Bewerbungsfotos-Tipps-Beispiele-FotografenUm das Bewerbungsfoto ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Schließlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte und für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Soweit jedenfalls die gängigen Klischees.

Lassen Sie sich davon aber nicht beirren. Sich bei der Bewerbung mit einem optimalen Bewerbungsfoto ins rechte Licht zu rücken, ist keine Hexerei. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Grundregeln und überlegen sich vorher genau, welche Wirkung Sie auf den Betracher erzielen wollen.

Das Bewerbungsfoto ist seit Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) zwar nicht mehr Pflichtbestandteil einer Bewerbung, dennoch sollten Sie ein Bild beifügen. Dabei geht es freilich weniger darum, dass der- oder diejenige Sie besonders anziehend findet. Vielmehr sollte der erste Eindruck so sein, dass Sie zur angestrebten Position passen. Ein konservatives Bewerbungsporträt eignet sich somit weniger für einen Kreativberuf und umgekehrt. Verstehen Sie das aber nicht falsch: Beim Bewerbungsbild geht weder um Kostümierung noch um eine theatralische Inszenierung, sondern um ein insgesamt stimmiges Bild – im doppelten Wortsinn.

Tipps und Beispiele für das Bewerbungsfoto

Das beginnt schon bei den Feinheiten, die jeder Betrachter mindestens unterschwellig wahrnimmt und die dennoch großen Einfluss auf Ihre Wirkung haben. Etwa, ob Sie auf dem Bewerbungsbild lächeln oder nicht. Das kann bereits einen Riesenunterschied ausmachen, wie unsere Beispiele zeigen:

Bewerbungsfoto-Beispiel-ohne-Lächeln Bewerbungsfoto-Beispiel-Lächeln-mit
Bewerbungsfoto ohne Lächeln Bewerbungsfoto mit Lächeln

Zu solchen subtilen Tricks gehört aber auch, dass die Haare ordentlich gekämmt sind, dass die Kleidung fleckenfrei und fusselfrei ist und keine unschönen Falten wirft (wird tatsächlich oft vergessen!). Schlampig gebundene Krawattenknoten oder Make-up-Kontraste zwischen Hals und Gesicht sind ebenfalls tabu. Genauso verbietet es sich, ein altes Bewerbungsfoto zu verwenden. Spätestens beim Vorstellungsgespräch sorgt der optische Widerspruch mindestens für Irritationen. Schlimmstenfalls leidet Ihre gesamte Glaubwürdigkeit darunter.

EXTRA-TIPP: Experimentieren Sie mit verschiedenen Kopfhaltungen und Perspektiven. Bereits eine leichte Neigung oder Drehung kann den Eindruck Ihres Profils völlig verändern.

Darüber hinaus sollten Sie folgende Punkte beachten:


