Definition: Was ist Selbstmanagement?
Selbstmanagement ist die Fähigkeit, seine berufliche Entwicklung sowie das persönliche Wachstum eigenständig und unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Dazu gehört, Aufgaben effizient zu erledigen und durch geeignete Methoden die optimale Lösung von Problemen und Herausforderungen zu finden.
Wichtige Teilkompetenzen des Selbstmanagements
- Selbstmotivation
Die Fähigkeit, auch bei Rückschlägen dranzubleiben. - Zielsetzung
Realistische Ziele setzen können und diese konsequent verfolgen. - Selbstorganisation
Aufgaben erkennen, priorisieren und effizient planen. - Zeitmanagement
Die eigene Zeit sinnvoll einteilen und optimal nutzen. - Selbstreflexion
Das eigene Verhalten und die Zielerreichung überprüfen und anpassen. - Emotionsregulation
Eigene Gefühle und Stimmungen bewusst steuern.
Selbstmanagement lernen: Das sind die Vorteile
- Sie können sich selbst besser organisieren.
- Sie haben einen klaren Überblick über die ToDos.
- Sie planen Aufgaben gründlich und vorausschauend.
- Sie priorisieren wichtige und unwichtige Dinge.
- Sie bleiben den Tag über motiviert.
Die Liste zeigt, dass Selbstmanagement aus vielen unterschiedlichen Kompetenzen besteht. Es erfordert Motivation, Organisationstalent und Zielsetzung.
Zeitmanagement vs. Selbstmanagement?
Beide Begriffe – Zeitmanagement und Selbstmanagement – werden häufig synonym genutzt. Dabei ist „Zeitmanagement“ genau genommen definitorischer Unsinn: Zeit kann man nicht managen. Sie vergeht immer gleich schnell. Jeder Tag hat für jeden Menschen 24 Stunden. Gemeint ist aber, seine Zeit effizienter zu nutzen und den Arbeitsalltag zu strukturieren sowie Aufgaben zu priorisieren. Genau das ist Selbstmanagement.
Selbstmanagement-Methoden: Übersicht der 18 besten Techniken
Inzwischen haben sich zahlreiche Selbstmanagement-Methoden, Tools und Techniken etabliert – mit unterschiedlichen Schwerpunkten, um der Arbeit und dem Tag eine Struktur zu geben oder Aufgaben zu priorisieren. Wir stellen Ihnen die 18 besten Selbstmanagement-Methoden vor:
1. ABC-Methode
Bei der ABC-Methode (auch: ABC-Analyse) geht es um drei Prioritäten. Sie richtet sich an Menschen, die schnell und intuitiv entscheiden. Durch die einfache Aufteilung erhalten sie einen einfachen Plan und klare Handlungsanweisungen für unterschiedliche Aufgaben. Diese werden dazu in drei Stufen eingeteilt und entsprechend bearbeitet:
- A-Aufgaben: sehr wichtig (sofort erledigen)
- B-Aufgaben: weniger wichtig (später erledigen oder delegieren)
- C-Aufgaben: kaum wichtig bis unwichtig (delegieren oder verwerfen).
🟢 Bewertung: Einfache und schnelle Selbstmanagement-Methode für Einsteiger und Anfänger. Die ABC-Analyse eignet sich ebenso dazu, zu prüfen, welche Kunden den höchsten Umsatz bringen oder welche Produkte und Dienstleistungen für den meisten Gewinn sorgen.
2. ALPEN-Methode
Die ALPEN-Methode dient dazu, den Tag besser zu strukturieren. Im Idealfall benötigen Sie hierfür nicht mehr als 15 Minuten. Die Abkürzung „ALPEN“ ist ein Akronym und setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der fünf Bausteine der Selbstmanagement-Methode:
- Aufgaben aufschreiben
- Länge einschätzen
- Pufferzeit einplanen
- Entscheidungen treffen
- Nachkontrollieren
🟡 Bewertung: Immer noch recht simpel und schnell. Das Einschätzen, wie viel Zeit Sie für jede Aufgabe benötigen, stellt jedoch für viele eine Herausforderung dar und kann bei Unsicherheit viel Zeit kosten.
