lupeDie berühmten Sauffotos auf StudiVZ, schlüpfrige Freundinnen auf Myspace, ein paar unflätige Äußerungen zum aktuellen Arbeitgeber auf Facebook – all das kann bei der Bewerbung darüber entscheiden, ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht.

Heute berichtet die Berliner Zeitung über eine Studie des Dimap-Instituts im Auftrag der Bundesregierung wonach bereits jeder Dritte Personaler (28 Prozent) bei der Auswahl von Bewerbern gezielt im Internet Informationen über die Kandidaten recherchiert. Besonders interessant: Meinungsäußerungen, private Vorlieben und Interessen, Hobbys. Als Hauptquellen (36 Prozent) gelten den neugierigen Personalern dabei vor allem Soziale Netzwerke wie Linkedin, Facebook, StudiVZ oder zunehmend auch Twitter. 20 Prozent recherchieren dort regelmäßig, 16 Prozent eher selten.

Immerhin: Jeder vierte Bewerber wurde aufgrund der im Netz gefundenen Informationen nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Karrierenachteile bringen demnach Partyfotos sowie allzu persönliche Inhalte. 43 Prozent der Befragten halten das für unangemessen. Abfällige Äußerungen zur Jobsituation halten sogar 76 Prozent für ein Ausschlusskriterium.


Ich halte die Ergebnisse noch für zu konservativ (und habe dazu heute schon zwei Radio-Interviews gegeben). So hatte ich der Vergangenheit schon andere Umfragen zitiert, wonach bereits 34 Prozent der Personaler Kandidaten und deren Lebensläufe online ausspähn und durchleuchten. An der Stelle sei deswegen noch auf eine detailliertere US-Umfrage verwiesen, laut sich die dortigen Arbeitgeber insbesondere dafür interessierten:

  • 41 Prozent suchen nach Hinweisen auf Alkohol- oder Drogenkonsum.
  • 40 Prozent interessiert, ob sie dort diskreditierende Fotos in den Profilen finden.
  • 29 Prozent schätzen so die kommunikativen Fähigkeiten ein.
  • 28 Prozent fahnden nach übler Nachrede über Ex-Arbeitgeber oder -Kollegen.
  • 27 Prozent achten auf falsche oder zweifelhafte Qualifikationen.
  • 22 Prozent schrecken unprofessionelle Profilnamen ab.
  • 21 Prozent suchen nach Links, die etwa auf kriminelles Verhalten hinweisen.
  • 19 Prozent achten darauf, ob vertrauliche Informationen des letzten Arbeitgebers preisgegeben werden.

Die Umfrage zeigt aber auch: 24 Prozent der Personalverantwortlichen fanden in den Profilen ebenso Informationen, die sie von den Kandidaten überzeugten und die sie deswegen einstellten. Umgekehrt heißt das gleichzeitig für Bewerber: Entfernen (oder falls möglich löschen) Sie alle potenziell diskreditieren Bilder, Links oder Namen. Aktualisieren Sie Ihr Profil regelmäßig und achten Sie darauf, dass die dortigen Informationen ein stimmiges und positives Bild von Ihnen zeichnen. Und googeln Sie regelmäßig Ihren Namen, um herauszufinden, weil Webseiten auch ein suchender Personaler zuerst findet. Die sollten dann Ihre volle Aufmerksamkeit bekommen.

Zudem möchte ich nochmal auf diesen Beitrag von mir hinweisen: Wenn das der Chef wüsste… – Twitter als Karrierekiller. Man kann es nicht oft genug betonen: Twitter ist keine Privatsphäre, sondern öffentlicher Raum! Und der ist dank diverser Tools auch noch nach Wochen durchforschbar. Die folgenden zehn Tweets sind leider echt, sollten aber als abschreckende Beispiele dienen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären der Chef – und lesen live mit…


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Mehr davon (allerdings auf Englisch) finden Sie in diesem Beitrag.