Vorstellungsgespräch beenden: Worauf muss ich achten?
Der Gesprächsabschluss und die Verabschiedung sollten nochmal einen Höhepunkt im Vorstellungsgespräch sein. Wie jeder Kinofilm braucht auch das Interview eine Art „Happy End“. Diese Dramaturgie hat enorme psychologische Effekte – und Sie bleiben als Kandidat oder Kandidatin positiv in Erinnerung.
Auch wenn die Verabschiedung nur 5 Minuten dauert: Hierbei passieren oft noch einige Fehler. Deshalb, daher und darum: Unsere besten Tipps, wie Sie maximal professionell ein Vorstellungsgespräch beenden:
Wie sollte ich mich am Schluss verhalten?
Bleiben Sie bis zum Schluss souverän und selbstbewusst und zeigen Sie vor allem am Schluss des Vorstellungsgesprächs nochmal Ihre Begeisterung und Motivation für die angestrebte Stelle und das Unternehmen. Personaler wollen spüren, ob auch Sie den Job immer noch wollen und dafür brennen. Es ist ein Irrglaube: Wer neutral bleibt, wirkt souveräner. Das kann ebenso schnell als Desinteresse ausgelegt werden. Was dagegen richtig ist: Werden Sie am Ende niemals hektisch – Sie sind nicht auf der Flucht! Ruhiges aufstehen und langsame Bewegungen signalisieren dagegen Selbstsicherheit.
Was sollte ich am Ende eines Vorstellungsgesprächs sagen?
Bedanken Sie sich am Ende des Interviews unbedingt bei allen Beteiligten für das angenehme Gespräch und die Zeit oder die ausführlichen Antworten auf Ihre Rückfragen. Das zeigt Höflichkeit, Wertschätzung und Respekt. Pluspunkte sammelt, wer sein Gegenüber dabei mit Namen anspricht und sich diese gemerkt hat. Beispiele:
- „Frau Muster, es hat mich gefreut, Sie persönlich kennenzulernen. Ich danke Ihnen für das angenehme Gespräch und die aufschlussreichen Antworten, die meine Motivation für die Stelle nochmal bekräftigt haben.“
- „Herr Beispiel, ich möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich fast eine ganze Stunde Zeit für unser Gespräch genommen haben. Das weiß ich sehr zu schätzen. Sie haben mir ein sehr gute Bild vermittelt, was mich im Unternehmen erwartet. Ich hoffe, dass ich Sie genauso überzeugen konnte.“
- „Frau Personalerin, haben Sie vielen Dank für das wirklich angenehme Gespräch. Ich bin mit großen Erwartungen gekommen und muss sagen: Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt! Ich kann mir den Job wirklich sehr gut vorstellen.“
Welche Fragen sollte ich am Vorstellungsgespräch Ende stellen?
Am Ende des Vorstellungsgesprächs und bei der Verabschiedung kommt es vor allem darauf an, dass Sie sich nach den weiteren Schritten und Fristen erkundigen, also:
- „Wie geht es nach dem Interview weiter?“
- „Wann kann ich mit einer Rückmeldung rechnen?“
- „Werden noch weitere Unterlagen von mir benötigt?“
- „Wer ist mein Ansprechpartner für Rückfragen?“
Wichtig ist, dass Sie hierbei jedoch keinen Druck aufbauen, und rufen Sie auch nicht schon nach 3 Tagen wieder an, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Das nervt und disqualifiziert.
Vergessen Sie keinesfalls, den Personaler nach seiner Visitenkarte oder den Kontaktdaten zu fragen, falls Sie diese noch nicht haben. Insbesondere für das Follow-up nach dem Vorstellungsgespräch, eine Dankesmail oder wenn Sie nachfassen müssen, weil Sie nichts mehr vom Unternehmen hören, sind diese Informationen essenziell.
Wie kann ich mich richtig verabschieden?
Sobald Ihr Gesprächspartner signalisiert, dass das Vorstellungsgespräch beendet ist und aufsteht, stehen auch Sie auf, halten Blickkontakt, lächeln und verabschieden sich von allen Anwesenden der Reihe nach. Achtung: Hierbei zählt allein die Hierarchie! Dem Gastgeber und Ranghöchsten reichen Sie zuerst die Hand, danach allen anderen.
Checkliste für die Verabschiedung:
- Ruhig bleiben, langsam aufstehen
- Lächeln und Blickkontakt halten
- Hand geben in hierarchischer Reihenfolge
- Alle Anwesenden mit Namen ansprechen
- Für Gespräch und Antworten bedanken
Selbst wenn das Vorstellungsgespräch nicht gut gelaufen ist, lassen Sie sich das bitte nie anmerken. Bleiben Sie bis zum Schluss optimistisch. Erstens, weil Sie nie wissen, ob die Interviewer nicht vielleicht einen ganz anderen und positiven Eindruck von Ihnen hatten. Zweitens, weil Ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein etwaige Zweifel zerstreuen kann.
Was muss ich beim Abgang beachten?
Nach der förmlichen Verabschiedung folgt Ihr Abgang. Hierbei ist nochmal entscheidend, dass Sie eine gute Figur machen: Behalten Sie die Körperspannung, sammeln Sie Ihre Unterlagen, Jacke oder Tasche in Ruhe zusammen und verlassen Sie aufrecht und selbstsicher den Raum. Ruhige Bewegungen und ein durchgestreckter Rücken beweisen buchstäblich Rückgrat und Souveränität. Es ist nicht übertrieben, wenn Sie sich auf dem Weg nach draußen ebenfalls noch von Assistenten, Empfangskräften oder dem Pförtner höflich verabschieden. Die freuen sich darüber und finden vielleicht später freundliche Worte für den ausnehmend sympathischen Bewerber mit guten Manieren. So hinterlassen Sie durchweg einen ebenso positiven wie professionellen Eindruck.