3. Aschenputtel-Methode
Selbstmanagement wie beim Aschenbrödel im Märchen: „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“ Gemeint sind bei dieser Selbstmanagement-Methode jedoch die Gewohnheiten im Arbeitsalltag: Analysieren Sie, was Ihnen im Job bei der Bewältigung Ihrer Aufgaben hilft, welche Routinen sich positiv auswirken – und welche schlechten Gewohnheiten oder Störfaktoren Sie regelmäßig blockieren. Die guten Gewohnheiten sollten Sie natürlich weiterhin pflegen und fördern, die schlechten ablegen oder buchstäblich ausschalten – z.B. das Smartphone während der Arbeit.
🟢 Bewertung: Nicht unbedingt für den täglichen Gebrauch gedacht, hilft die Methode doch dabei, echte Zeitkiller zu finden und zu minimieren. Und das ist ein zentraler Aspekt bei allen Selbstmanagement-Techniken.
4. Batching
Beim Batching werden thematisch gleiche Aufgaben zusammengefasst und in einem Block erledigt. Der Begriff leitet sich vom Englischen „to batch“ ab und bedeutet, die Dinge „stapelweise“ zu erledigen. Die Batching-Methode ist das Gegenteil von Multitasking: Statt zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her zu wechseln, was langsamer macht, nutzt die Selbstmanagement-Technik eine Art Routine-Effekt: Weil sich die Arbeitsabläufe wiederholen, geht alles schneller und die Produktivität steigt. Effektiv kann auch das Gegenteil vom Batching sein: Bei der sog. Salamitaktik zerlegen Sie große Aufgaben in kleinere und schneller erreichbare Teilschritte, was wiederum die Motivation fördert.
🟢 Bewertung: Eine der besten Selbstmanagement-Methoden, mit der wir selbst arbeiten und nur gute Erfahrungen gesammelt haben. Absolut empfehlenswert!
5. Eat The Frog
Die Methode „Eat the Frog“ (deutsch: „Iss den Frosch!“) geht auf den amerikanischen Erfolgscoach Brian Tracy zurück und bedeutet, die unangenehmste Aufgabe des Tages zuerst zu erledigen – so schwierig oder „unappetitlich“ sie auch ist. Laut Tracy bringt das eine enorme Erleichterung für den Rest des Tages. Effekt: Sie schaffen mehr und verhindern die klassische Prokrastination. Die deutsche Redewendung hierfür wäre: „die Kröte schlucken.“
🔴 Bewertung: Je nach Persönlichkeitstyp verhindert die Selbstmanagement-Methode, dass Sie unangenehme Tasks aufschieben. Kritisiert wird aber, dass Sie die Chronobiologie ignoriert, wobei es – je nach Biorhythmus – etwa für kreative Aufgaben Bestzeiten am Tag gibt. Unangenehme Routineaufgaben ausgerechnet in diese Zeiten zu verlagern, kann die Produktivität wieder senken.
6. Eisenhower-Methode
Die Eisenhower-Methode (auch: Eisenhower-Prinzip) ist der Klassiker unter den Selbstmanagement-Methoden und geht tatsächlich auf den US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower zurück. Hierbei werden in einer Matrix alle anstehenden Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit eingeteilt:
Aus der Einteilung ergeben sich vier Handlungsempfehlungen für die einzelnen Aufgaben:
- A-Aufgaben: Sofort erledigen!
Sie sind wichtig und dringend. - B-Aufgaben: Terminieren!
Wichtige, aber weniger eilige Aufgaben können Sie auch noch später erledigen. - C-Aufgaben: Delegieren!
Sie sind dringende, aber unwichtig und können von anderen erledigt werden. - D-Aufgaben: Ignorieren!
Was weder wichtig noch dringend ist, können Sie getrost vergessen.
🟢 Bewertung: Aus unserer Sicht eine der besten Selbstmanagement-Methoden überhaupt. Ziel sollte allerdings sein, nicht jedes Mal eine Matrix zu malen, sondern die Aufgabenverteilung möglichst bald intuitiv nach diesem Muster zu organisieren.
7. Getting Things Done
Getting Things Done (auch: GTD-Prinzip) geht auf den Bestsellerautor David Allen zurück. Seine Grundidee: Erst sammeln Sie alle Aufgaben, die erledigt werden müssen, und notieren diese in einem logischen System (etwa einem Tagesplaner). Dadurch bekommen Sie den Kopf für Wichtigeres frei. Anschließend müssen Sie für jede Aufgabe diszipliniert entscheiden, ob diese sinnvoll ist und in den Plan integriert wird. Kurz: Reduzieren Sie Projekte auf den nächsten elementaren Teilschritt und strukturieren Sie diese Schritte nach Zeitpunkt und Ausführungsort.
