Die meisten Menschen wünschen sich vermutlich, in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und genau zu wissen, was zu tun ist. Souveränität zeigen, sich nicht als Getriebener fühlen, sondern gelassen die Situationen so nehmen, wie sie kommen. Fakt ist, dass es wesentlich attraktiver auf Außenstehende wirkt, wenn jemand Herr(in) der Lage ist, anstatt wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend zu rennen. Aber wie schafft man es, souverän zu sein? Ist Souveränität angeboren oder lässt es sich erlernen?

Souveraenitaet synonym lernen

Souveränität Definition: Staatliche und persönliche Unabhängigkeit

Der Begriff Souveränität wird in vielen Zusammenhängen gebraucht. Abgeleitet wird er aus dem Französischen von souveraineté, was wiederum aus dem Mittellateinischen superanus = darüber befindlich‚ überlegen kommt.

In der Politikwissenschaft beziehungsweise im Staatsrecht ist damit die höchste Gewalt oder auch die Oberhoheit eines Staates gemeint. In absolutistischen Gesellschaften war der König auch der Souverän, da bei ihm als einziger Person die Staatsgewalt lag.

Von Souveränität (englisch = sovereignity) sprechen wir bei modernen Staaten ebenfalls, wenn wir deutlich machen wollen, dass diese unabhängig vom Einfluss anderer Staaten sind. Bezogen auf eine Person meint Souveränität, dass jemand eigenständig und unabhängig handelt, Sicherheit vermittelt.

Synonyme zu Souveränität sind beispielsweise:

  • Autarkie
  • Autonomie
  • Hoheit
  • Kontrolle
  • Mündigkeit
  • Reife
  • Selbstbestimmung
  • Selbstsicherheit
  • Selbstständigkeit
  • Selbstverwaltung
  • Überlegenheit
  • Unabhängigkeit
  • Vormachtstellung

Wodurch sich souveränes Auftreten auszeichnet

Es sind im Wesentlichen vier Faktoren, die Souveränität ausmachen:

  • Selbstsicherheit

    Souveräne Menschen zeichnen sich durch Besonnenheit in Situationen aus, die von anderen als kritisch oder stressig empfunden werden. Gewissermaßen ruhen sie in sich und können so den Überblick behalten. Sie besitzen ein Gefühl der Selbstsicherheit und des Selbstvertrauens, das ihnen zum einen die Gewissheit gibt, Probleme lösen zu können. Das bedeutet, dass sie nicht von Selbstzweifeln geplagt sind und dennoch genügend Bescheidenheit besitzen, um nicht arrogant zu wirken.

  • Unabhängigkeit

    Diese Souveränität zeigt sich weiterhin darin, dass solche Menschen sich eine eigene Meinung bilden. Sie widerstehen dem Herdentrieb und vertrauen auf ihr Bauchgefühl. Damit machen sie sich mitunter unbeliebt, aber das stört einen selbstbewussten Menschen nicht, denn er muss nicht jedermanns Liebling sein. Sie lassen sich nicht vom Ziel abbringen, noch von anderen Menschen provozieren.

  • Selbsteinschätzung

    Souveräne Menschen haben ein realistisches Selbstbild. Sie sind sich ihrer Fähigkeiten bewusst und können sie sachlich einschätzen. Wenn sie Fehler machen, dann stehen sie dazu und übernehmen Verantwortung. Statt andere zu beschuldigen, gehen sie lösungsorientiert vor.

  • Zugewandtheit

    Bei alledem sind souveräne Menschen nicht überheblich oder abgehoben, sondern interessieren sich für ihre Mitmenschen. Daher zeigt sich Souveränität vor allem im Umgang mit anderen Menschen. Sie sind klug genug, anderen zuzuhören, auch Rat einzuholen, wenn sie mal etwas nicht wissen. Da sie sich ihrer selbst sicher sind, ist das für sie auch kein Eingeständnis von Schwäche.

Eigenschaften, die auf souveräne Menschen zutreffen

Souveränität lernen SynonymHier ein kleiner Überblick, über welche Eigenschaften Menschen mit Souveränität verfügen:

  • ausgeglichen
  • autonom
  • belastbar
  • charismatisch
  • cool
  • eigenständig
  • emotional stabil
  • geistig stark
  • gelassen
  • humorvoll
  • konfliktfähig
  • lösungsorientiert
  • meinungsstark
  • selbstbewusst
  • selbstsicher
  • zugewandt

Souveränität lernen SynonymAufgrund ihres (gesunden) Selbstbewusstseins werden einige Eigenschaften einer souveränen Person von anderen falsch interpretiert. Was sie nicht ist:

  • arrogant
  • egoistisch
  • hochmütig
  • launisch
  • reizbar
  • schuldzuweisend
  • sprunghaft
  • stolz
  • überheblich
  • verantwortungslos
  • wechselhaft

Faktoren, die Menschen ins Wanken bringen

Heißt Souveränität nun, dass man in jeder Situation überlegen ist? Eher nicht. Es gibt Krisen, die einem den Boden unter den Füßen wegreißen. Aber man kann es vielleicht so ausdrücken: souveräne Menschen haben ein höheres Toleranzlevel.

Den einen stresst es bereits, wenn während einer Präsentation der Beamer den Geist aufgibt. Oder die gesamte Technik bricht aufgrund eines Stromausfalls zusammen. Sicherlich keine angenehme Situation. Aber wer souverän darauf reagiert, überbrückt mit Humor. Überhaupt wird so jemand für den Ernstfall einen Ersatzakku haben oder anderweitig ausweichen können.

Laut und dominant gleich souverän?

