Ausbildung für Ausländer in Deutschland: Voraussetzungen!

Sie wollen als Ausländer eine Ausbildung in Deutschland machen? Gute Idee! Aufgrund des Fachkräftemangels werden hierzulande viele Lehrlinge gesucht. Wir erklären in diesem Artikel, welche Voraussetzungen Sie erfüllen und was Sie bei der Einreise nach Deutschland beachten müssen: Alle Tipps und Infos zur Ausbildung für Ausländer in Deutschland…

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Ausbildung in Deutschland für Ausländer – das Wichtigste

In Deutschland beginnen immer mehr junge Menschen aus dem Ausland eine duale Ausbildung. Zuletzt stieg die Zahl der Neuverträge für Azubis aus dem Ausland laut Statistischem Bundesamt um 17 Prozent. Damit erreicht der Anteil der Auslands-Azubis aktuell 15 Prozent aller Auszubildenden.

Grunsätzlich ist eine Ausbildung für Ausländer in Deutschland möglich und bietet hervorragende Karrierechancen. Selbst wenn Sie keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, können Sie hier eine Ausbildung absolvieren. Dafür müssen Sie allerdings einige Voraussetzungen erfüllen…

Die wichtigsten Bedingungen für Ausländer:

  • Anerkannter Schulabschluss
  • Gültige Arbeitserlaubnis (Nicht-EU-Bürger)
  • Deutschkenntnisse (mindestens B1)
  • Gesicherter Lebensunterhalt
  • Unterkunft in Deutschland
  • Gültige Krankenversicherung

Unterschiede gibt es zwischen EU-Bürgern und Bewerbern aus Drittstaaten: Während EU-Bürger ohne Visum einreisen und in Deutschland arbeiten oder eine Ausbildung machen dürfen, benötigen Nicht-EU-Bürger ein spezielles Visum für die Ausbildung in Deutschland.

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Das deutsche Ausbildungssystem für Ausländer

Deutschland gilt als Vorreiter im Bereich der dualen Ausbildung. Ausländer können zwischen zwei Ausbildungsarten wählen:

    1. Schulische Ausbildung

    Die schulische Ausbildung findet ausschließlich an Berufsschulen statt und ist in der Regel unbezahlt. Die Praxis lernen Azubis im Praktikum. Diese sind Pflicht.

  • Dauer: 1-2 Jahre
  • Typische Bereiche: Gesundheit, Soziales, Pflege.
  • 2. Duale Ausbildung

    Die duale Ausbildung kombiniert theoretischen Unterricht (Berufsschule) mit praktischen Erfahrungen (Ausbildungsbetrieb). Azubis erhalten während der Lehre eine Ausbildungsvergütung.

  • Dauer: 2-3,5 Jahre
  • Gehalt: mindestens 682 Euro im ersten Ausbildungsjahr, danach steigend
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Beliebte Ausbildungsberufe für Ausländer

Es gibt in Deutschland mehr als 300 Ausbildungsberufe. Viele davon sind auch für Ausländer geeignet. Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen für Ausländer in Deutschland gehören:

Damit bietet Deutschland für Ausländer vielfältige Chancen, unabhängig davon, ob Sie einen handwerklichen, technischen, kaufmännischen oder sozialen Beruf ergreifen möchten.

Wie finde ich eine Ausbildung in Deutschland?

Nutzen Sie zur Ausbildungsplatz-Suche gerne unsere Jobsuche mit mehreren tausend freien Ausbildungsstellen im Handwerk, in der Industrie oder Gastgewerbe sowie Jobs in technischen oder sozialen Berufen:

Hier freie Ausbildungsplätze finden

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Bewerbung für eine Ausbildung in Deutschland

Sie möchten sich für eine Ausbildung als Ausländer in Deutschland bewerben? Dann achten Sie auf vollständige und korrekte Bewerbungsunterlagen. Für den richtigen Aufbau und eine überzeugende Bewerbung finden Sie bei uns zahlreiche kostenlose Bewerbungsratgeber:

Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit

Achtung: Für eine duale Ausbildung benötigen Sie zusätzlich eine Zusage der Bundesagentur für Arbeit! Diese prüft vorab, ob es für Ihren Ausbildungsplatz keine deutschen oder EU-Bewerber gibt. Das Verfahren heißt „Vorrangprüfung“. Erst danach dürfen Sie hierzulande eine Ausbildung machen.

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Voraussetzungen für die Einreise nach Deutschland

Für die Ausbildung in Deutschland ohne deutsche Staatsbürgerschaft benötigen Sie je nach Herkunftsland unterschiedliche Dokumente:

  • EU-Bürger

    Für EU-Bürger, Bewerberinnen und Bewerber aus Liechtenstein, Norwegen, Island oder der Schweiz ist kein Visum oder eine Aufenthaltsgenehmigung erforderlich, nur die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt.

  • Nicht-EU-Bürger

    Visum erforderlich. Dieses beantragen Sie bei der deutschen Botschaft in Ihrem Heimatland.

Für das Visum brauchen Sie: einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag vom Ausbildungsbetrieb oder die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit sowie einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel.

➠ ÜBRIGENS: Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz erlaubt Ausländern übrigens ein Visum zur Ausbildungssuche zu beantragen. Damit dürfen Sie anschließend 6-9 Monate in Deutschland bleiben und Praktika bis zu 10 Stunden pro Woche machen!

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Voraussetzungen für eine Ausbildung in Deutschland

Zusätzlich zur Einreise müssen Sie für eine Ausbildung als Ausländer in Deutschland weitere Nachweise erbringen. Dazu gehören folgende Unterlagen:

Checkliste

  • Schulabschluss – anerkennen lassen!
  • Deutschkenntnisse – mindestens B1 nachweisen!
  • Lebensunterhalt – finanzieren & sicherstellen!
  • Unterkunft – finden & nachweisen!
  • Krankenversicherung – klären & abschließen!

