Kuendigung-Abschied-Nehmen-Tipps
Manchmal kommt der Zeitpunkt, an dem Sie einen Schlussstrich ziehen und sich einen neuen Job suchen müssen. Gründe für eine solche Kündigung gibt es viele. Unabhänig davon, ob Sie einem besseren Angebot folgen oder sich aus Frustration für einen Jobwechsel entschieden haben: Der letzte Eindruck ist entscheidend. Denn nach einer Kündigung arbeiten Sie nicht mehr für Ihren bisherigen Arbeitgeber, sondern vor allem für Ihren guten Ruf. Und was man Ihnen einmal nachsagt, haben Sie selbst in der Hand. Wie Sie Ihren Kollegen und Vorgesetzten positiv in Erinnerung bleiben, dabei können Ihnen unsere 5 Tipps für den letzten Eindruck helfen...

Letzter Eindruck: So wichtig wie der Erste

Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen, lautet ein altes Bonmot. Der erste Eindruck prägt entscheidend, wie wir von anderen - zum Beispiel bei der Bewerbung oder im Vorstellungsgespräch - wahrgenommen werden, welche Kompetenzen sie uns zuschreiben, wie sympathisch wir wirken.

Bei der Bewerbung machen wir damit vor allem deutlich, dass wir und kein anderer die beste Besetzung für eine freie Position sind. Beim Abschied und nach der Kündigung ist das nicht anders - auch wenn der letzte Eindruck oft (und sträflicherweise) deutlich weniger Beachtung findet.

Tatsache ist: Der letzte Eindruck kann zugleich der erste Eindruck sein - je nachdem wie lange die Kündigungsfrist dauert und wie klein und geschwätzig die Branche ist. Gerade wer innerhalb seiner Branche das Unternehmen wechselt, sollte damit rechnen, früher oder später noch einmal mit ehemaligen Kollegen oder Vorgesetzten zu begegnen.

Zudem benötigen Sie vielleicht auch noch ein gutes Arbeitszeugnis, eine Referenz oder ein Empfehlungsschreiben. Für alle diese für die berufliche Zukunft nicht ganz unwesentlichen Unterlagen ist eine unprofessionelle Trennung im Streit eher hinderlich. Davon abgesehen, dass die Trennung genau das wäre: unprofessionell.

Die drei Grundregeln für einen professionellen Abgang lauten daher:

  • Oben beginnen

    Selbst wenn die Kollegen schon lange ahnen, dass da was im Busch ist: Wenn Sie kündigen, sagen Sie es dem Chef zuerst. Oder wenigstens der Person, die Sie damals eingestellt hat. Dieser Kollege hat schließlich auch damit begonnen, Vertrauen in Sie zu investieren. Geben Sie dieses Vertrauen zurück - und beweisen Sie so Respekt gegenüber dem Ex-Vorgesetzten in spe. Er sollte nie der Letzte in der Informationskette sein.

  • Freundlich verabschieden

    Auch wenn Sie sich möglicherweise nicht danach fühlen: in den letzten Tagen noch einmal wütend mit den Kollegen über den fiesen Chef zu lästern, ist keine gute Idee. Bleiben Sie im Büro stets freundlich. Auch wenn Sie sich jetzt wie befreit fühlen - frei von Anstandsregeln sind Sie nicht. Überdies wird es dem beruflichen Werdegang nicht helfen, wenn Sie überall nur verbrannte Erde hinterlassen. Selbst wenn in der Abteilung klimatischer Permafrost herrscht und Sie nur wenige Gemeinsamkeiten haben, sollten Sie nicht auf eine formvollendete Verabschiedung verzichten.

  • Kurz nachhaken

    Drei bis vier Monate nachdem Sie Ihren bisherigen Arbeitgeber verlassen haben, sollten Sie die Ex-Kollegen (oder Ihren Nachfolger) noch einmal kurz besuchen oder anrufen und sich erkundigen, ob alles gut läuft. Nicht, weil Sie so wichtig und unersetzbar wären, sondern weil Sie Ihren Job genauso sorgfältig beenden, wie Sie ihn ausgeübt haben. Und weil man Sie als Profi in Erinnerung behalten soll.