Manche Zeitgenossen treten sehr dominant auf, fallen durch eine laute Stimme und womöglich theatralische Gesten auf. Oder sie haben das starke Bedürfnis, ihren Status nach außen durch möglichst viele Luxussymbole darzustellen.

Das alleine macht allerdings noch keinen souveränen Menschen aus. Wer um seine Qualitäten weiß, muss sie nicht anderen erst unter die Nase reiben: Die Kollegen nehmen es auch so wahr.

Souveränität als Persönlichkeitsmerkmal ist eine innere Haltung, die sich auch äußerlich widerspiegelt: Eine souveräne Person wird nie gebeugt mit hängenden Schultern und nach unten gerichtetem Blick durch die Gänge schlurfen, denn dazu ist sie zu selbstbewusst.

Da dieses Persönlichkeitsmerkmal so viele Aspekte in sich vereinigt, ist es ideal, wenn Führungskräfte über Souveränität verfügen. Eine souveräne Führungskraft kann selbstbewusst um Rat fragen, wenn sie etwas nicht weißt.

Denn sie ist sich darüber im Klaren, dass niemand alles wissen kann und ihre Stärke in anderen Kompetenzen liegt. Souveränität setzt daher ein gewisses Maß an Erfahrung und Selbstreflexion voraus.

Gerade letzteres wird man bei Selbstdarstellern und Blendern weniger vorfinden.

Souveränität lernen: Mehr Gelassenheit in stressigen Situationen

Der eine oder andere mag mit einer Führungsposition liebäugeln und in der Tat sollte für eine solche Aufgabe ein souveränes Auftreten selbstverständlich sein. Aber Souveränität steht jedem gut. In einer immer komplexeren Arbeitswelt, in der manchmal nichts mehr sicher erscheint, braucht es einen gefestigten Charakter.

Wer um seine Qualitäten weiß und mit der nötigen Ruhe auf Veränderungen reagieren kann, hat das Werkzeug, Krisen wie Umstrukturierungen und Arbeitslosigkeit zu bewältigen.

Der Grundstein für Souveränität wird bereits in der Kindheit gelegt. Wer wenig Lob und Ermutigung erfahren hat, aber vielleicht auch überbehütet wurde, hat häufig einen ängstlichen Charakter ausgeprägt. Anders Leute, die gefördert wurden.

Ein wichtiger Baustein zur Souveränität ist Selbstkontrolle; Menschen, die diszipliniert sind und im Laufe der Kindheit gelernt haben, ihre Verhaltensweisen und Gefühle zu kontrollieren, bilden einen starken, erfolgreichen Charakter heraus.

Es ist zwar nicht jeder von Natur aus mit großem Selbstwertgefühl gesegnet. Aber: Man kann zu mehr Souveränität finden. Wie bereits erwähnt, ist es unter anderem eine Frage der Erfahrung.

Nun geht es darum, neue Erfahrungen zu sammeln, sich in neuen Situationen so zu verhalten, wie es eine souveräne Person tun würde. Das bedeutet natürlich Arbeit an sich selbst, nachdenken, möglicherweise justieren und das eigene Temperament mal zügeln - denn Hektik und Aufregung bewirken höchstens eins: Dass es sich auf Ihre Kollegen überträgt. Aber Souveränität demonstrieren Sie so nicht.

Daher hier fünf Schritte, wie Sie Souveränität lernen können:

  • Bereiten Sie sich vor.

    Nehmen Sie sich vor, selbstsicherer zu werden. Dazu gehört der Entschluss und der feste Wille, sich in einer Situation neu zu verhalten, nämlich so, wie es Personen tun, die Sie für ihre Souveränität bewundern. Das bedeutet vor allem, dass Sie zukünftig stärker für Ihre Interessen einstehen.


  • Zeigen Sie Wehrhaftigkeit.

    Früher in der Schule konnte man Sie ganz leicht unterbuttern. Und so mancher Kollege hat womöglich Mobbing-Qualitäten und lässt seine Laune an Ihnen aus. Ab sofort nicht mehr. Zeigen Sie in Konfliktsituationen Gegenwehr, lassen Sie sich nicht in die Opferrolle drängen. Bleiben Sie dabei ruhig - auch wenn es innerlich schwerfällt und brodelt.


  • Halten Sie Blickkontakt.

    Indem Sie nicht zurückweichen oder ähnliche Unterwerfungsgesten zeigen, demonstrieren Sie Stärke und Selbstsicherheit. Blickkontakt signalisiert Ihrem Gegenüber, dass Sie aufmerksam sind. Sie zeigen Interesse und signalisieren physische Präsenz.


  • Sprechen Sie mit klarer Stimme.

    Die Geister scheiden sich, ob unbedingt eine bestimmte Lautstärke nötig ist, um stimmliche Präsenz zu zeigen. Es gibt auch Menschen, die eher leiser reden und dennoch sehr souverän auf andere wirken. Der Knackpunkt ist hier wohl die gesamte Erscheinung: Jemand, der in allen Lebenslagen souverän wirkt, kann sich auch eine zarte Stimme erlauben. Dennoch können Sie Ihre Stimme modulieren und je nach Situation schneller, langsamer, lauter oder leiser sprechen.


  • Seien Sie charismatisch.

    Souveränität umgibt einen Menschen wie eine Aura. Wenn eine souveräne Person den Raum betritt, zeigt sie Präsenz - es spielen eine Reihe von Faktoren mit hinein. Sie haben eine entsprechende Körperhaltung, die bereits angesprochene stimmliche Präsenz, sind individuell und hilfsbereit - alles das wirkt auf andere Menschen äußerst anziehend.

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