Worauf Scout24 bei der Bewerbung achtet

Die formalen Kriterien bei Bewerbungen mögen feststehen, doch jedes Unternehmen setzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Beim einen kommt es vor allem auf die Soft Skills und die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers an, während das andere Unternehmen primär auf die fachlichen Kompetenzen und das Layout der Bewerbungsunterlagen achtet. Um Ihnen einen Blick in die Auswahlprozesse von Unternehmen zu bieten, haben wir verschiedene Firmen mit Hilfe eines Fragebogens zu deren Bewerbungsprozess interviewt. Die Antworten veröffentlichen wir im Rahmen unserer Serie Arbeitgeberchecks, heute stammen sie von Thomas Knauer, dem HR Referenten der Scout24 Holding GmbH…

Worauf Scout24 bei der Bewerbung achtet

Worauf Scout24 bei der Bewerbung achtet

  • Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?
    Die Scout24-Gruppe ist ein Onlineunternehmen. Da liegt die Antwort natürlich nahe: Wir freuen uns über digitale Initiativbewerbungen via E-Mail an jobs@scout24.com, am liebsten sind uns allerdings Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen über unser Online-Tool.
  • Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?
    Das kommt ganz auf die zu besetzende Position an. Bewirbt man sich beispielsweise für eine Stelle im Online Marketing ist eine kreative Bewerbung – wie beispielsweise eine gut gemachte Homepage oder ein origineller Blog – von Vorteil. Für Finance-Jobs hingegen reicht auch die klassische Variante.
  • Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?
    Die Länge des Anschreibens ist für uns weniger relevant. Was zählt ist der Inhalt. Die Bewerber sollten begründen, was sie an der ausgeschriebenen Stelle reizt und warum sie unbedingt für die Scout24-Gruppe arbeiten möchten. Und bitte: Nicht dieselben Inhalte aufkochen, die schon im CV stehen. Das Anschreiben sollte vor allem die Fragen nach dem WARUM beantworten.
  • Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?
    Wie bei Frage zwei schon erwähnt, ist das Format der Bewerbung abhängig von der zu besetzenden Position. Aber klar, wenn das Video oder der Blog richtig gut gemacht sind, warum nicht?! Die Betonung liegt hier allerdings auf richtig gut. Wir haben leider schon öfter die Erfahrung gemacht, dass Videos in vielen Fällen eher diskreditieren anstatt zu helfen.
  • Wie viele Tippfehler sind das Aus?
    Tippfehler sollten generell vermieden werden. Vor allem aber natürlich bei Stellen, die aufgrund des Jobprofils eine einwandfreie Rechtschreibung erfordern (beispielsweise im Kommunikationsbereich) oder in Jobs, die einen genauen Arbeitsstil voraussetzen, wie beispielweise das Controlling. (Mehrere) Tippfehler können aber auch bei anderen Stellen zum K.O.-Kriterium werden, wenn sich aufgrund des hohen Bewerberandrangs zwischen mehreren Top-Bewerbern entschieden werden muss.
  • Gehaltsvorstellungen angeben?
    Gehaltsvorstellungen sollten bei uns nur angegeben werden, wenn in der Anzeige explizit danach gefragt wird.
  • Das größte Tabu in der Bewerbung?
    Ganz klar: Lügen und massive Übertreibungen! Spätestens beim Vorstellungsgespräch kommt raus, was man kann und was nicht. Und: Wenn man mehrere Bewerbungen parallel verschickt, sollte man darauf achten, dass das jeweils richtige Anschreiben auch beim richtigen Unternehmen ankommt.
  • Lebenslauf – chronologisch, amerikanisch oder thematisch?
    Das ist Geschmackssache. Bei uns gerne chronologisch – der letzte Job sollte ganz oben stehen.
  • Interessieren Hobbys?
    Klar! Allerdings sollten die Bewerber spannende Hobbys aufzählen, Standard-Hobbys wie „Lesen“ sind wenig aussagekräftig.
  • Mit oder ohne Bewerbungsfoto?
    Gerne mit professionellem Bewerbungsfotos, aber bitte keine selbstgemachten Portraits oder Freizeitfotos, auch nicht bei Praktikums-Bewerbungen.
  • Farbe oder Schwarz/Weiß?
    Häufig wirken Schwarz/Weiß-Fotos eleganter.
  • Dritte Seite – ja oder nein?
    Je mehr Erfahrung ein Bewerber hat, desto länger ist logischerweise sein CV. Dieser sollte allerdings auch auf das ausgeschriebene Stellenprofil angepasst werden. Wichtig ist uns auch, die einzelnen Job-Stationen stichpunktartig zu beschreiben.
  • Wie viele Zeugnisse dazu?
    Nur die Relevanten: Letzte Arbeitszeugnisse, Uni-Abschluss und Abizeugnis. Bitte nicht jeden Nachweis über EDV-Kurse beifügen.
  • Lieber Post-, E-Mail- oder Online-Bewerbungen?
    E-Mail oder über das Online-Bewerbertool – keine Post!
  • Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?
    Nachfragen ist immer ok.
  • Wie viele Initiativbewerber bekamen zuletzt einen Job?
    Initiativbewerbungen funktionieren bei uns vor allem bei Werkstudentenjobs oder Praktika. Einen genauen Prozentsatz kann ich nicht benennen.
  • Googlen Sie Kandidaten?
    Selten. Manchmal schaut man sich das Xing-Profil etwas genauer an, auf Facebook oder anderen Netzwerken suchen wir nicht.
  • Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?
    Von drei Tagen bis zu drei Monaten – je nach Stelle und Volumen an Bewerbungen.
  • Der gruseligste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Arroganz kombiniert mit völliger Selbstüberschätzung klappt selten gut. Da kann ein Vorstellungsgespräch dann auch mal ganz schnell höflich abgekürzt werden.
  • Der genialste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Ein Bewerber sollte seinen eigenen Lebenslauf an einem Flipchart darstellen und zeichnete einen Stern („Ein Stern, der meinen Namen trägt“). Anhand des Sterns stellte er Höhen, Tiefen und Sidesteps seines bisherigen Berufslebens schematisch dar und erklärte diese durchaus charmant.
[Bildnachweis: Scout24]
4. Dezember 2013 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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