🔴 Bewertung: Die Methode ist grundsätzlich richtig, ist aber nach unserer Einschätzung nur alter Wein in neuen Schläuchen und eine Neudefinition der ALPEN-Methode. Weil sie so populär ist, durfte sie in dieser Liste aber nicht fehlen.
8. Kanban
Kanban ist die japanische und horizontale Adaption der klassischen To-do-Liste. Hierbei werden anfallende Aufgaben visualisiert und nach verfügbaren Arbeitskräften, Ressourcen und Kapazitäten verteilt. Wichtigstes Mittel dazu ist das Kanban-Board, auf dem Aufgaben sowie Fortschritte in drei Spalten für alle sichtbar gemacht werden:
- zu erledigen
- in Arbeit
- erledigt
Notieren Sie alle anfallenden Aufgaben jeweils auf einem Zettel und ordnen Sie diese den jeweiligen Spalten zu. Je nach Status der Aufgabe verschieben Sie den Zettel dann in die korrekte Spalte. Das Konzept ist eine zentrale Idee im agilen Projektmanagement. Ursprünglich wurde es in den 1940er Jahren vom Automobilkonzern Toyota entwickelt, um Lagerbestände zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen.
🟢 Bewertung: Die Zeitmanagement-Methode wird heute in zahlreichen agilen Projektteams erfolgreich genutzt und ist ebenso einfach wie effektiv. Unbedingt ausprobieren!
9. Not-To-Do-Liste
Anders als bei der klassischen To-do-Liste schreiben Sie bei der Not-to-do-Liste Störfaktoren auf, die Sie von der eigentlichen Arbeit abhalten. Das können E-Mails oder Social Media sein. Indem Sie diese Störquellen anschließend bewusst vermeiden oder reduzieren, verbessern Sie indirekt Ihre Zeitplanung.
🟡 Bewertung: Die Selbstmanagement-Technik entwickelt gerade beim Einstieg ihre größte Wirkung und hilft, echte Störquellen zu identifizieren und zu eliminieren. Für den täglichen Gebrauch ist sie eher ungeeignet.
10. Pareto-Prinzip
Das Pareto-Prinzip (auch: 80-20-Regel) ist genau genommen keine Selbstmanagement-Methode, sondern eine wichtige Erkenntnis – aus der sich aber Methoden zur Priorisierung von Aufgaben ableiten. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80 % der Ergebnisse oft schon mit 20 % des Aufwands erreicht werden. Dafür benötigen die verbleibenden 20 % der Aufgaben rund 80 % der Ressourcen und Arbeitszeit. Für das Selbstmanagement bedeutet das: Fokussieren Sie sich zuerst am Tag auf die maßgeblichen 20 % der Aufgaben. Der Rest ist nachrangig.
🟢 Bewertung: Aus Erfahrung sagen nicht nur wir: Stimmt! Wer seine Zeit bzw. sich selbst effektiver managen will, sollte das Prinzip unbedingt verinnerlichen und anwenden.
11. Pomodoro-Technik
Mithilfe der Pomodoro-Technik teilen Sie Ihre Arbeitszeit in Intervalle: Zuerst arbeiten Sie für 25 Minuten hochkonzentriert (sog. Pomodoro), und widmen sich voll und ganz der Aufgabe. Danach machen Sie 5 Minuten Pause. Diesen Rhythmus wiederholen Sie viermal. Nach vier Pomodori folgt eine längere Pause von 30 Minuten.
🟢 Bewertung: Die Technik ist eine gute Ergänzung zu anderen Selbstmanagement-Methoden und Priorisierungs-Strategien und hilft durch die Kombination aus Fokussierung und Entspannung, sich besser zu konzentrieren und mehr zu schaffen.
