Motivation im Job: Wie Arbeitnehmer sie erhalten
Motivation im Job - für manchen Arbeitnehmer fast schon ein Fremdwort. Und wirklich nötig ist Motivation auf den ersten Blick in den meisten Jobs nicht, denn die Aufgaben lassen sich auch mit Dienst nach Vorschrift erledigen. Dennoch sollten Arbeitnehmer bewusst und aktiv daran arbeiten, ihre Motivation zu erhalten. Denn die Motivation im Job bringt nicht nur bessere Ergebnisse, sondern erhöht vor allem die Lebensqualität der Arbeitnehmer...

Motivation im Job: Grundlage eines gesunden Lebensstils

Es mag zunächst seltsam klingen, doch die Motivation im Job zu erhalten dient vor allem Ihnen als Arbeitnehmer. Sicher, Ihr Chef und Ihr Arbeitgeber profitieren ebenfalls in Form besserer Arbeitsergebnisse davon. Doch schlussendlich steigern Sie Ihre Lebensqualität enorm, wenn Sie jeden Tag motiviert und gut gelaunt zur Arbeit gehen, statt sich miespetrig dorthin zu schleppen.

Motivation lässt sich durch einige Strategien und bewusste Pflege selbst in monotonen und eintönigen Jobs erhalten - wenn Ihnen der Job zumindest ein wenig Spaß macht. Ist das nicht der Fall müssen Sie sich ein wenig anders motivierten - und sollten sich ernsthaft fragen, ob der Job für Sie auf Dauer das richtige ist.

Zeit für einen Jobwechsel?

alphaspirit/shutterstock.comWenn Sie sich so gar nicht für Ihren Job motivieren und überhaupt keine Begeisterung aufbringen können, werden vermutlich auch die im Folgenden vorgestellten Strategien keine Wirkung zeigen. Denn diese können nur greifen, wenn Ihr Job Ihnen zumindest grundlegende Spaß macht oder eine passende Herausforderung bietet.

Sind Sie jedoch ständig über- oder unterfordert oder können Sie sich gar nicht mit Ihrem Job identifizieren, sollten Sie die Frage nach einem möglicherweise nötigen Jobwechsel stellen. Das ist vor allem dann angebracht, wenn...

  • ... Sie gar nicht hinter Ihren Aufgaben und dem Unternehmen stehen können.
  • ... Sie sich jeden Morgen zur Arbeit schleppen, Ihnen aber spontan tausend Dinge einfallen, die Sie stattdessen lieber täten.
  • ... Sie auch nach langem Suchen keinen Sinn in Ihrem Job sehen.
  • ... Sie merken, dass Ihr Job Sie krank macht.
  • ... es im Unternehmen keine besseren Perspektiven oder Veränderungsmöglichkeiten gibt.

Wenn Sie sich in diesen Punkten bis zu einem gewissen Grad wieder erkennen, kann Ihnen unser Selbsttest zur Kündigung bei der Entscheidung helfen.

In vielen Ratgebern und Artikel wird für den Motivationserhalt eine Frage empfohlen: Warum machen Sie diesen Job? Der Ansatz ist nachvollziehbar, kann in der Praxis jedoch kontraproduktiv sein. Denn diese Frage haben sich demotivierte Arbeitnehmer bereits zigmal selbst gestellt - nur leider in einem ganz und gar nicht positiven Kontext.

Statt nach dem Warum zu fragen, können Sie diesen Ansatz jedoch modifizieren und die Frage umformulieren:

Wie bringt Sie Ihr Job Ihrem Ziel näher?

Damit diese Frage funktioniert, sollten Sie Ihr übergeordnetes Ziel kennen. Dabei kann, muss es sich jedoch nicht um ein berufliches Ziel handeln. Arbeiten Sie beispielsweise in einem langweiligen Job, der Sie kaum fordert, könnte die Antwort auf Frage lauten:

Mein aktueller Job dient mir als Einstieg ins Unternehmen. Von hier aus will ich mich hoch arbeiten und meinen Karriereplan verwirklichen.

Ist Ihr Ziel jedoch nicht beruflicher Natur, könnte die Antwort beispielsweise auch lauten:

Ich möchte die finanzielle Basis für meine Familie schaffen und ihr möglichst viel Zeit und Aufmerksamkeit zukommen lassen. Da ist es optimal, wenn mein Job mich nicht fordert.