Der richtige Zeitpunkt für den Abschied

Extra-Tipp-IconEs gibt ein paar gute Indizien dafür, wann ein guter Zeitpunkt für den Abschied vom bisherigen Arbeitgeber gekommen ist:

  • Der Job macht krank. Stress und Frust überlagern alles, was an dieser Arbeit jemals Spaß gemacht hat. Der Chef nörgelt rum, das Verhältnis zu ihm ist zerrüttet, die Kollegen nerven, und bereits am Morgen zählt man die Stunden bis zum Feierabend. Also nix wie weg!
  • Es gibt keine Herausforderungen mehr. Die Zukunft besteht zu 50 Prozent aus Routine und 50 Prozent Langeweile. Gefährlich! Im Dämmerzustand passieren die schlimmsten Fehler. Ab hier kann es nur noch bergab gehen.
  • Es gibt ein besseres Angebot. Zwar sollte man solche Offerten prüfen, wenn aber die Bilanz dafür spricht, warum zögern?
  • Das Unternehmen ist auf dem absteigenden Ast. Wem klar wird, dass er auf der Titanic arbeitet, sollte das nächstbeste Rettungsboot erwischen, bevor es voll ist. Das mag illoyal sein, läuft aber umgekehrt genauso.
  • Die Lebensumstände haben sich gravierend geändert. Die Familie ist gewachsen, ein Familienmitglied ist schwer krank, die Werte haben sich gewandelt oder passen nicht mehr zum Unternehmen – ab hier entscheidet die Kompromissbereitschaft über den Fortgang der Karriere.
  • Der neue Posten ist ein verlorener. Falls das Unternehmen Sie im Zuge von Umstrukturierungen parkt, bis die ideale Stelle geschaffen ist, wäre das noch akzeptabel. Soll mit Versetzung nur eine ungeliebte Lücke geschlossen werden, ist das ein Alarmzeichen. Wer tatsächlich zu den Leistungsträgern zählt, dem passiert so etwas nicht. Entweder der Arbeitgeber betuppt einen nach Strich und Faden oder er will damit sagen: Zieh Leine!

Tipps für den letzten Eindruck

Letzter-Eindruck-Abschied-KuendigungSpätestens mit der Kündigung setzt ein Prozess ein, in dem Sie innerlich mit dem jetzigen Arbeitgeber und Ihrem Job abschließen. Sie stellen sich mental auf die Veränderungen und die neuen Herausforderungen ein, die die neue Arbeitsstelle mitbringen wird.

Das ist zwar vorausschauend, sollte Sie aber nicht vergessen lassen, dass Sie zurzeit noch auf der Gehaltsliste des bisherigen Arbeitgebers stehen. Und solange der Sie bezahlt, gehört ihm auch Ihre volle Konzentration auf die noch vorhandene tägliche Arbeit und den Abnabelungsprozess.

Arbeiten Sie also auch an daran, dass der letzte Eindruck nicht eine bis dato tadellose Reputation beschädigt. Denn leider hallt ein mieser Abgang oft länger nach als zehn gute Jahre mit Spitzenleistungen.

Diese fünf Tipps helfen Ihnen dabei, bei Arbeitgeber und Kollegen positiv in Erinnerung zu bleiben:

  1. Geben Sie weiterhin Ihr Bestes.

    Sie haben die Entscheidung getroffen, Ihren beruflichen Weg an anderer Stelle fortzuführen. Das ist Ihr gutes Recht. Es ist dem jetzigen Arbeitgeber und den Kollegen aber nicht fair gegenüber, vorzeitig die Arbeit einzustellen und auf dem Rücken der Kollegen nur noch ein Minimum an Aufwand zu leisten. Egal, was vorher alles schief gelaufen ist: Wer bis zum Ausscheiden weiterhin volle Bezüge beansprucht, bringt bitte auch volle Gegenleistung. Alles andere wirkt ein bisschen wie die Rache des kleinen Mannes - und der ist, wie gesagt: klein. Oder macht sich dazu. Besser Sie beweisen Größe und damit einen echten Verlust für das Unternehmen.

