Definition: Was sind Hard Skills?
Hard Skills (deutsch: harte Fähigkeiten) sind erlernbare, messbare und nachprüfbare Fachkompetenzen. Diese erwerben Sie zum Beispiel durch Ausbildung oder Studium, in einer Weiterbildung sowie durch einschlägige Praxiserfahrungen im Job.
Der Nachweis der „harten“ Kompetenzen erfolgt meist über Abschlüsse, Zeugnisse und Zertifikate. Sie gelten in der Regel als Mindestanforderungen für ein bestimmtes Berufsbild und werden bei einer Bewerbung vorausgesetzt.
Zu typischen Hard Skills zählen:
- Schulabschlüsse
- Berufliche Ausbildung
- Akademische Abschlüsse und Titel
- Seminare und Fortbildungen
- Sprachkenntnisse
- IT-Kenntnisse (MS-Office, Betriebssysteme)
- KI-Kenntnisse
- Führerschein, Ausbilderschein
- Langjährige Berufspraxis
Synonyme für Hard Skills sind: Schlüsselqualifikationen, (Fach-)Kompetenzen oder Berufserfahrungen.
Was ist der Unterschied zwischen Hard Skills und Soft Skills?
Im Gegensatz zu Soft Skills sind Hard Skills nachweisbar und im Job sofort anwendbar. Ebenso lassen Sie sich zum Beispiel durch einen Eignungstest messen. Soft Skills (deutsch: weiche Fähigkeiten) sind dagegen berufs- und fachübergreifende Eigenschaften, die sich nur schwer belegen oder nachprüfen lassen. Sie können diese aber genauso lernen und trainieren – nur bekommt man dafür kein Zeugnis.
Hard Skills Liste: Stärken für verschiedene Jobs
Leider gibt es nicht die eine Liste mit Hard Skills oder Top-Skills für alle Jobs. Dafür sind die Jobprofile und Berufsbilder zu verschieden. Von einem Kfz-Mechatroniker werden andere Fachkompetenzen erwartet als z.B. von einem Kardiologen.
Zur Orientierung und zum besseren Verständnis finden Sie hier eine Hard Skills Liste für ausgewählte Jobs, Branchen und Berufe:
- Gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
- Microsoft Office-Programme
- Angebotserstellung
- Mathematikkenntnisse
- Business English
- Datenbank- und Kundenstamm-Pflege
- Rechnungs- und Mahnwesen
- Gesellschaftspolitische Kenntnisse
- Rechtliche Grundlagen (zum Beispiel bei Vorsorgevollmachten)
- Kenntnisse über Institutionen und Behörden
- Kenntnisse in Ethik, Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Medizin
- Sozialmanagement
- Personalmanagement
- Unternehmensführung
- Kenntnisse über Fusionen und Übernahmen
- Erfahrungen im Coaching
- Mitarbeiterbefragung
- Projektmanagement
- Change Management
- Controlling
- Business English
- Risikomanagement
- Umgang mit Grafikprogrammen
- Content Management Systeme (zum Beispiel WordPress, Typo3)
- Social-Media-Kanäle
- Google AdWords
- Google Analytics
- SEO
- Softwareprogramme wie SAP
- Anlagenbau
- Autodesk Inventor
- Antriebstechnik
- Elektrotechnik
- Betriebswirtschaft
- Bauinformatik
- Computersprachen wie Java
- Projektmanagement
- Grundkenntnisse in Recht
- Installation
- Kundenakquise
- Rhetorik & Präsentation
- Produktwissen
- Handelsrecht, Kundenrechte
- Tools & Technik (Online-Sales, CRM-Software)
- Projektmanagement
- Logistik
Hard Skills als Bürokauffrau
Hard Skills für Soziale Arbeit
Hard Skills für Führungskräfte
Hard Skills im Marketing
Hard Skills im Ingenieurwesen
Hard Skills im Verkauf und Sales
Wie kann ich meine Hard Skills verbessern
Bleibt der Karrierekick aus, weil Ihnen wichtige Hard Skills fehlen, ist das kein Beinbruch. Weil viele dieser Fertigkeiten erlernbar sind, können und sollten Sie in sich selbst investieren und Ihren Marktwert durch Weiterbildungen, Webinare, VHS-Kurse, ein Abendstudium oder eine Umschulung steigern. Die Kosten können allerdings von „kostenlos“ bis 20.000 Euro reichen.
Wichtig ist, dass Sie die Ausgaben zielgerichtet planen. Wenn Sie beispielsweise eine berufliche Neuorientierung anstreben, sollten Sie sich zunächst informieren, welche Skills im neuen Job besonders gefragt sind – und welche Ihnen davon noch fehlen. Erst so eröffnen Sie sich neue berufliche Horizonte.
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Welche Bedeutung haben Hard Skills in der Bewerbung?
In Stellenanzeigen werden stets Fertigkeiten und Qualifikationen genannt, die Bewerber mitbringen müssen – sogenannte Business-Skills. Unterschieden wird hierbei zwischen Muss- und Kann-Qualifikationen:
-
Muss-Anforderungen
Darunter fallen regelmäßig die messbaren Hard Skills, wie Ausbildung, Studium oder Fortbildungen. Zu erkennen sind diese Muss-Anforderungen an Formulierungen wie: „Voraussetzung ist“, „wir erwarten“ oder „Sie verfügen nachweislich über“.
