Musenkuss: Warum Frauen Männer inspirieren

Für Woody Allen hieß der vielleicht größte Inspirationsborn Scarlett Johansson, obwohl beide vehement bestreiten, dass es so ist. Woody Allens Dementi ist jedoch nicht allzu glaubwürdig, weil er diesbezüglich einen hohen Verschleiß hat: Zu seinen verflossenen Musen zählen allerlei Aktricen wie Mia Farrow oder Diane Keaton. John Lennon war da schon wesentlich genügsamer: Bei ihm übernahm die Musenrolle vollständig Yoko Ono. Pablo Picasso wiederum ließ sich (unter anderem) von der wunderschönen, aber erst 17-jährigen Nymphe Sylvette David inspirieren. Wohingegen Amanda Lear eine überaus enge Freundschaft zu dem Maler Salvador Dalí pflegte. Man nennt das auch Musenkuss…

Musenkuss: Warum Frauen Männer inspirieren

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Musenkuss: Der Muserich ist selten

Musen (griechisch: Μοῦσα) sind Personene, die andere Menschen zu kreativen Leistungen anspornen oder inspirieren. Derlei Musen haben schon immer Künstler, Schriftsteller oder Filmemacher angeregt und erregt. Manche davon bezauberten gleich mehrere Männer parallel. So beseelte zum Beispiel Lou Andreas-Salomé nicht nur Friedrich Nietzsche, sondern auch Rainer Maria Rilke sowie Sigmund Freud.

Umgekehrt gibt es das auch, aber seltener. Der „Muserich“, der eine Frau entzückt, lässt sich in der Geschichte kaum finden (weshalb es das Wort „Muserich“ eigentlich nicht gibt). Immerhin: Die russische Monarchin Katharina die Große pflegte im 18. Jahrhundert gleich mehrere Briefwechsel mit der intellektuellen Elite Europas, darunter Diderot oder Voltaire.

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Musenkuss: Die Macht einer bezaubernden Frau

Tatsächlich pflegen sexuelle Anziehungskraft und Kreativität seit Jahrhunderten eine kraftvolle Liaison, die Männer wie Frauen zu schöpferischen Höhenflügen anspornt. So manches Liebeslied, manch berauschendes Gedicht oder blutiges Drama wäre wohl nie geschrieben worden, ohne den Einfluss einer Muse.

Dennoch ist die Macht einer bezaubernden Frau auf die Männerwelt scheinbar größer als das umgekehrt der Fall ist. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftler Vladas Griskevicius, der zusammen mit seinen Kollegen in einer Reihe von Experimenten die Wirkung von Musen – Männer wie Frauen – auf literarische Erzeugnisse untersuchte. Das literarische Ergebnis, das von einer Jury ausgewertet wurde, überraschte die Forscher:

  • So zeigten die erotisierten Männer in ihren Erzählungen eine signifikant höhere und geistreichere Schaffenskraft als die Kontrollgruppen.
  • Bei den Frauen hingegen gab es keinerlei messbare Veränderungen. Sie schrieben in allen Varianten gleich kreativ (oder auch nicht).
  • Weitere Experimente zeigten, dass der „Musenkuss“ sogar größere Kreativwirkung entfaltete als monetäre Anreize. Oft reichte bei den Versuchen schon die romantische Vorstellung einer Muse, um Einfälle zu beflügeln.

Falls Sie gerade keine Muse zur Hand oder vor dem (inneren) Auge haben. Es gibt noch zahlreiche weitere Wege, um dem Geistesblitz auf die Sprünge zu helfen. Allein die folgenden Artikel können Sie dabei inspirieren

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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