12. SMART-Methode
Diese Selbstmanagement-Methode unterstützt Sie dabei, Ziele besser zu formulieren und zu setzen. Das gelingt im Wesentlichen durch fünf Kriterien, deren Anfangsbuchstaben das Akronym SMART ergeben:
- Spezifisch
Ziele sollen so spezifisch wie möglich beschrieben werden. - Messbar
Orientieren Sie sich dabei an messbaren Fakten. - Attraktiv
Planen Sie so, dass Sie auch Lust haben, das umzusetzen. - Realistisch
Was Sie sich vornehmen, muss zugleich machbar sein. - Terminiert
Setzen Sie für jede Aufgabe eine Frist. Das erhöht die Verbindlichkeit.
🟢 Bewertung: Wer seine Zielsetzung so organisiert und formuliert, steigert die Erfolgschancen deutlich.
Die AMORE-Methode
Was nach Liebe und Romantik klingt, ist auch nur ein Akronym und eine Verwandte der SMART-Methode, um Ziele so zu formulieren, dass Sie diese einfacher erreichen. AMORE steht für: ambitioniert, motivierend, organisiert, realistisch, echt. Eine weitere Verwandte ist die MAGIE-Methode – nur dass hierbei die Ziele machbar, (allgemein) akzeptabel, gewissenhaft, inspirierend und ehrgeizig sein sollten.
13. Tagesplan
Allen genannten Selbstmanagement-Methoden ist gemein, dass Sie sich zunächst einen Überblick aller Aufgaben verschaffen, diese strukturieren und nach einer Rangfolge sortieren. Genau das tun Sie in der Regel in einem Tagesplan bzw. Wochen- oder Monatsplan: Was muss bis wann erledigt werden? Ähnlich wie eine To-do-Liste schafft der Tagesplan die wichtigste Grundlage für bessere Selbstorganisation.
🟢 Bewertung: Egal, für welche Selbstmanagement-Methode Sie sich am Ende entscheiden – Sie werden praktisch immer mit einem Tagesplan beginnen. Eine absolute Basis-Technik. Und sehr sinnvoll!
14. Timeboxing
Das sogenannte Timeboxing (auch: Timeblocking) funktioniert ähnlich wie ein Tagesplan. Das Konzept ist ebenso einfach: Statt einfach loszuarbeiten, legen Sie für jede Aufgabe ein Zeitfenster, die sogenannte Timebox, fest. An diese halten Sie sich möglichst genau, um Zeitverschwendung zu vermeiden. Timeboxing basiert auf Edwards Gesetz, wonach wir uns mehr anstrengen, wenn die verfügbare Zeit genau festgelegt ist. Indem Sie sich zwingen, die Aufgaben wirklich im vorgegebenen Zeitblock zu erledigen, erzeugen Sie einen positiven Druck.
🟡 Bewertung: Die Timeboxen müssen unbedingt realistisch definiert werden, sonst funktioniert die Zeitmanagement-Methode nicht. Sie ist daher eher für Fortgeschrittene geeignet. In Kombination mit dem Batching entfaltet die Technik aber einen maximalen Effekt.
15. Die 2-Minuten-Regel
Durch unzählige kleine Aufgaben verzetteln sich viele. Abhilfe schafft die 2-Minuten-Regel. Sie sagt: „Alles, was Sie in weniger als 2 Minuten schaffen, erledigen Sie sofort!“ So häufen sich Kleinigkeiten gar nicht erst an – was das Selbstmanagement langfristig erleichtert und die Produktivität erhöht. Ähnlich funktioniert übrigens auch das sog. Heiße-Kartoffel-Prinzip.
🟢 Bewertung: Simpel, schnell, effektiv. Ob es eine echte Selbstmanagement-Methode ist? Darüber lässt sich streiten. Definitiv hilft sie sich jedoch dabei, nicht noch viel Zeit mit dem Selbstmanagement zu verbrauchen, sondern einfach zu machen.
16. Die 40-30-20-10-Regel
Die 40-30-20-10-Regel ist eine einfache Technik für eine effizientere Arbeitsorganisation. Dabei widmen Sie 40 Prozent Ihrer Zeit der Aufgabe mit höchster Priorität; 30 Prozent bekommt die zweitwichtigste Aufgabe; 20 Prozent der Zeit die Aufgabe mit Priorität 3. Die restlichen 10 Prozent entfallen auf alle übrigen Aufgaben. Eine enge Verwandte dieser Selbstmanagement-Methode (und von uns eher empfohlen) ist die 1-3-5-Methode: Der Kern ist eine tägliche To-do-Liste mit maximal 9 Aufgaben: 1 große Aufgabe, 3 mittlere Aufgaben und 5 kleine Aufgaben.
