BossBeförderungLobApplaus“War for Talents” – dieser Begriff ist in den letzten Jahren in den verschiedensten Branchen salonfähig geworden. Auch wenn der viel beschworene “Kampf um Talente” oft überspitzt dargestellt und instrumentalisiert wurde und wird, steckt darin ein wahrer Kern: Fach- und Spitzenkräfte sind in vielen Berufen rar gesät. Unternehmen müssen sich daher nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Mitarbeiter als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Aktives Employer Branding ist das Schlagwort der Stunde. Und Social Media können hierbei eine entscheidende Rolle spielen…

Zuerst: Hausaufgaben machen!

Klar ist: Ein Unternehmen, dass intern große Probleme hat und unter einem schlechten Arbeitsklima leidet, sollte sich vor Employer Branding hüten. Bevor der Schritt in die Social Media zu gehen auch nur angedacht wird, müssen die vorhandenen Probleme gelöst werden. Social Media können im Unternehmen nur positiv wirken, wenn ihre Einführung aktiv kommuniziert wird. Die Mitarbeiter müssen den Sinn und Zweck der Social Media Aktivitäten verstehen. Nur so können Sie einen Bezug zum Thema herstellen – der zu Beginn definitiv nicht bei allen vorhanden ist – und sich auf die neuen Kommunikationskanäle einlassen.

Selbst Social Media affine Mitarbeiter sind im Blick auf die Interaktion mit Angeboten des Arbeitgebers skeptisch. Oft fühlen sie sich in ihrer Privatsphäre bedroht oder eingeschränkt. Die positive Wirkung der Social Media kann logischerweise erst nach der Überwindung solcher Vorbehalte zum Tragen kommen.

Fördern Sie Interaktion und Engagement

Unternehmen können – und sollten – daher auf drei Ebenen ansetzen:

  • Kompetenz,
  • Engagement und
  • Reaktion.

Der erste Punkt ist so einfach wie einleuchtend: Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter – wenn nötig – im Umgang mit Social Media schulen. Nur kompetente Mitarbeiter, die sich in den sozialen Netzwerken sicher fühlen, werden diese auch nutzen.

Der zweite Schritt besteht darin, Engagement und Interaktion der Mitarbeiter mit den Firmen-Accounts zu fördern. Entscheidend ist hier, dass es sich immer um Vorschläge und Bitten handelt und die Freiwilligkeit betont wird. Dienstanweisungen à la “Jetzt liken mal alle Mitarbeiter unsere Facebook-Fanpage” werden im besten Fall nicht befolgt.

Schlimmstenfalls führen sie zu Abwehrreaktionen und verstärken die Abneigung der Mitarbeiter gegenüber den Social Media. Echtes Engagement lässt sich nur erreichen, wenn Führungskräfte und begeisterte Mitarbeiter es vorleben. Wer als Chef von seinen Mitarbeitern Kommentare und Diskussionen fordert, gleichzeitig selbst jedoch niemals schreibt, ist einfach nur unglaubwürdig.

Denken Sie auch an ein Corporate Blog

Erst der dritte Punkt ist dazu geeignet, Mitarbeiter zu motivieren und die Loyalität zu steigern. Geht die Geschäftsführung positiv auf Kommentare der Mitarbeiter ein, werden konstruktive Vorschläge aufgegriffen und umgesetzt, motiviert das natürlich ungemein. Auch die Würdigung besonderer Leistungen im Corporate Blog oder die Möglichkeit für Mitarbeiter, eigene Artikel zu veröffentlichen, können nachhaltige Begeisterung auslösen.

Natürlich muss die Veröffentlichung von Bildern und Artikeln im Vorfeld abgestimmt werden. Sind die Mitarbeiter jedoch einverstanden, kann durch Beiträge, in denen einzelne Personen oder ganze Abteilungen und Projekte im Mittelpunkt stehen, die Bindung an das Unternehmen deutlich erhöht werden. Die Mitarbeiter sind dann stolz auf ihre Leistung und deren Würdigung und werden sich entsprechend stärker engagieren – sowohl in den Social Media, als auch am Arbeitsplatz.

Mitarbeiter müssen Teil der Kommunikationsstrategie sein

TeamDiskussionSie merken: Der dritte Schritt ist ohne die zuerst vermittelte Kompetenz und die Förderung des Engagements nicht möglich. Doch um Social Media für das Employer Branding zu nutzen, sollten Firmen noch mehr tun. Die eigenen – und künftigen – Mitarbeiter müssen in der Kommunikationsstrategie als eigene Zielgruppe berücksichtigt werden.

Dann können auch die oben bereits beschriebenen Artikel mit Schwerpunkt auf Mitarbeiter und deren Leistung eingeplant und erstellt werden. Zusätzlich sollten auch klare Social Media Guidelines zur Anwendung kommen. Ein Blick auf die genutzten Profile und Kanäle lohnt sich ebenfalls: Wird ein Netzwerk beispielsweise nur sehr unregelmäßig genutzt, sollte der Kanal eher abgeschaltet denn halbherzig bespielt werden.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Xing und LinkedIn werden von vielen Unternehmen nur wenig genutzt, sind als Kommunikationskanäle und Kontaktpunkte jedoch wichtig. Doch auch hier sollte das Profil regelmäßig gepflegt und aktualisiert werden. Finden sich auf Kununu beispielsweise nur wenige Bewertungen, wird die Integration ins Xing-Profil besser deaktiviert.

Als Fazit bleibt: Social Media sind für das Employer Branding von großer Bedeutung. Ihre positive Wirkung können sie jedoch nur entfalten, wenn sie im gesamten Unternehmen integriert sind und die Prinzipien gelebt werden.