7.00 Uhr. Der Wecker klingelt – bleiben Sie im Rhythmus!

Perfekter Tag Im Buero Wecker




Der Wecker klingelt – mitten in der Nacht. Gefühlt jedenfalls. Snoozen hilft auch nicht weiter. Im Gegenteil: Eher ist es ein Indiz für die aktuelle Abeitslust beziehungsweise -unlust. Gut möglich, dass Sie sich gerade in einer Art Biojetlag befinden. Wir alle sind nämlich sogenannte Chronotypen. Die kennen Sie vielleicht als Frühaufsteher (Fachjargon Lerche). Diese Typus ist gleich nachdem er sich aus den Laken geschält hat topfit und kann – theoretisch – kurz darauf locker eine Stegreifrede halten. Der Langschläfer (Fachjargon Eule) hingegen schafft es morgens nur mit größter Mühe aus der Horizontalen, hält dafür aber abends länger durch.

Schlafforscher haben festgestellt, dass Frühaufsteher meist bessere schulische Leistungen aufweisen, während die Nachtschwärmer neugieriger und offener für neue Impulse sind. Der Chronobiologe Achim Kramer von der Berliner Charité fand heraus, dass die innere Uhr von Eulen und Lerchen um bis zu zwei Stunden zeitversetzt ist. Was wir selbst sind, wird aber schon im Mutterleib genetisch festgelegt.

Daraus folgt: Wer seinen Chronorhythmus kennt und seinen Alltag danach strukturiert, kann seine Laune, Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern, etwa indem er schwierige Aufgaben in seinen Hochphasen erledigt und den lästigen Kleinkram in den Durchhängerphasen. Vielleicht können Sie sich mit Ihrem Chef so arrangieren, dass Sie – falls Sie eine Eule sind – morgens später erscheinen, dafür abends länger bleiben.

Nur als Argumentationsstütze: Laut einer Studie der Durham Business School erhöht sinnlose Anwesenheitspflicht die Bereitschaft, drei oder mehr Tage im Jahr blauzumachen.

[Bildnachweis: Ana Blazic Pavlovic by Shutterstock.com]
7. Januar 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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