Weihnachtsfeier-Partyknigge
Mit dem Beginn des Advents ist klar: Weihnachten steht vor der Tür. Und das bedeutet auch, dass Glühwein, Girlanden und Geschäftsführeransprachen ihre alljährliche Renaissance erleben - auf der Weihnachtsfeier. Mit Nikolaus-Mützen und Rentiergeweihen bewaffnet, zieht es Chefs und Angestellte gleichermaßen ins geschmückte Großraumbüro oder in ein Restaurant. Doch Achtung: Bei der Weihnachtsfeier lauern einige Fettnäpfchen. Ein ungezwungenes Beisammensein ist grundsätzlich eine schöne Sache, doch sollte dieses nicht zum Karrierekiller werden. Unsere Knigge-Ideen für die Weihnachtsfeier zeigen, worauf Sie achten sollten...

Weihnachtsfeier Ideen: FAQ zur Büroparty

Poznyakov/shutterstock.comBüropartys können eine wunderbare Gelegenheit sein, um neue Kollegen sowie alte intensiver kennenzulernen. Nicht selten sind sie eine Chance, dem Chef auf einer persönlicheren Ebene zu begegnen, sich im Betrieb populärer zu machen und in ein besseres Licht zu rücken. Kurzum: Sie sind gut für die Motivation der Mannschaft, für die Karriere und für die Leistungskraft.

Vieles wird deshalb vonseiten des Arbeitgebers erlaubt, das meiste gerne gesehen, einiges geduldet. Gut, es gibt Leute, die würden lieber Zwiebeln schälen als mit Kollegen anzustoßen. Aber das sind die Ausnahmen. Dennoch gibt es bei jeder Weihnachtsfeier ein paar grundlegende Fragen vorab zu klären - die FAQ:

  1. Muss man jeden dazu einladen?

    Unbedingt. Ja! Im Gegensatz zu einer privaten Party, kann man auf eine betriebliche Weihnachtsfeier nicht nur einladen, wen man mag. Wer ein erfolgreiches Jahr abschließen und herausragende Leistungen mit dem Team oder der Belegschaft zelebrieren will, muss eben auch die gesamte Belegschaft einladen. Wichtig: Vergessen Sie dabei niemals Außendienstmitarbeiter, externe Büros, Mitarbeiter in Elternzeit oder im Sabbatical sowie verdiente feste Freie. Das wäre sonst ein Affront, da sich diese wie Kollegen zweiter Klasse fühlen werden, die zwar mitarbeiten dürfen, aber nicht mitfeiern.

  2. Muss ich zur Weihnachtsfeier hingehen?

    Natürlich gibt es Gründe, an der Feier nicht teilzunehmen. Doch sollten Sie Ihr Fernbleiben gut begründen können, denn eine schlechte Ausrede wird meistens enttarnt und wirft ein schlechtes Licht auf Sie. Ansonsten ist es aber in jedem Fall empfehlenswert, zumindest für kurze Zeit auf der Feier dabei zu sein. So demonstrieren Sie Ihren Teamgeist und tragen positiv zum Betriebsklima bei. Und vielleicht lernen Sie neue Kollegen kennen und können Ihr Netzwerk ausbauen.

  3. Was soll ich verschenken?

    Gute Frage. Eine konkrete Empfehlung kann an dieser Stelle nur falsch sein, denn ein gutes Geschenk ist vor allem eins: individuell. Allerdings gilt es im Büro als unangebracht, Dinge zu schenken, die eine intime Subbotschaft transportieren, wie etwa Parfüm, Cremes oder Krawatten. Auch sollte man auf Geschenke verzichten, die den Empfänger zu irgendetwas verpflichten: Bilder, Briefbeschwerer oder Blumenvasen können einem Akt seelischer Grausamkeit gleichkommen. Empfehlenswert sind an dieser Stelle Geschenke mit selbstvernichtendem Charakter: eine Flasche Wein, guter Whisky oder Theaterkarten.

  4. Muss ich mich an Geschenken beteiligen?

    Ach ja, die Kollegen-Kollekte... Zu einer Art Geschenk-Roulette oder zum Wichteln geht schon mal die Sammelbüchse herum. Dafür gibt weder Ober- noch Untergrenzen, aber alles unter zwei Euro sieht geizig aus. Solches Schenken ist ein Gruppenakt. Deswegen: Ja, bitte machen Sie mit.

