Körperhaltung ist Körpersprache – also Ausdruck dessen, wie man sich im Inneren fühlt. Viele Menschen verraten sich so, wenn sie beispielsweise etwas anderes sagen, als sie denken. Diese Kausalität ist aber offenbar keine Einbahnstraße, sie funktioniert auch umgekehrt, kurz: Wie du stehst, so fühlst du dich auch. Erik Peper, Professor an der San Francisco State Universität, hat dazu kürzlich eine interessante Studie veröffentlicht, wonach wir unsere Stimmung, unsere Energie, ja sogar unsere Leistung durch simples Wechseln der Körperhaltung verändern können.

Rund 110 Studenten beobachtete Peper für seine Studien. Zuvor hatte er diese gebeten, einen Gang entlang zu laufen – jedoch auf dem Hinweg in eher schluffig-gebückter Haltung, zurück in aufrechter und gestreckter Position. Auf beiden Teilstrecken wurden die Probanden gefragt, wie sie ihren eigenen Energielevel kurz nach dem Spaziergang einschätzten. Und Sie ahnen es längst:

Auf dem Hinweg verschlechterte er sich merklich für alle, zurück passierte das genaue Gegenteil.

Auch wurden die Studenten nach ihrer Stimmung gefragt. Dasselbe Ergebnis: Die Körperhaltung beeinflusste ihre Laune deutlich.

Man kann das jetzt leicht als binsigen Hokuspokus abtun. Aber dahinter steckt mehr: Die Frage nach Henne oder Ei. Kommt zuerst das Selbstbewusstsein und mit ihm der aufrechte Gang? Oder folgt auf das Strecken der Wirbelsäule die Hochstimmung. Ganz sicher lässt sich das hier ohne entsprechende Forschung nicht abschließend klären – aber im Selbstversuch erproben: Wenn Sie das nächste Mal wieder mies drauf sind, strecken Sie sich einfach mal ein paar Minuten durch und zwingen Sie sich dazu, aufrecht zu stehen und zu gehen, die Schultern zurück zu nehmen und den Rücken gerade zu machen. Und dann beobachten Sie, ob und wie sich Ihre Stimmung aufhellt.

Für entsprechende Erfahrungsberichte sind die Mitleser bestimmt dankbar.