Natürlich handelt es sich hier nur um zwei von zahlreichen Möglichkeiten, doch sie verdeutlichen das Prinzip hervorragend. Wie Ihr Ziel aussieht, müssen Sie schlussendlich selbst wissen oder herausfinden.

15 kaum genutzte Tricks für mehr Motivation und Spaß im Job

Der beschriebene Ansatz ist natürlich nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, Ihre Motivation im Job zu erhalten. Im Folgenden haben wir 15 weiter Tricks, mit denen Sie Ihre Motivation dauerhaft hochhalten können. Nicht alle funktionieren für jeden, daher müssen Sie die verschiedenen Methoden ausprobieren.

Nehmen Sie sich dafür bitte Zeit und setzen Sie die verschiedenen Trick mehrere Tage am Stück um, bevor Sie deren Wirksamkeit beurteilen. Einige Methoden entfalten ihre Wirkung erst nach einer Woche oder mehr.

  1. Motivierende Sprache

    Diesen Trick haben wir uns von Lehrern abgeschaut. Die Royal Society London (RSA) hat im Auftrag der Vodafone Stiftung untersucht, wie Lehrer Schüler motivieren können. Ein Ergebnis: Werden Schüler immer wieder mit Worten konfrontiert, die positiv mit Intelligenz assoziiert sind, steigert sich ihre Leistung. Als Arbeitnehmer können Sie diesen Trick nutzen und sich zu Hause und/oder am Arbeitsplatz mit Zitaten und Worten zum Thema Motivation umgeben. Wichtig ist dabei nur, dass Sie die Zitate/Worte mehrfach am Tag sehen und diese Sie intuitiv ansprechen.

  2. Morgen Mantra

    Apropos Sprache, diese können Sie auch ganz bewusst und verbal - oder zumindest gedanklich - für sich nutzen. Beginnen Sie den Tag dazu mit einem Morgen Mantra, das Sie nach und nach als Teil Ihrer Morgenroutine etablieren. Die Formulierung sollte natürlich positiv sein, beispielsweise: "Ich beginne einen neuen Tag voller Möglichkeiten und Chancen und werde viel Spaß dabei haben, ihn optimal zu nutzen." Klingt vielleicht ein wenig esoterisch, ist jedoch reine Psychologie und wirkt sich - wenn Sie das Mantra ernsthaft und konzentriert mehrfach wiederholen - positiv auf Ihre Stimmung und Motivation aus. Unser Morgenimpuls kann Ihnen dabei helfen.

  3. Motivierende Bilder

    Sind Sie eher optisch veranlagt, empfehlen wir Ihnen den bewussten Einsatz von Bildern. Bringen Sie dazu sowohl zu Hause als auch im Büro Bilder an, die Sie mit positiven Gefühlen und Stimmungen in Verbindung bringen und Sie motivieren. Das können Bilder von Sportlern, beeindruckende Landschaften oder Erinnerungsfotos an bewegende Momente - diese vielleicht eher zu Hause - sein. Nehmen Sie sich morgens und im Lauf des Tages immer wieder Zeit, um einige Minuten konzentriert und bewusst auf die Bilder zu schauen, sich in die Szene hineinzuversetzen und alle die damit verbundenen Emotionen lebendig werden zu lassen.

  4. Eigenes Erfolgstagebuch

    Können Sie spontan Ihre letzten zehn Erfolge nennen? Den meisten Menschen dürfte das schwer fallen. Die zehn letzten Fehlschläge kommen da schon deutlich leichter zusammen. Negative Ereignisse und Fehler prägen sich leider deutlich besser ein als positive. Arbeiten Sie dieser Tendenz mit einem eigenen Erfolgstagebuch bewusst entgegen und notieren Sie sich jeden Morgen fünf bis zehn Erfolge des Vortages. Damit erinnern Sie sich nicht nur an die positiven Ereignisse und machen sich Ihre Fähigkeiten und Erfolge bewusst, Sie richten sich auch gleich zu Tagesbeginn positiv aus.