  5. Darf man auf einer Weihnachtsfeier tanzen?

    Man darf nicht nur, man sollte sogar. Tanzen macht nicht nur Spaß und fördert somit die gute Stimmung auf der Feier, es ist auch ein eindeutiges Signal Ihrer Körpersprache. Obendrein kamen Untersuchungen des Albert Einstein College of Medicine in New York zu dem Befund, dass Tanzen regelrecht intelligenter macht.

  6. Was ist, wenn mir auf der Party etwas passiert?

    Dann sind Sie versichert. Da eine Weihnachtsfeier eine betriebliche Veranstaltung ist, sind die Mitarbeiter während der Party unfallversichert – egal, wie betrunken sie bei einem möglichen Unfall waren. Als Gradmesser, ab wann die Feier wieder privat ist, gilt Juristen zufolge die Anwesenheit des Chefs: Gehen die Vorgesetzten nach Hause und mit ihnen das Gros der Mitarbeiter, endet der betriebliche Charakter der Weihnachtsparty und damit auch der Unfallschutz. Dasselbe gilt für den Heimweg: Der ist immer privat. Also bitte aufpassen!

Extratipp

Es ist eine sehr nette Geste, wenn Sie sich am Ende der Feier oder am nächsten Tag persönlich oder per E-Mail beim Gastgeber (meistens der Chef) oder beim Organisator der Feier bedanken. Sie zeigen damit Ihre Wertschätzung und bleiben gleichzeitig positiv im Gedächtnis.

Die No Gos auf einer Weihnachtsfeier

Tatsächlich sind Weihnachtsfeiern wie Schaulaufen: Wer benimmt sich – wer daneben? Überall lauern Fettnäpfchen und Fallstricke. Für Vorgesetzte ist so eine Feier gerne auch ein gesellschaftlicher Benimmtest, der Mitarbeiter für höhere Aufgaben empfiehlt oder auch nicht. Damit Sie sich nicht blamieren, hier die elf wichtigsten No Gos zusammengefasst:

  1. Kein übermäßiger Alkoholkonsum.

    Natürlich ist es auf einer Weihnachtsfeier in Ordnung, wenn man mit den Kollegen einen Glühwein trinkt oder mit einem Glas Sekt anstößt. Sie sollten Ihren Alkoholkonsum aber in jedem Fall unter Kontrolle haben. Volltrunkenheit hat noch keine Karriere gefördert und wird auch Ihrem Ruf garantiert schaden.

  2. Keine Gehaltsverhandlungen.

    Nach einem oder zwei Glühwein lockert sich häufig auch die Zunge und der Mut steigt mit dem Alkoholpegel. Doch selbst wenn Sie schon länger mit dem Gedanken spielen, Ihren Chef darauf anzusprechen, sollten Sie auf keinen Fall eine Gehaltsdiskussion vom Zaun brechen. Dafür ist nur ein vorher vereinbarter Termin während der normalen Arbeitszeit ein geeigneter Rahmen.

  3. Keine Intimitäten.

    Ein absolutes Tabu. Auch wenn die private Atmosphäre etwas anderes suggeriert, handelt es sich immer noch um eine betriebliche Veranstaltung, bei der Anzüglichkeiten schnell zu einer Abmahnung führen können. Bedenken Sie auch immer, dass Sie weiterhin mit den Anwesenden zusammenarbeiten werden. Auch bei einem Flirt gilt es zu beachten, dass all Ihre Kollegen zusehen und Sie sich schnell zum Gesprächsthema der gesamten Firma machen.

  4. Kein ungewolltes Duzen.

    Trotz weihnachtlicher Stimmung und guter Laune - der Vorgesetzte bleibt der Vorgesetzte. Daher sollten Sie ihn nicht überschwänglich umarmen und unaufgefordert duzen. Bietet Ihnen aber jemand in der gelockerten und privaten Atmosphäre das Du an, können Sie diese Chance selbstverständlich ergreifen. Dabei bleiben sollten Sie allerdings nur, wenn sich der Chef am nächsten Morgen auch noch daran erinnert.

