Der Stoff, aus dem Legenden sind, der andere in den Bann zieht, der kleine Leute mächtig und Manager zu Stars macht, der Menschen eine magische Aura und enorme Strahlkraft verleiht, der Mitarbeitern Vertrauen einflößt, der die Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche anderer Menschen in sich trägt und so Religionsstifter und Diktatoren mit Wirtschaftsbossen, Feldherren und sogar Comicfiguren vereint, der immer dann herhalten muss, wenn sich der Erfolg schillernder Persönlichkeiten nicht erklären lässt und der deshalb als mythischer Karrierebeschleuniger gilt, dieser Stoff lässt sich prima beschreiben, aber kaum definieren. Es ist Charisma...

Charisma Ausstrahlung Lernbar Synonym Ausdruck

Definition: Was bedeutet Charisma überhaupt?

Charisma Definition-Charisma Ausstrahlung-charismatische Menschen-Charisma SynonymCharismatische Menschen sind die Schamanen der Moderne. Sie haben das gewisse Etwas, einen Wow-Effekt, die Gabe andere zu verzaubern. Ein Privileg, das sie sofort in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt. Synonyme für Charisma sind eine besonders starke Ausstrahlung, Strahlkraft oder auch die Präsenz eines Menschen.

Für den Soziologen Max Weber waren es die Leute, die nach der Entzauberung der Welt durch die Wissenschaft, diese wieder verzauberten. Weber deutete Charisma als das "Exzeptionelle, Außeralltägliche und nicht jedermann Zugängliche", das Menschen zu einer "ganz persönlichen Hingabe" veranlasst.

Den Begriff selbst aber prägten ursprünglich christliche Theologen. Sie führten den Begriff der Gnadengabe schon vor knapp zwei Jahrtausenden ein und beschrieben damit vom Heiligen Geist beseelte Menschen, die im besonderen Maß über Weisheit, Erkenntnis und Glauben verfügen.

Heute und vor allem im Management gilt Charisma eher als besondere Ausstrahlung, als Gabe und Geist von Managern mit besonderer Wirkung, ein mysteriöser Teil ihrer Persönlichkeit, der dieser eine nahezu magische und unwiderstehliche Aura verleiht. Es macht sie zur Marke (siehe auch Personal Branding ABC (PDF)).

Die Buchautorin und Charisma-Trainerin Julia Sobainsky sagt allerdings: "Charisma ist eine zugeschriebene Eigenschaft. Man kann nicht von sich selbst sagen: Ich habe Charisma. Das machen andere."

Sicher ist nur: Charisma macht populär. Charismatiker handeln außergewöhnlich, denken regelfremd und sind von der Meinung anderer unabhängig. Zahlreichen Politikern und Persönlichkeiten wird diese Gabe und Ausstrahlung nachgesagt:

  • Martin Luther King
  • Mahatma Gandhi
  • Steve Jobs
  • John F. Kennedy
  • Barack Obama
  • Helmut Schmidt
  • Gregor Gysi

Angela Merkel aber interessanterweise nicht.

Dennoch macht Charisma den Menschen nicht zum Supermann, im Gegenteil, wie etwa Michael Pfau, Psychologie-Professor an der Universität von San Diego überzeugt ist. Er hat sich auf politische Psychologie spezialisiert und dabei intensiv im Bereich Charisma geforscht und sagt:

Popularität ist das Gegenteil von Charisma. Wenn Sie das jetzt auf einen Chef beziehen, dann ist der Boss, der am beliebtesten ist, wahrscheinlich aber nicht derjenige, der seine Leute am meisten motiviert. Der charismatische Chef ist hingegen eine Persönlichkeit, die am meisten respektiert wird und vor der die Mitarbeiter und Kollegen oft große Ehrfurcht haben. Das zeigt sich auch darin, dass die Mitarbeiter hinterher sehr stolz auf die Leistungen sind, die sie für diesen Chef erbracht haben. Dadurch werden sie höchst motiviert.

Was Charisma genau ist, bleibt damit aber zugegebenermaßen immer noch ein Geheimnis. Immerhin: "Sie fühlen es, wenn Sie es sehen", orakelte einmal das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune.

Charisma Test: Wie viel Charisma steckt in Ihnen?