Die einzelnen Voraussetzungen sehen wir uns nun nochmal im Detail an und gehen sie Schritt für Schritt durch…

1. Schulabschluss

Um eine Ausbildung in Deutschland beginnen zu können, benötigen Sie meist einen Schulabschluss (Ausnahme: siehe Ausbildung ohne Schulabschluss). Wenn Sie Ihren Schulabschluss im Ausland gemacht haben, müssen Sie die Zeugnisse in Deutschland übersetzen, beglaubigen und anerkennen lassen. Informationen zur Anerkennung bekommen Sie im m Portal anabin.

Welchen Schulabschluss Sie benötigen, hängt von der jeweiligen Ausbildung bzw. dem angestrebten Beruf ab. In der Regel brauchen Sie mindestens einen Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss.

Schulabschlüsse in Deutschland

  1. Hauptschulabschluss (Berufsreife)
  2. Realschulabschluss (Mittlere Reife)
  3. Fachhochschulreife (Fachabitur)
  4. Abitur (Allgemeine Hochschulreife)

2. Deutschkenntnisse

Für fast jede Ausbildung ist Sprachniveau „B1“ erforderlich, in Pflege- oder Gesundheitsberufen ist sogar das Sprachlevel „B2“ vorgeschrieben! Eine Ausbildung ohne Deutschkenntnisse ist in Deutschland so gut wie unmöglich. Idealerweise können Sie Ihr Sprachlevel mithilfe eines „Zertifikat des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ (GER) nachweisen.

Teilweise werden für einige Berufe zusätzlich fachspezifische Kenntnisse, zum Beispiel Microsoft-Office oder bestimmte Soft Skills, vorausgesetzt. Genauere Infos nennt Ihnen immer der Ausbildungsbetrieb.

Sprachkenntnisse Level

  • A1 = Grundkenntnisse
  • A2 = Erweiterte Grundkenntnisse
  • B1 = Gute Sprachkenntnisse
  • B2 = Sehr gute, fließende Sprachkenntnisse
  • C1 = Verhandlungssichere Sprachkenntnisse
  • C2 = (Fast) muttersprachliches Niveau

TIPP: Einige Ausbildungsbetriebe oder Berufsschulen bieten Azubis vor Ort sogenannte „berufsbezogene Sprachkurse“ an. Diese können Sie noch vor Beginn der Ausbildung absolvieren. In diesen Fällen reicht zur Einreise in Deutschland auch das Sprachlevel „A2“.

3. Lebensunterhalt

Planen Sie für den Lebensunterhalt mindestens 600-800 Euro pro Monat für Miete und Lebenshaltungskosten ein. Während einer dualen Ausbildung verdienen Sie zwar bereits ein Ausbildung Gehalt, bei einer schulischen Ausbildung aber in der Regel nicht – hier zahlen Sie eher noch Schulgebühren!

4. Unterkunft

Ohne Unterkunft ist eine Ausbildung in Deutschland für Ausländer nicht möglich. Sie müssen zwingend einen festen Wohnsitz nachweisen. Das kann ein WG-Zimmer oder eine eigene Wohnung sein. Idealerweise beginnen Sie rechtzeitig mit der Wohnungssuche. Beachten Sie aber: In großen Städten ist der Wohnraum knapp – Studenten suchen ebenfalls kleine Zimmer und Wohnungen! Wenn Sie dann außerhalb wohnen, kommen Fahrtkosten dazu, die Ihr verfügbares Einkommen schmälern.

5. Krankenversicherung

Für EU-Bürger reicht für kurze Aufenthalte die Europäische Krankenversicherungskarte des Herkunftslandes. Bei längeren Aufenthalten oder als Nicht-EU-Bürger benötigen Sie eine deutsche Krankenversicherung. Das gilt auch, wenn Sie eine schulische Ausbildung machen. Sehen Sie sich hierzu am besten Reiseversicherungen oder sogenannte Incoming-Versicherungen an, diese gelten bis zu 5 Jahre. Meist benötigen Sie aber noch eine private Krankenversicherung für Ausländer.

Checkliste: In 10 Schritten zur Ausbildung in Deutschland

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen für eine Ausbildung in Deutschland? Dann sollten Sie so vorgehen:

  1. Zeugnisse übersetzen und anerkennen lassen
  2. Eventuell Sprachkurs machen
  3. Visum beantragen und Einreise organisieren
  4. Ausbildungsplatz in unserer Jobbörse suchen
  5. Passende Ausbildung finden
  6. Bewerbung schreiben
  7. Ausbildungsvertrag unterschreiben
  8. Krankenkasse wählen und abschließen
  9. Wohnung finden und einziehen
  10. Ausbildung beginnen
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Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Als Nicht-EU-Bürger dürfen Sie nach der Ausbildung noch weitere 12 Monate in Deutschland bleiben, um eine dauerhafte Beschäftigung zu finden. Dazu müssen Sie rechtzeitig bei der Ausländerbehörde eine sogenannte „Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche“ beantragen.

Anschließend bewerben Sie sich bei bei Unternehmen, die passende Stellen für Ihren erlernten Beruf anbieten. Im Idealfall werden Sie vom Ausbildungsbetrieb übernommen und erhalten dort direkt im Anschluss eine Festanstellung. Mit dem Arbeitsvertrag in der Tasche beantragen Sie dann eine „Aufenthaltserlaubnis zur qualifizierten Beschäftigung“ nach § 18a AufenthG.


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