Worauf PriceWaterhouseCooper bei der Bewerbung achtet

Die formalen Kriterien bei Bewerbungen mögen feststehen, doch jedes Unternehmen setzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Beim einen kommt es vor allem auf die Softskills und die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers an, während das andere Unternehmen primär auf die fachlichen Kompetenzen und das Layout der Bewerbungsunterlagen achtet. Um Ihnen einen Blick in die Auswahlprozesse von Unternehmen zu bieten, haben wir verschiedene Firmen mit Hilfe eines Fragebogens zu deren Bewerbungsprozess interviewt. Die Antworten veröffentlichen wir im Rahmen unserer Serie Arbeitgeberchecks, heute stammen diese von Folke Werner, Leiter des Employer Branding, Personalmarketing & Recruiting bei PriceWaterhouseCooper (PwC) Deutschland…

Worauf PriceWaterhouseCooper bei der Bewerbung achtet

Worauf PriceWaterhouseCooper bei der Bewerbung achtet

  • Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?
    Content is King: die Qualität der Verpackung ist für uns nicht entscheidend. Am liebsten sind uns aber Online-Bewerbungen.
  • Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?
    Klassisch ja, wenn damit die einfache Form gemeint ist, in der uns die Bewerber klar und deutlich vermitteln, was sie für die ausgeschriebene Position mitbringen. Klassisch nein, wenn damit gemeint ist, dass die Kandidaten Standardphrasen aus Bewerbungsratgebern aneinanderreihen.
  • Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?
    Eine Seite reicht in der Regel aus. Verzichten sollten Bewerber zum Beispiel auf langatmige Ausführungen zu PwC wie etwa Umsatz, Angaben zum Geschäftsmodell oder Größe. Wenn sich Bewerber auf die wesentlichen Fragen konzentrieren – Warum gerade ich? Warum gerade für diese Position? -, brauchen sie dafür nicht allzu viel Platz.
  • Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?
    Für uns ist das in der Auswahl weniger relevant.
  • Wie viele Tippfehler sind das Aus?
    Tippfehler sind nicht toll. Das Aus bedeuten ein paar von ihnen aber nicht. Wenn Kandidaten sonst super passen, treten Buchstabendreher in den Hintergrund.
  • Gehaltsvorstellungen angeben?
    Gern. Das erleichtert den Umgang mit dem Thema im Bewerbungsgespräch.
  • Das größte Tabu in der Bewerbung?
    Wenn Bewerber die Frage nicht beantworten, warum sie die Richtigen für eine bestimmte Stelle sind.
  • Lebenslauf – chronologisch, amerikanisch oder thematisch?
    Meist bekommen wir klassische chronologische Lebensläufe, die in Deutschland nach wie vor sehr verbreitet sind. Die amerikanische Variante ist uns aber auch willkommen. Wichtig ist, dass es keine unerklärten Lücken im Lebenslauf gibt.
  • Interessieren Hobbies?
    Ja. Der Mensch ist doch kein Arbeitstier, wir interessieren uns für eine Persönlichkeit. Angaben zu den Hobbies runden das Bild ab.
  • Mit oder ohne Bewerbungsfoto?
    Fotos sind willkommen und gern gesehen.
  • Farbe oder Schwarz/Weiß?
    Spielt keine Rolle. Es sollte nur kein Bild vom letzten Familienausflug sein.
  • Dritte Seite – ja oder nein?
    Interessant, aber nicht entscheidend.
  • Wie viele Zeugnisse dazu?
    Möglichst umfassend – ab dem letzten Schulabschluss. Grundschulzeugnisse interessieren uns nicht mehr so sehr.
  • Lieber Post-, Online-Bewerbungen?
    Wir lieben Online-Bewerbungen.
  • Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?
    Das ist völlig okay. Unser Anspruch ist allerdings, dass wir Bewerbungen schon nach zwei Wochen mit einem Zwischenbescheid beantworten.
  • Wie viele Initiativbewerber bekamen zuletzt einen Job?
    Initiativbewerbungen kommen bei PwC kaum vor, weil wir nicht dazu auffordern. Wir haben so viele Jobangebote, da ist für jeden etwas dabei.
  • Googlen Sie Kandidaten?
    Online-Screening gehört für uns nicht zum Standard-Check von Kandidaten. Wir schauen uns zum Beispiel Xing-Profile nur dann an, wenn Bewerber uns dazu auffordern. Jeder soll seine Privatsphäre behalten, die wir respektieren. Außerdem liefern private Ballermann-Bilder keine Antwort auf die Frage, ob wir einen guten künftigen Berater oder eine gute künftige Wirtschaftsprüferin vor uns haben.
  • Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?
    Im Durchschnitt vier Wochen inklusive Vertragszusendung.
  • Der gruseligste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Das Bewerbungsgeschehen bei PwC ist kein Horrorkabinett; Frankenstein hat sich bislang bei uns noch nicht beworben. So richtig gruselig wird’s eigentlich nie.
  • Der genialste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Es geht uns nicht um den genialen Auftritt, beziehungsweise die perfekte Inszenierung. Bewerbung ist ja kein Theater. Wir sind aber sehr beeindruckt, mit welcher Professionalität uns die meisten Bewerber begegnen. Das finden wir insgesamt schon genial.
[Bildnachweis: PWC]
30. Juli 2013 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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