Das Praktikum. Für viele Studenten und Absolventen ist es heute der Einstieg in den Job. Für andere aber auch der Job selbst – nur schlechter bezahlt und ohne Rechte. Überhaupt die Bezahlung! Nach Angaben des Hochschul-Informations-System (HIS) erhält lediglich jeder dritte Praktikant so etwas wie ein Honorar. Und das liegt dann im Schnitt auch eher bei 350 Euro pro Monat. Der Rest arbeitet für Ruhm und Ehre.

Zu der oft mickrigen Vergütung kommen allerdings noch ein paar potenzielle Fallstricke hinzu. Spielregeln, die jeder Praktikant beherrschen sollte. Einerseits, um mehr aus der kurzen Praxiszeit herauszuholen, andererseits um seine Jobchancen zu verbessern. Und das sind sie, die

10 wichtigsten Tipps fürs Praktikum

  1. Aufgaben klären. Zu Beginn des Praktikums steht ganz oft nur bedingt fest, was man zu tun hat. Die Beschreibung in der Stellenanzeige spiegelt nicht zwingend das tatsächlich Spektrum wider. Klären Sie deshalb gleich zu Beginn, welche Tätigkeiten auf Sie zukommen werden. Erkundigen Sie sich auch bei Mitpraktikanten über deren Erfahrungen oder den Usus im Büro, etwa zu Dresscodes, Internetnutzung oder Arbeitszeiten.
  2. Pünktlich sein. Auch wenn es eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist: Seien Sie stets pünktlich – morgens ebenso wie zu Meetings. Pünktlichkeit ist immer auch Ausdruck von Höflichkeit, guter Kinderstube und gegenseitigem Respekt. Und falls Sie sich doch einmal verspäten: Entschuldigen Sie sich mit einer plausiblen (!) Begründung.
  3. Nicht nichtstun. Wenn gerade nichts zu tun ist, stehen Sie nicht einfach nur rum oder sitzen faul am Schreibtisch Ihre Zeit ab. Sie outen sich so nur als unselbstständiger Befehlsempfänger. Überlegen Sie sich lieber eigenständig etwas und bringen Sie Vorschläge ein. Beweisen Sie durchweg Engagement und Ehrgeiz. Und falls Leerlaufzeiten doch mal unvermeidlich sind: Fragen Sie nach, ob Sie in dieser Zeit Ihren Praktikumsbericht vorbereiten oder Fachzeitschriften lesen dürfen.
  4. Hilfsbereit sein. Gibt es Kollegen, die gerade Unterstützung gebrauchen könnten – und sei es nur für kleine Handlangerjobs? Dann bieten Sie Ihre Hilfe bereitwillig an. Oder fragen Sie nach, wie Sie helfen können. Das ist alles andere als doof – es beweist Teamgeist und Empathie!
  5. Essen gehen. Apropos Teamgeist: Gehen Sie mit den Abteilungskollegen essen (falls man Sie dazu einläd, sonst fragen Sie bitte nach). Und das auch bitte gleich am ersten Tag. Am zweiten aber auch noch. Es macht einen schlechten Eindruck, wenn Sie gleich zu Beginn schon mit einem Freund oder einer Freundin verabredet sind und sich absondern. Das gemeinsame Mittagessen ist enorm wichtig: Hier begegnen Sie Ihrem Chef und den Kollegen auf einer persönlicheren Ebene, Sie können leichter Fragen stellen und erfahren wichtige Interna. Und sei es nur, wer mit wem kann und wer nicht.
  6. Zügig arbeiten. Erledigen Sie die aufgetragenen Aufgaben zügig und sorgfältig. Auch die offensichtlichen Sisyphos-Arbeiten. Und maulen Sie nicht, wenn Sie tatsächlich auch einmal kopieren oder Kaffee holen sollen. Das gehört mitunter dazu. Fragen Sie eher bei den Zimmerkollegen nach, wem Sie einen Kaffee mitbringen können. Seien Sie sich für nichts zu schade. Das betont Ihr statusfreies Denken. Diven dagegen kann keiner leiden.
  7. Nicht mitlästern. Halten Sie sich (anfangs) beim Flurfunk zurück und lassen Sie sich nicht zu Lästereien hinreißen. Beobachten und analysieren Sie lieber die Situation, bis Sie ungefähr nachvollziehen können, welche Lager es gibt und wer mit wem verbandelt ist. Bleiben Sie aber auch dann möglichst unparteiisch.
  8. Kritik annehmen. Niemand ist perfekt. Praktikanten schon per Definition nicht – sie lernen ja noch. Deshalb ist Kritik an Ihrer Arbeit ganz normal und auch nicht persönlich. Jedenfalls sollten Sie diese nie so werten. Hören Sie sich den Tadel gut an, bleiben Sie locker und danken Sie für das Feeback. Und dann versuchen Sie bitte, die Kritik umzusetzen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Nur so können Sie wachsen – und sammeln obendrein Pluspunkte für Lernbereitschaft.
  9. Fragen stellen. Fragen Sie bei kleinen und vor allem großen Problemen sofort nach. Es gibt tatsächlich keine dummen Fragen, dafür aber zu späte! Gerade am Anfang Ihres Praktikums gesteht man Ihnen solche Rückfragen eher zu, als wenn Sie schon einige Erfahrungen gemacht haben. Das wirft dann ein schlechtes Licht auf die bisherige Arbeit.
  10. Alles abstimmen. Sicher, jeder wird mal krank. Auch im Praktikum. Nur sollte dies passieren, informieren Sie bitte sofort den Chef. Wer unentschuldigt fehlt, riskiert den Rausschmiss und Kratzer am Ruf. Ähnliches gilt für Arzttermine. Häufig lassen die sich so legen, dass sie außerhalb der Arbeitszeiten oder zumindest an deren Rändern liegen. Auch reguläre Arbeitnehmer sind gehalten, ihre Arztbesuche so zu legen, dass möglichst wenig Arbeitszeit dabei verloren geht. Alles andere wirkt einfach latent faul und unengagiert.