  2. Kümmern Sie sich um eine saubere Übergabe.

    Um auch nach Ihrem letzten Arbeitstag einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, sollten Sie sich frühzeitig um eine ausführliche Übergabe und die Einarbeitung eines Nachfolgers kümmern - Fachbegriff: Debriefing. Arbeiten Sie den Kollegen in Ihre bisherigen Projekte ein, erklären Sie den aktuellen Stand sowie Besonderheiten, die es zu beachten gilt. Sollte die Möglichkeit dazu bestehen, können Sie die letzte Zeit im Unternehmen eng mit Ihrem Nachfolger zusammenzuarbeiten. Vergessen Sie dabei aber nicht, auch den Chef abschließend über den Status zu informieren. Der muss mit Ihrem Nachfolger schließlich weiterarbeiten können.

  3. Informieren Sie alle, die es wissen müssen.

    Eine Kündigung - aus welchem Grund auch immer - sollten Sie kommunizieren (allerdings ohne die Gründe zu nennen). Enge Kollegen sollten über Ihr Ausscheiden ebenso bescheid wissen, wie wichtige Kunden. Dann können auch diese sich entsprechend darauf einstellen und die Lücke, die Sie (hoffentlich) hinterlassen rechtzeitig schließen. Ganz wichtig: Bedanken Sie sich für die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit und stellen Sie den Kollegen vor, der von nun an die Betreuung und Position übernehmen wird.

  4. Lästern Sie nicht über den Job.

    Schön für Sie, wenn der Wechsel in eine andere Position, die Ihnen mehr zusagt, vielleicht noch ein höheres Gehalt mitbringt. Es ist aber ein absolutes Tabu, deswegen den aktuellen Job schlecht zu reden - insbesondere gegenüber Kollegen. Das wirkt arrogant und sorgt bei den Zurückgebliebenen nicht unbedingt für bessere Laune, dass Sie sich jetzt für etwas Besseres halten. Ebenso verboten ist eine beleidigte Abrechnung zum Schluss. Schmutzige Wäsche gehört in die Waschmaschine und nicht in die Abschiedsrede oder in die Kaffeeküche. Von dem Dreck bleibt immer etwas am Werfer hängen. Besser: Klären Sie noch offene Konflikte im 4-Augen-Gespräch. Haben Sie beispielsweise einen Kollegen, mit dem Sie immer wieder aneinander geraten sind oder sind bestimmte Dinge ungeklärt? Dann gehen Sie diese Themen jetzt an und suchen Sie das Gespräch mit den Kollegen. Sie werden vielleicht keine Freundschaft mehr mit einem unsympathischen Menschen schließen. Dennoch können Sie dafür sorgen, dass alle Fragen geklärt sind und Sie keine schwelenden Konflikte zurücklassen.

  5. Beweisen Sie Dankbarkeit.

    Der vielleicht wichtigste Punkt für einen positiven letzten Eindruck: Zeigen Sie Ihre Dankbarkeit für die Zeit, die Sie im Unternehmen verbracht haben und die Erfahrungen, die Sie dort sammeln konnten (auch die negativen). Zeigen Sie den Kollegen, dass Sie die Zusammenarbeit geschätzt und einiges gelernt haben. Wer hier für den einen oder anderen Mitstreiter in den verschiedenen Projekten ein paar warme Worte findet, sammelt wichtige Pluspunkte und dokumentiert einmal mehr charakterliche Reife und persönliche Größe und Souveränität. Nicht zuletzt bleiben Sie so positiv in Erinnerung und arbeiten an einem Netzwerk, das Ihnen langfristig vielleicht noch einmal helfen kann.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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