Charisma Test-Charisma Ausstrahlung charismatische Menschen

Wie der Test funktioniert

Der Test besteht aus zehn Fragen. Nach jeder Frage steht ein Buchstabe, diese zählen Sie zusammen. Am Ende gelangen Sie anhand des jeweiligen Buchstabens zur Auswertung.

  1. Bei Präsentationen fallen Sie dadurch auf, dass...

    • Sie zu dem Thema rundherum bestens informiert sind. B
    • Sie solide alle wichtigen Punkte darlegen können. C
    • Sie die Zuhörer sofort mit Witz und Wissen in Ihren Bann ziehen. A
  2. Wenn Sie eine Veranstaltung besuchen...

    • Sind Sie nach kurzer Zeit von anderen Leuten umringt. A
    • Treffen Sie mit Glück Leute, die Sie kennen. B
    • Sind Sie froh, wenn Sie es hinter sich haben. C
  3. Eine aufrechte Körperhaltung und entsprechende Mimik...

    • Müssen Sie sich hin und wieder in Erinnerung rufen. B
    • Ist für Sie jeden Tag selbstverständlich. A
    • Finden Sie mitunter etwas gestelzt. C
  4. Wenn Sie neue Leute kennenlernen, denken Sie:

    • Auch das muss manchmal sein. B
    • Prima, ich liebe Überraschungen. A
    • Das ist das Nervige an meinem Job. C
  5. Jemand kritisiert Ihre Kleidung. Wie reagieren Sie?

    • Ich kommentiere das nicht, überlege aber ständig, wie ich was ändern kann. C
    • Mit meinem entwaffnenden Lächeln erwidere ich, dass ich mir so gefalle. A
    • So ein Idiot! Ich kontere mit einem ironischen Spruch. B
  6. Besonders zuvorkommend bedient werden, in der Schlange vorgelassen werden, im Handyshop schnell noch günstigere Konditionen ausgehandelt: Wie wahrscheinlich trifft so etwas auf Sie zu?

    • Sie haben völlig mühelos solche Erlebnisse. A
    • Das kann mal an einem guten Tag passieren. B
    • Eher unwahrscheinlich, dass Ihnen so etwas passiert.. C
  7. Können Sie anderen Menschen gut zuhören?

    • Ja. A
    • Nein. B
    • Es kommt auf das Thema und die Menschen an. C
  8. Sie sehen eine Dokumentation über eine bedrohte Tierart, wie reagieren Sie?

    • Sie sind ziemlich betroffen, unterstützen bereits das örtliche Tierheim. A
    • Sie bereuen, diese Dokumentation gesehen zu haben, sowas vermiest die Laune. C
    • Sie finden das entsetzlich, wissen aber nicht, was Sie dagegen tun können. B
  9. Wie starten Sie in den Tag?

    • Sie sind ein bisschen träge, daher kommt es vor, dass Ihnen schon mal eine gute Gelegenheit durch die Lappen geht. C
    • Sie werden sehen, wie sich der Tag gestaltet. Das weiß man ja nie so genau im Voraus. B
    • Sie sind grundsätzlich ein positiv denkender Mensch und deshalb ist jeder Tag eine neue Chance, das Beste aus allem herauszuholen. A
  10. Wenn Sie etwas wollen, dann...

    • Tun Sie sich ohne Hilfe damit schwer. C
    • Sehen Sie das zweischneidig: Manche Dinge funktionieren, manche nicht. B
    • Finden Sie Mittel und Wege, das umzusetzen. A

Charisma Test: Auswertung

Charisma lernen: Ist Ausstrahlung angeboren oder erlernbar?

Lange Zeit stand fest: Charisma kann man nicht lernen, es ist angeboren. Man hat es oder eben nicht. Doch das ist ein Fehler. Charisma ist kein angeborener Charakterzug, sondern wie oben schon erwähnt eine Fremdwahrnehmung. Andere als wir selbst entscheiden, ob wir es haben oder nicht.

Kathryn Degnan von der Universität von Maryland glaubt zwar, dass man schon kurz nach der Geburt erkennen könne, wer später eine charismatische Persönlichkeit entwickelt und wer nicht. Für ihre Langzeitstudie (PDF) untersuchte sie seinerzeit 291 Kinder im Abstand von fünf Jahren.

Resultat: Wer in jungen Jahren verschlossen war, blieb es auch fünf Jahre später noch – und umgekehrt.

