Stellenanzeigen Tipps: So geht es richtig
Sie haben eine Stelle zu vergeben, doch die Suche nach einem geeigneten Kandidaten gestaltet sich alles andere als leicht? Dann sollten Sie darüber nachdenken, ob Ihre Stellenanzeigen wirklich optimal sind. Die meisten sind das nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von 120.000 Online-Stellenanzeigen. Die Unternehmen heben sich von anderen ab, fallen nicht positiv auf, so das Urteil. Wir geben Tipps, worauf Sie beim Schreiben einer Stellenanzeige achten sollten und zeigen, wie Sie die perfekte Stellenanzeige gestalten...

Stellenanzeigen Tipps: Wie man es nicht macht

Die Stellenanzeigen deutscher Unternehmenen verdienen keine guten Noten. Denn ...

  • Die Unternehmen gehen darin kaum auf konkrete Arbeitgebereigenschaften ein.
  • Sie verwenden vorwiegend austauschbare Zuschreibungen wie "weltweit", "führend", "international" und „innovativ“.
  • Sie machen nicht deutlich, was sie eigentlich von anderen Firmen unterscheidet.
  • Sie fragen nicht nach differenzierenden Fähigkeiten des Bewerbers, sondern nur nach Standard-Eigenschaften wie "Aufgeschlossenheit", "Einsatz", "Teamfähigkeit" und "Flexibilität".
  • Ihre Stellenanzeigen sind aus handwerklicher Perspektive unprofessionell geschrieben.

Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung des HR-Softwareunternehmens Textkernel. Gemeinsam mit den Unternehmensberatern Manfred Böcker und Sascha Theisen haben die Recruiting-Dienstleister die Studie mit dem netten Untertitel „Die beliebtesten Spracheblasen deutscher Unternehmen“ erstellt, die angeblich bislang größte Studie im deutschsprachigen Raum dazu.

120.000 Online-Stellenanzeigen von über 500 Arbeitgebern deutschlandweit haben die Jobexperten nach eigenen Angaben analysiert. Berücksichtigt wurden Stellenanzeigen, die zwischen Januar 2015 und August 2016 veröffentlicht wurden und sowohl den akademischen als auch den gewerblichen Arbeitsmarkt abdecken.

Exemplarisch: Was Unternehmen falsch machen

"Die meisten Stellenanzeigen, die wir uns angesehen haben, waren aus handwerklicher Perspektive mangelhaft, voller Füllwörter, Bandwurmsätze und Substantivierungen", verrät Sascha Theisen. "Dieses so wichtige Werkzeug der Mitarbeitersuche braucht einfach mehr Professionalität und die Kandidaten verdienen mehr Unterscheidungsmerkmale bei Ihrer Suche nach dem richtigen Arbeitgeber."

Beispielsweise unterscheiden sich die Unternehmen in Bezug auf ihre Angebote, die sie unter der Rubrik "Was wir bieten" aufführen, nur unwesentlich. Mit anderen Worten: Es steht dort mehr oder weniger immer das Gleiche. Dazu zählen vor allem Textbausteine wie "attraktive Vergütung", "Weiterbildung" oder auch "Spaß". Hohlprasen also, mit denen Bewerber im Grunde nichts anfangen können.

Auch seien viele Arbeitgeber vom UNG-Virus befallen. Das heißt, dass sie vorzugsweise im Nominalstil schreiben. Dadurch wirken viele Jobprofile weniger greifbar, weniger lebendig und auch weniger attraktiv. Beispiele: "Bereitstellung", "Erbringung", "Identifizierung" oder „Finanzsteuerung". Laut Studie tun sich diesbezüglich nicht nur Organisationen des öffentlichen Dienstes wie die GIZ negativ hervor, sondern auch Privatunternehmen wie die Deutsche Bahn, PWC und Evonik.

Als Sanofi Aventis beispielsweise per Annonce einen "Head of Quality Assurance External Operations" suchte, beschrieb das Unternehmen dessen Aufgabe so:

Leitung der Einheit Qualitätssicherung für Medizinprodukte und Bauteile für kombinierte Arzneimittel aus externer Fertigung im Verantwortungsbereich der Sanofi Site Frankfurt Devices mit dem Ziel der Sicherstellung der ordnungsgemäßen Herstellung und Prüfung genannter Produkte gemäß den jeweiligen regulatorischen Anforderungen sowie deren Sicherheit auf dem Markt.

Bringt Sie diese Aufgabenbeschreibung dazu, unverzüglich zum Laptop zu greifen und Ihren Lebenslauf hochzuladen? Eher nicht.

