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16 von Jochen Mai am 21. August 2009 → Artikel in Reputation
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Karrierekiller Internet – Bewerber werden online ausgespäht

lupeDie berühmten Sauffotos auf StudiVZ, schlüpfrige Freundinnen auf Myspace, ein paar unflätige Äußerungen zum aktuellen Arbeitgeber auf Facebook – all das kann bei der Bewerbung darüber entscheiden, ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht.

Heute berichtet die Berliner Zeitung über eine Studie des Dimap-Instituts im Auftrag der Bundesregierung wonach bereits jeder Dritte Personaler (28 Prozent) bei der Auswahl von Bewerbern gezielt im Internet Informationen über die Kandidaten recherchiert. Besonders interessant: Meinungsäußerungen, private Vorlieben und Interessen, Hobbys. Als Hauptquellen (36 Prozent) gelten den neugierigen Personalern dabei vor allem Soziale Netzwerke wie Linkedin, Facebook, StudiVZ oder zunehmend auch Twitter. 20 Prozent recherchieren dort regelmäßig, 16 Prozent eher selten.

Immerhin: Jeder vierte Bewerber wurde aufgrund der im Netz gefundenen Informationen nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Karrierenachteile bringen demnach Partyfotos sowie allzu persönliche Inhalte. 43 Prozent der Befragten halten das für unangemessen. Abfällige Äußerungen zur Jobsituation halten sogar 76 Prozent für ein Ausschlusskriterium.

Ich halte die Ergebnisse noch für zu konservativ (und habe dazu heute schon zwei Radio-Interviews gegeben). So hatte ich der Vergangenheit schon andere Umfragen zitiert, wonach bereits 34 Prozent der Personaler Kandidaten und deren Lebensläufe online ausspähn und durchleuchten. An der Stelle sei deswegen noch auf eine detailliertere US-Umfrage verwiesen, laut sich die dortigen Arbeitgeber insbesondere dafür interessierten:

  • 41 Prozent suchen nach Hinweisen auf Alkohol- oder Drogenkonsum.
  • 40 Prozent interessiert, ob sie dort diskreditierende Fotos in den Profilen finden.
  • 29 Prozent schätzen so die kommunikativen Fähigkeiten ein.
  • 28 Prozent fahnden nach übler Nachrede über Ex-Arbeitgeber oder -Kollegen.
  • 27 Prozent achten auf falsche oder zweifelhafte Qualifikationen.
  • 22 Prozent schrecken unprofessionelle Profilnamen ab.
  • 21 Prozent suchen nach Links, die etwa auf kriminelles Verhalten hinweisen.
  • 19 Prozent achten darauf, ob vertrauliche Informationen des letzten Arbeitgebers preisgegeben werden.

Die Umfrage zeigt aber auch: 24 Prozent der Personalverantwortlichen fanden in den Profilen ebenso Informationen, die sie von den Kandidaten überzeugten und die sie deswegen einstellten. Umgekehrt heißt das gleichzeitig für Bewerber: Entfernen (oder falls möglich löschen) Sie alle potenziell diskreditieren Bilder, Links oder Namen. Aktualisieren Sie Ihr Profil regelmäßig und achten Sie darauf, dass die dortigen Informationen ein stimmiges und positives Bild von Ihnen zeichnen. Und googeln Sie regelmäßig Ihren Namen, um herauszufinden, weil Webseiten auch ein suchender Personaler zuerst findet. Die sollten dann Ihre volle Aufmerksamkeit bekommen.

Zudem möchte ich nochmal auf diesen Beitrag von mir hinweisen: Wenn das der Chef wüsste… – Twitter als Karrierekiller. Man kann es nicht oft genug betonen: Twitter ist keine Privatsphäre, sondern öffentlicher Raum! Und der ist dank diverser Tools auch noch nach Wochen durchforschbar. Die folgenden zehn Tweets sind leider echt, sollten aber als abschreckende Beispiele dienen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären der Chef – und lesen live mit…


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Mehr davon (allerdings auf Englisch) finden Sie in diesem Beitrag.



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1. Kommentar

Mocca
21.08.09 um 13:02 Uhr

Was ist denn mit “unprofessionellen Profilnamen” gemeint? Dass mein echter Namen nicht auf der selben Seite stehen sollte, wie der Nickname “16heißundwillig”? Aber in der Regel verwendet man doch entweder Nick ODER echten Namen, ist es so häufig, dass man die Verbindung findet?

2. Kommentar

Jochen Mai
21.08.09 um 13:06 Uhr

Bei Myspace (ebenso bei Facbook) kannst du ja deinen Klarnamen anzeigen lassen, jedoch eine andere URL wählen. Und die sollte eben nicht “nimmmichjetzt” lauten. Dasselbe gilt dann entsprechend für E-Mail-Adressen, Blog-URLs oder Twitter-URLs.

3. Kommentar

reeeen
21.08.09 um 18:18 Uhr

Ich bin ja noch im Studium und daher betrifft mich das jez noch nicht direkt, aber ich habe mein StudiVZ-Profil auf privat gemacht und somit können das nur Freunde sehen. Wobei es ja eh nicht wirklich schlimme Bilder gibt….Bei Twitter habe ich gar nicht meinen richtigen Namen angegeben…. Ich denke so kann man sich schon ein wenig schützen… Muss mal den Personaler bei meinem Nebenjob fragen, ob der das auch immer vorher macht….

4. Kommentar

Lari Syrota
21.08.09 um 21:45 Uhr

Ich bin der Meinung, dass die meisten Beiträge, die man in den letzten Tagen in diversen Medien vorgesetzt bekommen hat, etwas zu kritisch mit der gesamten Thematik umgehen. Sicher ist es notwendig, unachtsame Internetnutzer für die Gefahren zu sensibilisieren, allerdings wird teilweise der Eindruck erweckt, Internetprofile hätten überwiegend negative Auswirkungen auf Bewerbungen. Das sehe ich nicht so. Social Media ist in erster Linie eine Präsentationsfläche – was man daraus macht, ist jedem selbst überlassen. Ein sauber ausgefülltes, symphatisch wirkendes Profil ist doch wohl um einiges förderlicher als ein allumfassendes Schutzschild, das vielmehr den Eindruck erweckt, der Kandidat habe etwas zu verbergen.

Nun könnte man auch darüber diskutieren, inwiefern (nicht allzu ausschweifende) Partybilder negative Folgen haben, aber das ist zu sehr von der Branche und vom Karrierelevel abhängig und lässt sich daher nicht generalisieren. Ich halte lediglich fest, dass HR-Verantwortliche hier sicher zu differenzieren wissen.

5. Kommentar

Nimue
23.08.09 um 14:36 Uhr

*gg* Paranoia ist doch manchmal gut…. Ich bin seit über 10 Jahren im Netzt unterwegs, habe aber nie meinen Realnamen genutzt. Wenn man den googelt findet man nur die 2 Seiten, auf denen ich Webmaster bin.

6. Kommentar

Andre
26.08.09 um 18:27 Uhr

Ich habe meinen (eindeutig mich bestimmenden) Namen bisher im Internet kaum hinterlassen. Da ich in der Computerbranche tätig bin, frage ich mich eher, ob mir das nicht als Technophobität ausgelegt wird…

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