Doch dass Charisma (in Teilen) in den Genen liegt, bleibt auch weiterhin umstritten. Immerhin hat die Wissenschaft das Phänomen inzwischen intensiver erforscht und dabei fünf wesentliche Eigenschaften kondensiert, die Charismatiker auszeichnen:

  • Inspiration, die motiviert;
  • Individualität, die imponiert;
  • Intellekt, der ermutigt;
  • Idealismus, der beruhigt.
  • Und eine Körpersprache, die ebenso geheimnisvoll wie souverän wirkt.

Dabei merken Sie schon: Vieles davon hängt mit einem starken Selbstwertgefühl zusammen. Die charismatische Ausstrahlung, die uns alle so anzieht und beseelt, ist die intensive und scheinbar unerschütterliche Selbstsicherheit, die jemand besitzt, egal, was er oder sie tut.

"Gerade Mut gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Charismatikers", sagt Charisma-Trainerin Julia Sobainsky. Sie betreten neue Wege, verfolgen ihre Visionen. Dies bewusst zu tun, zeugt von schöpferischer Kreativität, Idealismus, Durchhaltevermögen, Überzeugung. Allesamt Eigenschaften, die Menschen charismatisch machen."

Die gute Nachricht daran: Das lässt sich in Teilen lernen. Jeder trägt etwas Charisma in sich und kann das durch Training verstärken.

Charisma-Charismatiker-Eigenschaften-Persoenlichkeit

Weitere Eigenschaften, die für mehr Charisma sorgen

Charisma Ausstrahlung EigenschaftenDie obigen Eigenschaften sind essenziell für jede charismatische Persönlichkeit, darüberhinaus gibt es weitere Merkmale, die zur Ausstrahlung beitragen, das Umfeld in den Bann ziehen oder Zuhörer und Gesprächspartner faszinieren. Einige davon sind tief im Charakter verankert, die meisten lassen sich erlernen oder gezielt stärken:

Das geht schon bei der Körpersprache los. Körperspannung hat sehr viel mit charismatischer Wirkung zu tun. Die Augen aber auch. Häufiges Augenklimpern zum Beispiel, wie es Frauen gerne anwenden, wenn sie einem Mann Interesse signalisieren wollen, ist dabei ganz schlecht. Es ist eine sogenannte Unterwürfigkeitsgeste, alles andere als charismatisch. Der eher starre, intensive Blick ist da wesentlich wirkungsvoller.

Der Schauspieler Michael Caine soll ihn beispielsweise jahrelang geübt haben, um bei Nahaufnahmen kaum noch zu blinzeln, was seine charismatische Aura enorm steigerte. Wer seinen Lidschlag etwas kontrolliert, kann damit sein Publikum schon mal verhältnismäßig leicht in den Bann ziehen.

Auch sprechen Charismatiker gerne in Bildern. Als etwa Loren Naidoo für ihre Studien die Antrittsrede eines US-Präsidenten umschrieb und in eine Version viele Sprachbilder einbaute, bewerteten Probanden diese mit deutlich höheren Charisma-Werten.

Charisma ist kein Dauerzustand

Sehen wir einen Menschen, dessen Charisma sofort ins Auge springt, ist es schwer vorstellbar, dass dieser zaghaft, unsicher oder gar zurückhaltend agieren könnte. Die Ausstrahlung ist einfach zu übermächtig und stellt für den Moment alles andere in den Schatten. Was wir sehen, ist allerdings nur eine Momentaufnahme.

Wer auf einem Vortrag vor Charisma strotzt, muss dies nicht zwangsläufig bei anderen Gelegenheiten tun. Ein einfaches Beispiel: Ein Projektleiter kann charismatisch ein großes Team führen, jeden Beteiligten mitreißen und zu Bestleistungen animieren und dabei eine Vorbildfunktion in Sachen Engagement einnehmen. Bewirbt er sich dann auf eine andere Position, kann sein Charisma im Vorstellungsgespräch plötzlich verflogen sein.

Stattdessen wirkt er nervös, weiß nicht so recht, was er mit sich anfangen soll und es fällt ihm schwer, den Personaler von sich zu überzeugen. Ein Mensch, der sich in unterschiedlichen Situationen gegensätzlich verhält. Im Job ist er in seinem Element, er fühlt sich wohl, blüht auf, kennt seine Stärken und die Vorgehensweisen. Die Bewerbersituation hingegen ist neu.