    Erfolgstagebuch-Gründe-Grafik

  5. Motivation durch Lächeln

    Es klingt seltsam und wird sich zu Beginn komisch anfühlen: Lächeln Sie Ihre Kollegen mehr an. Lächeln Sie einfach mehrmals am Tag und achten Sie auf die Reaktionen. Wenn Ihr Lächeln nicht gerade ironisch oder spöttisch wirkt, werden viele Kollegen nach kurzer Irritation unwillkürlich zurück lächeln. So verbessert sich nicht nur die Laune, auch das Arbeitsklima wird besser - und Ihre Motivation steigt. Was Lächeln noch alles bewirken kann, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema.

  6. Verständnis entwickeln

    Sie beherrschen Ihren Job, erfüllen die Anforderungen und fühlen sich im Grunde wohl. Dennoch will keine rechte Motivation und Begeisterung aufkommen, von Spaß ganz zu schweigen. Dann könnte es sinnvoll sein, sich Sinn und Zweck Ihrer konkreten Arbeit bewusst zu machen. Informieren Sie sich umfassend darüber, was Ihr Arbeitsschritt oder Ihre Aufgaben zum konkreten Gelingen des Projektes beitragen. Der Blick für das große Ganze kann dabei helfen, Ihre Arbeit im Gesamtkontext zu sehen und den Wert Ihrer Arbeit neu zu erkennen. Dadurch steigt dann nicht nur Ihre Motivation, Sie denken auch automatisch über die Grenzen Ihres Arbeitsbereiches hinaus und können besserer Ergebnisse abliefern.

  7. Gemeinsame Ziele

    Sie verstehen sich gut mit Ihren Kollegen? Dann nutzen Sie diese Basis, um gemeinsam Motivation und Spaß im Job zu steigern. Dazu setzen Sie sich im Team zusammen und definieren idealerweise gemeinsam Ziele, die über die Vorgaben der Geschäftsführung hinaus gehen. Sie können beispielsweise die vorgegebene Deadline um mehrere Tage unterbieten, sich selbst höhere Qualitätsstandards auferlegen oder interne Prozesse optimieren und sich dadurch die Arbeit leichter einfacher machen. Solche selbst gesteckten Ziele motivieren meist deutlich stärker als die offiziellen Vorgaben.

  8. Interner Wettstreit

    Apropos Kollegen, wenn Ihr Verhältnis im Team wirklich gut ist, können Sie auch einen internen Wettstreit ausrufen und sich gegenseitig durch kollegial-freundschaftliche Konkurrenz pushen. Natürlich sollten Sie darauf achten, dass die Qualität Ihrer Arbeit nicht unter der Konkurrenz leidet. Doch wenn alle Beteiligten diesen internen Wettstreit als Motivation und Spaß nehmen, können Stimmung und Leistungsfähigkeit davon massiv profitieren.

  9. Motivation durch Farben

    Farben wirken sich nachweislich auf die menschliche Psyche und Stimmung aus. Blau fördert die Konzentration, Rot weckt Emotionen und so weiter. Sie können diese Effekte für sich nutzen, in dem Sie sich beispielsweise morgens mit aktivierenden und belebenden Farben, im Büro mit beruhigenden und konzentrationsfördernden Farben und in den Pausen mit entspannenden Farben umgeben. Dafür müssen Sie das Büro natürlich nicht jedes Mal neu zu streichen. Bereits Bilder in den entsprechenden Farben - beispielsweise als Hintergrundbild auf Ihrem Computer - können ausreichen.

  10. Mehr Lob

    Lob hat in unserer heutigen Gesellschaft einen etwas seltsamen Status. Einerseits wirkt Lob motivierend und wird von dem meisten Menschen als positiv wahrgenommen. Andererseits können viele Menschen Lob nicht annehmen und fühlen sich peinlich berührt, so bald sie gelobt werden. Doch der richtige Umgang mit Lob lässt sich lernen. Die dafür notwendige Übung kann ganz nebenbei auch Ihre Motivation steigern. Nutzen Sie beispielsweise hervorragende Leistungen Ihrer Kollegen, um diese zu loben. Ihre Kollegen werden sich darüber freuen, die Stimmung im Team steigt, Ihre Beziehungen zu Ihren Kollegen verbessern sich. Von der positiven Arbeitsatmosphäre profitieren Sie dann ebenfalls. So macht Ihnen Ihr Job nicht nur mehr Spaß, auch Ihre Leistung - und die des Teams - dürfte sich spürbar verbessern. Natürlich können Sie auch Ihre eigene Leistung loben - nur dann bitte im Stillen und für sich. Das bereits erwähnte Erfolgstagebuch ist dafür beispielsweise eine gute Möglichkeit.

