Lebenslauf-pimpen-Tricks
Der Lebenslauf - etwas vornehmer auch Curriculum Vitae genannt - ist fester Bestandteil jeder Bewerbung. Egal ob per E-Mail, postalisch oder per Online-Bewerbungssystem: Der Überblick über den beruflichen Werdegang gehört zwingend zur Bewerbung dazu und wird - im Gegensatz zum Anschreiben - praktisch immer vollständig gelesen. Der tabellarische Lebenslauf ist Pflicht, das Anschreiben Kür. Doch was tun, wenn die bisherige Laufbahn nicht viel mehr als einen dünnen Lebenslauf hergibt? Schnell kommen Personalern dann Zweifel an der gebotenen Kompetenz und Erfahrung des Bewerbers. Der Ausweg: den dünnen Lebenslauf clever pimpen...

Dünner Lebenslauf: Bitte keine Märchenstunde!

Je nach Ausgangssituation kann das Pimpen eines zu dünnen Lebenslaufes Zeit, Energie und Kreativität erfordern. Immerhin: Von Absolventen wird längst kein so umfangreicher Lebenslauf erwartet wie von berufserfahrenen Fachkräften, etwas mehr Einträge als Abitur und Studium sollten aber schon vorhanden sein.

Auch wenn die Suche nach passenden Inhalten schwierig sein kann, sollten Bewerber stets bei der Wahrheit bleiben. Positive Formulierungen sind legitim, das Erfinden von Jobs, Auslandspraktika oder anderen Aktivitäten und vorteilhaften Stationen aber nicht.

Glücklicherweise ist es auch nicht nötig, den Lebenslauf mit erfundenen Stationen zu ergänzen. So können Bewerber zum Beispiel mehr ihr ehrenamtliches Engagement, ihre Hobbys und ihre persönlichen Stärken und Leidenschaften herausarbeiten.

Hier einige Punkte, mit denen Sie einen zu dünnen Lebenslauf aufwerten können:

  • Ehrenamtliches Engagement bei Vereinen oder in sozialen Projekten
  • Fort- und Weiterbildung - auch autodidaktische
  • Orchideenfächer, Zusatzkurse und Praxisprojekte
  • Blogs und andere (fachliche) Publikationen, in denen Sie schreiben
  • Programmierprojekte und Apps, an denen Sie arbeiten

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration: Alle Punkte müssen in irgendeiner Art und Weise Bezug zu dem angestrebten Jobprofil aufweisen und das Profil abrunden. Ob dies auf die genannten Qualifikationen zutrifft, können Sie mit einer simplen Frage testen:

Macht mich diese Erfahrung/Kompetenz für den Arbeitgeber attraktiver?

Falls die Antwort "Ja" lautet - immer rein damit. Falls nicht, suchen Sie bitte weiter. Es bläht den Lebenslauf sonst nur unnötig auf, macht ihn aber nicht attraktiver.

Lebenslauf pimpen: Tipps für die Integration

Haben Sie alle ergänzenswerten Punkte beisammen, gilt es diese in den Lebenslauf zu integrieren. Üblicherweise werden ehrenamtliches Engagement und andere Aktivitäten unter einem eigenen Punkt aufgelistet. Wie in diesem typischen Lebenslauf-Aufbau:

Lebenslaufaufbau-Grafik

Der Haken an diesem Standardaufbau: Er macht den beruflichen Werdegang nicht unbedingt beeindruckender. Das zusätzliche Engagement ist so zwar sichtbarer, der direkte Bezug zum angestrebten Berufsprofil oder zu der fachlichen Qualifikation kann aber unklar bleiben. Außerdem kann das einen merkwürdigen Eindruck machen, wenn die Liste der Zusatzqualifikationen am Ende länger ist als der berufliche Werdegang.

Ein Beispiel hierzu:

Beachten Sie in dem folgenden - dünnen - Lebenslauf einmal die Passagen zum Werdegang und zu den Qualifikationen, insbesondere den Punkt "Fortbildung".

Lebenslauf dünn

Beides fällt für eine Fachkraft mit mehreren Jahren Berufserfahrung recht schmal aus. In dem fiktiven Beispiel unterschlägt unser Kandidat aber noch ein paar Erfahrungen und Kenntnisse, die das Ganze schon etwas attraktiver machen - nämlich die Leitung von VHS-Kursen (didaktische und Führungserfahrung!) sowie ein paar Programmiersprachen, die er beherrscht.

Richtig eingebaut könnte das Ergebnis dann so aussehen:

Lebenslauf gepimpt

Die autodidaktisch angeeigneten Programmierkenntnisse werden im Bereich der Qualifikationen aufgeführt, das ehrenamtliche Engagement landet jedoch im Werdegang und schmückt diesen aus.

Das sind jetzt natürlich nur zwei kleine Beispiele zur Anregung und Orientierung. Je nachdem, was Sie bei sich entdecken, kann das noch viel mehr und aussagekräftiger werden.

Lebenslauf pimpen: Zeigen Sie Ihre Stärken

Bewerben Sie sich mit einem Online Lebenslauf, können Sie diese Strategie noch erweitern: Hier lassen sich auch Links zu Musterarbeiten, einem thematisch passenden Blog oder zu Gastbeiträgen setzen. Bewerben Sie sich schriftlich - per E-Mail oder Post - können Sie die hinzugekommenen Punkte auch noch durch passende Referenzen und Empfehlungsschreiben belegen und aufwerten. Gerade Referenzen und Empfehlungen können wertvoller sein als formale Zertifikate und dann auch über einen dünnen Werdegang hinweghelfen.

Deshalb noch ein paar Vorschläge, wie Sie an Empfehlungs- und Bestätigungsschreiben kommen:

  • Nehmen Sie Kontakt mit der Leitung Ihres Vereins oder der sozialen Einrichtung, in der Sie sich engagieren, auf und lassen Sie sich Ihre Mitarbeit offiziell bestätigen. Im besten Fall wird daraus ein Empfehlungsschreiben, in dem Ihre Stärken und sozialen Fähigkeiten sichtbar werden.
  • Sprechen Sie mit der Leitung des Bildungsträgers, für den Sie tätig sind. Die einfachste Lösung ist eine Bestätigung Ihrer Lehrtätigkeit, die natürlich eine Empfehlung mit fachlichem Bezug.
  • Sprechen Sie - wenn Sie nebenberuflich tätig sind - mit Ihren Kunden. Sind diese mit Ihnen zufrieden, werden Sie vielleicht das eine oder andere lobende Zitat (auch Testimonial genannt) beisteuern.

Bei all dem gilt aber wie immer: Die Dosis macht das Gift. Sowohl beim Pimpen des Lebenslaufs als auch bei den Ergänzungen durch Empfehlungsschreiben sollten Sie sich auf die für die Bewerbung relevanten konzentrieren. Und nur die. Ein übertrieben aufgemotzter Lebenslauf wirkt nicht beeindruckend, sondern unglaubwürdig. Und zu viele Nachweise wiederum entwerten den einzelnen.

Deshalb: Dünn ist vielleicht nicht optimal, aber weniger kann auch mehr sein.

[Bildnachweis: Julia Tim by Shutterstock.com]

Lebenslauf-gestalten-Karrieresprung-de

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