🟡 Bewertung: Die Prozentzahlen der 40-30-20-10-Regel sind als Richtwert zu verstehen. So genau wird das wohl niemand nutzen. Das Prinzip dahinter ist aber richtig: Konzentrieren Sie sich auf die (drei) wichtigsten To-dos des Tages!
17. Die 60-60-30-Methode
Ähnlich wie die Pomodoro-Technik wechselt diese Selbstmanagement-Methode zwischen Anspannung und Entspannung. Die 60-60-30-Methode nimmt jedoch mehr Rücksicht auf den natürlichen Biorhythmus und soll die regelmäßige Regeneration sicherstellen. Die Zahlen erklären sich so:
- 60-60 Minuten
Je zweimal 60 Minuten arbeiten Sie konzentriert an Ihrer Aufgabe, davon 55 Minuten mit hohem Fokus, danach folgen 5 Minuten Pause. - 30 Minuten
Nach den beiden Arbeitsabschnitten folgt eine längere Erholungspause von 30 Minuten.
🟢 Bewertung: Aus der Lernforschung ist bekannt, dass sich Menschen maximal 90-110 Minuten am Stück konzentrieren können. Danach benötigt das Gehirn eine Pause. Wenn Sie diese 60-60-30-Blöcke in Ihren Arbeitstag integrieren, sollten Sie deshalb unbedingt darauf achten, während der längeren Pause wirklich den Arbeitsplatz zu verlassen, sich zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen. Dann ist diese Technik wirklich hilfreich.
18. Die 18-Minuten-Regel
Die 18-Minuten-Regel von dem US-Autor Peter Bregman sagt: „Nehmen Sie sich am Anfang des Tages 5 Minuten Zeit, um den Tag zu planen, und am Ende des Tages 5 Minuten, um zu prüfen, was Sie erreicht haben. Dazwischen reflektieren Sie jede Stunde für jeweils eine Minute, ob Sie den Tag – wie geplant – sinnvoll und produktiv nutzen.“ In Summe sind das 18 Minuten, um im Leben klare Prioritäten zu setzen und diese konsequent zu verfolgen.
🟡 Bewertung: Weniger Methode – mehr Reflexionsübung, um die eigenen Fortschritte und die Selbstwirksamkeit zu visualisieren. Wir finden das essenziell für die eigene Entwicklung. Hierfür reicht aber auch schon einfaches Journaling.
Was ist die 72-Stunden-Regel?
Die 72-Stunden-Regel besagt: „Alles, was Sie sich vornehmen, müssen Sie innerhalb von 72 Stunden beginnen, sonst sinkt die Chance, dass Sie das Projekt jemals umsetzen, auf ein Prozent.“ Der Grund für diese Regel ist nicht nur der sprichwörtliche innere Schweinehund, sondern auch mangelnde Entschlossenheit. Erst wer sich einer Sache ganz verschreibt, wird damit auch loslegen. Andernfalls bleibt es ein frommer Vorsatz.
Selbstmanagement-Beispiele: Wie im Alltag integrieren?
Soweit die Theorie – nun ein paar Tipps zur Praxis. Diese helfen, die Methoden in den Arbeitsalltag zu integrieren:
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Notieren Sie alles
Notieren Sie jede Idee und jede Aufgabe, die Sie nicht sofort angehen können. So können Sie den Gedanken beiseitelegen und sich auf Ihre aktuelle Aufgabe konzentrieren. Damit diese Strategie funktioniert, müssen Sie diese jedoch mit der zweiten kombinieren.
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Wählen Sie Ihre Tools
Um Ihre Notizen, Aufgaben und Termine einfach und effizient zu verwalten, brauchen Sie die passenden Tools. Entscheidend ist, dass Sie nicht ständig neue Programme und Gadgets ausprobieren, sondern sich auf erprobte und funktionierende Tools beschränken. Auch das beste System kann ohne eine stabile Basis nicht funktionieren. Hier müssen Sie Ihren vielleicht vorhandenen Spieltrieb im Zaum halten.
