Worauf BMW bei der Bewerbung achtet

Die formalen Kriterien bei Bewerbungen mögen feststehen, doch jedes Unternehmen setzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Beim einen kommt es vor allem auf die Softskills und die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers an, während das andere Unternehmen primär auf die fachlichen Kompetenzen und das Layout der Bewerbungsunterlagen achtet. Um Ihnen einen Blick in die Auswahlprozesse von Unternehmen zu bieten, haben wir verschiedene Firmen mit Hilfe eines Fragebogens zu deren Bewerbungsprozess interviewt. Die Antworten veröffentlichen wir im Rahmen unseres Arbeitgeberchecks, heute stammen sie von Katrin Schröder, Senior Recruiterin bei BMW für die Bereiche Personal und Sozialwesen, Einkauf und Lieferantennetzwerk und das Vorstandsressort.

Worauf BMW bei der Bewerbung achtet

Worauf BMW bei der Bewerbung achtet

Als einer der größten Automobilhersteller erhält BMW jährlich zahlreiche Bewerbungen. Um diese schnell und effizient bearbeiten zu können, bevorzugt das Unternehmen ganz klar Online-Bewerbungen, die über die unternehmenseigene Karriere-Seite eingereicht werden können. Hobbys und Gehaltsvorstellungen sollten durchaus Teil einer Bewerbung sein, so können die Personaler von BMW schneller einschätzen, ob die Vorstellungen des Bewerbers realistisch sind. Wir danken für die schnelle und umfassende Beantwortung unserer Fragen.

  • Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?
    Wir bevorzugen die Online-Bewerbung über unsere Karriere-Seiten.
  • Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?
    Das ist abhängig von der jeweiligen Stelle. Im Bereich Marketing zum Beispiel kann das Anschreiben gerne kreativer sein. Andere Bereiche bevorzugen ein klassisches Anschreiben.
  • Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?
    Eine Seite.
  • Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?
    Das ist ebenfalls abhängig von der Stelle und sollte auf jeden Fall auch Bezug zu der Aufgabe haben, für die man sich bewirbt.
  • Wie viele Tippfehler sind das Aus?
    Tippfehler sollten generell nicht sein. Einen kann man schon mal durchgehen lassen.
  • Gehaltsvorstellungen angeben?
    Gerne, so können wir abschätzen, ob wir dem Bewerber das bieten können, was er oder sie sich wünscht.
  • Das größte Tabu in der Bewerbung?
    Negative Äußerungen über vorherige Arbeitgeber.
  • Lebenslauf – chronologisch, amerikanisch oder thematisch?
    Das ist eine persönliche Geschmackssache – ich bevorzuge die amerikanische Variante innerhalb der verschiedenen Bereiche (Studium, Praktika, andere Tätigkeiten), da an oberster Stelle die aktuelle Tätigkeit ist.
  • Interessieren Hobbys?
    Selbstverständlich. Anhand der Hobbys kann man sich einen ersten Eindruck des Bewerbers verschaffen.
  • Mit oder ohne Bewerbungsfoto?
    Das bleibt jedem selbst überlassen. Ein Bewerbungsfoto ist seit dem AGG keine Pflicht mehr und hat bei uns keinen Einfluss auf die Bewerberauswahl.
  • Farbe oder Schwarz/Weiß?
    Auch das ist persönliche Geschmackssache. Wichtig ist, dass es ein „vernünftiges“ Bewerbungsfoto ist und kein Urlaubsfoto oder ähnliches.
  • Dritte Seite – ja oder nein?
    Ist kein Muss, kann aber gerne angehängt werden.
  • Wie viele Zeugnisse dazu?
    Die wichtigsten Zeugnisse sollten dabei sein, wie zum Beispiel Hochschulabschluss, Praktika, höchster Schulabschluss. Bitte nicht jede Seminarbescheinigung.
  • Lieber Post-, E-Mail- oder Online-Bewerbungen?
    Online-Bewerbung
  • Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?
    Selbstverständlich. Allerdings kann bei den meisten Stellen nach 14 Tagen mit einem ersten Ergebnis (Bewerbung interessant oder nicht) gerechnet werden.
  • Wie viele Initiativbewerber bekamen zuletzt einen Job?
    Aus unseren Suchen in unserem Bewerberpool konnten wir in Laufe dieses Jahres 23 Bewerber an die Fachbereiche vermitteln. Hinzu kommen die Initiativbewerbungen, die direkt in einzelnen Fachbereichen eingehen.
  • Googlen Sie Kandidaten?
    Teilweise ja.
  • Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?
    Für eine erste Entscheidung (Bewerbung ist grundsätzlich interessant oder nicht) hat der Fachbereich 14 Tage Zeit, dann weitere 14 Tage, um zu entscheiden, ob er den/die Bewerber/in zu einem Vorstellungsgespräch einladen möchte. Bei den Bewerbungen für unsere Nachwuchsprogramme wie das „BMW Group Graduate Programme“ ist der Bewerbungsprozess aufgrund von Auswahltagen etwas länger.
  • Der gruseligste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Ich erinnere mich an einen Bewerber, der sehr unpassend gekleidet zum Vorstellungsgespräch erschienen (T-Shirt, Jeans, Turnschuhe) und auf unsere Fragen sehr ausweichend und teilweise auch patzig reagiert. Sowas ist dem Erfolg einer Bewerbung natürlich nicht gerade zuträglich.
  • Der genialste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Im Bereich Forschung und Entwicklung hat ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch eine riesige Konstruktionszeichnung mitgebracht, um dem Abteilungsleiter, bei dem er sich vorgestellt hat, seine Konstruktion genau erklären zu können. Das hat sowohl unseren Fachbereich als auch uns wirklich beeindruckt.
[Bildnachweis: BMW]
16. November 2012 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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