Handschriftlicher LebenslaufHallo liebes Karrierebibel-Team, ich bewerbe mich gerade für einen Ausbildungsplatz. Doch der Arbeitgeber (mittelständisches Unternehmen) verlangt einen handgeschriebenen Lebenslauf. Ist das in einer Bewerbung überhaupt zulässig und wenn ja, wie mache ich das? Schreibe ich da einfach meinen gedruckten Lebenslauf ab?

Gute Frage, da antworten wir gleich öffentlich: Tatsächlich gibt es Unternehmen, die einen handgeschriebenen Lebenslauf bei der Bewerbung verlangen. Die sind zwar selten, klein und in der Regel recht konservativ, aber zulässig ist das. Denn für diesen Wunsch gibt es zwei Gründe:

Warum den Lebenslauf mit der Hand schreiben?

  1. Der Arbeitgeber in spe möchte sicherstellen, dass sich der Bewerber Mühe macht und die Bewerbung (Lebenslauf, Anschreiben) ganz individuell für ihn verfasst. Mit dem Computer lässt sich so ein Lebenslauf schnell anpassen. Der handschriftliche dagegen taugt nur einmal.
  2. Der Arbeitgeber in spe oder Personalchef hat eine graphologische Ausbildung. Das bedeutet: Für ihn ist die Schrift eine Art Charakterzeugnis, so individuell wie ein Fingerabdruck. Danach verrät die Handschrift viel über Psyche und Persönlichkeit des Bewerbers. Die Schriftanalyse ist allerdings umstritten.

Es schadet also nicht unbedingt einen kleinen Graphologie-Selbsttest zu machen, um sich zumindest bewusst darüber zu werden, was der Personaler aus der Bewerbung lesen könnte. In jedem Fall gilt dann, den handschriftlichen Lebenslauf nicht einfach so runterzuschreiben, sondern sich dafür richtig Zeit zu nehmen. Schließlich sollen Sie damit mehr als bloße Informationen transportieren…

Tipps für die handschriftliche Bewerbung

Wenn Sie eine handschriftliche Bewerbung abgeben sollen (Muster dazu finden Sie im Internet viele), beachten Sie bitte folgenden Empfehlungen:

  • Verwenden Sie möglichst hochwertiges Papier – kein Kopierpapier.
  • Das Papier sollte unliniert sein. Damit Sie trotzdem gerade schreiben, legen Sie sich ein stark liniertes Papier darunter.
  • Schreiben Sie mit einem Füller – nicht mit dem Kuli oder Filzstift.
  • Schreiben Sie alle Texte vor und dann sauber ab.
  • Verschreiben Sie sich dennoch einmal, verwenden Sie kein Tipp-Ex, sondern beginnen Sie von vorne.
  • Schreiben Sie langsam und achten Sie auf eine gleichmäßige Handschrift.
  • Verwenden Sie eine Unterlage und Löschpapier, damit keine Flecken und Handabdrücke entstehen.

Ein Tipp zur Schriftanalyse

Wenn Sie zwar einerseits aufgefordert wurden einen handschriftlichen Lebenslauf zu verfassen, aber trotzdem keine Lust haben, dass irgendwer irgendwas aus Ihrer Handschrift liest, dann verfassen Sie Ihre Bewerbung ausschließlich in Versalien – die sind nicht zu analysieren. Allerdings: Der subtile Boykott könnte die Jobchancen beeinträchtigen. Das müssen Sie dann individuell entscheiden.

Tabellarischer Lebenslauf oder als Text

Der tabellarische Lebenslauf gilt heute als Standard. Der gedruckte aber eben auch. Daher kann die Aufforderung einen handschriftlichen Lebenslauf einzureichen gepaart sein mit dem Wunsch, diesen auch gleich als Text zu verfassen. Nicht zuletzt, weil sich durchgehender Text zugleich besser für ein graphologisches Gutachten eignet.

In dem Fall schreiben Sie Ihren Werdegang also absatzweise auf und müssen die einzelnen Sätze durch ein paar Klammer- und (chronologische) Anschlusswörter zusammenfassen. Das Ergebnis (Lebenslaufmuster) könnte dann beispielsweise so aussehen:

Mein Name ist Susanne Sonnenschein. Ich wohne in der Fantasiestr. 11 in 12345 Beispielstadt. Geboren wurde ich am 29. Februar 1989 in Musterhausen. Nach meiner Schulzeit am Geschwister-Scholl-Gymnasium, die ich 2009 mit der Note 1,3 abschloss, absolvierte ich eine kaufmännische Ausbildung bei der Firma Koofmich in Beispielstadt. Meine Ausbildung schloss ich regulär nach zwei Jahren mit der Gesamtnote “sehr gut” ab.

Im Anschluss an meine Ausbildung leistete ich ein freiwilliges soziales Jahr in Melbourne, Australien. Danach begann ich mein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Beispielstadt mit Schwerpunkt Marketing. Meinen Bachelor werde ich voraussichtlich 2014 absolvieren. Danach würde ich gerne mein gelerntes Wissen durch ein paar praktische Erfahrungen vertiefen, bevor ich meinen Master-Abschluss mache.

Zu meinen besonderen Interessen gehören – neben den Hobbys Reiten und Beachvolleyball – die sozialen Netzwerke im Internet. Seit einiger Zeit pflege ich einen Twitter-Account (@susisonnenschein, 577 Follower) und ein Blog (http://Susismarketingwelt.de), in dem ich mich vor allem mit Social Media Marketing beschäftige.

Egal für welche Variante Sie sich am Ende auch entscheiden: Orientieren Sie sich beim Verfassen des Lebenslaufs oder des Anschreibens immer an der ausgeschriebenen Stelle und dem verlangten Stellenprofil. Lebenslauf und Bewerbungsschreiben sollten neben Ihrer Motivation und Lernbereitschaft unbedingt immer auch Ihre fachliche Eignung dafür herausstreichen. Oder anders formuliert: Im Subtext muss stehen, dass Sie der ideale Kandidat sind und zur Stelle passen wie der Deckel zum Topf. Der Lebenslauf – auch der handgeschriebene sollte dabei zwei Seiten nicht überschreiten.

PS: Bei allem Für und Wider sollten Sie einen handschriftlichen Lebenslauf oder ein handgeschriebenes Bewerbungsanschreiben nur einreichen, wenn dieses ausdrücklich verlangt wird. Klar, kann man sich damit von der Masse abheben, aber der Aufwand ist einfach zu hoch – und die meisten Personaler mögen das auch gar nicht.

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