Stellenanzeigen: Die Top Ten der Buzzwords

Die Studienautoren haben genau nachgezählt - und in den untersuchten Stellenanzeigen insgesamt 26.466 Mal das Wörtchen "weltweit" entdeckt. Manche Begriffe verwenden die Unternehmen derart inflationär, dass diese jeglichen Wert oder Aussagekraft verlieren. Besonders weltmännisch gibt sich die Schweizer Panalpina Gruppe, die in ihren Anzeigen im Schnitt 2,8 Mal den Ausdruck "weltweit" einbaut. Silber geht an Gerry Weber mit durchschnittlich zwei Nennungen.

Die Top Ten der Buzzwords in Arbeitgeberbeschreibungen ohne direkten Bezug zur Arbeitswelt

  1. Weltweit
  2. Führend
  3. International
  4. Technik
  5. Innovativ
  6. Erfolgreich
  7. Leidenschaft
  8. Produkte
  9. Innovation
  10. Service

Und auch mit werblichen Zuschreibungen der beschriebenen Aufgabe geizen die Firmen nicht. Diese ist natürlich meist unglaublich "spannend", in höchstem Maße "interessant" und selbstverständlich auch sehr "abwechslungsreich". Jeder der drei Begriffe kommt durchschnittlich mindestens einmal in jeder Stellenanzeige vor.

Schwammiges Anforderungsprofil, Soft-Skill-Wunschbilder

Beispiel KPMG: Die Wirtschaftsprüfer locken ihren künftigen „Rechtsanwalt (m/w) IT- und Datenschutzrecht“, indem sie ihm oder ihr die „Umsetzung spannender Aufgaben außerhalb klassischer juristischer Pfade“ versprechen. Um welche "spannenden Aufgaben" es sich dabei handelt, wird leider verschwiegen.

Im Gegenzug fordern viele Unternehmen Fähigkeiten des Bewerbers ein, ohne die Frage nach dem Warum zu beantworten. „Hier liegt ein Schwachpunkt bei vielen Anzeigen, die zum Beispiel 'Teamfähigkeit' verlangen, aber diese Anforderung im Aufgabenprofil nicht erkennen lassen", schreiben die Autoren. "Oft bleibt dann die Frage, ob beispielsweise der gesuchte IT-Spezialist überhaupt mit Kollegen, Kunden oder Lieferanten zusammenarbeitet und in welcher Form das geschieht.“

Auch seien geforderte Fähigkeiten wie „Flexibilität“, „Kommunikation“, „Freude“ oder „Struktur“ im Prinzip nichtssagende Füllwörter und sogar eine Kapitulation vor der exakten Beschreibung des Jobs. "Kandidatenbilder werden zu gleichförmigen Soft-Skill-Wunschbildern abgearbeitet, die zudem auch noch von anderen Stellenanzeigen abgeschrieben werden", so das harte Urteil der Autoren.

Karrierebibel zeigt Ihnen, wie es besser geht. Alle Tipps, damit Ihre Stellenanzeige Bewerber anlockt und nicht abschreckt ...

Stellenanzeigen Tipps: Die Basics

Die Art, wie Sie Ihre Stellenanzeige verfassen, bestimmt nicht nur, wie viele Bewerber sich am Ende tatsächlich auf die von Ihnen präsentierte Stelle melden. Sie hat auch einen großen Einfluss darauf, welche Bewerber sich überhaupt angesprochen fühlen. Deswegen lohnt es sich auf jeden Fall, Zeit und Mühe in die Erstellung Ihrer Stellenanzeige zu investieren. Dabei dürfen aber natürlich nicht die Basics vergessen werden, denn es gibt fünf Fragen, die jede Stellenanzeige beantworten muss.

  1. Wer sind Sie?
  2. Wen suchen Sie?
  3. Was erwarten Sie?
  4. Was können Sie bieten?
  5. Wie kann man sich bewerben?

Nur wenn potenzielle Bewerber Antworten auf diese Fragen finden - und sich davon auch angesprochen fühlen - werden sie sich tatsächlich bewerben. Es lohnt sich daher ganz besonders, sich genau darüber klar zu werden, wie Sie sich und Ihr Unternehmen in einer Stellenanzeige präsentieren wollen. Ihr Ziel ist es schließlich, die besten Kandidaten anzusprechen und sich als optimaler Arbeitgeber herauszustellen.

Stellenanzeigen Tipps: So beantworten Sie die wichtigsten Fragen

Damit bei den Basics nichts schief gehen kann, sollten Sie sich im Vorfeld einige Gedanken darüber machen, wie Ihre Stellenanzeige am Ende auf den Leser wirken soll. Um Ihnen zu helfen, haben wir einige Ratschläge, worauf Sie bei der Beantwortung der fünf wichtigsten Fragen in einer Stellenanzeige achten sollten.