Charisma ist dann am größten, wenn wir uns einer Sache wirklich sicher sind, uns wohlfühlen und darauf vertrauen, alles im Griff zu haben. Ein großes Selbstbewusstsein hilft dabei, dies in verschiedenen Bereichen zu verwirklichen, aber für viele Charismatiker ist es kein Dauerzustand.

Charismatische Menschen denken schneller

Was bedeutet Charisma Definition Ausstrahlung Synonym Grundlagen DudenWilliam von Hippel, Psychologe an der Universität von Queensland in Australien, entdeckte bei seinen Studien eine bemerkenswerte Korrelation: Wem andere Charisma bescheinigten, der zählte in diversen Kognitionstests zu den schnellsten Denkern und reagiert auch in sozialen Situationen zügiger. Hippel hält Charisma daher auch für eine mentale Stärke.

4 Tricks, mit denen Sie sofort charismatischer wirken

  1. Seien Sie präsent.

    Gemeint ist hier natürlich nicht die physische Anwesenheit, sondern die geistige. Nicht wenige Menschen, mit denen man sich unterhält, driften gedanklich irgendwann ab und sind im Geiste ganz woanders. Und seien wir ehrlich: Wir merken das. Jeder merkt das. Charismatische Menschen dagegen hören immer intensiv zu, sind voll konzentriert und ganz bei der Sache. Wir fühlen uns dadurch aber nicht nur mehr gewertschätzt, die Präsenz verleiht unserem Gegenüber eine magische Aura.


  2. Bleiben Sie souverän.

    Es gibt Menschen, die erzählen einem ständig, wie wahnsinnig beschäftigt sie sind, wie gestresst, permaaktiv. Wirken solche Typen charismatisch auf Sie? Eben. Wer uns in den Bann zieht, ist vielmehr der- oder diejenige, die bei allem Trubel einen klaren Kopf behält und völlige Ruhe ausstrahlt. Starke Worte, feste Stimme, langsame Bewegungen - solche Persönlichkeiten beruhigen uns, geben uns Sicherheit und beweisen, was sie sind: ein Souverän im Wortsinn.


  3. Arbeiten Sie an Ihrer Rhetorik.

    Charisma kann durch einen einzigen Blick wahrgenommen werden, Sprache kann aber ebenso charismatisch wirken. Charisma und rhetorische Fähigkeiten gehen häufig Hand in Hand. Wenn Sie verstehen, wie Sie Ihre Worte richtig einsetzen und wie diese auf andere wirken, wirken Sie überzeugender, können Ihre Meinung auf andere übertragen und Menschen motivieren, sich Ihnen anzuschließen.


  4. Verleihen Sie Größe.

    Amateure, die charismatischer werden wollen, möchten selbst größer wirken und dafür bewundert werden. Fehler! Der Trick der wahren Charismatiker ist, anderen in ihrem Umfeld das Gefühl zu geben, der Star zu sein. Charisma ist die Kunst, andere zu verzaubern, nicht zu miniaturisieren. Geben Sie anderen das Gefühl, größer werden zu können, bauen Sie die Menschen auf, seien Sie positiv (ohne zu schleimen) - und Sie entwickeln automatisch ein Gravitationszentrum.

Charisma lernen: Tipps für mehr Ausstrahlung

Charisma lässt sich zum Teil erlernen - aber wie? Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass kaum jemand dauerhaft und zu jedem Zeitpunkt charismatisch ist.

Das Besondere ist kein Dauerzustand, sondern blitzt zu verschiedenen Zeitpunkten und Momenten auf. Viele Führungskräfte sind beispielsweise besonders charismatisch, wenn sie vor ihrem Team sprechen und diese motivieren, andere charismatische Persönlichkeiten zeigen sich, sobald eine Kamera auf sie gerichtet ist und sie im Mittelpunkt stehen.

Um Ihr Charisma einzusetzen, geht es nicht darum, morgens aufzustehen, mit bestechendem Blick vor dem Spiegel zu stehen oder hinter verschlossenen Türen mit Ihrer Aura zu verzaubern. Wichtig ist es, die Ausstrahlung auf den Punkt zu bringen und dann einzusetzen, wenn diese die größte Wirkung erzielen kann: Vor anderen, in kritischen oder schwierigen Situationen.