  5. Keine Spaßbremse sein.

    Allein in der Ecke stehen, auf die Uhr starren und schlechte Laune verbreiten, ist auf einer Weihnachtsfeier ein großer Fehler. Auch wenn Ihnen das Feiern nicht so sehr liegt, lässt es Sie in einem schlechten Licht erscheinen, wenn Sie als Spaßbremse auftreten. Gehen Sie auf die anderen zu, betreiben Sie Smalltalk und schon wird Ihnen der Abend viel erfreulicher erscheinen. Und Sie stellen obendrein noch Ihre Teamfähigkeit zur Schau.

  6. Keine Geschmacklosigkeiten.

    Anzügliche Witze, stupide Saufspiele oder schlechte Manieren sollte man sich auf der Weihnachtsfeier in jedem Fall sparen. Meistens führen diese Dinge nur zu betretenem Schweigen und Fremdschämen.

  7. Keine Smalltalk-Patzer.

    Smalltalk gehört zu einer Weihnachtsfeier genauso wie der Glühwein und die Musik. Doch auf das Thema kommt es an. Private Sorgen, Krankheiten, Finanzen und Religion sollte man unbedingt vermeiden. Hier besteht die große Gefahr Ihr Gegenüber zu kränken oder in ein Fettnäpfchen zu treten.

  8. Keine unpassende Kleidung.

    Für eine Weihnachtsfeier gibt es ebenso wie für den normalen Büroalltag eine Kleiderordnung. Vor allem Freizügigkeit sollte man, nicht nur wegen der sinkenden Temperaturen, unterlassen. Ansonsten bestimmt die Art der Weihnachtsfeier den Dresscode. Brechen Sie kurz nach Feierabend zu einem gemütlichen Weihnachtsmarktbummel auf, ist casual Business-Kleidung, wie Sie diese auch im Büroalltag tragen, angebracht, handelt es sich hingegen um ein Firmenbankett sollte Ihre Kleidung eleganter sein.

  9. Keine Plünderung des Buffets.

    Bei solchen Festen ist immer auch für die Verpflegung der Mitarbeiter gesorgt und natürlich dürfen Sie hier zugreifen. Doch es macht keinen guten Eindruck, wenn Sie sich wie ein ausgehungertes Raubtier auf die Leckereien stürzen. Auch wenn Ihr Chef das gesamte Team in ein schickes Restaurant einlädt, sollten Sie nicht zu Hummer und Champagner greifen. Das wirkt gierig. Damit signalisieren Sie den anderen, dass es Ihnen nur ums Essen geht.

  10. Keine unangemeldeten Gäste.

    Wer seinen Partner mitbringen will, sollte rechtzeitig beim Organisator der Feier nachfragen. Es steckt eine Menge Arbeit in der Planung und Durchführung einer größeren Feier und es kann zu erheblichen Schwierigkeiten kommen, wenn plötzlich 20 uneingeladene Gäste im Raum stehen.

  11. Keine Lästereien.

    Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul. Dieser alte Spruch bewahrheitet sich immer wieder. Lästereien über das Essen, die Kollegen oder gar den Chef sind ein absoluter Karrierekiller. Solche Aussagen fallen immer auf Sie zurück und verpassen Ihrer Karriere einen Dämpfer.

Weihnachtsfeier-Checkliste für den Tag danach

Leider schafft es nicht jeder, sich an die No Gos zu halten. Woran Sie merken, dass etwas richtig schief gelaufen ist. Oder anders gesagt:

Sie wissen, dass Sie sich auf der Weihnachtsfeier daneben benommen haben, wenn...

  • ...betretenes Schweigen auftritt, sobald Sie das Büro betreten.
  • ...der Chef Sie sofort in sein Büro bestellt.
  • ...Sie das Hauptthema der Gerüchteküche sind.
  • ...Sie einen Filmriss haben.
  • ...Ihr Alkoholpegel am Morgen verhindert, dass Sie Auto fahren.
  • ...Sie morgens im Büro unter Ihrem Schreibtisch aufwachen.
  • ...Ihre Kollegen vorsichtshalber Ihren Autoschlüssel verwahren.
  • ...Sie mit einer/einem Kollegin/Kollegen geknutscht haben.

Weihnachtsfeier als Vorgesetzter: Was sollten Sie beachten?