  • Die Vorstellung des eigenen Unternehmens. Viele Stellenanzeigen beginnen mit einer Beschreibung des eigenen Unternehmens. In dieser Kurzpräsentation sollten Tätigkeitsfelder, Standorte, Mitarbeiterzahlen und Unternehmenswerte beschrieben werden. Verzichten Sie aber auf eine vollkommen nüchternen und faktenorientierte Darstellung. Versuchen Sie stattdessen Emotionen zu wecken und aus der Perspektive des Bewerbers zu denken. Was sollte dieser über Sie wissen, um sich zu bewerben?
  • Die freie Stelle. Hier steht das Jobprofil und die Tätigkeitsbeschreibung im Vordergrund. Welche Aufgaben übernimmt der Mitarbeiter in seiner neuen Position, mit wem arbeitet er zusammen? Auch ob es sich um eine Voll- oder Teilzeitstelle handelt, ob diese möglicherweise befristet ist und an welchem Standort der Bewerber eingesetzt werden würde sind wichtige Informationen. Zusammengefasst müssen Sie dem Kandidaten die Frage beantworten: Was erwartet mich?
  • Der Wunschkandidat. Leider beschreiben hier viele Unternehmen eine eierlegende Wollmilchsau oder anders ausgedrückt einen 24 jährigen Absolvent, der zwei Auslandsaufenthalte und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen kann. Solche Anforderungen schrecken die meisten Leser jedoch sofort ab. Konzentrieren Sie sich auf die Qualifikationen, die wirklich nötig sind, um in der Position erfolgreich zu arbeiten und vermeiden Sie dabei leere Worthülsen wie belastbar oder flexibel.
  • Die angebotenen Leistungen. Young Professionals wägen Stellenanzeigen genau gegeneinander ab, weshalb Sie auch darauf eingehen sollten, was Ihr Unternehmen dem Kandidaten zu bieten hat. Überzeugend wirken an dieser Stelle Argumente, die zeigen, warum die Arbeit in genau Ihrem Unternehmen etwas besonderes ist. Dabei können Sie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, das positive Arbeitsumfeld, Angebote für die Mitarbeiter und natürlich die Vergütung erwähnen.
  • Die Organisation der Bewerbung. Nachdem ein Kandidat Ihre Stellenanzeige gelesen hat, sollte vollkommen klar sein, was er zu tun hat, um sich bei Ihnen zu bewerben. Nehmen Sie Bewerbung postalisch, als E-Mail oder auf beiden Wegen entgegen? Nennen Sie hier auch die Postanschrift und E-Mail-Adresse. Bis wann muss die Bewerbung eingegangen sein, um noch berücksichtigt zu werden? Wer ist der Ansprechpartner, an den man sich mit einer Frage wenden kann? All diese Dinge sollten sofort ersichtlich sein.

Stellenanzeigen Tipps: So gestalten Sie das perfekte Jobangebot

tuthelens/shutterstock.comNicht nur bei Webseiten oder Computerprogrammen, sondern auch bei Stellenanzeigen wird die Benutzerfreundlichkeit immer wichtiger. Wichtige Informationen sollten ansprechend präsentiert werden, um so auch die Top Talente vom eigenen Unternehmen zu überzeugen. Aber worauf achten potenzielle Bewerber beim Lesen einer Stellenanzeige und welche Informationen nehmen Sie besonders intensiv wahr? Um diese Fragen zu beantworten, hat Jobware eine Eye-Tracking-Studie durchgeführt. Aus den Ergebnissen lassen sich wichtige Erkenntnisse über die Gestaltung der perfekten Stellenanzeige gewinnen.

  1. Jobtitel besonders prominent platzieren

    Der erste Blick beim Lesen einer Stellenanzeige fällt auf den Jobtitel. Egal ob es sich also um einen Social Media Manager oder um Sachbearbeiter handelt, sollte diese Information einen besonders prominenten Platz erhalten. Dieses Wissen kann beispielsweise auch genutzt werden, um den Namen Ihres Unternehmens in der Nähe zu platzieren und so die Aufmerksamkeit darauf zu lenken.

  2. Kernpunkte durch Strukturierung hervorheben

    Fettungen und Absätze spielen eine große Rolle für die Leserfreundlichkeit. Eine unübersichtliche Textwand wirkt weder einladend, noch sind wichtige Informationen schnell zu finden. Doch genau danach suchen die meisten Bewerber gezielt. Sie wollen sich einen Überblick verschaffen, ob die freie Stelle zu Ihnen passt. Heben Sie die Kernpunkte also hervor.