-
Kann-Anforderungen
Hierbei handelt es sich dagegen oft um weiche Kriterien, wie Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Eigeninitiative oder Belastbarkeit. Typische Formulierungen sind: „Idealerweise besitzen Sie“, „Von Vorteil sind“ oder „…runden Ihr Profil ab.“
Für den Lebenslauf bedeutet das: Die Muss-Anforderungen sollten Sie zu mindestens 70 Prozent erfüllen und unbedingt ausführlich im tabellarischen Lebenslauf nennen. Falls erforderlich werden sie zusätzlich belegt in den Anlagen zur Bewerbung, etwa durch Ausbildungszeugnis, Zertifikate, Urkunden oder Arbeitszeugnisse.
Kann-Kriterien wiederum bringen Pluspunkte im Lebenslauf, sind aber nicht zwingend erforderlich und können auch mal knapper ausfallen.
Harte Skills sind nur der Türöffner
Der Lebenslauf bildet den Kern Ihrer Bewerbung. Er belegt, ob ein Kandidat oder eine Kandidatin überhaupt für den Job geeignet ist, alle erforderlichen Voraussetzungen erfüllt und anfallende Aufgaben grundsätzlich bewältigen kann.
Hard Skills allein reichen dafür aber nicht. Personaler achten heute auf das richtige Skillset – auf Hard und Soft Skills! Letztere beschreiben Bewerber vor allem im Bewerbungsschreiben. Hier zeigen sie mithilfe von Beispielen, dass sie zum Beispiel teamfähig, kommunikativ oder organisiert sind.
Bewerben trotz fehlender Hard Skills?
Wer kein Medizinstudium abgeschlossen hat, hat keine Chancen auf eine Stelle als Arzt, klar. In anderen Fällen kann es sich aber lohnen, eine Bewerbung zu schreiben, auch wenn Sie nur 70 Prozent der erforderlichen Anforderungen erfüllen. Mehr als absagen, können Personaler sowieso nicht.
Laut Studien ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt vor allem die Nachfrage nach Soft Skills in den vergangenen 5 Jahren um ganze 190 Prozent gestiegen. 77 Prozent der Unternehmen sagen, sie beurteilen Bewerber zunehmend stärker nach tatsächlichen Fähigkeiten statt nach formalen Abschlüssen. Genannt werden dabei immer wieder Kernanforderungen, wie Problemlösungskompetenz (69 %), Flexibilität (67 %) oder Teamgeist (66 %). Der sogenannte Cultural Fit – die „kulturelle Passung“ – wird damit zum ausschlaggebenden Einstellungsfaktor. Falls Ihnen als manche Hard Skills fehlen, können Sie diese oft durch „weiche“ Fähigkeiten ausgleichen…
Nur eines dürfen Sie nie: Lügen bei den Hard Skills! Falsche Angaben in der Bewerbung können zur Kündigung führen – auch Jahre nach der Probezeit. Das ist ein schwerer Vertrauensbruch und kann bei Hochstapelei sogar zu Geld- und Freiheitsstrafe führen.
Hard Skills im Vorstellungsgespräch: Tipps & Beispiele
Die Bedeutung einschlägiger und fundierter Berufserfahrungen sowie Fachkompetenzen nimmt seit Jahren ab. Sie gelten immer weniger als zuverlässiger Beleg dafür, dass ein Mitarbeiter im Job tatsächlich erfolgreich ist. Im Englischen gibt es dafür den Ausdruck: „Hire for attitude – train for skills“ – zu deutsch: „Stell Leute mit der richtigen Arbeitseinstellung ein. Die erforderlichen Skills lernen Sie im Job!“
Für das Vorstellungsgespräch bedeutet das: Betonen Sie nicht nur vorhandene Kenntnisse, sondern beweisen Sie vor allem eine sog. Methodenkompetenz. Diese ermöglicht erst, weitere Kompetenzen dazuzulernen und weiterzuentwickeln. Dahinter verbirgt sich nicht selten das Entwicklungspotenzial – und das hat für Personaler oft den größeren Mehrwert.
Kann ich fehlende Kompetenzen ausgleichen?
Im Bewerbungsgespräch können Sie fehlende Hard Skills praktisch immer durch relevante Soft Skills ausgleichen. Zum Beispiel durch eine hohe Motivation und Leidenschaft für den Beruf, durch Engagement, Eigeninitiative und Flexibilität.
Sagen können Sie zum Beispiel:
- „Gut, dass Sie diesen Punkt ansprechen! Ich bin mir der Bedeutung dieser Skills durchaus bewusst und weiß, dass ich noch nicht alles kann. Umso mehr hänge ich mich rein, wenn Sie mir die Chance geben, mich in diesem Bereich fortzubilden und weiterzuentwickeln. Dann, glaube ich, kann ich für Sie…“
Entscheidend ist, dass Sie mit Ihren Schwächen im Vorstellungsgespräch stets konstruktiv umgehen.
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