchen muss. Hier ein paar Tipps:

  • Karriereseiten der Unternehmen In den Stellenbörsen vieler Unternehmen sind auch Praktika im Ausland ausgeschrieben. Auf diese können Sie sich dann direkt bewerben.
  • Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Falls Sie während des Praktikums auch noch Projekte in einem Entwicklungsland unterstützen möchten, dann sollten Sie die Jobbörse der GIZ aufsuchen. Dort werden bezahlte Praktika für einen Zeitraum zwischen drei bis sechs Monaten angeboten. Weil die Praktika beliebt sind, sind die Anforderung an Praktikanten entsprechend hoch.
  • Länderbüros politischer Stiftungen Auch in den Auslandsbüro großer politischer Stiftung wie beispielsweise der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung können Sie ein Praktikum absolvieren. Hierfür sollten Sie allerdings gute Sprachkenntnisse mitbringen. Diese Praktika werden allerdings nicht bezahlt.
  • Goethe-Institute im Ausland In den 140 Goethe-Instituten im In- und Ausland können Sie ebenfalls ein Praktikum absolvieren. Allerdings sind diese, wie bei den politischen Stiftungen, unbezahlt. Sie können zwischen einem Praktikum im Verwaltungsbereich, in der Programmarbeit oder in der Sprach- und Bildungskooperation wählen.
  • Max-Weber-Stiftung Das Programm der Stiftung richtet sich an Studierende geisteswissenschaftlicher Studiengänge, die schon einen akademischen Abschluss erworben haben. Die Stiftung hat Institute in London, Paris, Moskau, Tokyo, Beirut, Istanbul, Rom, Warschau und Washington. Es können Praktika im wissenschaftlichen, im administrativen sowie im Bibliotheksbereich absolviert werden.
  • Vermittlungsagenturen: Diese Praktikumsbörsen unterstützen Sie bei der Suche nach einem Praktikumplatz und der Planung des Aufenthaltes. Vermittlungsagenturen wie zum Beispiel Praktikawelten bieten ein breites Angebot an Praktika in verschiedenen Branchen. Studenten aller Fachrichtungen, von angehenden Ingenieuren bis zu Rechtswissenschaftlern, werden hier fündig. Die Agenturen kooperieren meist auch mit Partnern vor Ort und können daher bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich sein. Für die Leistungen zahlen Bewerber allerdings eine Vermittlungsgebühr.

Bewerbung im Ausland

Egal ob für ein anschließendes Praktikum oder den ersten Job: Die Bewerbung unterliegt in anderen Ländern eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Bei einer Bewerbung im englischen Sprachraum ändert sich beispielsweise nicht nur die Sprache, sondern auch der inhaltliche Schwerpunkt. Unsere Tipps dafür finden Sie hier:

[Bildnachweis: Goodluz by Shutterstock.com]

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