Den Kunden vergnatzt, einen wichtigen Termin verpasst, das Budget gesprengt, die Präsentation verhunzt, die Frau vom Chef angemacht – dumme Fehler passieren immer wieder im Job. Nobody is perfect. Wenn mal wieder ein Projekt in die Hose geht, muss das nicht zwangsläufig dem Aufstieg schaden. Vielleicht erhält er kurzfristig einen Dämpfer. Aber wie nachhaltig das wirkt, hängt viel öfter davon ab, wie man damit umgeht und umgehend darauf reagiert.
Es gibt allerdings auch Fehler, die werden nicht so schnell verziehen. Das sind die Karrierekiller. Die schlimmsten davon hat der Bund Deutscher Unternehmensberater (BDU) einmal in einer Umfrage ermittelt. Dazu wurden über 500 führende Personal- und Outplacementberater befragt. Heraus kamen diese folgenschweren Entgleisung:
Selbstüberschätzung
Ein bisschen Ehrgeiz schadet nie. Er ist Teil der intrinsischen Motivation, spornt an, macht kreativ und genießt bei Chefs obendrein einen erstklassigen Ruf: Leute mit Biss, werden gerne mal befördert. Die Betonung liegt allerdings auf ein bisschen. Zu viel davon und man wirkt schnell verbissen. Gerade Jobeinsteiger mit Bestnoten und einem im Windkanal optimierten Lebenslauf sind hierbei gefährdet. Sie wollen allen schon am ersten Tag beweisen, was sie alles draufhaben, predigen, belehren, verbessern, klugscheißern. Das macht nicht nur unbeliebt und einsam – es ramponiert auch empfindlich das Image. So jemand beweist, dass a) weder im Team spielen kann noch b) bereit ist, weiterhin dazu zu lernen. Oft sind solche Typen taub für Kritik, dafür aber besonders aufmerksam beim Fremdentdecken von Fehlern. Es sind Splitteroperateure mit Balkenvisier. Es ist nun einmal so: Die Grenze zwischen Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung ist fließend. Darin liegt ihre Gefahr. Wer unsicher ist, auf welcher Seite er gerade steht, sollte sich (vorübergehend) in Zurückhaltung und Demut üben. Das kommt bei Chefs an und bei Kollegen.
Spiel nach eigenen Regeln
Jedes Unternehmen hat seine eigene Kultur. Dahinter verbergen sich oft ungeschriebene Spielregeln für den Umgang untereinander, für Prozeduren in Meetings, Sprachcodes oder Berichtsketten. Bei den einen gehört es zum guten Ton, das Büro nicht vor 19 Uhr zu verlassen. Andere gehen selbstverständlich immer mit ihrer eigenen Abteilung Mittagessen oder geben zu ihrem Geburtstag Kaffee und Kuchen aus. Wieder andere werten mangelnden Ellbogeneinsatz als Zeichen von Schwäche. Egal, wie sehr Sie auf Ihre Individualität pochen: Mitspielen ist Pflicht. Oder sie suchen sich besser ein anderes Team und Unternehmen. Solche Verhaltensmuster sind immer auch eine Art Immunitätstest: Wer sich im Organismus nicht assimilieren kann, wird bald von ihm abgestoßen. Gerade Jobeinsteiger tun deshalb gut daran, schnell herauszufinden, nach welchen Regeln gespielt und geschuftet wird. Die beste Strategie für die ersten Wochen: aufmerksam zuhören, zuschauen – und die Klappe halten. Wer das Vertrauen von Kollegen genießt, kann später beim Vier-Augen-Gespräch immer noch konkret nachbohren. Und zwar, bevor er richtig loslegt.