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Trennen Sie Aufgaben und Termine
Manche nutzen ihren Kalender für alles: Termine, Aufgaben, Besprechungen. Bei digitalen Tools ist Platz zwar kein Problem. Wenn Sie aber alles an einem Ort sammeln, wird es schnell unübersichtlich. Tipp: Trennen Sie Termine und Aufgaben und verwalten Sie diese mit verschiedenen Tools.
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Kombinieren Sie digital und analog
Inhalte lassen sich heute auf verschiedenen Geräten synchronisieren. Die Flexibilität von Papier erreicht aber kein Tool. Außerdem fördert das Schreiben von Hand die Kreativität und das Memorieren.
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Nutzen Sie die Not-To-Do-Liste
To-do-Listen nutzen Sie schon. Erweitern Sie Ihr Selbstmanagement um eine Not-To-Do-Liste: Darauf landen alle Dinge, mit denen Sie sich nicht mehr befassen sollten. Störfaktoren, Zeitdiebe, Unwichtiges. Indem Sie diese Faktoren auf eine Liste schreiben, machen Sie sich unproduktive Gewohnheiten bewusster.
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Prüfen Sie, bevor Sie aktiv werden
Gehören Sie zu den Menschen, die sofort loslegen und neue Aufgaben direkt anpacken? Überprüfen Sie besser, ob sich die Aufgabe mit anderen bündeln lässt und ob Sie der oder die Beste dafür sind. Andernfalls: Batching! Oder Aufgaben delegieren…
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Arbeiten Sie intuitiv
Aufgabenlisten und Planungstools sind nützlich. Wenn es um Prioritäten geht, ist die Intuition trotzdem ein guter Ratgeber. Sie basiert auf Ihren Erfahrungen und der fachlichen Kompetenz und liegt daher oft intuitiv richtig.
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Täuschen Sie sich nicht selbst
Bei unangenehmen Aufgaben neigen viele dazu, diese aufzuschieben und zu vermeiden. Das Aufschieben führt aber langfristig nur zu mehr Arbeit (siehe: Depletion-Effekt). Fragen Sie sich besser, warum Sie die Aufgabe aufschieben wollen – und was sich daran ändern lässt.
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Planen Sie Pausen
Die Bedeutung von Pausen und Erholungsphasen ist den meisten zwar bewusst, doch wird das regelmäßig ignoriert. Auf Kosten der Gesundheit und Leistungskraft. Selbstmanagement bedeutet nicht, dass Sie 12 Stunden effizient, aber pausenlos durcharbeiten! Sie benötigen Pausen zur Regeneration. Planen und priorisieren Sie diese unbedingt mit.
Selbstmanagement Psychologie: Wie motiviert bleiben?
Selbstmanagement funktioniert nur mit entsprechender Motivation. Wenn Sie sich nicht für die Arbeit und Aufgaben begeistern können, nutzen auch die besten Methoden nichts. Auch hierfür noch ein paar Tipps, die Sie dabei unterstützen, langfristig motiviert zu bleiben:
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Routinen aufbrechen
Der Spaß am Selbstmanagement kann durch Routinen verloren gehen. Tipp: Brechen Sie diese Standardprozesse immer wieder auf, ändern Sie Reihenfolge der Aufgaben, nutzen Sie andere Methoden und Strategien! Große Veränderungen sind oft nicht nötig. Meist reichen schon kleine Abweichungen, um den Spaß zu erhalten.
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Sinn geben
Geben Sie dem, was Sie machen, einen tieferen Sinn, eine höhere Bedeutung. Nicht Sinn suchen – Sinn geben! (siehe: Paradoxon der Sinnsuche). Wer ein größeres Ziel verfolgt, bleibt automatisch motivierter.
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Gemeinsame Ziele entdecken
Auch gemeinsame Ziele – mit dem Partner oder mit Kollegen – können enorm motivierend wirken. So ziehen alle an einem Strang, unterstützen einander, und es entsteht ein echtes Wir-Gefühl, das alle anspornt.
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Erfolge erinnern
Können Sie spontan Ihre zehn größten Erfolge nennen? Den meisten Menschen fällt das schwer. Eher fallen uns zehn Fehlschläge ein. Führen Sie deshalb ein Erfolgstagebuch und schreiben Sie jeden Tag auf, was Sie schon alles erreicht haben. Damit erinnern Sie sich an die positiven Ereignisse des Selbstmanagements – und motivieren sich für kommende Herausforderungen.
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