Doch nicht nur die Mitarbeiter, sondern gleichermaßen der Chef oder Vorgesetzte sollte sich auf der Weihnachtsfeier an einige Regeln halten. Besonders weil er häufig als Gastgeber auftritt und somit eine prominente Rolle während der gesamten Veranstaltung einnimmt. Wir haben die vier Grundsätze für das erfolgreiche Auftreten eines Vorgesetzten zusammengefasst:

  • Die richtige Begrüßung

    Bei Unternehmen mit einer überschaubaren Anzahl an Mitarbeitern ist es eine tolle Geste, wenn jeder persönlich vom Chef mit einem Handschlag begrüßt wird. Natürlich ist dies ab einer gewissen Firmengröße nicht mehr umsetzbar, da kein Chef mehrere tausend Hände schütteln kann, doch sollte man dafür sorgen, dass sich die Mitarbeiter so willkommen wie möglich fühlen. Auf eine schöne Art gelingt dies auch durch ein kleines, weihnachtliches Geschenk, dass die Gäste auf ihren Plätzen erwartet.

  • Die richtige Ansprache

    Verzichten Sie auf ausschweifende Präsentationen und dem Ausblick auf die Erwartungen des nächsten Jahres. Nutzen Sie den feierlichen Anlass lieber, um die guten Leistungen des letzten Jahres zu loben. Vorsicht ist geboten, wenn einzelne Mitarbeiter gesondert hervorgehoben werden sollen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da auch schnell Neid aufkommen und das Betriebsklima verschlechtern kann.

  • Der richtige Umgang

    Nach Ihrer Ansprache sollten Sie sich nicht an den Tisch der Führungsetage begeben und den Rest des Abends dort verbringen. Suchen Sie das private Gespräch mit Mitarbeitern. Falls die Größe der Veranstaltung es zulässt, können Sie beispielsweise an die einzelnen Tische gehen und sich mit den Gästen unterhalten. Hierbei reicht Smalltalk häufig schon aus, doch Ihre Gäste werden es zu schätzen wissen, dass Sie sich die Zeit nehmen.

  • Das richtige Timing

    Da Sie als Gastgeber auftreten, sollten Sie natürlich nicht als erster die Veranstaltung verlassen. Zumindest bis zum Ende des offiziellen Teils des Abends sollten Sie anwesend sein. Wenn einige Gäste nach der Feier noch weiterziehen oder bis zum frühen Morgen tanzen möchten, ist es natürlich an Ihnen zu einer angemessenen Zeit nach Hause aufzubrechen.

Arbeitsrecht: Urteile rund um Weihnachtsfeiern

Trotz des feierlichen Anlasses einer Weihnachtsfeier und den Regeln, kommt es in diesem Rahmen immer wieder zu Streitigkeiten, die durch ein Gericht entschieden werden müssen. Hier finden Sie einige Urteile aus dem Arbeitsrecht rund um die Weihnachtsfeier:

  • Kein Anspruch: Ein Arbeitnehmer, der an einer betrieblichen Weihnachtsfeier nicht teilgenommen hat, hat keinen Anspruch auf das bei dieser Gelegenheit an die anwesenden Mitarbeiter verschenkte iPad mini im Wert von ca. 400 Euro. Dies entschied das Arbeitsgericht Köln.
  • Arbeitsunfall: Auch ein Beinbruch im Bowlingcenter ist als Arbeitsunfall von der Unfallversicherung gedeckt, wenn sich der Unfall auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier ereignet. Dies hat das Sozialgericht Berlin entschieden.
  • Vorteilsnahme: Eine Amtsdirektorin, die eine Weihnachtsfeier von einem Unternehmer finanzieren lässt, der an der Vergabe weiterer Aufträge für seine Firma interessiert ist, macht sich der Vorteilsnahme schuldig, so das Oberlandesgericht Brandenburg.
  • Fristlose Kündigung: Ein Mitarbeiter, der einen Kollegen auf einer Betriebs­veranstaltung tätlich angreift, kann auch dann fristlos gekündigt werden, wenn er Betrieb­srats­vorsitzender ist und bereits über zwanzig Jahre in dem Unternehmen gearbeitet hat. Dies hat das Arbeitsgericht Osnabrück entschieden.

PS: Wenn Arbeitnehmer kostenlos an Betriebsfesten, wie zum Beispiel einer Weihnachtsfeier, teilnehmen, ist das ein lohnsteuerpflichtiger "geldwerter Vorteil". Nur solange die Kosten – also vor allem die Ausgaben für Speisen und Getränke – unter der Grenze von 150 Euro pro Teilnehmer bleiben, bekommt der Fiskus keinen Cent.

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