Formelle Regeln für das Bewerbungsfoto

  • Bewerbungsfoto Qualität. Man kann es nicht oft genug sagen: Das Bewerbungsfoto sollte weder aus einem Automaten noch aus dem Urlaub stammen. Das sieht immer billig aus und entwertet Sie bereits mit dem ersten Blick. Geiz ist hier definitiv fehl am Platze, denn er dokumentiert nur, dass Sie nicht einmal bereit sind, in Ihre persönliche Zukunft zu investieren. Und was könnte wohl wichtiger sein? Deshalb: Lassen Sie ein solches Porträtfoto (nie Ganzkörperaufnahmen!) immer von einem Fotografen beziehungsweise Profi machen. Lassen Sie sich aber vorher Beispiele zeigen. Es gibt Fotografen, die versuchen Ihnen Kunst zu verkaufen. Die mögen dann zwar gut aussehen, wenn man sie auf ein mal ein Meter vergrößert und an die Wand hängt. Für die Bewerbung eignen sie sich aber ebenso wenig wie Filzstifte für Online-Formulare.
  • Bewerbungsfoto Größe. Die heute gängigen Formate variieren zwischen 6 mal 4 oder 9 mal 6 Zentimeter. Beide entsprechen dem sogenannten goldenen Schnitt und wirken daher besonders schön. Hochformat ist dabei die Regel, mit Querformat fallen Sie aber mehr auf – jedoch nur, wenn Sie den Ausschnitt des Bewerbungsfotos gekonnt wählen. Wer hier nicht sicher ist, sollte lieber einen Profi zu Rate ziehen.
  • Bewerbungsfoto Farbe. Farbig oder Schwarzweiß? Das ist letztlich reine Geschmacksache. Monochrome Bilder wirken in der Regel eleganter, können aber auch gekünstelt aussehen. Zudem treten hier die Konturen mehr in den Vordergrund. Das schmeichelt eher ebenen Gesichtern. Wer dagegen ein kantiges Konterfei besitzt, wirkt darauf oft noch härter. Hier sind Farbfotos die bessere Wahl. Sie wirken in der Regel authentischer und natürlicher, je nach Beleuchtung aber auch misstönend. Auch deshalb ist es wichtig, hier einen Profi die Fotos machen zu lassen. Bei Farbfotos müssen Sie zudem auf die richtige Kleiderwahl achten. Also auf gedeckte und harmonische Farben, die zu Ihrem Typ und zum Gesamtensemble passen. Bei Schwarzweiß-Fotos zählt hingegen mehr die Form und der Kontrast. Wer das Budget dafür hat, sollte beide Varianten anfertigen lassen und anschließend Freunde fragen, welche Alternative sie sympathischer finden.
  • Bewerbungsfoto Position. Wer die Abzüge in seine Bewerbungsmappe integriert, sollte das Foto direkt auf dem ersten Blatt des Lebenslaufs einfügen – und zwar oberhalb der ersten Zeile. Ob rechts oder links, hängt davon ab, in welche Richtung die Nase zeigt. Die Faustregel: immer in die Seite hineinschauen, nie heraus!
  • Bewerbungsfoto Befestigung. Befestigt wird das Bewerbungsfoto mit einem Klebestift, nicht mit einer Büroklammer! Das sieht hässlich aus und wirkt als wollten Sie das Lichtbild später noch einmal verwenden. Genau diese Botschaft darf eine Bewerbung jedoch nie vermitteln: Ich bin eine Massenwurfsendung, die eventuell recycelt wird. Wer das Foto digital in den Lebenslauf integriert, sollte wiederum auf zwei Dinge achten:
    1. eine möglichst hohe Auflösung wählen, damit der Druck besser wird und
    2. möglichst fototaugliches hochwertiges Papier verwenden.
    Ansonsten könnten Sie ebenso gut eine Fotokopie einschicken. Und das wäre eher kontraproduktiv. Ihre hohe Berufsqualifikation und Arbeitsqualität soll sich schließlich schon im Foto spiegeln.

    EXTRA-TIPP: Falls das Bewerbungsbild trotzdem nur aufgeklebt ist, bitte auf dessen Rückseite den eigenen Namen schreiben. Sollte sich das Foto versehentlich von den Bewerbungsunterlagen lösen, kann es so leicht wieder zugeordnet werden.

Schnell-Checkliste für Bewerbungsfotos

    [ ] Habe ich Blickkontakt zum Betrachter?
    [ ] Zeige ich ein offenes Lächeln?
    [ ] Ist das Gesicht gut ausgeleuchtet und frei zu erkennen?
    [ ] Sitzen die Haare?
    [ ] Hat die Haut einen natürlichen Ton?
    [ ] Ist die Kleidung passend zum Job gewählt?
    [ ] Werfen Hemd, Bluse und Jackett keine hässlichen Falten?
    [ ] Ist der Hintergrund ruhig und neutral?
    [ ] Ist der Kopf dynamisch leicht geneigt?
    [ ] Ist der Körper dem Betrachter zugeneigt?

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Negativ-Beispiele für Bewerbungsfotos: So bitte nicht!