Leicht ist das sicherlich nicht, doch mit Übung können Sie diese Kunst meistern. Mit diesen Tipps können Sie Ihre charismatische Ausstrahlung verbessern und lernen, mit ihrer Ausstrahlung umzugehen:

  • Arbeiten Sie an Ihrem Selbstvertrauen

    Es ist das Grundgerüst, auf dem Charisma aufgebaut werden kann. Mangelt es Ihnen an Selbstbewusstsein, werden Sie nicht aus sich herausgehen und anderen offen gegenüber treten können. Stattdessen ziehen Sie sich immer mehr in den Hintergrund zurück, versuchen sich zu verstecken und anstatt andere in Ihren Bann zu ziehen, werden sie beinahe unsichtbar.

    Einen wichtigen Schritt machen Sie, wenn Sie lernen, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben, so wie Sie sind - inklusive aller Stärken und Schwächen. Aus dieser Gewissheit heraus können Sie mit einer großen Sicherheit auftreten, was auch alle anderen Anwesenden spüren.


  • Kleiden Sie sich angemessen

    Hier spielen zwei verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen das klassische dress to impress. In Shorts und T-Shirt entfaltet niemand die gleiche Außenwirkung wie in einem gut sitzenden Anzug. Ihnen wird sofort mehr Beachtung geschenkt, Sie wirken seriöser, eindrucksvoller, wichtiger. Alles psychologische Effekte, deren Wirkung allerdings nicht unterschätzt werden sollte.

    Allerdings sollten Sie sich in Ihrer Haut - und Kleidung - auch wohlfühlen und das Aussehen muss weiterhin zu Ihnen passen. Kurz: Sie müssen authentisch bleiben. Zwängen Sie sich nicht in eine Rolle, die Sie nicht sind. Das wirkt nicht charismatisch, sondern unehrlich und wird von anderen sehr schnell als Schwindelei enttarnt.


  • Halten Sie Blickkontakt

    Manchmal sind es die kleinen Dinge, die für mehr Charisma sorgen können: So simpel es klingt, schon Ihrem Gesprächspartner in die Augen zu sehen oder bei einem Vortrag vor einer Gruppe den Blickkontakt herzustellen und diesen auch zu halten, sorgt für eine bessere Ausstrahlung. Ihre Aussagen werden besser aufgenommen, Sie erwecken den Eindruck tiefer Ehrlichkeit und stellen eine Bindung zu jedem Anwesenden her.

    Charisma Definition Ausstrahlung Blickkontakt

    Gleiches gilt auch dann, wenn Sie nicht selbst reden. Zeigen Sie Ihr aufrichtiges Interesse an den Ausführungen ihres Gegenübers, indem Sie den Blickkontakt halten und nicht gelangweilt oder gar genervt im Raum umher gucken, während Sie darauf warten, endlich wieder selbst zu reden.


  • Bleiben Sie risikobereit

    Der leichteste und sichere Weg kann verlockend sein, doch ist es nicht die Vorgehensweise, mit der Sie andere beeindrucken und wir die Ausstrahlung eher langweilig wirken lassen. Inspirierend und mitreißend? Wohl kaum, wenn man nicht bereit ist, über seinen eigenen Schatten zu springen und ein Risiko einzugehen, um etwas zu erreichen.

    Gleichzeitig bedeutet dies nicht, durch unüberlegtes Handeln oder voreilige Schlüsse aufzufallen. Risikobereitschaft kann eine sehr anziehende Wirkung auf die Ausstrahlung eines Menschen haben - wenn diese unter Kontrolle ist und bewusst eingesetzt wird. Alles andere wirkt eher rücksichtslos und schreckt ab, anstatt dazu anzuregen, dem eigenen Beispiel zu folgen.

Charismatischer werden: Versuchen Sie nicht, anderen zu gefallen

Egal, an welchen Eigenschaften Sie letztlich laborieren, ob sie mehr zum hemdsärmeligen Machertypen à la Jack Welch neigen oder zum Typ integerer Teamplayer tendieren – achten Sie darauf, dass Sie bei allem immer genug Selbstbewusstsein ausstrahlen, authentisch bleiben und polarisieren. Ja, richtig gelesen: Versuchen Sie nicht everybody's darling zu sein, Gefallsüchtige verfügen niemals über charismatische Ausstrahlung. Wer aneckt schon.