Undank
Selbst Genies sind bisweilen auf die Hilfe anderer angewiesen. Sei es, dass diese sie mit nützlichen Informationen versorgen, sie rechtzeitig warnen oder aktiv protegieren. Je mehr Mentoren einer hat, desto besser. Ein funktionierendes Beziehungsnetz wirkt wie ein Karriereturbo. Es wird aber auch leicht zum Killer, wenn man es sich mit seinen Kontakten verscherzt. Und das geht ganz leicht: Einfach vergessen, wer einem einst mit Rat und Tat zur Seite stand und von dem man bisher in irgendeiner Form profitiert hat. Kein Mensch erwartet eine sofortige Gegenleistung für solche Gefallen. Nur wer diese Schuld vergisst, der betreibt Selbstsabotage erster Güte. Schon Goethe hielt Undank für eine Schwäche: „Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.“ Undank ist kein Kavaliersdelikt, sondern der grobe Verstoß gegen ein ehernes Berufsgesetz: Eine Hand wäscht die andere.
Ungeduld
Ungeduld ist eine Schwäche – eine große sogar. Die Ich!-Alles!-Jetzt!-Attitüde erschafft nur Instant-Typen, die zu schnell und zu viel auf einmal wollen, dieser Aufgabe aber (noch) nicht gewachsen sind (siehe auch Selbstüberschätzung). Man kann nicht drei Jahre Erfahrung in einem absolvieren. Es ist die Übung, die den Meister macht. Noch immer. Es erfordert nun mal Geduld ein schwieriges Projekt und erst recht andere Menschen zu führen. Abwarten zu können, kann hingegen sogar eine Tugend sein. Manches Problem erledigt sich so von allein oder man bekommt im Laufe der Zeit Informationen und Ideen, die eine bessere Lösung ermöglichen. Der Expresslift zur Karriere ist und bleibt ein Mythos. In der Ruhe liegt viel mehr Kraft. Außerdem ist nichts frustrierender, als die Karriereleiter im Sauseschritt empor zu klettern, nur um oben festzustellen, dass man sie an der falschen Wand angelegt hat.
Ziellosigkeit
Auch das ist ein ehernes Gesetz des Erfolgs: Starke Persönlichkeiten eiern nicht herum. Wer seine Karriere beflügeln will, der trifft konsequente Entscheidungen – auch in eigener Sache. Dazu muss man allerdings erst einmal sehr genau wissen, was man will. Nur so gewinnt man Klarheit im Kopf und Hartnäckigkeit im Handeln. Ansonsten wird daraus leicht Aktionismus. Zwar gibt es immer wieder Menschen, die sich über die Maßen engagieren, die keine Bitte ausschlagen und mehrere Projekte gleichzeitig managen – aber weiter kommen sie deshalb nicht. Sie haben nur mehr Stress und weniger Spaß. Wer alles irgendwie anpackt, macht nichts richtig gut. Spitzenleistung hingegen entsteht erst bei voller Konzentration auf ein konkretes Ziel. Deshalb sollte sich jeder (und auch immer wieder) fragen: Was genau (!) möchte ich erreichen? Was soll sich in meinen Leben verändern oder verbessern? Warum ist mir dieses Ziel so wichtig? Was ist zu tun, um es zu erreichen? Was kann ich? Reicht das dafür? Worauf müsste ich gegebenenfalls dann verzichten? Solche Ziele dürfen sich gerne auch mal wandeln. Sich ewig an einen Plan zu klammern oder in einem Job zu lange zu verharren, kann schließlich auch Ausdruck von Ziellosigkeit sein. Hauptsache, Sie bleiben sich darüber bewusst und in Bewegung. Denn noch immer ist es so: Karriere ist kein Zufallsprodukt – sie wird gemacht.



Elke Fleing
Jochen sagt, ich soll euch sagen, dass ich dieses Thema bei mir im Blog aufgegriffen habe. Und weil ich brav bin, mache ich das: Also, ich hab bei mir im Blog das Thema aufgegriffen und die Karrierekiller für Selbstständige zusammengetragen.
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NLP Coach
Fehlende Selbstkritik und Flexibilität können es der Karriere auch schwer machen.