Bewerbungsfoto-Beispiel-Mann-Falsch1 Bewerbungsfoto-Beispiel-Falsch1
Eigentlich ganz okay, doch das Hemd
ist viel zu weit aufgeknöpft.
Definitiv zu freizügig. Zu viel Haut
und Piercings sind tabu.
Bewerbungsfoto-Beispiel-falsch2 Bewerbungsfoto-Beispiel-falsch-sexy
Ganzkörperaufnahmen, noch dazu
aus der Freizeit sind Jobkiller.
Es kommt natürlich auf den Job an: Für
99 Prozent aber ist der Look zu sexy.

PS: Darauf sollten Sie bei Fotografen achten!

FotografInzwischen gibt es in jeder nahezu jeder Stadt Fotografen, die Bewerbungsfotos machen. Ob Bewerbungs-Fotografen in Hamburg, München, Berlin, Frankfurt oder Köln – die meisten verstehen zwar Ihr Handwerk, doch sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht nur Abzüge der Fotos auf Papier bekommen, sondern auch eine digitale Variante (jpg, png, tif) und Ihnen der Fotograf das dauerhaft uneingeschränkte Recht zur Veröffentlichung einräumt. Nur so können Sie die Bewerbungsfotos anschließend etwa auch auf Ihrem Blog, bei Xing und Linkedin oder auf digitalen Lebenslauf-Seiten wie about.me einsetzen. Andernfalls verstoßen Sie womöglich gegen die Copyrights des Fotografen und er kann Sie dafür abmahnen. Und das muss ja nicht sein.

Motiv-Regeln für Bewerbungsfotos

Wie also geht es richtig? Wie setzt man sich als Bewerber optimal in Szene? So…

  • Porträt. Das perfekte Bewerbungsfoto zeigt Sie im Halbporträt, dazu etwas Schulterpartie, maximal ein Fünftel des Fotos. Also nicht so, wie im Beispiel rechts! Tipp: Damit das Gesicht nicht glänzt, sollten Sie es vorher abpudern. Falls kein Puder zur Hand ist, reicht es oft aber schon aus, die Haut mit Klopapier sanft (!) abzureiben. Ganz wichtig: auf dem Bild immer lächeln, gerne auch mit strahlenden Zähnen. Das macht sofort sympathischer, darf aber nie gekünstelt wirken.
  • Kleidung. Die Kleidung sollte unbedingt zum angestrebten Job passen. Wer sich zum Beispiel als Banker in spe bewirbt, sollte also schon auf dem Foto wie ein Banker aussehen. Wer es perfekt machen will, stattet dem Zielunternehmen einen Besuch inkognito ab und schaut sich um, welcher Dresscode dort herrscht. Etwas einfacher geht es, wenn man sich die Fotos von Mitarbeitern in Online-Netzwerken wie Xing anschaut und den Look dann für das Bewerbungsfoto adaptiert. Für Frauen gilt noch der besondere Zusatz: Schulterfrei ist absolut tabu, ebenso tiefe Dekolletees und zu viel Make-up. Psychologische Studien haben ergeben: Bewerberinnen steigern ihre Chancen mit einer Portion Männlichkeit mehr als mit weiblichen Reizen. Heißt: Ein dunkler Hosenanzug mit schlichter heller Bluse kommt bei den meisten Personalern besser an. Der wirkt seriöser und durchsetzungsstärker. Ähnliches gilt auch für den nächsten Punkt…
  • Haare. Egal, ob Bewerberin oder Bewerber – mit Attributen, die als typisch männlich gelten, haben Kandidaten bessere Chancen auf den Job. Das fand die Mannheimer Soziologin Anke von Rennenkampff bei ihrer Promotion über Bewerbungsfotos heraus. Das gilt für Frauen noch mehr als bei Männern. Bei zurückgekämmten oder hochgesteckten Haare unterstellten die Personaler den Bewerberinnen deutlich mehr Führungskompetenz als jenen mit offener Wallemähne. Frauen mit kurzen Haaren, so wiederum eine Studie der Yale-Universität, werden mehrheitlich als intelligent und selbstbewusst empfunden. Dunkle, lange Locken dagegen schnitten schlechter ab: Ihre Trägerinnen hielt die Mehrheit für unsicher und naiv. Bei Männern wiederum ist das Wichtigste, dass sie überhaupt Haare haben. Glatzenträgern wird im Job weniger zugetraut, fanden Saarbrücker Wissenschaftler heraus. Bewerber mit Halbglatze oder Glatze wurden deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Zudem stuften die Testpersonen sie als weniger karriereorientiert und weniger kreativ ein.
  • Hintergrund. Leider wird der von Laien oft vergessen. Er entscheidet aber enorm über die Gesamtwirkung des Bewerbungsfotos. Werden etwa Hintergrundmotiv, Kontrast oder Farben falsch gewählt, rückt es den Bewerber in ein schräges Licht. Gegenstände, die zu erkennen sind, lenken das Auge zu sehr ab und erwecken den Anschein, das Foto sei eher ein Schnappschuss als eine bewusste Fotografie. Eine neutrale Fläche ist wesentlich besser. Idealerweise harmoniert die Wandfarbe mit der Kleidung (bei Farbfotos) und die Beleuchtung wirft auch keine hässlichen Schlagschatten (ganz wichtig bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen). Ist der Kontrast wiederum zu hoch (kalkweißer Hintergrund), wirken Gesichter schnell blass und krank.

