Vaterschaftsurlaub: Alles, was Sie wissen müssen
Wenn sich Nachwuchs ankündigt, wollen Eltern die erste Zeit nach der Geburt gemeinsam für das Kind da sein. Nicht nur Mütter bleiben in dieser Zeit zu Hause, sondern auch immer mehr Väter lassen sich für eine längere Zeit von der Arbeit freistellen. Aber bei diesem Vaterschaftsurlaub gibt es einiges zu beachten und bereits im voraus zu planen. Wer darf für wie lange zu Hause bleiben, wie sieht es in der Zeit mit der finanziellen Unterstützung aus und ist der Job wirklich sicher, wenn der Vater nach der Beurlaubung wieder zurück an seine Wirkungsstätte kommt? Wir haben uns den Vaterschaftsurlaub genauer angesehen und geben Ihnen die Antworten auf alle wichtigen Fragen...

Vaterschaftsurlaub: Was ist das eigentlich?

Beim Vaterschaftsurlaub handelt es sich um die Freistellung eines Arbeitnehmers nach der Geburt seines Kindes. Es bietet somit die Möglichkeit, als Vater zu Hause zu bleiben, um sich gemeinsam mit der Mutter um die Erziehung des Neugeborenen zu kümmern.

Rein rechtlich gibt es in Deutschland jedoch keinen expliziten Anspruch auf Vaterschaftsurlaub. Dies liegt in erster Linie daran, dass es den Begriff in dieser Form nicht gibt. Zwar ist der Vaterschaftsurlaub im Volksmund ein gängiger Ausdruck, um vollkommen korrekt zu bleiben müsste jedoch von Elternzeit gesprochen werden.

Diese kann bis zu drei Jahre in Anspruch genommen werden - und zwischen Mutter und Vater des Kindes aufgeteilt werden.

Wer hat Anspruch auf bezahlten Vaterschaftsurlaub?

Da das Arbeitsverhältnis während des Vaterschaftsurlaubs ruht, müssen Eltern sich frühzeitig Gedanken machen, wie ihre finanzielle Situation in der Zeit nach der Geburt aussieht. Ein wichtiges Einkommen ist das Elterngeld, das in bestimmten Grenzen gezahlt wird.

Laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz ist es unerheblich, ob zum Zeitpunkt der Geburt eine Erwerbstätigkeit vorliegt. So können beispielsweise auch Studenten, Auszubildende oder Erwerbslose den Mindestbetrag des Elterngeldes erhalten.

Zusätzlich müssen einige Anforderungen erfüllt sein, um den Anspruch auf Elterngeld geltend machen zu können. Es hat Anspruch, wer...

  • ... einen Wohnsitz in Deutschland hat,
  • ... mit seinem Kind in einem Haushalt lebt und
  • ... dieses Kind selbst betreut und erzieht.

Wie viel Elterngeld gibt es im Vaterschaftsurlaub?

Monkey Business Images/shutterstock.comUm den Lebensunterhalt der Eltern - und natürlich auch des Kindes - zu sichern und trotzdem beiden Elternteilen die Möglichkeit zu geben, sich von der Arbeit freistellen zu lassen, um Zeit ihrem Kind zu verbringen, kann Elterngeld beantragt werden. Um planen zu können, wie viel Geld tatsächlich während des Vaterschaftsurlaubs zur Verfügung steht, müssen angehende Eltern sich aber frühzeitig informieren, da es genaue Regelungen sowohl zur Höhe, als auch zur Dauer des Elterngeldes gibt.

  • Das Elterngeld wird nicht für die gesamte Dauer der Elternzeit gezahlt. Grundsätzlich besteht Anspruch für 12 Monate bestehen.
  • Dieser Anspruch besteht kann allerdings auf maximal 14 Monate ansteigen, wenn mindestens ein Elternteil für wenigstens zwei Monate auf eine Einkommensminderung hinnimmt.
  • Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Einkommen der letzten 12 Monate. Das Elterngeld beträgt zwischen 65 und 67 Prozent der letzten Einkommen.
  • Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro, der Höchstsatz beträgt 1.800 Euro.

Vaterschaftsurlaub: Was Sie wissen müssen

  • Rechtzeitig beantragen. Wenn Sie planen, den Vaterschaftsurlaub zu nutzen, müssen Sie Ihren Arbeitgeber rechtzeitig darüber informieren. Mindestens sieben Wochen, bevor Sie den Urlaub antreten wollen, müssen Sie dies Ihrem Arbeitgeber daher schriftlich mitteilen. Natürlich können Sie sich auch schon vorher mit Ihrem Chef in Verbindung setzen, um die genauen Umstände zu klären und dem Unternehmen so mehr Zeit zu lassen, um für Ersatz zu sorgen oder frühzeitig zu organisieren.
  • Keine Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich. Arbeitnehmer brauchen keine Angst zu haben, dass der Chef Ihnen den Vaterschaftsurlaub nicht gestattet, denn dazu hat dieser kein Recht, wenn Sie ihn rechtzeitig informiert haben. Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz erklärt einen Anspruch auf Elternzeit - und damit auch auf Vaterschaftsurlaub - auch ohne die Zustimmung des Arbeitgebers.
  • Arbeit trotz Vaterschaftsurlaub. Während der Elternzeit ist es trotzdem möglich, bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. In größeren Betrieben von 15 oder mehr Beschäftigten haben Sie in dieser Zeit sogar Anspruch auf eine Teilzeitstelle. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit die 30 Stunden nicht überschreitet, da sonst der Anspruch auf Elterngeld nicht mehr gegeben ist.
  • Kündigungsschutz. Oft sorgen sich Arbeitnehmer, dass sie durch die Pause ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Auch hier gibt es jedoch Entwarnung: Während des Vaterschaftsurlaubs besteht ein besonderer Kündigungsschutz, der Job ist also sicher und bei Rückkehr besteht Anspruch auf den bisherigen Arbeitsplatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Sollten Sie sich noch weiter für das Thema interessieren, empfehlen wir Ihnen unsere folgenden Artikel:

[Bildnachweis: Halfpoint, Monkey Business Images by Shutterstock.com]