Im Grunde ist auch das eine biblische Erkenntnis: Seien Sie stets eindeutig - nicht lau, sondern heiß oder kalt. Wer so agiert, lebt zwar in der Gefahr, dass andere ihn ablehnen. Doch das ist besser, als viele meinen: So kommt man nicht an Ihnen vorbei!

Während sich das Gros anpasst und mit dem Strom schwimmt, lässt diese kategorische Unabhängigkeit charismatische Menschen aus der Masse herausragen. Man könnte auch sagen: Sie haben die Gabe, sich selbst zu inhalieren.

Entweder man verehrt sie dafür oder man kann sie nicht ausstehen. Weil ihnen das aber überhaupt nichts auszumachen scheint, werden sie selbst dafür noch von ihren Widersachern bewundert.

Was charismatische Menschen ausmacht

Charisma ist schwer zu fassen und noch schwerer festzuhalten. Ein Blick in das Gesicht des anderen und instinktiv spürt man dessen Ausstrahlung und Wirkung auf das Umfeld. Aber was genau ist es, was diese Menschen ausmacht? Wir haben versucht, einige der wichtigsten Faktoren charismatischer Persönlichkeiten auszumachen:

  • Sie erwecken Vertrauen

    Ein Charismatiker scheint schlichtweg immer Herr der Lage zu sein, genau zu wissen, was er will und wie er dies erreichen kann. Zweifel sind ein Fremdwort. Dadurch wirken charismatische Menschen auf andere sehr vertrauenswürdig. Mit ihrer Ausstrahlung vermitteln sie anderen das Gefühl von Kompetenz - und das wirkt faszinierend, beeindruckend und nicht zuletzt anziehend.


  • Sie verfügen über Empathie

    Charismatische Menschen sind nicht nur gut darin, ihren Mitmenschen zuzuhören, sie verfügen auch über ein hohes Maß an Empathie. Sie verstehen die Emotionen und Beweggründe anderer Menschen und gehen auf diese ein. Mit seinen Problemen fühlt man sich bei charismatischen Menschen gut aufgehoben.


  • Sie denen positiv und optimistisch

    Charisma bedeutet nicht, dass grundsätzlich alles schön geredet wird, das Wort Zweifel aus dem Wortschatz gestrichen wird und die Welt immer nur rosarot ist. Doch Charismatiker zeichnen sich durch eine grundsätzlich optimistische Denkweise aus. Nur wer vom Erfolg der eigenen Sache überzeugt ist, kann durch seine Ausstrahlung auch andere überzeugen.


  • Sie begeistern andere

    Es ist ein großer Unterschied, ob irgendjemand oder eine besonders charismatische Persönlichkeit von Zielen und Plänen redet. Ohne viel tun zu müssen, gelingt es diesen Menschen, anderen auf ihre Seite zu bringen und für eine Sache zu begeistern. Wichtig dabei sind neben der positiven Ausstrahlung auch die rhetorischen Fähigkeiten.


  • Sie sind neugierig

    Charismatischen Persönlichkeiten gelingt es ohne Probleme, andere in ihren Bann zu ziehen und die Aufmerksamkeit auf sich selbst oder die eigenen Ideen zu richten. Dabei sind sie aber nicht egoistisch, sondern neugierig und offen. Es wirkt äußerst charismatisch und anziehend auf andere, wenn jemand wirklich zuhört, sich Zeit und Aufmerksamkeit nimmt und sich wirklich für die Ansichten des Gesprächspartners interessiert.


  • Sie sind einzigartig

    Das vielleicht wichtigste Merkmal von Charisma: Einzigartigkeit. Diese kann oft nicht einmal genau definiert werden, doch ist es eine bestimmte Art, die unverwechselbar ist. Individualität beeindruckt, nicht zuletzt, weil viele sich wünschten, genau so einmalig zu sein. Charismatiker sind daher Menschen, zu denen man aufblicken kann und die zum Teil eine Vorbildfunktion übernehmen können.

Charismatische Menschen machen andere glücklich

Charisma Definition charismatische Ausstrahlung TippsHier sollte man natürlich nicht Ursache mit Wirkung verwechseln. Aber laut Studien des Arbeitswissenschaftlers Amir Erez sind charismatische Führer in der Lage, ihr Umfeld glücklicher zu machen. Im konkreten Experiment zeigte sich, dass Mitarbeiter umso vergnügter nach einer Besprechung waren, je charismatischer sie ihren Chef fanden.

