WorkLifeBalanceEs ist jetzt genau 22 Uhr. Wenn Sie immer noch wach sind und am Rechner hängen, Ihre Feeds und dieses Blog lesen, parallel SMS verschicken oder E-Mails über das Handy abrufen und versenden, ja, dann haben Sie vermutlich schon Karriere gemacht. Denn so siehts aus: Die ständige Erreichbarkeit dank des technischen Firlefanz’ hat nicht nur Berufs- und Privatleben entgrenzt und den Feierabend zu einem aussterbenden Ritual gemacht (wie die Mahlzeit übrigens auch), sie teilt die Menschen ebenso zunehmend in Ober- und Unterschicht. Denn, wie es mein Berufskollege Adam Soboczynski im aktuellen ZEIT Magazin schreibt, “die Bäckereifachangestellte werde gewiss nicht abends noch vom Bäcker angerufen wegen diesem oder jenem. Es sei denn, sie habe ein Verhältnis mit dem Bäcker.” Und die Putzfrau wird wohl auch nicht abends noch ihre Mails ckecken müssen. In anderen Worten:

Der Feierabend sei heute – wie Übergewicht, Rauchen und schlechte Haut – ein Unterschichtenphänomen.


Falls Sie also bis hierhin noch nicht abgeschaltet haben und dies noch mitten in der Nacht lesen: Willkommen in der Oberschicht, du Wahnsinniger!