Ausnahme: Vorstellungsgespräch abbrechen
Auch das kommt vor: Sie sitzen im Bewerbungsgespräch und fühlen sich wie im falschen Film: Die Recruiter sind auf Anhieb unsympathisch, die Fragen unterirdisch, der Ton von oben herab. In einem solchen Fall dürfen Sie das Vorstellungsgespräch ebenso vorzeitig abbrechen. Allerdings ebenso respektvoll, höflich, professionell – Sie bleiben bitte auf Ihrem Niveau! Ausführliche Tipps und Formulierungen dazu finden Sie in unserem Fachartikel: Vorstellungsgespräch abbrechen.
Vorstellungsgespräch beenden: So bitte nicht!
Nicht wenige Bewerber reden sich am Ende des Jobinterviews um Kopf und Karriere. Damit meinen wir gar nicht mal etwaige Patzer in der Selbstpräsentation oder bei möglichen Vorstellungsgespräch Fragen.
Vielmehr ist es oft das überschüssige Adrenalin und die Nervosität, die Bewerberinnen und Bewerber dazu verleitet, etwas Dummes zu sagen oder zu fragen. Vermeiden Sie deshalb bitte unbedingt folgende Sätze am Ende des Vorstellungsgesprächs:
- „Ich war heute ganz schön nervös.“
- „Bei der zweiten Frage kam ich richtig ins Schwitzen.“
- „Ich bin froh, dass Sie mich eingeladen haben.“
- „Ist ja gut gelaufen. Aber jetzt ist es vorbei.“
- „Wie stehen meine Chancen eigentlich so?“
- „Ein Glück habe ich mich mit Karrierebibel.de gut vorbereitet!“
- Unaufmerksam werden
Bleiben Sie bis zur letzten Sekunde konzentriert. Nur so entsteht ein bleibender Eindruck. - Witze reißen
Humor kann zwar die Atmosphäre auflockern, am Ende nimmt er Ihnen aber die Ernsthaftigkeit. - Feedback einfordern
Verlangen Sie am Schluss keine direkte Rückmeldung zu Ihrer Performance. Das macht Sie klein. - Bewertung abgeben
Auch umgekehrt sollten Sie das Gespräch nicht bewerten. Das wirkt schnell arrogant und distanzlos.
Ebenfalls am Ende des Vorstellungsgesprächs tabu:
Bleiben Sie bis zur letzten Minute Profi!
Auch wenn das Herz bis zum Hals pocht und Sie am liebsten ins Plaudern kommen wollen: Tun Sie es nicht! Bewahren Sie bis zur Verabschiedung und dem Abgang danach Haltung und volle Konzentration. Entspannen dürfen Sie erst, wenn Sie das Gebäude verlassen haben und außer Sichtweite sind.
Perfekt aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten!
Meistern Sie die letzte Hürde vor dem Traumjob: das Vorstellungsgespräch. Unser Interviewtraining (8 Module, 3 Stunden Videos + Zusatzmaterial) hat schon mehr als 1000 Bewerberinnen und Bewerbern geholfen, alle 7 Phasen und Fragen zu knacken:
Wie geht es nach dem Vorstellungsgespräch weiter?
Manchmal schicken Unternehmen nur einen kurzen Zwischenbescheid, manchmal nicht mal eine Absage. Falls Sie gar nichts mehr von dem Unternehmen hören, dürfen Sie frühestens nach 2-3 Wochen nach dem Jobinterview nachfragen und sich nach dem Zwischenstand im Auswahlprozess erkundigen. Jedoch bitte stets ohne Vorwürfe oder Druck zu machen!
Eine kurze Mail können Sie zum Beispiel so formulieren:
- Sehr geehrte Frau Muster,
ich möchte Sie gar nicht lange aufhalten, habe aber bisher nichts mehr zu meiner Bewerbung von Ihnen gehört. Da ich nach wie vor an der Stelle als [Position] (Kennziffer: 12345) interessiert bin, möchte ich mich auf diesem Weg erkundigen, bis zu welchem Zeitpunkt ich mit einer Antwort rechnen kann. Über eine kurze Rückmeldung freue ich mich.
Ich danke Ihnen für Ihre Mühe und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Signatur
Was kann ich während der Wartezeit tun?
Während Sie dann auf eine – hoffentlich positive – Antwort vom Arbeitgeber warten, können Sie auch ein sogenanntes Dankschreiben verfassen und an das Unternehmen schicken. Das Dankschreiben bietet die Chance, sich nochmal in Erinnerung zu bringen oder Fehler zu korrigieren. Es sollte allerdings nie länger als eine halbe Seite sein.
Der wichtigste Tipp für die Zeit nach dem Vorstellungsgespräch lautet jedoch: Bewerben Sie sich weiter! Egal, wie gut Sie das Vorstellungsgespräch beendet haben, wie gut es gelaufen ist: Alles auf eine Karte zu setzen, wäre töricht. Auch nach einem aus Ihrer Sicht erfolgreichen Vorstellungsgespräch, sollten Sie sich weiterhin bewerben und weitere Einladungen zum Vorstellungsgespräch wahrnehmen. Erstens, weil Sie so die Initiative behalten; zweitens, weil Sie dadurch Ihre Chancen auf einen Job erhöhen.
Was andere dazu gelesen haben
- Vorstellungsgespräch Nachbereitung: Chancen steigern
- Zweites Vorstellungsgespräch: Tipps zum Recall
- Vorstellungsgespräch: 18 Anzeichen für eine Zusage
- Was kann ich nach dem Vorstellungsgespräch tun?