EXTRA-TIPP: Beim professionellen Shooting sind alle gleich: Ob Auszubildender oder Vorstandsmitglied – sobald der Fotograf seine Linse ausrichtet, stellt sich über alle Hierarchieebenen sofort Nervosität, Unsicherheit, oft sogar Unbehagen ein. Das ist völlig normales Lampenfieber. Allerdings kann man das manchmal auch auf den Fotos sehen: An sich charismatische Personen bekommen plötzlich ein verkniffenes Grinsen, fletschen die Zähne und bekommen den bösen Blick. Das wirkt natürlich weniger souverän. Um das Verkrampfen vor der Kamera zu vermeiden gibt es aber einen Trick: Schauen Sie erst woanders hin, schütteln Sie sich am ganzen Körper aus, dann drehen Sie sich in die Kamera und lächeln. Noch bevor Sie verkrampfen, hat der Fotograf (hoffentlich) den spontanen ersten und natürlich Eindruck abgelichtet.

Auch Kleidung und Styling helfen, diese Unsicherheit auszuhebeln. Hier ein paar ansehnliche Tipps dazu…

Positiv-Beispiele für Bewerbungsfotos: So geht’s richtig!

Bewerbungsfoto-Beispiel-Frau-richtig Bewerbungsfoto-Beispiel-Mann-richtig1
Lächeln, perfekte Frisur, seriöses
Outfit. Alles richtig gemacht.
Mit etwas mehr Lächeln wäre es perfekt. Auf C-Level ist das aber angemessen.

EXTRA-TIPP: Verwenden Sie Ihr stets aktuelles (!) Bewerbungsfoto möglichst auch auf allen relevanten Online-Plattformen wie Xing, Linkedin, Twitter, Google+ oder in Ihrem Blog. Sie schaffen so einen hohen Wiedererkennungswert und so etwas wie Markenidentität. Außerdem bekommt der Personaler den Eindruck, dass Ihr Auftritt – online wie offline – insgesamt stimmig ist und professionell konzertiert erfolgt.

Vine-Bewerbungstipps

Die Tipps zum Bewerbungsfoto gibt es auch als kompaktes Vine-Video mit den 5 wichtigsten Tipps:

  • Bitte Lächeln!
  • Den Hintergrund neutral wählen
  • Die Kleidung sollte zum angestrebten Job passen
  • Das ideale Größenverhältnis: 3:2 – also 6 mal 4 oder 9 mal 6 Zentimeter.
  • Die Position später: rechts oben im Lebenslauf

Video-Tutorial zum Bewerbungsfoto: So setzen Sie sich in Szene

[Bildnachweis: Portrait 1, 2, 3 by Shutterstock]