Allerdings handelt es sich hierbei um eine Korrelation, keine Kausalität. Auch keine, die sich umkehren lässt, Motto: Je besser das Meeting, desto mehr Charisma muss der Chef haben. Wie gesagt: Ursache war das Charisma - ein inspiriertes Umfeld die Folge.

Drama, Drama, Drama: Charismatische Gesten der Macht

Das Geheimnis charismatischer Menschen ist: Sie sind eins mit sich selbst.

  • Sie beherrschen Statusgesten, wie zum Beispiel nie im Türrahmen stehen zu bleiben, sondern den Raum zu betreten; Gesprächspartner länger als normal anzuschauen und sich langsam zu bewegen.
  • Sie trainieren sonore Stimmen, weil das Souveränität anzeigt.
  • Und sie nutzen symmetrische Gesten, weil das Sicherheit und Ruhe ausstrahlt.

Der Trick ist, sein Auftreten zudem stets leicht zu dramatisieren und so das eigene Profil zu schärfen.

Letztlich geht es darum, seine Persönlichkeit und seine Eigenheiten zu zelebrieren. Gemeint sind aber nicht exzentrische Auftritte, sondern das Zelebrieren kleiner, persönlicher Macken, die zur Person passen und individuelle Qualitäten subtil hervorheben.

Durch das Überzeichnen wirken Sie dann nicht bloß engagiert und zielorientiert, sondern plötzlich leidenschaftlich und visionär. Während die Mehrheit eher herumeiert, treffen Sie klare, mutige Entscheidungen – auch in eigener Sache.

Ihre Ideen sind nicht nur brillant – Sie lenken damit zugleich auf neue Themen und inspirieren andere so und fordern sie heraus.

All das hat große Wirkung. Nur muss es unbedingt nonchalant geschehen. In dem Moment, in dem jemand darüber nachdenkt, wie er auf andere wirkt, kontrolliert er sich zu stark und verliert Authentizität. Das Handeln - es muss immer auch zur Persönlichkeit passen. Mit dem Charisma ist es sonst vorbei.

Deshalb darf eine weitere Eigenschaft und Zutat nicht fehlen: die Empathie.

Eine psychologische Studie am Kravis Leadership Institute ergab: Charismatisch veranlagte Menschen können sich schnell auf unterschiedliche Menschen und Situationen einstellen, verwickeln Gesprächspartner in einen Dialog und sind in der Lage, deren Emotionen richtig zu deuten und darauf einzugehen. Eine Eigenschaft, die vor allem im Beruf enorm gefragt ist - aber selten.

Die Kehrseite von Charisma

Natürlich birgt so eine Aura auch noch andere Gefahren. Üblicherweise wird Charisma immer mit etwas Positivem verbunden. Mit Blick auf Politiker und Herrscher muss man allerdings feststellen, dass es auch eine negative Seite gibt. Charismatische Despoten wie Adolf Hitler oder General Franco verstanden es, damit Massen zu verführen.

Charismatische Herrschaft kann - wie beispielsweise bei Hitler - bedeuten, dass eine psychosoziale Erkrankung vorhanden ist. Damit gehen der Verlust des Realitätssinnes und Selbstüberschätzung bis hin zum Größenwahn einher. Und bei Hitler zeigte sich auch die quasireligiöse Verehrung, die für Charisma typisch sein kann.

Am deutlichsten sichtbar wurde das im Hakenkreuz, der Swastika. Sie ist mitnichten eine nationalsozialistische Erfindung, sondern galt als religiöses Symbol in vielen alten Kulturen von Indien über China bis nach Südamerika.

Wer der Strahlkraft solcher Personen also zu viel Gewicht schenkt, öffnet Gauklern und Hasardeuren Tür und Tor.

Kritiker, wie der Schweizer Managementberater Fredmund Malik mahnen, dass charismatische Menschen zwar gute Führer sein können, aber wegen ihrer verführerischen Wirkung seien sie immer auch großen Versuchungen ausgesetzt und stellen deshalb ein hohes Risiko für soziale Gruppen und Organisationen dar.

Führer oder Verführer?

Das muss jeder für sich entscheiden. Aber in die richtige Richtung gelenkt, wird Charisma für sich und andere zum Erfolgstreiber. Außerdem macht es enorm sexy.

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