  11. Wertschätzung pusht

    Eigenlob und die bewusst Wahrnehmung Ihrer Erfolge können Ihre Motivation zwar steigern, wirklich effektiv sind diese Maßnahmen jedoch erst, wenn Sie sich dabei auf die richtigen Faktoren konzentrieren. In der eingangs erwähnten RSA-Studie zeigte sich auch, dass Schüler durch Lob vor allem dann motiviert werden, wenn es sich auf ihre Leistung und ihr Engagement und nicht auf ihre Fähigkeiten bezog. Für Sie bedeutet das: Konzentrieren Sie sich in Ihrem Erfolgstagebuch wirklich auf Leistungen und holen Sie sich von Chef und Kollegen immer wieder Feedback zu Ihrem Engagement ein. Fragen Sie gezielt nach und lassen Sie ganz bewusst Ihr Engagement beurteilen. Sicher, negatives Feedback kann dann auch demoralisierend wirken. Doch positives Feedback wird Sie neu motivieren und Ihren Spaß am Job pushen.

  12. Perspektive motiviert

    Selbst wenn Ihnen Ihre aktuellen Aufgaben so gar keine Freude bereiten, Ihr Job Sie aktuell anödet und von Ihren Kollegen keine Motivation zu erwarten ist, können Sie Ihren Spaß im Job steigern - wenn Sie eine Perspektive sehen. Rufen Sie sich dann immer wieder ins Gedächtnis, wie Ihr Plan und und Ihre Perspektive aussehen, worauf Sie hinarbeiten und warum das für Sie so wichtig ist. Sicher, das kann man auch Verdrängung der aktuellen Situation nennen und wenn Sie sich nur in den Gedanken an die Zukunft retten, ist da auch etwas dran. Doch wenn Sie Ihre Perspektive als einen von mehreren Bausteinen Ihrer Motivation nutzen, ist dieser Trick sehr wirkungsvoll.

  13. Spaß durch Visualisierung

    Nutzen Sie sowohl die ersten Stunden des Tages als auch die Pausen Ihrer Arbeitszeit für aktive Visualisierung. Ob Sie sich dabei vergangene Erfolge ins Gedächtnis rufe, das Erreichen Ihrer nächsten Ziele plastisch vor Augen führen oder sich bewusst in angenehmen Situationen hineinversetzen, hängt von Situation und Zielsetzung ab. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Technik der Visualisierung regelmäßig anwenden und sich so immer besser in imaginäre Situation hineinversetzen können. Dadurch steigern Sie die Wirkung und damit den positiven Effekt auf Ihre Motivation.

  14. Aufgaben abhaken

    Dieser Trick stammt aus dem Bereich des Zeitmanagements und der Selbstorganisation. Selbst kleine und scheinbar banale Aufgaben können Spaß machen, wenn Sie diese aufschreiben und dann Stück für Stück abhaken. Nutzen Sie dazu bitte ganz altmodisch Stift und Papier. Bereits der Vorgang des Aufschreibens und dann das Gefühl beim Durchstreichen oder abhaken einer Aufgabe kann Ihre Stimmung enorm steigern. Ganz nebenbei gewinnen Sie so auch einen Überblick über Ihre Arbeit und sehen, was Sie wirklich leisten.

  15. Routine aufbrechen

    Zu guter Letzt kann Ihnen der Spaß im Job auch durch zu viel Routine und Eintönigkeit verloren gehen. Das Gegenmittel ist denkbar einfach: Brechen Sie Ihre Routine immer wieder auf, ändern Sie Reihenfolge Ihrer Aufgaben, gehen Sie Standardprozesse einmal ein wenig anders an, nutzen Sie neue Tools und Strategien Große Veränderungen sind oft gar nicht nötig, meist reichen bereits kleine Abweichungen vom gewohnten Vorgehen, um Freude und Spaß zurückzubringen.

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[Bildnachweis: Franck Boston, alphaspirit by Shutterstock.com]