Coach-CheckCoaching hat – vor allem im Karrierebereich – in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen. Immer mehr Arbeitnehmer nehmen die Dienstleistungen eines Coaches in Anspruch und nutzen die professionelle Reflexion, um ihre Karriere voranzubringen und die eigenen Ziele zu verfeinern. Diesen Bedarf haben auch eher zwielichtige Anbieter erkannt, die sich inzwischen zahlreich in der Coaching-Branche tummeln. Daher habe ich heute die wichtigsten Punkte zusammengestellt, an denen Sie einen seriösen Coach erkennen.

Für Außenstehende mögen einige der folgenden Punkte banal und selbstverständlich klingen. Da die Bezeichnung Coach jedoch nicht geschützt ist und es keine einheitliche Ausbildung oder Standards gibt, habe ich bewusst auch Grundlagen aufgenommen. Denn eines können viele der weniger seriösen “Coaches” gut: sich verkaufen. Doch hinter dem schönen Schein verbirgt sich oft wenig bis gar keine Kompetenz.

Inkompetente oder unqualifizierte Coaches können allerdings mehr als nur ein finanzielles Ärgernis sein. Da beim Coaching an teilweise sehr sensiblen Themen des Coachees gearbeitet wird, können fehlerhaft angewandte Techniken völlig ungewollte – und ganz und gar nicht positive – Entwicklungen beim Coachee auslösen.

Daran erkennen Sie einen kompetenten Coach

Die folgenden Punkte bilden natürlich den Idealfall ab, in der Praxis werden auch seriöse Coaches nicht alle erfüllen können. Daher sollten Sie die Liste auch nicht als Checkliste sehen, die es streng abzuhaken gilt. Sie soll Ihnen viel mehr als Orientierung und Leitfaden für Ihre eigene Beurteilung und Entscheidung dienen.

  • Ausbildung/Studium – Auch wenn es keine einheitliche Ausbildung zum Coach gibt, sind manche Berufe als Grundlage für das Coaching prädestiniert. Dazu gehören beispielsweise Gesprächstherapeuten, Psychologen und Sozialpädagogen. Da es jedoch auch zahlreiche kompetente Coaches mit einem anderen beruflichen Hintergrund gibt, sollte dieses Kriterium nicht überbewertet werden.
  • Qualifikation – Anders sieht es aus, wenn Spezialisierungen, wie beispielsweise systemisches Coaching, angeboten werden. Ohne eine dezidierte Weiterbildung und fachliche Spezialisierung – die dann auch in Form von Zertifikaten nachgewiesen werden kann – wird kein seriöser Coach eine solche Leistung anbieten.
  • Kompetenz – Hier handelt es sich um ein weiches, jedoch sehr wichtiges Kriterium. Die Kompetenz eines Coaches hängt nicht nur von seinem fachlichen Hintergrund, sondern vor allem von seiner Fähigkeit ab, sein Fachwissen in der Praxis anzuwenden. Ob er oder sie über diese Fähigkeiten verfügt, können Sie meist nur in einem persönlichen Erstgespräch herausfinden. Hier müssen Sie sich dann auf Ihren Eindruck und Ihre Intuition verlassen.
  • Erstgespräch – Ein Erstgespräch ist bei seriösen Coaches vor der Zusage zum Coaching Pflicht. Ob kostenpflichtig oder nicht unterscheidet sich jedoch von Coach zu Coach und stellt kein Qualitätskriterium dar. Wichtiger ist, dass sich der Coach Zeit nimmt, Ihnen wirklich zuhört, passende Rückfragen stellt und wirklich versucht, Sie kennenzulernen und einzuschätzen.
  • Engagement – Coaching erfordert immer aktive Mitarbeit und hohes Engagement des Coachees. Wenn Ihnen ein völlig entspanntes Coaching ohne Arbeit und Engagement in Aussicht gestellt wird, sollten Sie auf der Hut sein.
  • Garantien – Ein ernsthaftes Coaching hat immer mit Veränderung und persönlicher Entwicklung zu tun. Ein guter Coach kann Ihnen – entsprechendes Engagement Ihrerseits vorausgesetzt – zwar zusagen, dass Sie sich verändern und weiterentwickeln werden. Die Richtung dieser Veränderung kann er Ihnen jedoch nicht voraussagen, vom Ergebnis ganz zu schweigen. Sollte ein Coach Ihnen also zusagen, dass Sie bestimmte Ziele auf jeden Fall erreichen werden, ist Vorsicht geboten.
  • Referenzen – Dieser Punkt ist bei Coaches etwas schwierig. Einerseits werden Referenzen von Interessenten oft erwartet, andererseits wollen viele Coachees nicht, dass das Coaching bekannt wird. Denn in vielen Bereichen wird die Inanspruchnahme eines Coaches immer noch als Schwäche interpretiert. Das ist zwar komplett falsch, kann für die Betroffenen jedoch zu einem echten Problem werden. Daher wollen viele Coachees ihr Coaching nicht publik machen. Auch erfolgreiche und aktive Coaches können daher nicht unbedingt viele Referenzen vorweisen.
  • Kosten – Nein, von einem hohen Preis lässt sich leider auch im Coaching nicht direkt auf gute Qualität schließen. Der umgekehrte Schluss ist da meist schon treffender: Zu günstige Angebote sollten Ihnen seltsam vorkommen. Mit “zu günstig” meine ich hier konkret Angebote, die deutlich unter 100 Euro pro Stunde liegen. Das mag viel klingen, doch die Honorare der meisten Coaches liegen deutlich darüber und nach oben gibt es keine Grenze.
  • Grenzen – Einer der wichtigsten Punkte: Ein seriöser Coach wird klare Grenzen setzen und nicht mit jedem Interessenten arbeiten. Da neben der fachlichen auch die persönliche Ebene eine wichtige Rolle für den Coaching-Prozess spielt, wird ein guter Coach diese in Betracht ziehen. Gibt es hier Unstimmigkeiten, wird eine Zusammenarbeit oft schwierig und ist nicht unbedingt sinnvoll.
  • Methodik – Zum Schluss noch ein letztes Kriterium: Ein guter Coach sollte Ihnen seine Methodik und Vorgehensweise kurz und prägnant darstellen und erläutern können. Denn ein Coaching muss – um effektiv sein zu können – systematisch ablaufen.