  3. Listen dürfen nicht zu lang werden

    Stellenanzeigen arbeiten gerne mit Listen, um beispielsweise die geforderten Eigenschaften eines Bewerbers oder die Aufgabenbereiche der Position darzustellen. Grundsätzlich eine gute Idee, die auch der Struktur hilft, doch dürfen diese Listen nicht zu lang werden. Während die ersten Punkte noch mit Interesse gelesen werden, werden untere Punkte höchstens noch überflogen. Konzentrieren Sie sich auf das Wichtigsten und beschränken Sie sich wenn möglich auf drei Punkte.

  4. Fremdwörter und Fachbegriffe vermeiden

    Wer in einer Branche tätig ist, sollte auch mit dem gängigen Vokabular vertraut sein. Dennoch sollten Sie in einer Stellenanzeige besser auf Fremdwörter und Fachbegriffe verzichten. Diese können zum einen auch abschreckend auf mögliche Kandidaten wirken und auch den Lesefluss behindern. Drücken Sie sich in der Anzeige lieber klar und einfach aus, das Wissen eines Bewerbers können Sie auch im Vorstellungsgespräch noch kennenlernen.

  5. Bilder gehören nicht in den Text

    Stellenanzeigen wirken oft professioneller und ansprechender, wenn Sie mit einem passenden Bild versehen sind. Allerdings sollte diese nicht mitten im Text verwendet werden, sondern besser am Anfang oder auch am Ende stehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass vom eigentlichen Inhalt abgelenkt wird. Außerdem sollte das Bild zur Branche oder der ausgeschriebenen Tätigkeit passen.

  6. Call to Action anfügen

    Es lohnt sich, am Ende der Stellenanzeige einen Call to Action an den Bewerber zu richten. Die Aufforderung, sich zu bewerben, wird von den meisten Menschen gelesen und kann noch einmal wichtige Informationen - wie die Kennziffer oder den Namen der Kontaktperson - enthalten.

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Stellenanzeigen Tipps: So wird Ihre Anzeigen gefunden

Pressmaster/shutterstock.comDer Arbeitsmarkt ist nicht nur für Bewerber hart umkämpft, auch Unternehmen stehen in ständiger Konkurrenz um die größten Talente und besten Mitarbeiter - ein wichtiger Grund, weshalb Stellenanzeigen bestmöglich gestaltet werden sollten. Neben der ansprechenden Gestaltung kommt es aber auch erst einmal darauf an, dass Ihre Stellenanzeige von den entsprechenden Bewerbern gefunden wird. Schließlich finden sich nach kurzer Recherche unzählige ausgeschriebene Stellen und im besten Fall stoßen talentierte Bewerber dabei schnell auf Ihr Unternehmen. Diese Tipps helfen Ihnen, damit Ihre Stellenanzeige auch wirklich gefunden wird:

  1. Machen Sie sich Ihre Zielgruppe klar

    Leider wird oft der Fehler gemacht, eine Stellenanzeige einfach aufzugeben, ohne sich vorher die nötigen Gedanken darüber zu machen. Klar, Sie sind auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter, eine wichtige, aber oft unbeantwortete Frage, lautet aber: Wer ist die Zielgruppe Ihrer Stellenanzeige? Erst wenn Sie sich darüber im Klaren sind, können Sie Ihre Anzeige so positionieren, dass auch wirklich die richtigen Bewerber angesprochen werden.

    Sind Sie beispielsweise auf der Suche nach einem Absolventen, haben Sie am Campus, aber auch in den sozialen Netzwerken gute Chancen. Bei der Suche nach einer Führungskraft wird es Ihnen hingegen nicht viel bringen, am Campus für Ihr Unternehmen zu werben.

  2. Nutzen Sie entsprechende Keywords

    Der Großteil der Bewerber und Jobsuchenden schaut sich online nach entsprechenden Ausschreibungen und offenen Stellen um. Damit Ihre Stellenanzeige bei der Suche gefunden wird, sollten Sie wichtige Keywords verwenden. Schauen Sie sich an, welche Keywords in anderen Jobangeboten benutzt werden und auch, welche besonders häufig in Ihrer Branche gesucht werden. Je besser Ihre Stellenanzeige angepasst ist, desto mehr Bewerber werden darauf aufmerksam.

  3. Setzen Sie auf breites Angebot

    Es gibt unzählige Jobbörsen im Internet. Um den Erfolg Ihrer Stellenanzeige zu erhöhen, sollten Sie nicht nur eine einzige nutzen, sondern gezielt in mehreren Portalen suchen. Dabei sollten Sie auch spezialisierte Seiten für bestimmte Branchen oder Berufe nutzen, um sich direkt an Ihre Zielgruppe zu wenden.

Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.
[Bildnachweis: Ismagilov, tuthelens, Pressmaster by Shutterstock.com]